Das Total(e) Gas-Desaster

Mehr als 50 Tage hat es gedauert, bis es dem französischen Energiekonzern Total endlich gelang, das Gasleck auf seiner Nordsee-Bohrinsel „Elgin“ mit Schlamm zu verschließen!

Zuerst hatte man das Leck 4.000 m unter dem Meeresspiegel gesucht und – wen wundert´s? – nicht gefunden, denn es befand sich 25 m über der Wasseroberfläche! Und so tat man zunächst das, was alle großen Konzerne in solchen Fällen zu tun pflegen, man wiegelte ab, redete schön, kurz man log, dass sich die Pipelines bogen. Die Realität sah ein wenig anders aus, denn täglich strömten mindestens 200.000 Kubikmeter giftiges Gas aus.

 Da der wind die Gasschwaden glücklicherweise von der Borhinsel fort trieb und nicht auf sie zu, kam es zu keiner schweren detonation. Denn den hochqualifizierten Ingenieuren gelang es nicht, die brennende Gasfackel auf der Plattform zu löschen. Man wartete also, bis sie von selbst erlosch und hoffte auf den Wettergott!

Während Umweltschützer das augetretene Methangas, das 20 mal klimaschädlicher ist, als Kohlendioxid, als eine Katastrophe für das Klima betrachten, scheinen Flora und Fauna der Nordsee bislang noch nicht nachhaltig geschädigt worden zu sein (das behaupten zumindest die schottischen Umweltbehörden!). Total beklagt in erster Linie Kosten von ca. 300 Millionen Euro, die durch die Gas“panne“ verursacht worden seien!

Dieser Vorgang wirft ein bezeichnendes Licht auf die Machenschaften der Ebergiekonzerne, die auf Teufel komm raus Gas und Öl suchen und fördern, ohne Rücksicht auf Verluste. Die ohnehin nicht besonders scharfen Sicherheits- und Umweltbestimmungen werden lediglich als lästige Behinderungen bei der Erwirtschaftung von Profiten betrachtet und umgangen, wo es nur eben geht! Kontrollen finden wohl auch nur sporadisch statt.

Man wagt sich stets weiter vor und immer wieder auch über die Grenzen des Machbaren und Kontrollierbaren hinaus, in der vagen Hoffnung, es würde schon nichts passieren. Und wenn doch, dann kann man sich darauf verlassen, dass die betroffenen Staaten schon irgendwie helfend eingreifen, aus lauter Angst, die Lebensgrundlagen der Bevölkerung könnten ruiniert werden! Manchmal merkt es ja auch keiner, wenn so etwas geschieht, oder man merkt es viel zu spät. Oft will es auch niemand wissen, wie bei der Ölsuche in Afrika, wo man protestierende Anwohner einfach erschießen kann, ohne dass sich jemand groß darüber aufregt. Oder wo einfach nur ein paar tausend Quadratkilometer Mangrovenwald verseucht werden und absterben. Kein Hahn kräht danach, wenn ein paar hundert oder tausend Schwarze wegen verseuchtem und versifftem Grundwasser erkranken, oder vergiftete Fische aus den Lagunen ziehen. Das ist alles so weit weg und es ist ganz einfach, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen, anstatt zu handeln!

Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen mahnen den Schutz der Meere und der Umwelt schon seit langem immer wieder an und weisen auf das verbrecherische Verhalten der Konzerne bei der Suche nach fossilen Energieträgern hin! Aber niemanden scheint es zu interessieren, dass die Meere eine wichtige Quelle für die Ernährung der Menschheit sind, die sowieso unter der Rücksichtslosigkeit profitorientierter Ausbeuter und der Überfischung zu leiden haben und zu allem Überfluss auch noch als billige Müllkippe für verantwortungslose Konzerne und Staaten missbraucht werden. Vielerorts fließen auch noch die Abwässer und Fäkalien menschlicher Ansiedlungen und ganzer Städte unbehandelt und ungefiltert ins Meer.

Schiffe entledigen sich ihres Mülls und Altöls, Tanker verklappen Säuren und Gifte im Wasser und auch sonst wird ins Meer gekippt, was man an Land schon lange als gefährlich erkannt und verboten hat. Und in den Meeresgebieten, die noch halbwegs intakt sind, ziehen gigantische Kreuzfahrtschiffe ihre Kreise, schippern abertausende sensationsgeiler Passagiere durch die Gegend und verpesten die Luft mit ungeheuren Mengen an Kohlendioxid und Schwefel, die ihre, mit billigstem Fuselöl betriebenen Maschinen, ausstoßen und wühlen mit ihren riesigen Schiffsschrauben den Untergrund auf! Hauptsache, man ist beim Whalewatching dabei gewesen, oder zwischen den Eisbergen der Antarktis herumkutschiert worden…da kann man zuhause was erzählen und sich seines ökologischen Bewusstseins rühmen…

 

weiterführende Links:

 

Wer glaubt da noch an Zufall?

Das Eis der Arktis schmilzt so rasant dahin, wie die sprichwörtliche Butter in der Sonne, so schnell, dass man praktisch dabei zuschauen kann. Darauf weist der Artikel hin, den ich bei Spiegel-Online unter dem Titel: „Rasante Erwärmung: Arktisklima könnte unwiderruflich gekippt sein“ gefunden habe.

Da mutet die wachsweiche Haltung gegenüber dem Krisengewimmer der Automobilindustrie geradezu lächerlich an. Aber da die Politik bekanntlich nix über´s Knie bricht weil sie dazu auf Grund der ewigen Diskutiererei gar nicht in der Lage ist (hier tut die monetengeschwängerte Lobbyarbeit der Großkonzerne ihr – für die Industrie – segensreiches Werk). Man ist sich aus den genannten Gründen weder eins, noch überhaupt grün und kann sich darob nur zu halbgaren Kompromissen durchringen, die vor allem eines tun: niemandem weh! (Der Umwelt vielleicht, oder den vom Klimawandel betroffenen Menschen, aber wen interessiert das schon? Ein paar Ökospinner, so wie ich einer bin. Die Industrie jedenfalls nicht!)

Was bleibt uns zu tun? Auch wenn in der Arktis offenbar schon der „point of no return“ erreicht worden ist, d.h. jede Änderung in den Wirtschaftkreisläufen, die zu Gunsten der Umwelt, des Klimas und der Natur ergriffen werden, können die bereits geschehenen Veränderungen nicht mehr rückgängig machen. Aber dennoch müssen sie stattfinden, denn sonst geht der ganze Planet und die gesamte Menschheit vor die Hunde – auch diejenigen, die heute noch der Industrie und denKonzernen das Wort reden. Denn wenn unsere Mutter Erde sich gegen ihre Vernichtung zu wehren beginnt und Anzeichen dafür gibt es bereits zur Genüge, dann sind auch diese Idioten betroffen. Und darum müssen wir nicht nur Maßnahmen ergreifen, um die Umwelt, Flora und Fauna zu schützen, sondern auch die Menschen vor sich selbst und vor ihrer Dummheit. Ich möchte nicht in einer Welt leben, ihn der Krieg um die letzten Wasserreserven geführt und Menschen wegen Ölquellen entrechtet und ermordet werden!

Gaia ist der wertvollste Besitz der Menschheit. Die Zeit, uns einen neuen Planeten zu suchen, auf den wir bei Bedarf umsiedeln könnten, reicht nicht aus. Außerdem würden wir diesen genauso zum Raub der Konzerne werden lassen, wie wir es mit unserer Mutter Erde bereits getan haben. Wenn dieser verantwortungslose Weg der Zerstörung, der Vernichtung, der Vergewaltigung, der American Way of Life, das einzige ist, wonach die Menschen streben, dann knipsen wir uns bald selber das Licht aus. Das es jedoch auch anders geht, beweisen unsere Wissenschaftler jedne Tag auf´s neue. Unsere Zukunft liegt in den regenerativen Energien wie Sonne, Wind und Wasser und Erdwärme. Einen Überblick über das, was derzeit technisch möglich und machbar ist, findet Ihr auf dem engerynet-Blog (sehr aufschlußreich mit vielen interessanten Artikeln). Es zeigt auf jeden Fall eines – wir brauchen keine Atomkraftwerke, wir brauchen auch keine neuen Braunkohlekraftwerke! Wir brauchen Ideen und den Mut zu einem Energie-Neuanfang! Dazu sind unsere Politiker aber nicht in der Lage, weil viel zu „beschäftigt“ vor allem mit sich selbst und dem Versuch, ihre Verbindungen zur Industrie vor ihren Wählern zu verschleiern und geheim zu halten. Denn wie gesagt, ich habe schon früher in dem ein oder anderen Artikel in diesem Blog darauf hingewiesen – der eigene Arsch ist einem Politiker immer am nächsten! Un d den will er nach Abschluß seiner politischen Karriere wenn irgend möglich auf einem weichen, ledernen Fauteuil, in einem warmen Büro, standesgemäß platt drücken!

Darum gibt es für uns nur eines zu tun. wir müssen die Politiker in ihre breiten Hintern treten und das mit möglichst spitzem Schuhwerk. Nur so bringen wir sie dazu, sich zu bewegen – in die Richtung die wir wollen!