Permakultur als Lebensprinzip – Teil2

Wer sagt eigentlich, ausser den Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftlern, dass die Welt zum Spielball von Konzernen werden muss? Wieso ist eine Wirtschaft nur dann erfolgreich, wenn sie immer weiter wächst, obwohl jedermann weiss, oder wissen könnte, dass ein endloses Wachstum aus den bekannten Gründen garnicht möglich ist? Trotzdem sind Konzerne immer nur „profitabel“, wenn sie wachsen. Geht das nicht auf Grund von Marketing, oder anderer Massnahmen, dann werden die Konkurrenten aufgekauft, um deren Kinden übernehmen zu können. Sie wachsen und dehnen sich immer mehr aus und gehen zu Grunde. Dann treten andere Konzerne auf und machen genau die gleichen Fehler, weil niemand bereit ist aus den gemachten Fehlern zu lernen. An den Unis wird immer noch die Mähr vom grenzenlosen Wirtschaftswachstum, von Marketing und Marktdurchdringung gelehrt, weil man immer noch nicht begriffen zu haben scheint, dass es eine Ökonomie nach dem Wachstumswahn geben muss.

Doch wo sollen die Ideen herkommen, wenn jeder Konzern nur auf Expansion bedacht ist? Will man wirklich einfach die komplette Wirtschaft an die Wand fahren, wenn man völlig überraschend und vor allem urplötzlich fest stellt, dass es kein Öl mehr gibt? Wieso wird immer noch globalisiert auf Teufel komm raus, obwohl man längst erkannte, dass dies die Welt in den Abgrund führt? Die einzigen Gewinner dabei sind die multinationalen Konzerne, die sowohl die Ressourcen als ihr Privateigentum betrachten, als auch die Ressource Mensch als eine beliebig manipulierbare Masse betrachten, die nur dadurch eine Existenzberechtigung hat, weil sie als Arbeitskräfte benötigt werden, oder auch nicht und darum nach belieben geheuert und gefeuert werden können!

Natürlich gehen heute noch alle davon aus, dass Konzerne notwendig sind, um alle möglichen Güter in großen Mengen zu produzieren und sie den Verbrauchern billig zu verkaufen. Schließlich hat man es so gelernt und man ist es so gewohnt. Die Konzerne erzeugen Waren, die sie „billig“ verkaufen, ohne für die Folgen ihrer Produktion und der Produkte selbst verantwortlich zu sein. D. h. die Konzerne stecken den Kaufpreis ein, ziehen den Aufwand für die Rohstoffe und die Arbeitslöhne ab und verteilen den Gewinn an das Management und die Aktionäre. Der Verbraucher freut sich über ein vermeintliches Schnäppchen und wenn es irgendwann (eher früher als später, denn ein dauerhaftes Produkt kann nicht im Sinne der Konzerne sein, wenn sie – wie wir nun wissen – auf ständig steigende Verkaufszahlen angewiesen sind) kaputt geht, oder einfach nur aus der Mode kommt, fliegt es auf den Müll. Ob es hier nun verrottet, oder – weil es aus Plastik hergestellt ist – die Umwelt schädigt und, von Tieren verschlungen, für ein qualvolles Sterben verantwortlich ist, interessiert niemanden mehr. Am allerwenigsten die Manager des Konzerns, aus dessen Fabrikationshallen es stammte. Wenn´s erst mal verkauft ist, liegt auch die Verantwortung für die Auswirkungen auf die Umwelt und Flora und Fauna nicht mehr beim Konzern. Jedenfalls nach Ansicht der Konzerne! Das Ergebnis kann man schon seit einigen Jahren und Jahrzehnten immer deutlicher überall sehen. Gigantische, immer weiter wachsende Mülldeponien, die das Grundwasser gefährden (die irrsinnig teuren Maßnahmen, die notwendig sind, um eine solche Deponie abzudichten und zu verhindern, dass die austretenden Gifte ins Grundwasser gelangen, tragen nicht die Konzerne, die diese Produkte erzeugt haben. Die Kosten trägt der Steuerzahler, ganz egal, ob er die Produkte gekauft und/oder benutzt hat). Die Konzerne liefern auch Gifte, Dünger, Insektizide, Pestizide, Herbizide und Fungizide, damit die industrielle Landwirtschaft die Saaten auf den Äckern damit behandeln kann, die diese eigentlich nicht in dem Maße bräuchten, wenn nicht das Saatgut auch von den Konzernen käme (weil man die Äcker und Felder ohne Gnade und ohne Sinn und Verstand mit Chemiekalien besprüht, gelangen diese Gifte natürlich auch in die Umwelt, in das Grundwasser und in die Luft und gefährden Mensch, Natur und Tier).

Aber weil das noch nicht alles ist, ist ein enormer Einsatz an Energie und schweren Maschinen notwendig, denn ohne diesen Einsatz gedeihen die Einheitssorten auf den Äckern nicht mehr. Darum streben die Konzerne auch nach der Patentierung von Saatgut und Lebewesen (noch sind es heute nur Nutztiere wie Schweine, Rinder und Schafe, aber bald vielleicht schon Menschen?), denn so können sie die Kontrolle über die Menschen ausüben und die Regierungen unter Druck setzen. Alles um des schnöden Mammons willen! Also werden die Ölquellen ausgebeutet, Länder und Völker unterdrückt, erpresst und missbraucht. Die Energiekonzerne streichen märchenhafte Gewinne ein und versuchen die Entwicklung alternative Energieträger zu behindern. Während so weiterhin CO2 in die Luft gepumpt wird, weil man an der Verbrennung fossiler Energieträger in großen, zentralen Kraftwerken als einzige Möglichkeit der Energiegewinnung betrachtet, geht unser Klima vor die Hunde, vertrockenen ganze Staaten und saufen Inselgruppen und Küstengebiete unter dem steigenden Meeresspiegel ab!

Das sind nur ein paar Beispiele dessen, was der Kapitalismus, die Ökonomie und die Konzerne für diese Welt und die Menschheit bedeuten, was sie für Folgen haben, die wir heute zu beherrschen versuchen, während die Verursacher weder für die Folgen herangezogen werden (jedenfalls nicht in einem angemessenen Rahmen), noch jemand sie daran zu hindern vermag, unserer Welt durch ihre Gier vollends den Rest zu geben!

Welchen Lösungsansatz findet hier das Prinzip der Permakultur? Nun, es ist eigentlich relativ einfach und nennt sich „Selbstbegrenzung“! Allerdings ist dies kein Ding, das bei den heute ide Märkte beherrschenden Großkonzernen auf offene Ohren stösst. Denn Selbstbegrenzung bedeutet, auf ständiges Wachstum bewusst zu verzichten und Bescheidenheit an den Tag zu legen. Dies kann aber nur funktionieren, wenn man den Konzernen Fesseln anlegt, die sie daran hindern, ausschließlich zu ihrem eigenen Wohl zu wirtschaften. Diese Fesseln muss der Staat den Konzernen auferlegen, was allerdings nicht zu erwarten ist. Denn Politik und Wirtschaft sind mittlerweile derart miteinander verquickt, dass unabhängige Entscheidungen von der Politik zu Gunsten der Bürger nicht zu erwarten sind!

Man sieht überdeutlich, dass es enormen Drucks von Seiten der Bürger bedarf, um die Politik zu einem Handeln zu zwingen, dass auf die Bedürfnisse der Umwelt und der Menschen eingeht und nicht ausschließlich auf die Bedürfnisse wirtschaftlicher Interessengruppen.

Ein erster schritt wäre die Einführung von Kreislaufsystemen in der Wirtschaft und ihren Produktionsprozessen, die darauf angelegt sind, die Ressourcen zu schonen und bereits verbrauchte Ressourcen durch Recycling wieder zurück zu gewinnen und zwar zu 100%. Gleichzeitig ist es notwendig, die Produktionsprozesse so zu gestalten, dass es keine Belastungen der Umwelt gibt! Wenn solche Maßnahmen von Seiten des Gesetzgebers drohen, reagiert die Wirtschaft in aller Regel sehr schnell mit einer „freiwilligen Selbstverpflichtung“ (was nichts anderes ist als ein Versuch, gesetzliche Vorgaben von vornherein zu verhindern und sich dann nicht an die eigenen „freiwilligen Selbstverpflichtungen“ zu halten!) bei der Hand.

Wir als Verbraucher können den Konzernen dadurch Schaden zufügen, indem wir nicht bei ihnen kaufen. Gehen wir, statt in den Supermarkt, zum Biobauern in der Nähe und decken uns mit Lebensmitteln ein, von denen wir wissen, dass sie nicht mit Gentechnik belastet sind. Weigern wir uns, zu McDoof oder zu WürgerKing zu gehen und dort Hamburger zu verschlingen, die von Rindern stammen, welche auf Weiden gehalten werden, die man durch Brandrodung des Regenwaldes gewonnen hat! Fahren wir kleine Autos, wenn es schon sein muss. Wer als technische Verlängerung seines Penis einen Porsche Cayenne S/Turbo zur Bäckerei oder zum Zigarettenautomaten dreschen muss, ist ein armes Würstchen. Aber nur um die schwindende Potenz zu kompensieren, gibt es sicher auch noch andere Möglichkeiten, als 30 Liter Super plus auf 100 Kilometer zu verheizen!

Wir müssen umdenken und wir müssen unsere Meinung kund tun. Wir müssen dort einkaufen, wo wir sicher sein können, dass die Produkte, die wir erwerben und verzehren, ökologisch verträglich erzeugt werden. Qualität hat ihren Preis, eine saubere Natur und eine gesunde Umwelt nicht – sie sind unbezahlbar! Wir müssen aufhören diesen ganzen verdammten Plastikmist zu kaufen, der überall angeboten wird. Die Krönung sind die Plastikflaschen, in denen Getränke verkauft werden und auf die man Pfand erhebt, um sie einer „Wiederverwertung“ zuzuführen. Diese Wiederverwertung erschöpft sich dann in einem Einschmelzen der Plastikflaschen und ihrer Beimischung bei der Herstellung irgendwelcher minderwertiger Produkte. Wir müssen die Politik unter Druck setzen, bis sie nicht mehr anders können, als den Willen des Volkes zu erfüllen!

Niemand hat das Recht, die Ressourcen der Erde zu plündern und dafür die Gewinne einzustecken, aber beim Schutz unserer Lebensgrundlagen die Kosten für sein Handeln der Allgemeinheit aufzubürden. Gewinne privatisieren und Verluste und Kosten sozialisieren, dass ist nicht im Sinne einer gerechten Gesellschaftsordnung. Das ist Unrecht, das wir nicht hinnehmen dürfen! Wir müssen uns dieser Konsumgesellschaft verweigern!

Jeder kann dazu beitragen, indem er sich bei allem, was er tut, oder kauft, überlegt, ob und in wieweit das ökologisch sinnvoll ist. Jeder muss sich Gedanken darüber machen, wie wir unsere Umwelt erhalten können. Denn jeder von uns trägt durch sein persönliches Verhalten auch eine persönliche Verantwortung für den Einfluss, den er auf seine Umwelt und auf die Natur ausübt!

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Permakultur als Weg des Widerstands – The Beginning!

Zugegeben, die Überschrift mag irritieren, denn für gewöhnlich sind die Anhänger der Permakultur-Bewegung in der Mehrzahl durchaus friedensbewegte Menschen und jeglicher Art von Gewalt stehen sie ablehnend gegenüber. Aber Widerstand muss nicht zwangsläufig mit Gewalt verbunden sein. Man kann seinen Widerstand gegen das bestehende System auch dadurch zum Ausdruck bringen, dass man sich ihm entzieht! Nach einigen Diskussionen, die ich in meinem Social Network führte, habe ich mich davon überzeugen lassen, dass der Ausbruch aus diesem System, dass uns dazu zwingt durch ständig steigenden Verbrauch die Konzerne zu alimentieren und damit genau das zu unterstützen, was einem eigentlich zutiefst zuwider ist – Raubbau, industrielle Landwirtschaft, Massentierhaltung, Energieverschwendung, Umweltzerstörung und den menschengemachten Klimawandel, möglich ist und zwar durch Verweigerung!

Es ist sicher nicht der Sinn des Lebens, nach Geld und Macht zu streben, nach Konsum und Luxus, auch wenn uns die Werbung dies täglich einzutrichtern versucht. Es kann auch nicht der Sinn sein, mehr zu besitzen, als man zum Überleben, ja für ein recht sorgloses Leben braucht, während andere Menschen, an anderen Orten dieser Welt, nicht einmal das lebensnotwendige besitzen und Hunger leiden müssen. Freilich ist es bequem, wenn man konsumieren will, seinen Geldbeutel einzustecken, oder seine Kreditkarte und im nächsten Shoppingtempel seinen Bedarf zu decken. Oder das, was man dafür hält. Die Industrie hat e mittlerweile geschafft, die Menschen in den westlichen Industrieländern soweit von der Produktion von Nahrungsmitteln und Kleidung abzukoppeln, dass diese die bestehenden Zusammenhänge gar nicht mehr sehen können. Fragt man heute Kinder, wo die Milch herkommt, die sie morgens in ihre Kornflakes schütten, kann man sicher sein, dass einen die Antwort vermutlich doch ein wenig überraschen dürfte, wenn sie lautet:“Vom Aldi!“ Dass für die Gewinnung von Milch (wenn sie die überhaupt im Rahmen ihrer Ernährung erhalten) ursächlich auch Kühe benötigt werden, die ihr beschissenes und qualvolles Leben nicht auf frischer grüner Au fristen dürfen, sondern in Massentierhaltung unter Einsatz von Tiermehl und Medikamenten, ist den wenigsten bekannt und interessiert auch nicht!

Es ist bekannt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien, besonders wenn deren Eltern auf den Bezug von Hartz IV angewiesen sind, nicht besonders ausgewogen ernährt werden. Das liegt zum einen an der Höhe der Zahlungen, zum anderen wohl auch an der Unkenntnis oder Ignoranz der Betroffenen. Wer in den Städten und Ballungszentren unseres Landes aufwächst, hat durchaus Probleme, in seiner Jugend mal eine Kuh, eine Ziege oder gar ein Schaf mit eigenen Augen zu sehen. Das ist aber auch kein Wunder, gibt es doch in unseren Städten nirgendwo die Möglichkeit solche Tiere in einer halbwegs intakten Umgebung zu erleben und das Geld für eine Eintrittskarte in den städtischen Zoo ist oftmals auch nicht vorhanden. Also glauben die Menschen, sie seien auf die Produkte der Nahrungsmittelkonzerne angewiesen, weil sie ja nicht in der Lage sind, ihre Nahrung selbst zu erzeugen. Aber das ist nicht ganz richtig. Natürlich kann man etwas tun. Man muss es nur wollen. Und man muss die Politik dazu zwingen, ebenfalls etwas zu tun. Aber bevor man von anderen verlangt, sie sollen ihr Verhalten ändern und sich mehr den Bedürfnissen der Menschen und weniger den Wünschen der Konzerne widmen, sollte man mit gutem Beispiel voran gehen und selbst aktiv werden. Aber wie?

Der erste und wichtigste Punkt ist – Widerstand! Widerstand gegen die Ausbeutung der Menschen und noch mehr Widerstand gegen die Ausbeutung von Tieren. Die einzigen Tiere, die sich in unseren Städten sauwohl fühlen und sich dem entsprechend vermehren, sind Ratten. Und die werden mittlerweile so groß wie Kaninchen. Aber sind wir Menschen diesem Ungeziefer ählich? Nein, sind wir nicht! Aber trotzdem teilen wir uns mit diesen Viechern den Lebensraum und sie leben von dem, was wir auf die Straße werfen oder im Müll entsorgen. Und das ist eine ganze Menge. Man schmeisst sogar brauchbare Lebensmittel in den Müll, anstatt sie bedürftigen Menschen kostenlos zu überlassen. Holt man sich Lebensmittel aus dem Müll (sogenanntes Diving, Mülltauchen oder Containern) macht man sich sogar strafbar! Denn in unserer Gesellschaft ist Müll zu „wertvoll“, als dass man ihn hungernden Menschen überlassen würde!

Was also tun? Die Situation ist ziemlich verfahren. Die Politiker kümmern sich nur dann um „ihre“ Wähler, wenn mal wieder ein Wahltermin heran rückt. Dann plötzlich interessiert man sich für die Sorgen und Nöte der einfachen Menchen, nur um sie nach der Wahl möglichst rasch wieder zu vergessen. Dann sind plötzlich wieder andere Prioritäten von Belang – die Interessen der Wirtschaft z. B. ja und auch der eigene Arsch, den man nach der Wahl gern im Trockenen geparkt wissen möchte, falls mal schlechte Zeiten kommen! Das ganze nennt man dann Sachzwänge, denen man sich unter zu ordnen habe und die leider verhindern, dass man das tut, was man vor der Wahl den Bürgen hoch und heilig versprochen hat.  Bei jeder Wahl läuft das nach dem selben Muster ab und trotzdem lassen sich die Menschen immer wieder auf´s Neue von den selben Leuten verarschen!

Wie können wir diesem System zeigen, was wir von ihm halten? Wie können wir unsere eigenen Lebenssituation verbessern und unserem Leben einen echten Sinn geben? Alkohol? Drogen? Nein, die Lösung ist viel einfacher und vor allem gesünder für Euch und Eure Kinder – entzieht Euch dem Wirtschaftssytem, werdet autark innerhalb Eurer Regionen und lasst die Konzerne an ihren Massenprodukten zu Grunde gehen!

Die Lösung heisst Permakultur, permanente Agrikultur! Baut Eure Lebensmittel und alles, was ihr braucht selber an, lasst die Natur für Euch arbeiten und führt ein Leben, auf das Ihr stolz sein könnt! Öffnet Euch neuen Ideen, mit deren Hilfe Ihr in der Lage sein werdet, Euch und Eure Familien selbst zu versorgen. Geht das Wirtschaftssystem ein, weil keiner mehr kauft, dann wird sich auch die Politik ändern, ändern müssen! Ihr seid diejenigen, die Macht ausüben können. Boykotiert die Unternehmen, die Arbeitsplätze abbauen, die Mitarbeiter rausschmeissen und die die Ressourcen plündern und die Umwelt verschmutzen! Bewegt Euch und macht was. Schliesst euch zu Kooperativen zusammen oder gründet Vereine, die sich die Prinzipien der Permakultur auf die Fahnen geschrieben haben! Bildet Euch weiter, fragt diejenigen um Rat, die schon nach diesen Prinzipien arbeiten und dann legt los. Pachtet Grundstücke nahe der Städte und bearbeitet diese. Zeigt, was Ihr davon haltet, dass die Städte zur Beute von Immobilienspekulanten werden und bekämpft die Betonwüsten mit Guerilla Gardening. Werft SeedBombs auf jedes freie Fleckchen Erde innerhalb Eurer Städte und verschreibt Euch den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und der Kreislaufwirtschaft! Macht euch unabhängig vom Preisdiktat der Konzerne und von Lebensmitteln, die mehr Konservierungsstoffe und Chemikalien enthalten, als Nährstoffe. Meidet industrielle erzeugte Lebensmittel, die Euch und Eure Kinder krank machen. Macht selber was!

Engagiert Euch für regionale Währungen, schliesst Euch Tauschringen an. Überall da, wo Ihr auf gleichgesinnte Menschen trefft, solltet Ihr Euch zusammen schliessen und danach streben, Euer Leben in Autarkie zu führen, unabhängig von dem Gefasel der Politik und unabhängig von der Massenproduktion der Konzerne! Do-it-yourself heisst die Devise. Und alles was ihr selbst macht, herstellt, produziert, ist ein Schlag ins Gesicht der Politik und der Wirtschaft. Denn daran haben diese Geier keinen Anteil, weder in Form von Profit und Handelsspannen, noch in Gestalt von Steuern und anderen Zwangsabgaben. Enthaltet dem Staat die Mehrwertsteuer vor, indem Ihr das, was Ihr braucht, so gut als möglich selber herstellt. Warum kauft Ihr Obst und Gemüse im Supermarkt? Ihr könnt einfach Apfelbäumchen wachsen lassen (regional angepasste Sorten), oder Birnenbäume. Ihr könnt Bohnen aussäen und Rettich, es gibt so viele Gemüse, die sich praktisch selbst aussäen und man braucht sie nur zu ernten, wenn sie reif sind! Sie schmecken in aller Regel wesentlich besser, als die Einheitssorten aus dem Supermarkt und doch geht ihr immer wieder dort hin und kauft das Zeug. Ihr flucht und schimpft gegen gentechnisch veränderte Organismen und doch kauft Ihr Produkte, von denen Ihr keinen blassen Schimmer habt, wo die herkommen und ob die nun frei von Gentechnik sind oder nicht! Wer sich keinen Garten leisten kann und auch sonst keinen reichen Onkel hat, der ihm ein paar kleine Äcker hinterlassen könnte, der soll sich mit anderen Menschen zusammen tun und Flächen pachten. Macht aus den Landschaften rund um Eure Städte ein Paradies, ein Schlaraffenland!

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Die Büchse der Pandora!

Wer sich schon einmal, vielleicht auch nur zwangsweise in der Schule, mit griechischer Mythologie beschäftigten musste, hat schon von ihr gehört – der Büchse der Pandora! Für alle, die dieses Teil nicht kennen, oder denen die griechische Mythologie sonstwo vorbei geht, hab ich den Wikipedia-Link eingefügt, damit sie sich mal kurz informieren können. Aber was soll das Ganze, werdet Ihr Euch fragen und ich will Euch natürlich nicht allzu lange auf die Antwort warten lassen.

Seit kurzem warnt das Umweltbundesamt vor Produkten, die Nano-Partikel enthalten, weil man offensichtlich völlig unerwarteterweise gemerkt hat, dass diese Nano-Partikel in der Lage sind, die natürlichen Barrieren im Körper zu überwinden, z. B. die Blut-Hirn-Schranke! Und weil man nicht weiss, was diese winzig kleinen Partikel im Körper, aber auch in der Umwelt anrichten, warnt man nun die Verbraucher vor deren Nutzung.  Fakt ist, etwa 800 Unternehmen in Deutschland verarbeiten bereits Nano-Partikel und in etwa 600 Produkten, beispielsweise Nahrungsmittel, Kosmetika, aber auch in Kleidungsstücken, sind Nano-Partikel enthalten. Das Problem jedoch ist – es gibt keinerlei Kennzeichnungspflicht für Nano-Zusätze in Produkten jedweder Art! Keine Sau hat sich bisher dafür interessiert. Warnende Stimmen werden noch stets als Panikmache herabgewürdigt, Kritiker als fortschrittsfeindlich diffamiert! Die Industrie nimmt für sich das Recht in Anspruch alles aus zu probieren, wenn es nur dem Profit dient. Von Technikfolgenabschätzung vor der Nutzung neuer Technologien und ihren Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt, keine Spur. Was man nicht weiss (oder nicht wissen will!), macht einen nicht heiss, wie es scheint!

So steht der Verbraucher nun vor dem Dilemma, wie er sich vor etwas schützen soll, wenn es keine Kennzeichnungspflicht gibt, er also beim besten Willen nicht feststellen kann, was in den von ihm erworbenen Produkten eigentlich enthalten ist? Man ist ja von Staats wegen noch nicht mal in der Lage die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel durchzusetzen! Es bleibt ein schlechter Nachgeschmack bei der ganzen Geschichte. Die meisten Menschen haben bei neuer Technologie, die so verantwortungslos eingesetzt und verbreitet wird, ein sehr flaues Gefühl in der Magengrube. Ob Atomkraft, die der Mensch niemals sicher wird beherrschen können, Gentechnik, die die Konzerne für harmlos und segenbringend (jedenfalls für ihre Kassen) halten, oder eben die Nanotechnologie, kaum einer weiss bei der Einführung, welche Folgen dies haben wird. Trotzdem werden sie eingeführt nach dem Motto…

…solang es nicht verboten ist, ist es erlaubt und wenn wir nicht über die Folgen nachdenken, brauchen wir die Verantwortung für unser Handeln nicht zu tragen!

Der Staat ist gefragt, solche Experimente am Kunden  (quasi Menschenversuche am lebenden Objekt) von vorne herein zu unterbinden, indem die Einführung neuer Technologien erst dann erlaubt wird, wenn klar ist, welche Folgen die Nutzung für Mensch, Tier und Umwelt haben können! Und wenn diese Folgen auch beherrschbar sind! Aber der Staat hat wichtigeres zu tun, als sich um die Sicherheit und den Schutz seiner Bürger zu kümmern. Seine vordringlichste Aufgabe scheint es zu sein, den Konzernen bei ihrem Treiben nicht im Wege zu stehen und ihnen in voraus eilendem Gehorsam alle möglichen Probleme und lästige Einwände kleinkarierter Verbraucher vom Halse zu schaffen. Aber so  ist das nun mal! Die Büchse der Pandora ist geöffnet worden. Schließen kann man sie nicht mehr, also wird – ausser dem Aufruf des Umweltbundesamtes – vermutlich nicht viel mehr passieren. Wer sich mit Sonnencreme einreibt, die Nano-Partikel enthält, braucht sich hinterher nicht beklagen, wenn er an Krebs erkrankt, oder was auch immer. Schließlich hätte man ja darauf achten können, was in der Sonnencreme enthalten ist. Wie? Keine Ahnung, aber wen interessiert das schon?

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Die stille Invasion!

In einem Artikel auf n-tv vom 13.7.2009 (WWF: Gefahr für heimische Arten: Einwanderer setzen sich durch) wird einmal mehr auf die Bedrohung einheimischer Tierarten durch Invasoren aus fremden Gefilden aufmerksam gemacht. Dieser Bedrohung hat man den Namen „stille Invasion“ gegeben, da sie lautlos, aber nichts desto weniger tödlich für viele einheimische Arten verläuft. In den Ballastwassertanks großer Ozeanriesen überqueren unzählige Lebewesen die Meere und werden am Zielort der Schiffe mit dem abgepumpten Ballastwasser in die Freiheit entlassen. Hier treffen diese fremden Wesen auf einheimische Arten, die nicht im geringsten auf diese Eindringlinge vorbereitet sind und sich darum auch meist nicht zur Wehr setzen können. Ein Beispiel dafür ist die chinesische Wollhandkrabbe, die in Konkurrenz zu einheimischen Fischarten trat und durch ihre ungehemmte Ausbreitung (sie hat so gut wie keine natürlichen Feinde) die Flora und Fauna fließender Gewässer bedroht. Aber sie ist bei weitem nicht die einzige Art, die im Rahmen einer groß angelegten, selbstverständlich vom Menschen zu verantwortende biologische Invasion fremde Lebensräume erobert.

Da sich diese Invasion unter Wasser abspielt, entgeht sie meist dem Auge des aufmerksamen Beobachters. Ganz im Gegensatz zu der nicht minder erfolgreichen Pflanzeninvasion sogenannter Neophyten. Die meisten kennen z. B. die mächtige Herkulesstaude oder Riesenbärenklau, deren gefährliches Gift die menschliche Haut verätzen und gegen Sonnenlicht extrem empfindlich macht. Schwerste Verbrennungen sind die Folge, die sehr langsam heilen und gräßliche Narben hinterlassen. Oder das indische Springkraut, dass immer mehr Flussufer überwuchert und alle anderen einheimischen Pflanzen verdrängt. Dazu kommt, das dieser Eindringling den Boden durch sein Wurzelwerk lockert, was bei hohem Wasserstand zu einer enormen Erosion führt.

Der WWF und andere Umweltschutzorganisationen weisen seit längerer Zeit auf dieses Problem der Verschleppung fremder Arten hin. Technische Möglichkeiten dies zu verhindern, sind entwickelt worden und einsatzbereit. Allerdings fehlt sowohl der politische Willen, als auch die Möglichkeit die Reedereien zum Handeln zu zwingen, die ihre Schiffe unter Billigflaggen fahren lassen. Aber es wäre absolut ausreichend, solchen Schiffen die Einfahrt in die Gewässer der Europäischen Union zu untersagen, die nicht mit Anlagen ausgerüstet sind, die beim Ablassen des Ballastwasser die darin befindlichen Lebewesen zu töten. Aber wir ahnen alle, dass hier mal wieder andere, pekuniäre Interessen vorrangig sind. Sonst wäre eine Lösung dieses Problems bereits ernsthaft angegangen worden.

Betrachten wir diese Invasionen einmal als einen Hinweis darauf was passiert, wenn Tier- und Pflanzenarten in eine Umgebung gelangen, in der sie von Natur aus nicht hingehören, so müssten wir eigentlich sofort hellhörig werden, wenn von Gentechnik die Rede ist! Pflanzen und Tiere, erst einmal eingeschleppt, können nicht mehr zurückgeholt, oder vernichtet werden. Sie verbreiten sich explosionsartig und verdrängen die einheimischen Arten und können uns auf diese Weise sogar im schlimmsten Fall die Lebensgrundlagen entziehen. Kleines Beispiel? Bitte sehr – Mnemiopsis leidyi, eine Rippenquallenart, wurde in den 80er Jahren in den Ballastwassertanks von Frachtschiffen ins Schwarze Meer eingeschleppt. Binnen weniger Jahre vermehrte sie sich derartig (es gab logischerweise keine natürlichen Fressfeinde), dass die Fischerei im Schwarzen Meer nahezu zusammenbrach!

Das gleiche passiert, wenn ein gentechnisch veränderter Organismus, ein sogenannter GVO, freigesetzt wird. Man kann ihn nicht mehr zurück holen. Handelt es sich dann um einen Organismus, der eigenes Gift produziert um Schädlinge abwehren zu können, wie z. B. der Genmais MON810 von Monsanto (der sein eigenes Gift gegen den Maiszünsler produziert), breitet auch der sich in der Umwelt aus. Niemand kann garantieren, dass sich daraus im Rahmen von Mutationen durch Einkreuzung anderer Sorten nicht irgendwann ein giftiges Monster entsteht, dass beisüielösweise dem Riesenbärenklau ähnelt? Aber die Politiker und vor allem die Manager der Genkonzerne sehen überhaupt nicht die geringste Gefahr dabei. Das macht nicht nur mir Angst!

weiterführende Links:

  • WWF – Deutschland (Umweltschutzorganisation – Am 11.September 1961 in der Schweiz gegründet).
  • BUND für Umwelt und Naturschutz (Umweltschutzorganisation – Zitat: Am 20. Juli 1975 gründen Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und 19 weitere Natur- und Umweltschützer in Marktheidenfeld den Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland. Zum Vorsitzenden wird Bodo Manstein gewählt. 1977 erfolgt die Umbenennung des Verbandes in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND).
  • Nabu – Naturschutzbund Deutschland e. V. (Umweltschutzorganisation – Zitat: Der NABU wurde 1899 in Stuttgart von Lina Hähnle (1851-1941) als „Bund für Vogelschutz“ (BfV) gegründet).
  • Greenpeace (Umweltschutzorganisation – Zitat: Seit 1971 setzt sich Greenpeace für den Schutz der Lebensgrundlagen ein. Gewaltfreiheit ist dabei das oberste Prinzip. Die Organisation ist unabhängig von Regierungen, politischen Parteien und wirtschaftlichen Interessengruppen. Greenpeace arbeitet international, denn Naturzerstörung kennt keine Grenzen).
  • Natur: Das Fremde in unserem Garten (Artikel auf FocusOnline 4.5.2009).

MON810 und kein Ende!

Tja, fleissige Lobbyarbeit, so teuer sie letzten endes auch sein mag, zahlt sich doch irgendwie immer aus. Das müssen sich die dezent gekleideten Damen und Herren von Monsanto, Bayer, BASF und Konsorten gedacht haben, die mit dicken Geldtaschen, Luxusreisen und anderen Annehmlichkeiten – aber selbstverständlich ohne jedes wirtschftliche Interesse – um die Politiker herum schleichen, wie die Katze um den sprichwörtlichen heissen Brei.

Und wie man sieht, scheint der Erfolg für sich zu sprechen. Jedenfalls – völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass der Anbau des MON810 Genmais von Monsanto in etlichen europäischen Staaten wegen ernsthafter Bedenken und befürchteter gesundheitlicher Gefahren verboten wurde, will ihn die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) nun trotzdem wieder zulassen (EFSA befürwortet Wiederzulassung von Genmais MON810, Artikel auf greenpeace vom 30.6.2009)! Und damit der Konsument es nicht ganz so einfach hat und dieses Teufelszeug im Lebensmittelregal boykottieren kann, hat man sich bereits auf gesetzliche Regelungen geeinigt, die es nicht leicht machen, genveränderte Produkte ohne weiteres zu erkennen. was die Menschen wollen, ist offenbar uninteressant. Was Monsanto will dagegen schon eher.

In Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen und der Schweiz ist der Anbau von Mon810 teilweise bereits seit Jahren verboten. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner schloß sich – vermutlich eher aus parteitaktischen Erwägungen und den neuen CSU-Kurs der Gentechnik-Ablehnung – dieser Eischätzung an und zog mit einem Verbot nach (Aus für Genmais MON810 in Deutschland, Artikel auf greenpeace vom 14.4.2009)! Obwohl ein erster Schritt hin zu einem kompletten Verbot von genveränderten Pflanzen, sollte man diese Entscheidung nicht zu sehr auf die Goldwaage legen. Wenn´s an´s Eingemachte geht, war sich die Union noch nie zu schade, auf ihre Versprechen von gestern zu pfeifen (ich benutze hier bewusst nicht den Ausdruck „sch..ssen“ in diesem Zusammenhang, obwohl er mir zweifellos auf der Zunge lag!).

Während Frau Aigner wie eine Löwin für die deutschen Verbraucher und gegen den Genmais kämpfte, muss sie sich allerdings so sehr verausgabt haben, dass sie es nicht schaffte, auch gleich die genveränderte Kartoffel Amflora (von BASF, einem zumindest teilweise deutschen Unternehmen, ist das nicht merkwürdig?) ebenfalls die Erlaubnis zu verweigern. Obwohl hier genauso Gefahr droht wie beim Genmais, entschied man einfach mal anders (Genkartoffel: Aigners „Zickzackkurs“ in der Kritik; Artikel auf tagesschau.de vom 28.4.2009). Management bei Würfelspiel? Wer weiss das schon. Vielleicht liegt´s auch daran, dass einstens der olle Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Genkartoffel erstmals zugelassen hat. Das wäre es wohl ein Affront sondersgleichen gewesen, seine Lauterkeit und seine Weisheit anzuzweifeln und das Zeug doch noch final zu verbieten. So was überlebt man  – auch als Ministerin – nicht lange, denn als bayrischer Ministerpräservativ ist Seehofer auch nicht ganz ohne Macht und Einfluss. Und Aigner will in der CSU sicher noch mal was vernünftiges werden!

Geht mal zur Europawahl…

…die ganze Zeit hat es kein Schwein gekümmert, ob jemand europawählen geht oder nicht. Niemand war in der Lage, willens, oder interessiert daran, den potenziellen Wählern zu erläutern, um was es bei der Europawahl überhaupt geht und warum die Menschen daran teilnehmen sollen. Geht es um mehr, als um den Krümmungsgrad von Gurken? Oder darum, ob der Preis für eine SMS von einem Land ins andere 11 oder 30 Cent beträgt? Was soll der ganze Scheiss? Gibt es wirklich kein anderes Problem, das die EU angehen und vielleicht irgendwann mal regeln kann, wie z.B. den Umweltschutz? Oder den Schutz seiner mehr als 300 Millionen Bürger, vor der Macht der Konzerne, der Atomenergie und Genfrass aus Amerika? Wenn ja, warum spricht man nicht darüber?

Liegt es daran, dass die EU-Abgeordneten (die ja nun wirklich nicht schlecht bezahlt werden!) selbst nicht wissen was sie da machen, wenn sie im Parlament sitzen, oder auch nicht (denn es ist offenbar usus, unanwesend zu sein!)? Vielleicht messen sie der Arbeit der EU genauso wenig Bedeutung bei, wie die Bürger, von denen sie gewählt werden wollen! Schaut Euch Dr. Silvana Koch-Mehrin an, die am wenigsten anwesende Politikerin Deutschlands in der EU und dann stellt Eure Frage noch einmal, wenn Ihr die Antwort nicht schon selbst erraten habt!

Natürlich finde es nicht richtig, dass viele Leute meinen, sie müssten garnicht wählen gehen, um ihren Unmut kund zu tun. Aber wer die Politiker kennt, dem muss klar sein, dass das Nichtwählen für diese auch nicht der geringste Grund ist, ihre Politik (oder das, was sie dafür halten) grundsätzlich zu überdenken. Eine niedrige Wahlbeteiligung wird nun mal gern damit begründet, dass die Nichtwähler mit der Politik zufrieden gewesen seien und darum nicht an der Wahl teigenommen haben, weil sie keine Veränderung wollen. Churchill soll einmal gesagt haben…

…“ich traue keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe!“

Die Wahlanalysen der Politiker und die Interpretation der Wahlergebnisse haben einen ähnlichen Wahrheitsgehalt, wie eine gefälschte Statistik. Denn aus der kann man genauso all das heraus lesen, wie man das nach einer Wahl aus den Wahlergebnissen zu tun pflegt! Wahlverlierer gibt´s nirgends, Wahlsieger aber umso mehr. Der Dumme ist nur der Wähler!

Also, bewegt Eure Ärsche von der Couch hoch und macht einen Spaziergang zum Wahllokal! So und nur so könnt Ihr der Politik zeigen, was Ihr wirklich wollt. Und wenn Ihr den großen Parteien eine Lektion erteilen wollt, dann tut das, indem Ihr eine der kleinen Parteien wählt (Alternativen gibt es wahrhaftig genug – schaut mal hier!). Das tut denen mehr weh, als wenn Ihr zu Hause bleibt und Euch denkt:“ Da ändert sich ja eh nix!“

Das Ende des Regenwaldes!

Bis zum Jahr 2050 wird der Regenwald an der brasilianischen Atlantikküste restlos vernichtet sein, wenn die Entwaldung so weiter geht, wie bisher! Und es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass sich daran etwas ändern wird, solange es auch noch einen einzigen Baum in dem Gebiet gibt (das berichtet n-tv.de am 28.5.2009 unter dem Titel „Bis 2050 völlig verschwunden: Das Ende des Regenwaldes“). 93% des regenwaldes sind bereits verschwunden und verantwortlich dafür seine die Land- und Holzwirtschaft. Das gerodete Land wird vorwiegend für Soja-Anbau (hier hat garantiert Monsanto seine Pfoten im Spiel) und Viehzucht genutzt (MCDoof und WürgerKing lassen grüßen)! Auf Sumatra und Borneo wird es nicht mehr so lange dauern, bis der Wald weg ist. 5 oder 10 Jahre, dann ist tutti. Überlegt denn niemand von den Idioten, die unsere Mutter Erde derat vergewaltigen, was danach sein wird? Glauben diese geistigen Kleinrentner etwa tatsächlich, sie könnten mit ein paar Setzlingen innerhalb einiger weniger Jahre das wieder gutmachen, was in Jahrtausenden gewachsen und binnen 30 Jahren restlos vernichtet worden ist? Schaut Euch diese Bilder an…

http://www.n-tv.de/archiv/Das-rapide-Schwinden-der-Urwaelder-article12372.html

Wenn man sieht, für was der Wald sterben muss, dann kommt mir echt das große Kotzen! Dann denke ich, dass es doch an der Zeit ist, der Gewalt gegen Gaia, endlich massiv entgegen zu treten. Der Mensch braucht die Erde und damit meine ich nicht nur unsere Mutter. Er braucht die Erde, um zu überleben, weil er seine Nahrung auf der Erde anpflanzen muss. Wo will man säen, wenn der Regen den nackten, verbrannten Boden weggespült hat? Glauben diese Ignoranten wirklich, dass die großen Saatgut-Konzern (ganz genau, ich meine Bayer, Monsanto, Syngenta usw.) mit ihrer Gensaatscheiße die Lösung des Ernährungsproblems für 6 oder 7 Milliarden Menschen in den Händen halten? Die Konzerne wollen Geld verdienen, viel Geld! Die Menschen sind ihnen scheiß egal. Wer nicht zahlen kann braucht auch nix zu fressen, heisst die Devise. Darum und nur darum, wird die Nahrung in den Ländern der Dritten Welt immer teurer. Hier bei uns in den Industriestaaten, kann man mit Nahrung gutes Geld verdienen!

Was der Menschheit durch ihre eigene Dummheit verloren geht, ist geradezu unfassbar! Regierungen verraten und verkaufen ihre eigene Bevölkerung an die Konzerne und halten selber die Hand auf. Dafür, dass sie den Konzernen in die Ärsche kriechen, fällt ein schönes Stück vom Kuchen für sie ab. Dafür kann man ruhig mal seine hehren Prinzipien verraten! Diese Prinzip funktioniert überall auf dieser Welt, denn jeder ist nur noch sich selbst der Nächste! Auch wenn jetzt gerade alle Augen auf Großbritannien gerichtet sind, ob des aufgedeckten Spesenskandals, kann man doch getrost behaupten, die Politiker sind in keinem anderen Land dieser Welt besser!

Recycling oder Kreislauf der Natur!

Die Wiederverwertung von Stoffen, die für den ursprünglich vorgesehenen Verwendungszweck nicht mehr geeignet sind, ist in der Natur ein völlig normaler Vorgang! Alles, was die Natur hervorbringt, zerfällt über kurz oder lang und wird dem Stoffkreislauf wieder zugeführt, restlos, sauber und nachhaltig – ein Kreislauf des Lebens, ein Wunder der Natur, in der Natur und durch die Natur!

Ein Ameisenstaat bewohnt einen toten Baumstumpf...

Ein Ameisenstaat bewohnt einen toten Baumstumpf...

Ganz anders das, was der Mensch so produziert. Zwar ist die menschliche Rasse durchaus als anpassungsfähig und erfinderisch zu bezeichnen, aber die Qualität ihrer Erfindungen und Produkte, bleibt hinter dem weit zurück, was Gaia in diesem Bereich zu bieten hat. Nicht nur die Stoffe, die der Mensch herstellt, um seine Produkte beim Transport oder der Lagerung zu schützen, sind für gewöhnlich nicht wieder verwertbar, auch die Produkte sekbst bestehen meist aus Materialien, die alles andere als problemlos zu recyceln sind. Alles besteht aus Kunststoffen, Metallen, Lacken, Chemikalien usw., die beim „Entsorgen“ ein großes Problem darstellen. Entweder man schmeisst sie in die Landschaft und lässt sie über Jahrhunderte hinweg vergammeln, wobei unzählige schädliche Stoffe in die Umwelt und damit letztlich in die Nahrungskette gelangen. Oder sie müssen mit hohem technischen Aufwand dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden. Allerdings beträgt die Recyclingquote nur bei einem einzigen Rohstoff 100%, bei Glas. Alles andere kann nur in Form von Beimischungen zu frisch gewonnenen Rohstoffen der Wiederverwertung zu geführt werden, da die Qualität beim recyceln drastisch abnimmt. Bei Kunststoffen sieht dieses Verhältnis besonders beschissen aus!

Schauen wir uns an, was die Natur erzeugt und von dem die Menschen sich z.B. ernähren, sieht das ganz anders aus. Eine Nuss, birgt den essbaren Samen einer Pflanze in einer sehr stabilen Hülle, die individuell an die einzelnen Formen des Samens angepasst ist! Da wackelt nix, der Schutz ist perfekt und der Samen bleibt auch nach Jahren oder sogar Jahrzehnten noch keimfähig. (Dieses Muster an Nachhaltigkeit und sinnvoller Ressourcenverwertung in einem perfekten Kreislauf, muss für den aufgeklärten und verantwortungsbewussten Menschen das Vorbild all seines Tuns sein. Dies haben die Verfechter der Permakultur erkannt und versuchen dies in ihren Projekten umzusetzen.)

Fleissiger Mistkäfer auf dem Weg zur Arbeit

Fleissiger Mistkäfer auf dem Weg zur Arbeit

Was aber macht der „moderne“ Mensch? Er öffnet dieses perfekte Behältnis, röstet und salzt den Samen und verpackt ihn dann in Plastik. Der Unterschied zwischen  der Nussschale und der Plastiktüte wird schnell deutlich, wenn man beide auf den Kompost wirft. Während die Nussschale im Rahmen des natürlichen Recyclings, des Kreislaufs der Natur zu 100% zersetzt und zu wertvollem Humus wird, bleibt die Plastiktüte zu beinahe 100% erhalten (für mindestens ein Jahrtausen). Keine Mensch kann genau sagen, wie lange Plastik in der Umwelt verbleibt und in welchen Zeiträumen sich dieses teuflische Material  in welche schädlichen oder unschädlichen Stoffe zersetzt! UV-Strahlung beschleunigt den Zerfall von Kunststoff ein wenig und in sofern sollten wir über die sich immer mehr verstärkende UV-Belastung freuen. Aber wirklich hilfreich ist auch das nicht. Beim Zerfall gibt der Kunststoff Stoffe an die Umwelt ab, deren Auswirkungen noch kaum bekannt und schon garnicht systematisch erforscht sind. Schließlich fürchtet die Industrie  die daraus resultierenden Folgen. In großen Teilen unserer Wel besteht der Meeresstrand schon zu einem Gutteil aus mikroskopisch keinen Kunststoffpartikeln. Kleinstlebewesen nehmen diese Partikel als vermeintliche Nahrung auf und bringen sie so in die Nahrungskette des Menschen ein. Mit welchen Spätfolgen ist ebenfalls noch völlig ungeklärt.

Daran wird sich so lange nichts ändern, wie die Hersteller von Kunststoffen nicht für die Folgen zur Verantwortung gezogen werden, die durch die Verwendung ihrer Produkte entstehen. Belastet man die Unternehmen mit den Kosten, die für die Umwelt surch die Nutzung ihrer Produkte entstehen, wird sich sehr schnell etwas ändern. So lange aber die Allgemeinheit für die Müllentsorgung bezahlen muss und Umwelt- und Spätfolgen nicht den eigentlichen Verursachern aufgebürdet werden, wird fleissig weiter umweltschädliches Verpackungsmaterial auf Teufel komm raus produziert! Genau das selbe gilt für die Hersteller von Chemikalien, gentechnisch veränderten Tieren und Pflanzen. Noch heute kann niemand sagen, was passieren kann, wenn diese künstlich von Menschen erzeugten Lebewesen unkontrolliert in die Natur entweichen. Trotzdem beruft sich die Industrie auf das Recht, solche Genmonster zu erzeugen und Patente auf Lebewesen zu beantragen. Dies ist der ziemlich durchsichtige Versuch, die Kontrolle über die Nahrungsproduktion der gesamten Menchheit zu erlangen. Die einzigen, die das nicht zu checken scheinen, sind die Politikern, die sich darin überschlagen, den Wünschen der Konzerne zu willfahren und deren Bossen in die breiten Ärsche zu kriechen! Von den ethischen Fragen einer Patentierung von Lebewesen einmal abgesehen ist es unverantwortlich, kommerziellen Unternehmen die Kontrolle über die Nahrungsmittel zu überlassen und zu hoffen, sie würden ethisch, verantwortungsbewusst und moralisch einwandfrei handeln! Da ist der Wunsch (oder die Gier, denn entsprechendes Verhalten der Politiker zieht natürlich Gegenleistungen der Konzerne nach sich) der Vater des Gedankens!

Rohstoffkreisläufe müssen rückstands- und schadstofffrei funktionieren und sich an den perfekten Kreisläufen in der Natur orientieren. Gaia zeigt uns wie es geht. Wir müssen die Natur beobachten und nicht alles den gewinnorientierten Konzernen überlassen, nur um dann hinterher entsetzt festzustellen, was da für Verbrechen an der Natur und den Menschen begangen werden. Es muss Schluss sein mit der nachträglichen Technikfolgenabschätzung, die zwar den ein oder anderen schädlichen Aspekt erkennt, aber wegen der bereits erfolgten Einführung neuer Technologien oft keine Möglichkeit mehr hat, deren Verbreitung zu bremsen. Schlechte Beispiele gibt es hier zu Hauf. Es seien da nur die Gentechnologie genannt und die Nanotechnologie. Es ist ein Unding, die Einführung neuer Technologien zuzulassen und hinterher, quasi im Nachgang, festzustellen, dass hier Gefahren auftreten, die nicht zu kontrollieren sind, aber sich wegen der bereits erfolgten Investitionen keiner mehr traut, STOPP zu sagen!

Es kann nicht hingenommen werden, dass Konzerne ihre gierigen Pfoten nach den Ressourcen der gesamten Menschheit (und um nichts anderes handelt es sich bei dem Genpool der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen, bzw. den Haustierrassen) ausstrecken und damit Menschen in ihre Abhängigkeit zwingen. Es kann kein Recht geben, Patente auf Lebewesen zu beanspruchen, weil dies moralich unverantwortbar ist! Jeder Mensch muss das Recht darauf haben, seine Nahrung selbst anzubauen und aus seiner Ernte einen Teil als Saatgut für das nächste Jahr zu gewinnen, ohne dafür Lizenzgebühren an einen Konzern abführen zu müssen. Anstonsten droht eine neue Art der Sklaverei. Wer nicht zahlen kann wird verhungern, weil die Beauftragten der Konzerne die „unrechtmäßigen“ Ernten vernichten. Alle anderen müssen sich dem Preisdiktat der Konzerne fügen und diesen ihre eigene Arbeitsleistung bezahlen – was für ein Irrsinn! Wo bleiben da die Menschenrechte?

weiterführende Links:

  • TAB – Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (einige der gerade laufenden Untersuchungen sind sehr interessant. Es besteht aber meines Erachtens der Verdacht, dass mangels notwendiger technologischer Kenntnisse beim Vergeben der Untersuchungen an Institute wie z.B. IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung eine unzulässige Einflussnahme stattfinden könnte, da es sich bei besagtem Institut um eine gemeinnützige Einrichtung handelt, deren Auftrag- und Zuwendungsgeber zu großen Teilen aus der Industrie kommen!).
  • Gen-ethisches Netzwerk & Gen-ethischer Informationsdienst (Zitat: Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) vermittelt seit 1986 Informationen und Kontakte zu Gen-, Bio- und Reproduktionstechnologien. Seit dieser Zeit gibt das GeN den Gen-ethischen Informationsdienst (GID) heraus, der im Jahr zuvor gegründet worden war und heute zweimonatlich erscheint. Der GID berichtet als einzige Zeitschrift in Deutschland gleichermaßen kritisch und wissenschaftlich fundiert in den Bereichen Landwirtschaft & Lebensmittel, Mensch & Medizin sowie Politik & Wirtschaft über diese Technologien. Das GeN nimmt außerdem Stellung zu aktuellen politischen Prozessen, führt Veranstaltungen durch und unterstützt andere Initiativen bei ihrem Engagement).
  • Kein Patent auf Leben (Zitat: Initiative, die sich gegen die Patentierung von Pflanzen, Tieren, Gensequenzen, aber auch gegen die Patentierung von Stammzellen und Gewebe des Menschen und gegen jegliche Biopiraterie wendet).

    Kein Patent auf Leben, das Logo

    Kein Patent auf Leben, das Log

Monsanto auf dem Holzweg?

Es freut mich außerordentlich, mal einen Post ganz nach meinem Geschmack veröffentlichen zu können. Mag sein, dass es nur ein Etappensieg war und es ist nicht anzunehmen, dass Monsanto sich so einfach geschlagen gibt.  Aber ja, es ist so, Monsanto hat seine Klage vor einem Gericht gegen das Verbot der Aussaat  seines Genmais MON810 verloren. Zurecht jubiliert Greenpeace („Gericht bestätigt Gen-Mais-Verbot“, Artikel vom 5.5.09) ob der erstaunlichen Tatsache, dass endlich mal ein Gericht es wagte,

die Umwelt- und Verbraucheranliegen über die Interessen von Industriekonzernen gestellt. Die Entscheidung ist auch ein Erfolg für die Mehrheit der Verbraucher, die den Anbau von Gen-Pflanzen ablehnt!

Auch FAZNET (Niederlage für Monsanto: Gericht bestätigt Genmais-Verbot, Artikel vom 5.5.09) erkennt an, das…

…nach Auffassung der Richter sind jene Gefahren für die Umwelt vorhanden, wie sie das Gentechnikgesetz für ein solches Verbot verlangt. Dazu müssten keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, aus denen diese Gefahren zweifelsfrei herzuleiten seien. Es genüge, so heißt es in dem Beschluss, wenn sich aus neuen oder zusätzlichen Informationen Anhaltspunkte dafür ergäben, dass Menschen oder Tiere geschädigt werden könnten.

Und die unvermeidliche bayrische Wasserpfeife Horst Seehofer, erkennt ein…

„…unübersehbares Signal an den Agrokonzern Monsanto, der ohne Rücksicht auf Interessen der Bevölkerung handelt.“

Das weiss natürlich jeder, der sich ein wenig mit der Materie beschäftigt. Monsanto, die Konzernkrake aus den USA, der seine gierigen Fangarme nach allen landwirtschaftlichen Flächen dieser Erde ausstreckt, hat nicht das geringste Interesse am Wohlergehen der Menschheit und erst recht nicht an der Gesundheit seiner Mitarbeiter. Das haben diese Verbrecher oft genug bewiesen.

Gleichzeitig lobt Seehofer seine Parteifreundin Aigner über den grünen Klee für ihre mutige Entscheidung, wobei er verheimlicht, dass genau diese Ministerin den Anbau der genveränderten Kartoffel Amflora gestattet hat. Warum auch immer. Vielleicht liegts ja daran, dass Amflora das Lieblingskind von BASF ist und die haben ihren Sitz in Deutschland.  Wer ein klein wenig tiefer in die Wunder der bayrischen Logopädie (Artikel auf FAZNET vom 3.5.2009) einsteigen und die wundersame Wandlung des Seehofer Horst vom Saulus (als Landwirtschaftsminister war er ein glühender Verfechter der Gentechnik) zum Paulus (als bayrischer Ministerpräsident kämpft er nun – dank vergeigter Zweidrittelmehrheit – mit messianischem Eifer gegen die Macht der Genkonzerne, die Gentechnik im allgemeinen und den drohenden Machtverlust) in knappen Worten nachvollziehen will, der lese sich den Artikel durch. Man muss schmunzeln, obgleich man kotzen könnte. Hier sieht man, wie „wandlungsfähig“ Politiker doch sind.

Und wieder muss ich den ollen Konrad Adenauer zitieren, denn sein berühmt-berüchtigter Ausspruch ist heute aktueller denn je…

…“wat schert mich mein Jeschwätz von Jestern!“

Was dann dazu führt, dass Aigner ungerührt erst dem Genmais den Halm durchschneidet um keine zwei Wochen später ein Halleluja auf die Genkartoffel Amflora zu singen. Was tut man nicht alles, um die Macht zu behalten? Richtig, alles!

weiterführende Links:

Landwirtschaft von morgen (Teil2)

Masanobu Fukuoka wurde am 2.2.1913 in Japan geboren und machte eine Ausbildung zum Mikrobiologen. Irgendwann entschied er sich, Bauer zu werden und schuf eine Synthese aus herkömmlicher Landwirtschaft und buddhistischen, sowie daoistischen Ideen, die er – in Ermangelung eines besseren Namens – Nichts-Tun-Landwirtschaft nannte. Das Grundprinzip seines Handelns lautete…

…die Natur ist in der Lage, sich selbst zu erhalten, sie bedarf menschlicher Eingriffe nicht.

Die von ihm geschriebenen Bücher gehören zu den Standardwerken der Permakultur. Besonders wichtig ist ihm der spirituelle Aspekt der Landwirtschaft, die er als eine Art Gottesdienst versteht. Er vertrat die Ansicht, gesunde Nahrung könne nur auf gesunden Böden erzeugt werden und dazu sei weder künstlicher Dünger, noch chemische Pflanzenschutzmittel notwendig. Die Natur befinde sich in einem Gleichgewicht, sagte er. Treten Schädlinge und Krankheiten oder Pilze in größeren Mengen auf, sei dieses Gleichgewicht gestört. Wenn man die Natur und die natürlichen Vorgänge beobachtet, kann man die Ursachen erkennen und behutsam gegensteuern. Dann heilt sich die Natur selbst und stellt das Gleichgewicht wieder her.

Die Arbeit in dem von ihm bewirtschafteten Garten in Japan, liess er die Natur für sich erledigen. Er beschränkte seine eigenen Arbeit nahezu zur Gänze auf das Aussäen der richtigen Samen zur richtigen Zeit und auf die Ernte der Früchte. Er verwendete keinen Pflug und auch sonst keine Maschinen zur Bodenbearbeitung, außer einer Art Sichel, mit der er die Ernte bis ins hohe Alter eigenhändig einbrachte.

1988 erhielt Masanobu Fukuoka den Ramon Magsaysay Award, einen alternativen Nobelpreis, für seine Arbeit zum Wohle der Menschheit.

Fukuoka-san erkannte auch durch Beobachtung in der Natur, dass nicht die Wüste sich ausbreitet und dadurch der Regen ausbleibt, was die Bäume zum Absterben bringt. Er erkannte, dass die Ausbreitung von Wüsten das Ergebnis des Verlustes der Wälder ist. Wenn die Wälder fallen, bleibt der Regen aus und erst dann entsteht Wüste und breitet sich aus! Dieser Vorgang lässt sich jedoch umkehren, indem man Bäume sät und so dafür sorgt, dass wieder Wälder entstehen können. Wälder sind eine Grundvoraussetzung für ein feuchtes und fruchtbares Klima. Sie halten mit ihren Wurzeln den Boden fest und speichern im Wurzelwerk große Mengen Wasser, das über die Blätter in die Atmosphäre abgegeben wird, wo in Form von Wolken und Regen die kostbare Feuchtigkeit wieder an die Erde und die Pflanzen zurück gegeben wird. Der Kreislauf des Wassers entsteht wieder auf´s Neue!

Wir beobachten die Natur viel zu wenig. Das war einer der Hauptkritikpunkte, die Fukuoka den Wissenschaftlern vorhielt. Die sind nämlich der Meinung, sie bräuchten alles nur in immer kleinere Teile zerlegen, diese dann zu erforschen und „schwuppdiwupp“ würden sie alles verstehen, von der einfachen Amöbe, bis hin zur komplexen wunderschönen Blüte, die ganze fantastische Welt eben. Aber dem ist nicht so. Dem ist bei Weitem nicht so.

Trotz all der Technik, all der superschnellen Computer, der Rasterelektronenmikroskope, können die Wissenschaftler noch immer keine einfache Pflanze konstruieren. Sie müssen einen Samen aussäen, ihn keimen und wachsen lassen!

Ja, klar, solche Konsorten wie die von Monsanto können Gene in die Pflanzen einbauen und sie verändern. Sie verändern sie, damit sie ein Patent darauf anmelden können, dass sie in die Lage versetzt die Bauern, die diese Pflanze anbauen wollen zu erpressen, sie abhängig von „ihrem“ Saatgut und den „Pflanzenschutzmitteln“, sowie dem Kunstdünger machen, die sie für viel Geld gleich dazu verkaufen. Allerdings sind sie nach wie vor nicht in der Lage, Pflanzen komplett und vollständig selber zu konstruieren, zu schaffen. Sie sind nicht Gott, obwohl sie das vielleicht denken mögen. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Pflanzen zu nehmen, die es bereits seit ewigen Zeiten gibt, die von Menschen über hunderte, möglicherweise tausende von Jahren aus Wildformen herausgezüchtet wurden, verändern ein paar Gene und melden ein Patent an!

Warum, so frage ich diejenigen, welche die Gentechnik befürworten, gibt es heute nur noch ein paar wenige Hybridsorten des Getreides im konventionellen Anbau? Weil die so gut sind? So perfekt an alle möglichen geographischen, geologischen und metereologischen Bedingungen angepasst? Nein, das sind sie nicht! Sie sind empfindlich, sie brauchen Unmengen an Wasser, sie brauchen Dünger, sie brauchen Pestizide, Herbizid, Fungizide und Insektizide. Die kosten natürlich eine Menge Geld und sorgen dafür, dass Monsanto keine Probleme mit der Weltwirtschaftskrise hat – denn die Menschen müssen immer essen. Jeden Tag müssen Menschen essen und es werden immer mehr Menschen, die essen wollen und die bescheren Monsanto und seinen Konkurrenten märchenhafte Gewinne.

Früher, es ist noch gar nicht so lange her, gab es regional angepasste Sorten, robust, widerstansfähig und unempfindlich. In trockenen Gegenden gediehen Sorten, die an diese Bedingungen angepasst waren. In feuchtem Klima gediehen Sorten, die damit gut zurecht kamen. Sie mögen eventuell nicht so hohe Hektarerträge hervorgebracht haben, aber die Ernten waren ziemlich sicher und regelmäßig. Außerdem konnte der Bauer einen Teil der Ernte einbehalten und im nächsten Jahr wieder aussäen, ohne dafür an Monsanto, Pioneer, Bayer und BASF Lizenzgebühren zahlen zu müssen!

Diese Zeiten sind fast vorbei, denn es gibt nicht mehr sehr viele dieser alten und robusten Sorten von Nutzpflanzen. Genau das aber ist das Ziel der Konzerne – die totale Kontrolle über die Nahrungserzeugung ermöglicht die totale Kontrolle über die Menschen!

Der Weg, den Mosanobu Fukuoka vorschlägt, geht in eine andere Richtung. Er führt fort von der Kommerzialisierung und Patentierung der Pflanzen. Er nutzt eine alte Reissorte in seinem Garten, den er seit Jahrzehnten bewirtschaftet, ohne auch nur einmal zu pflügen, oder gar zu düngen. Fukuoka bekämpft keine Schadinsekten, oder Krankheiten, sondern schafft Verhältnisse, die die Natur in die Lage versetzen, sich selbst zu helfen. Dazu nutzt er Mischkulturen, die erwähnten alten Sorten und Bodenbedeckung durch Kleesaat.

Nach der Ernte des Reises, der in seinem Ertrag mit dem moderner Hybridsorten nahezu gleichauf liegt, aber ungleich weniger Arbeit und Aufwand erfordert (daher der Name Nichts-Tun-Landwirtschaft) bringt er das ausgedroschene Stroh wieder auf den Feldern aus.

Masanobus Fukuokas Art der Landwirtschaft beruht auf der Beobachtung der Natur, nicht auf Wissenschaft und Gentechnik. Das reicht aus, um Erträge zu erzielen, die fast genauso hoch sind wie die der unverhältnismäßig teueren modernen Hybridsorten. Seine Sorge galt sets dem Menschen und er suchte nach Möglichkeiten, seine Ernährung dauerhaft zu sichern, selbst unter schwierigen Bedingungen. Was ihn immer verwundert hat, war die Tatsache, dass seine Erfolge wohl anerkannt wurden. Aber Wissenschaftler, die sein System der Landwirtschaft erforschen wollten, sah er so gut wie keine. Kein Wunder, kann man die Bedingungen seines Gartens nicht im Labor nachstellen, sondern nur in der Natur und zu der hat die Wissenschaft schon immer ein gepaltenes Verhältnis gehabt – bis heute!

Masanobu Fukuoka

Masanobu Fukuoka

Es gilt also den Weg fort von der modernen industrialisierten Landwirtschaft zu suchen, zurück zu den Ursprüngen, aber nicht in die Vergangenheit. Beobachtung der Natur ist nicht gleichzusetzen mit Rückschritt. Lernen aus der Erfahrung unserer Ahnen ist der Weg des Wissens und der Weisheit. Machen wir uns diesen Schatz zu Nutzen und sorgen wir dafür, dass das Saatgut frei bleibt. Damit alle Menschen genug zu Essen haben, auch in Zukunft!

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weiterführende Links: