25 Jahre Ozonloch! Ein Grund zum feiern?

Ja, natürlich, sagt die Politik und ergeht sich in exzessiver Selbstbeweihräuerung. Das BMU (was soviel heisst wie Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung feiern sich selbst, in Gestalt des Bundesministers Peter Altmaier, der wahre Jubelarien auf das Montrealer Protokoll anstimmt, derweil sich seit vielen Jahren gezeigt hat, dass die Reduzierung des FCKW-Eintrags ind ie Atmosphäre durch das verbrecherische Verhalten der Großkonzerne, in schönster Eintracht mit der Politik, dafür Sorge getragen hat, dass der Schutz der Ozonschicht ad absurdum geführt wird. Und das mit System!

Bis vor 25 Jahren war es so, dass man das FCKW aus Klimaanlagen und alten Kühlschränken, ohne langes wenn und aber in die Umwelt entweichen ließ, wenn man diese wartete, bzw. verschrottete. Aber dann kam der Umweltschutz und sorgte dafür, dass das FCKW aus eben jenen Anlagen nicht mehr einfach in die Umwelt gelangen durfte. Denn unglücklicherweise (für die Konzerne) hatten Forscher festgestellt, dass eben jenes FCKW in der Atmosphäre dafür sorgte, dass sich das Ozon zersetzte und sich riesige Löcher in der Schutzschicht über den Polarregionen des Planeten Erde bildeten, die man sogar für die hohen Hautkrebsraten in Australien und Neuseeland verantwortlich machte. Und natürlich konnten diese lästigen, stets nach Forschungsgeldern lechzenden Wissenschaftler einfach nicht die Schnauze halten, wie sich das für anständige Forscher gehört. nein, sie gingen an die Öffentlichkeit und posaunten ihre Erkenntnisse, die von interessierter Seite freilich sofort dementiert und für unwahr erklärt wurden, hinaus in die Ohren all jener, die sie zu hören wünschten. Und derer waren recht viele, denn die Umweltbewegung war zu einer regelrechten Welle angewachsen, die sich über die Zerstörung unserer Umwelt in zunehmendem Masse zu empören begann.

Also sann man auf Abhilfe. Die Politiker konferierten, jetteten um den Globus, konferierten noch ein wenig länger und irgendwann, vermutlich zwischen einem Bordellbesuch und einem leckeren Abendessen an der Copa Cabana, fand man eine Lösung. Man traf sich in Montreal und unterzeichnete das Montrealer Protokoll. So weit so gut. Die Folgen sind dem interessierten Umweltschützer bekannt. während die Konzerne sich selbst verpflichteten, den Blödsinn mit den FCKW´s in Zukunft zu unterlassen und die Ozonschicht zu schützen, lullten die Politiker das Volk ein und erklärten allen, nun sei der Schutz unserer Atmosphäre gesichert und in trockenen Tüchern. Aber das war´s dann auch schon. Denn die Entsorgung von FCKW aus Klimaanlagen und alten Kühlschränken, wir nun dadurch gelöst, dass man zumindest den Elektroschrott in die Dritte Welt exportiert, wo die Regierungen nicht so kleinlich und die Menschen noch dankbar selbst für die beschissensten Jobs sind, genauer für die Jobs in der boomenden „Recyclingindustrie“ der Dritten Welt und wo man kein großes Aufhebens darum macht, wenn mal auf Grund eine kleinen Unglücks ein paar hundert oder tausend Menschen krank werden oder sogar verröcheln. That´s business, you know?

Also hatte man in den Industriestaaten einen Grund, richtig heftig zu feiern. 25 Jahre Schutz der Ozonschicht klingt ja auch bombastisch. Allerdings muss einem speiübel werden, wenn man hinter die Kulissen blickt. Skrupellose Geschäftemacher verschieben den Elektroschrott zum „recyceln“ in die Dritte Welt, die Industrie kann ihre Hände in Unschuld waschen und die Industrienationen vermitteln ihren RTL-geschädigten Bürgern das gute Gefühl, mal echt was für die Umwelt getan zu haben. Denn natürlich sind die neuen FCKW-freien Kühlschränke, die man hier kaufen kann, ne ganze Stange teurer als vorher und nur böse Zungen würden ernsthaft behaupten, dies läge nicht an den neuen Kühlschränken und ihrer „modernen“ Kühltechnologie, sondern an der Gier der Konzerne!

Ich sehe daher keinen Grund, 25 Jahre Schutz der Ozonschicht zu feiern, sondern eher das 25jährige (offizielle) Bestehen des Ozonlochs und das ist wahrhaftig kein Datum um Jubelschreie auszustoßen…

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7 Milliarden?

Seit vorgestern sind wir 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten! Was will uns diese Zahl eigentlich sagen? Was wollen uns diejenigen, die uns auf dieses Ereignis, dass ja eigentlich keineswegs etwas besonderes ist, sagen? Ich meine, warum flattert diese Meldung durch diverse Pressemitteilungen, teils gar als Horrormeldung, verbunden mit der Frage, wieviele Menschen die Erde überhaupt vertrage und wie man die alle ernähren könne?
Eigentlich ist es müssig, überhaupt ein Wort darüber zu verlieren, angesichts der Tatsache, dass wenige Tage zuvor und in (un)schöner wiederkehrender Regelmäßigkeit über die schwindende Zahl der Deutschen, oder anderer europäischer Völker, ausgiebig lamentiert wird! Und genau in diesem Zusammenhang drängt sich mir die Frage nach dem „Warum“ und „Wieso“ auf!
Ich meine, 7 Milliarden Menschen, das sind 7.000 Millionen hungrige Mäuler, die ein Recht darauf haben, gestopft zu werden und zwar mit guter, biologisch einwandfreier und nachhaltig erzeugter Nahrung, nicht mit Fastfood-Scheiße nach dem Muster Big Mac und/oder Whopper zum Zwecke der Gewinnmaximierung amerikanischer (und auch nichtamerikanischer anderer) Großkonzerne!
7.000 Millionen Menschen haben ein verdammtes Recht darauf, gekleidet zu werden und zwar nicht in den Müll und die weggeworfenen alten Klamotten exaltierter Disco-Tussis oder Homeboyhosen tragender Möchtegern-HipHopper aus den Großstädten der westlichen Industrie- und Wegwerfgesellschaft, die von Konzernen in Containern gesammelt und dann teuer in die Länder der Dritten Welt weiter verkauft werden!
Es gibt 7 Milliarden Menschen, die ein Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, nicht zu einer Brühe, die man in unseren Breiten nicht einmal in die Kläranlagen einleiten dürfte, weil sie durch eine Gebirgslandschaft aus hunderte Metern hohen Müllbergen geflossen und mit Gift, Bakterien und Viren kontaminiert ist, die dafür verantwortlich sind, dass diejenigen, die auf Grund ihrer Armut dazu gezwungen sind, diese Brühe zu trinken, sich die Seele aus dem ausgemergelten Leib scheissen müssen!
7 Milliarden Menschen, die ein Recht auf eine menschenwürdige Behandlung durch ihre Regierungen haben und auf ebenso menschenwürdige Behausungen und die doch nichts anderes bekommen, als Not, Hass, Gewalt und Elend! Kinder, die elend verrecken, weil ihre Mütter so verhungert sind, dass sie ihnen keine Milch geben können! Kinder, die von skrupellosen Machthabern und Warlords zu Mördern abgerichtet und in sinnlosen Kriegen ebenso sinnlos verheizt werden! Kinder, Männer und Frauen, die unter erbärmlichsten Bedingungen wie Sklaven gehalten und ausgebeutet werden in Bergwerken, Steinbrüchen und Fabriken, die sexuell misshandelt, vergewaltigt, benutzt und zur Prostitution gezwungen werden, weil sie sonst nicht die geringste Chance haben, in dieser Welt zu überleben!
7.000 Millionen Schicksale, deren größter Teil in Verhältnissen leben muss, die für uns hier unvorstellbar sind! Und doch macht man sich hierzulande „Sorgen“ um die Tatsache, dass es „nur“ noch 80 Millionen Deutsche gibt und ihre Zahl weiter abnimmt, (während es gleichzeitig immer mehr Menschen in anderen Teilen der Welt gibt)!
Man hört deutlich aus den Berichten – und dem, was zwischen den Zeilen zu lesen steht für den, der es sehen will – heraus, dass die Deutschen (die aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen so ungeheuer wertvoll für diesen Planeten zu sein scheinen, vielleicht aber auch nur in den verschrumpelten, wertkonservativen Gehirnen hiesiger Politiker) sich vermehren sollten, die übrige Menschheit ihren Paarungstrieb aber gefälligst zu zügeln habe, da nicht alle Menschen in dem gleichen „Wohlstand“ leben könnten, wie wir es hier, in Europa und Amerika (zumindest in dessen nördlichem Teil) zu tun pflegen! Aber ist es überhaupt „Wohlstand“, wenn der einzige Massstab, mit dem man ihn vermeintlich messen kann, die Menge der verbrauchten und weggeworfenen Erzeugnisse ist?
Mit welchem Recht wird eigentlich von anderen Menschen gefordert, dass sie sich nicht vermehren dürften, damit wir unseren „Wohlstand“ sichern können? Sind wir eigentlich noch zu retten, ob solcher Arroganz? Ist das nicht eine ganz besonders perfide Art von Rassismus?
Nicht nur jeder Einzelne ist gefragt, sich selbst zu beschränken und zu lernen, in Bescheidenheit, Demut und auch Dankbarkeit für den „Wohlstand“, den wir als selbstverständlich betrachten zu leben! Und wir sind in der Pflicht, intensiv nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir diese Welt so gestalten können, dass alle Menschen, die dieser Planet beherbergt, in menschenwürdigen Verhältnissen leben können!
Die Zeiten, in denen wir uns das Ziel setzen, den Hunger zu besiegen (womöglich mit Hilfe einer unkontrollierbaren Gentechnik und einer sich selbst völlig überschätzenden Chemieindustrie), oder die Zahl der Hungernden zu halbieren (indem man letztlich an diesem kapitalistischen System nichts verändert und die Hungernden sich selbst überlässt, bis sie sich selbst durch Verhungern halbiert haben), sind vorbei! Wir müssen das System grundlegend ändern, für eine gerechte Verteilung der vorhandenen Lebensmittel sorgen und allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser gewähren! Das gebietet allein die Menschlichkeit, von der es auf dieser Welt und vor allem in diesem kapitalistischen System nicht mehr allzu viel zu geben scheint!
Es ist die Aufgabe von Staaten, nach diesem System zu suchen und zu streben, nicht die Aufgabe von Konzernen und weltweit operierenden Großunternehmen. Deren Aufgabe ist es nämlich Gewinne zu erwirtschaften, um die Gier ihrer Inhaber und Aktionäre zu befriedigen. Es ist nicht ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass alle Menschen gleiche, angemessene Chancen bekommen und sich nach ihren Fähigkeiten zu entwickeln!
Banken sind viel wichtiger als Menschen geworden. Sie sind systemrelevant. Menschen dagegen nicht, davon gibt es genug, vor allem genug Hungerleider!
Die Politik scheint völlig verdrängt und vergessen zu haben, warum es sie gibt und was ihre Aufgaben sind. Es ist nicht primär die Schaffung günstiger Bedingungen für die Wirtschaft und eine Entfesselung der Märkte, oder die Hilfe zur Gewinnmaximierung, bei gleichzeitiger Sicherung eigener, persönlicher Bedürfnisse (früher nannte man das etwas unschön Käuflichkeit). Die Aufgabe der Politik ist die Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschen, die in ihrem Verantwortungsbereich leben (meist leben müssen, weil sie niemand nach ihrer Meinung gefragt hat!). Dazu gehören die Versorgung mit ausreichender und gesunder Nahrung, Zugang zu sauberem Wasser, Schutz der Umwelt, Befriedigung kulturelle Bedürfnisse, die Absicherung im Krankheitsfall, bei Arbeitslosigkeit, die Versorgung im Alter und dergleichen Dinge mehr! Um das zu tun, ist eine stabile und verlässliche Infrastruktur notwendig, nicht das Verschleudern des Gemeineigentums an private Unternehmen zum Zwecke der Gewinnerzielung! Auch kann ein Staat nicht wie ein Unternehmen organisiert und geführt werden, aber das scheinen nur die wenigsten bisher begriffen zu haben! Unternehmen schmeissen unproduktive, für den Profit unwichtige Mitarbeiter raus und erwartet, dass die Gesellschaft deren Versorgung und Alimentierung auf ihre Kosten übernimmt. Staaten können das (eigentlich) nicht machen (uneigentlich tun sie´s aber doch), auch wenn einige sozial-darwinistische und markthörige Politiker dies glauben. Und doch versucht man „unproduktive“ Menschen aus der Alimentation der Gesellschaft hinaus zu drängen und ihnen die Schuld an ihrer Situation in die ausgelatschten Schuhe zu schieben. Dabei klagt man lauthals über die sich öffnende Schere zwischen arm und reich, während man ohne mit der Wimper zu zucken, die Reichen entlastet, den ärmeren (und bedeutend größern) Rest der Bevölkerung aber, der sich vielleicht 20% des Volkseinkommens teilen muss, für alle Kosten dieses Systems haftbar macht!
7.000 Millionen Menschen leben also jetzt auf diesem Planeten, die ein Recht darauf haben, wie wir zu leben…Halleluja, kann ich da nur sagen!

Kongo versinkt im Chaos!

Wieder einmal ist eine UN-Mission kläglich gescheitert und es ist die größte „Friedensmission“ der UN gewesen. Seit den 90er Jahren starben nahezu 5 Millionen Menschen bei Kämpfen im Kongo, einem der rohstoffreichsten Staaten der Erde. Dann kamen die UN-Soldaten und „brachten den Frieden“. Jedenfalls glaubten sie das oder sie erzählten es der Welt, um den Westen dazu zu bringen Millionen Dollar und tausende von Soldaten ins dunkle Herz Afrikas zu schicken!

Was sie dort sollten, wussten die meisten von ihnen selber nicht. Man hatte ihnen wohl ebenfalls gesagt, sie würden den Menschen dort Frieden bringen und vielleicht haben einige das sogar geglaubt. Nun aber zeigt sich überdeutlich, dass sie wohl besser zu Hause geblieben wären. Denn als der General Laurent Nkunda am 28.8.2008 mit seinen marodierenden Tutsi-Horden in das Land nördlich des Kivu-Sees einfiel, trieben sie die Blauhelm-Soldaten wie Kaninchen vor sich her, nebst einigen hunderttausend verzweifelten Flüchtlingen.

Nach einem Pressebericht vom 8.11.2008 hat es bereits Massaker gegeben und es ist mit noch viel mehr Gewalt zu rechnen. By the way, gibt es überhaupt irgendwo auf diesem Planeten eine UN-Mission, die die Erwartungen erfüllt hat? Haben Blauhelm-Soldaten überhaupt schon einmal das getan, wofür sie einst entsandt wurden? Oder ist es nicht vielmehr immer so gewesen, dass die Blauhelme zwar ihre Nasen überall reingesteckt, diese aber beim ersten Gewehrschuss genauso schnell wieder zurück gezogen haben? Das Ganze hat nicht mal einen symbolischen Charakter, wenn Ihr mich fragt!

Auch im Kongo müssen wieder viele Menschen sterben, bevor irgendwann wieder trügerische Totenruhe sich über den Kontinent senkt – bis zum nächsten Krieg. Es ist ein Wahsinn ohne Sinn, ohne Verstand, ein Blutvergießen ohne Ende. Wer heute das Opfer ist, der wird morgen zum Täter und so weiter und so weiter! Und da soll der „Goldene Westen“, der den Egoismus und die Ausbeutung zu den höchsten demokratischen Prinzipien erhoben hat, ein leuchtendes Vorbild in Sachen Menschlichkeit sein? Wie lächerlich!

Übt Solidarität mit den Menschen im Kongo und unterschreibt diese Petition von Avaaz.org. Wenn Ihr sie dann noch an ein paar Freunde weiterleitet, können wir massiven Druck auf die Politik ausüben! Das tut Not!

weiterführende Links:

Das schöne Leben der Klimaschwafler!

Das habe ich mir auch schon gelegentlich gedacht, warum zighundert oder sogar tausende Politiker aus allen Teilen der Erde sich irgendwo in einem anderen, am besten tropischen und mit üppigen First-Class-Hotels ausgestattenten Ferienziel treffen müssen, um über den Klimawandel und was man dagegen tun kann zu schwafeln! Die Netzeitung schreibt in ihrem Artikel „Virtuelles Reden übers Klima“ vom 4.11.2008, dass der Klimagipfel 2007, der bekanntlich auf Bali stattfand, CO2-Emissionen in einem Umfang von ca. 15.000 Tonnen verursacht hat. Nicht schlecht für einen solchen „Betriebsausflug“ zum Schutze des Klimas.

Seit Montag findet nun (vernünftigerweise) die erste  Online-Klimakonferenz statt. Offensichtlich aber ist der Online-Diskussionsbedarf eher gering. Kommentare und Beiträge sind Mangelware. Das deutet wohl darauf hin, dass das eigentliche Ziel der Bali-Konferenz wohl doch eher die sandigen Badestrände waren und nicht die klimatisierten Konferenzräume! Und Online, merkt sowieso keine Sau, ob man wirklich die ganze Zeit vor dem Rechner sitzt, oder seinen Hintern gerade aufs Klo im Raum nebenan gesetzt hat!

Als weiteren negativen Aspekt der Online-Konferenz wird kritisiert, dass NGO nicht in einem angemessenen Rahmen dagegen demonstrieren könnten. Allerdings bezweifle ich, dass diese Konferenzen aus diesem Grunde abgehalten werden. Natürlich ist ein gutes Gespräch in einer Arbeitsgruppe (vermutlich mit anschliessendem gemeinsamem Bordellbesuch in einer fremden Stadt!) durch nichts zu ersetzen! Das Ergebnis wird aber in beiden Fällen ähnlich sein: wenig bis garnichts, hurra!

Das System der Permakultur

Gemeinhin wird Mollison als der Vater der Permakultur bezeichnet. Er war einer der Ersten, der den Gedanken eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur und ihrer Ressourcen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte. Waren anfänglich nur einige wenige „Hippies“ offen für seine Anregungen, so entwickelte sich der Gedanke der Permakultur seit Ende den Neunziger Jahren zu einer immer breiter werdenden Bewegung. Bill Mollison wurde 1928 in Tasmanien/Australien geboren und gilt – zusammen mit David Holmgren – als Vater der Permakultur. Er hat mehrere Bücher geschrieben, in denen er seine Gedanken zu einem respektvollen Umgang mit der Natur darlegt und Vorschläge zur Schaffung sich selbst erhaltender Systeme macht.

1978 gründete er das Institut für Permakultur (Permaculture Institute). Seine Gedanken und Ideen werden in Kursen und Seminaren weiter gegeben.

Mit dem Prinzip der Permakultur sind auch ethische Gedanken verbunden, die auf einem Miteinander und nicht Gegeneinander der Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen, Rassen und Religionen fußen. Permakultur lehrt einen verantwortungsvollen Umgang miteinander und ein grundsätzliches Überdenken und Abwägen der Folgen einer bestimmten Handlung bevor diese in die Tat umgesetzt wird und nicht hinterher! Wir sind unseren Kindern und Enkeln gegenüber verpflichtet zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, zu einem sorgsamen Umgang mit den Ressourcen unserer Mutter Erde, die wir Gaia nennen.

Die Ethik der Permakultur gründet sich auf drei Säulen. Sie bildet die Basis für jedes Projekt, unabhängig vom Ausmass desselben (ich zitiere hier aus dem Artikel Permakultur von Wikipedia):

  1. Achtsamer Umgang mit der Erde (Earthcare) – diese ökologische Komponente zielt auf den behutsamen und vorausschauenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen (Ressourcen), die als ein Geschenk der Erde für alle Lebewesen aufgefasst werden. Um ein Permakultur Design als nachhaltig bezeichnen zu können, sollen die natürlichen Regenerationszyklen (Stoff- und Energiekreisläufe) der lebenserhaltenden Systeme bewusst und langfristig eingeplant werden.

  2. Achtsamer Umgang mit den Menschen (Peoplecare)diese soziale Komponente nimmt insbesondere Rücksicht auf die Selbstbestimmungsrechte aller Menschen. Hier wird das Problem von Freiheit und Verantwortung besonders deutlich. Allen das Recht auf eine frei gestaltbare Nutzung der Lebensgrundlagen zu gewährleisten, erfordert eine Balance zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Bedürfnissen. Hieraus entspringt eine ethische Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. Alle Menschen sollen das gleiche Recht auf Zugang zu den Lebensgrundlagen (Ressourcen) haben.

  3. Selbstbegrenzung (Wachstumsrücknahme) und Überschussverteilung (Limits to consumption and growth, redistribution of surpluses) – Diese ökonomische Komponente leitet sich von der begrenzten Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit unseres Planeten Erde ab. Auch wir Menschen müssen lernen, eine zukunftsfähige Selbstbegrenzung in Bezug auf die Befriedigung unserer Bedürfnisse auszuüben: als Einzelne und als Menschheit gegenüber der Erde (Tiere, Pflanzen, …), sowie als Einzelne und als Gemeinschaft untereinander. Die dritte Komponente steht daher für eine bewusste Umsetzung von Selbstbegrenzung und einer (Rück-)Verteilung der gemeinsam erzielten Überschüsse. Letztere bezieht sich auch auf die adäquate Rückführung in natürliche Kreisläufe. Damit schließt sich der Kreis zu Earthcare und Peoplecare, bzw. überschneiden sich die drei ethischen Aspekte.

An diesen drei ethischen Grundsätzen muss sich jedes Permakulturprojekt messen lassen.

Welche Methoden der Landwirtschaft und des Gartenbaus sind denn nun geeignet, um in der Permakultur Verwendung zu finden? Mit welchen Methoden kann man den Einsatz von Kunstdünger oder Düngemitteln überhaupt vermeiden und wie sich gegen unerwünschten Pflanzenwuchs oder Insekten und andere Tiere behaupten?

  1. Mischkultur:

    Es gibt bekanntermaßen die unterschiedlichsten Nutzpflanzen, die entweder zur Ernährung von Mensch und Tier, oder zur Erzeugung von Rohstoffen genutzt werden können. Obst, Gemüse, Pilze, Getreide, sowie Heil- und Arzneipflanzen. Während einige Arten sich überhaupt nicht miteinander vertragen, d.h. sie stören und behindern sich gegenseitig im Wachsen und Gedeihen und im schlimmsten Fall gehen sie sogar ein. Andere Arten dagegen stören sich überhaupt nicht an anderen Gewächsen in ihrer direkten Nachbarschaft. Wieder andere Pflanzen gedeihen erst dann richtig gut, wenn sie bestimmte Pflanzen in ihrer direkten Nachbarschaft haben. Sie bringen größere und bessere Früchte hervor, als wenn sie allein oder in Monokulturen wachsen.

    Monokulturen sind eines der Grundübel der industriellen Landwirtschaft, fördern sie doch die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingsbefall. Die richtigen Pflanzen in der richtigen Gemeinschaft angebaut, schützen und unterstützen sich gegenseitig. Früher war das allgemein bekannt. Aber mit dem Einzug der industriellen Landwirtschaft, geriet dieses uralte Wissen in Vergessenheit – man hatte ja Kunstdünger und das, was man üblicherweise als Pflanzenschutzmittel bezeichnet.

    Links:

    freeware-kiel.de (hier gibt es eine Software, die bei der Planung einer Misch- oder Zwischenkultur hilft).

  2. Mulchen:

    Bezeichnet eine Methode, zwischen angebauten Pflanzen den Boden mit unverrottetem, organischem Material zu bedecken, um ihn vor Witterungseinflüssen (Austrocknung und Verkrustung des Bodens) und unerwünschtem Pflanzenwuchs zu schützen. Außerdem führt das Verrotten des aufgebrachten Materials zu einer Zuführung von Nährstoffen.

    Zum Mulchen können alle organischen Materialien genutzt werden, wie sie z.B. in der Landwirtschaft oder bei der Gartenarbeit anfallen. In der industriellen Landwirtschaft ist es mittlerweile üblich geworden, mit Plastikfolien zu mulchen. Das widerspricht natürlich dem ursprünglichen Gedanken des Mulchens als einer schützenden Bodenbedeckung, die durch der Verrottungsprozess dem Boden auch noch Nährstoffe zuführt. Unter der Folie wird es sehr heiß und es muss Kunstdünger zugeführt werden, da der Boden sonst seine Fruchtbarkeit verliert. Um Plastikfolien zu produzieren sind Unmengen von Erdöl notwendig, einer endlichen und teuren Ressource, aus deren Abhängigkeit wir uns so schnell wie möglich befreien müssen. Mulchen mit Folien widerspricht daher dem Prinzip der Permakultur.

    Kraut und Rüben (Magazin für biologisches Gärtnern und naturgemäßes Leben)

  1. regional angepasste, alte Tier- und Pflanzenarten:

    Permakultur ist eine sehr regionale Angelegenheit. Jede Region hat ihre eigenen, spezifischen Bedingungen, was die Geographie, das Klima und die Geologie betrifft. Über die Jahrhunderte hinweg haben unzählige Generationen von Bauern Tier- und Pflanzenarten heran gezüchtet, die auf genau diese Bedingungen spezialisiert waren. Das bedeutete, dass sie unempfindlich waren gegen Krankheiten und extreme Witterung, aber trotzdem gute Ernten hervorbrachten. Leider gingen in den vergangenen 50 Jahren sehr viele dieser alten und bewährten Arten verloren, weil sie durch einige wenige, hochgezüchtete, maschinengerechte und neue Arten ersetzt wurden.

Videos bei YouTube (hier habe ich einige Links gesetzt, die sich mit dem Thema Permakultur befassen und eine Fülle von Informationen zum Thema bieten):

Bill Mollison (http://www.tagari.com) über das Permaculture Concept:

Urban Permaculture Strategies:

Wer ist Gaia?…

…diese Frage stellen sich vielleicht einige Leser, die auf diesen Blog stoßen. Nun, ich möchte sie gleich beantworten!
Gaia ist der Name der Göttin der Ede in der griechischen Mythologie. Sie war für die alten Griechen die personifizierte Erde, ihre Mutter, die sie geboren hatte, sie nährte und zu der sie nach ihrem Tode wieder heimgingen.
Später waren Erde und Gaia identisch. In neuerer Zeit gab es Versuche eine Art Gaia-Religion zu schaffen, die sich auf die Thesen des James Lovelock beriefen, der in Gaia, also dem Planeten Erde eine Art Organismus sah, der zwar in gewisser Weise zum Handeln in der Lage ist, dies aber nicht direkt im Kontext menschlichen Verhaltens tut. Das heißt also, tut der Mensch etwas, das der Erde/Gaia Schaden zufügt, reagiert dieser ungeheure Organismus nicht darauf, sondern er leitet bei fortdauernder Schädigung Maßnahmen ein, die letztendlich die Ausmerzung des Störenfriedes zur Folge haben. Andererseits hat es Gaia immer geschafft, den Sauerstoff in ihrer Atmosphäre über einen sehr langen Zeitraum so stabil zu halten, dass es zur Entwicklung intelligenten Lebens kommen konnte.
Freilich wird gerade dies – das es nämlich intelligentes Leben auf der Erde gibt – von einigen Skeptikern angezweifelt. Die verweisen darauf, dass intelligente Wesen eigentlich nicht danach streben sollten, ein Vernichtungspotenzial anzuhäufen, dass ausreicht um unseren Planeten tausende Male zu zerstören. Oder die Lebensgrundlagen der Menschheit im Rahmen der Gewinnmaximierung unwiederbringlich zu zerstören, ohne Rücksicht auf die nach uns folgenden Generationen – unsere Kinder und Enkel!
Es ist also an der Zeit darüber nach zu denken, ob wir unserer Erde, unserer Mutter, der Göttin Gaia den Respekt und die Achtung entgegenbringen, die sie verdient.
Genau dazu soll dieser Blog dienen. Ideen sammeln, Diskussionen anregen und Wege in eine bessere, lebenswerte Zukunft aufzeigen. Es geht nicht nur um die Erde, um Gaia, es geht um uns und darum, wie wir mit dem umgehen, was uns nicht gehört, sondern nur auf Zeit zur Verfügung gestellt bekommen haben. Es darf nicht sein, das unsere Industrie die Ressourcen der Erde verbraucht, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass diese auch unseren Nachkommen gehören. Für diese gilt es Gaia, unsere Heimat zu bewahren, denn sie haben genauso ein Recht auf eine saubere Umwelt, wie wir!