Rücktritt? Aber nicht doch!

Da habe ich heute morgen doch einmal ganz genau zugehört, was der große Vorsitzende da so von sich gab.Und was soll ich dazu sagen? Naja. Ein bisschen Selbstkritik, denn das kommt immer gut an bei der SPD. Ein wenig Lamento um die soziale Gerechtigkeit und das die Angst der Menschen vor einem Alter in Armut diese umtreibe, denn das ist allgemein bekannt. Und die Erkenntnis, dass es ein Fehler war, Kapitalerträge steuerlich deutlich günstiger zu stellen, als Arbeit, weil man sehr wohl weiss, dass sich daran in den nächsten hundert Jahren mangels Masse sowieso nichts ändern wird. Und dann, in zwei Halbsätzen, das Wort Agenda und sonst nichts weiter, weil man die nach wie vor für richtig und natürlich unverzichtbar hält! Aber nun beginnt ja die Diskussion um „Werte“ in der SPD? Unter anderem mit einem Vortrag des neuen DIW-Chefs Fratzscher! Und zum Schluß noch die bahnbrechende Erkenntnis, dass man den Kampf um die „politische Mitte“ (wo ja nach allgemeinem Verständnis die ganzen benachteiligten Arbeiter, Leih- und Zeitarbeiter, die Arbeitslosen, Rentner und Alleinerziehenden zu finden sind) nun intensivieren wolle. Eine Entschuldigung für all das Leid, dass die Agenda 2010 und Hartz IV mit sich brachten? Achwo, wieso denn auch? Na, denn man tau, Alter!

Dementsprechend ist auch von Rücktritt keine Spur. Jedenfalls jetzt noch nicht. Und gleichwohl der seltsame Herr Markwort nochmal einen drauflegt und sich nun als das Opfer einer Anti-Rücktrittskampagne der SPD sieht. „Gewisse Kreise“ in der SPD haben den Rücktritt von Gabriel verhindern wollen und ihn, Markwort, dazu missbraucht und diese „Information“ an ihn weiter gegeben! Und weil ihm die SPD und das Schicksal der kleinen Leute ja so sehr am Herzen liegen, hat er es dann wohl auch sofort weiter gegeben. Oder, was eher zu vermuten steht, er wollte der SPD noch eins mitgeben? Denn solange Gabriel an der Spitze steht und damit die Agenda 2010 und Hartz-IV personifiziert wie kaum ein zweiter, wird der SPD der Weg in den Abgrund als der leichter gangbare Weg erscheinen. Das „weter so!“ ist ja schon zu dem neuen Credo der Spezialdemokraten geworden!

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Dummheit sollte strafbar sein…

Dieser Herr Onan aus Ungarn hat vermutlich sein bisschen Hirn vor langer Zeit unter der Hand verschleudert und nun gibt er sich halt der geistigen Onanie hin. Eben noch las ich einen Artikel darüber, dass Menschen mit niedrigem IQ dazu neigen rassistisch und rechtsextrem zu sein, und schon kommt so ein konservativer Reaktionär daher gelaufen und bestätigt meine schlimmsten Befürchtungen und Vorurteile! Warum, so fräge ich sämtliche Götter des Pantheon, warum kann nicht ein riesengroßer Arsch am Himmel erscheinen und diese Vollidioten einfach zukacken? Ist denn das wirklich zuviel verlangt? Kann es denn nicht einmal ein wenig Gerechtigkeit geben auf der Welt? Und, wenn das nicht möglich ist, lieber Gott, dann lass wenigstens zu, dass Herr Orban beim Scheissen vom Blitz erschlagen wird! Mehr verlange ich doch garnicht! Und über den Herrn Tsipras empört sich ganz Europa. Aber der ist ja auch ein Linker…

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Glaube keiner Statistik…

…die Du nicht selber gefälscht hast – bzw. selber interpretiert. Und zwar so, dass man damit seine politischen Wünsche untermauern kann. Wünsche nach strengeren Gesetzen, mehr Überwachung, mehr Geld, beispielsweise. Da ist es schon fast scheißegal, dass die Aufklärungsquote bei 25% liegt. Das lässt aber andererseits den Umkehrschluss zu, dass eben 75% nicht aufgeklärt werden. Zeugt es da nicht von mangelnder geistiger Leistungsfähigkeit und Flexibilität bei den Verantwortlichen, wenn man sich darüber wundert, dass die meisten Straftaten erst gar nicht zur Anzeige kommen?
Wer schon einmal gesehen hat, wie ein unachtsamer Autofahrer den Außenspiegel eines geparkten Wagens abgerissen hat und nicht einfach weiter gefahren ist, sondern sich das Kennzeichen des Täters notierte, der geht auch nur ein einziges mal zur Polizei um das anzuzeigen. Spätestens nachdem er seine Unterschrift unter die vor Schreibfehlern strotzende Anzeige gesetzt hat und grummelnd feststellen musste, dass ihn der ganze Spass nahezu vier Stunden seiner kostbaren Zeit gekostet hat, hat er das Thema für die Zukunft abgehakt!
Und dann hören wir, wie die Obrigkeit nach immer mehr technischen Möglichkeiten verlangt, nach besserer Ausrüstung, nach lockereren Gesetzen und härterem Durchgreifen. Spätestens hier wird dem mündigen Bürger dann klar, dass es um etwas ganz anderes geht, als um Gerechtigkeit für Internetnutzer! Dreimal dürft ihr raten, um was genau…

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Justizia ist blind – ihre Vertreter blöd!

Es ist ja wirklich entzückend, wie präzise, wie unaufhaltsam und vor allem unbestechlich „unsere“ Justiz arbeitet. Na jedenfalls meistens. Okay, ziemlich oft. Ja, schon gut, wenigstens gelegentlich. Aber ab und zu. Ab und zu arbeitet sie ganz bestimmt präzise, unaufhaltsam und unbestechlich – oder so ähnlich! Zumindest, wenn man Kohle hat und die entsprechende Geldauflage bezahlt. So wie Ernie Beccelschtoun, oder wie dieser mumifizierte Typ heisst…

Wie schön, dass sogar rechtsradikale Ratten wie Pastörs mit der Dummheit der Justizbehörden rechnen können. Oder mutmaßliche Vergewaltiger, die wegen Prozessverschleppung aus der U-Haft entlassen werden müssen. Gerechtigkeit geht anders!

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Das Kapital

Die meisten Menschen, zumindest hier in den westliche Bundesländern der gerade 60 Jahre alt gewordenen Bundesrepublik Deutschland, werden sich bei diesem Titel wahrscheinlich angewidert abwenden, so sie denn zufällig über diesen kleinen Blog stolpern sollten. Obwohl die meisten von ihnen sich als Antikommunisten berufen fühlen, die Ideen eines Karl Marx in Bausch und Bogen zu verdammen, haben keine Zeile dieses – zugegebenermaßen – nicht gerade geschmeidig zu lesenden Schmöker je zu Gesicht bekommen. Die andern werden vielleicht meine Sorgen um die Natur, die Zukunft der Menschen hier und überall auf der Welt teilen. Das hoffe ich jedenfalls!

Und das Grundübel, dass sowohl für die Vernichtung, Vergiftung und Zerstörung der Natur verantwortlich ist, ist der Kapitalismus in allen seinen Ausprägungen. Ein System, ohne jede Regel, die alles und jeden für käuflich hält und allem irgendeinen imagienären wert beimisst – außer dem Menschen! Der Mensch ist im System des Kapitalismus nicht mehr und nicht weniger als ein Produktions- (wenn er arbeiten kann, weil er einen Arbeitsplatz hat) oder Kostenfaktor (wenn er alt, krank, oder einfach nur arbeitslos ist). Genau diese Terminologie hat sich auch der deutsche Staat zu eigen gemacht und dann mit Hilfe von Konzernmanagern wie Peter Hartz (wegen Untreue und Begünstigung zu 2 Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt) – Hartz-Konzept, oder Bert Rürup (böse Zungen würden behaupten, er sei einfach nur ein erfolgreicher Lobbyist der Finanz- und Versicherungsbranche) – Rürup-Rente usw.  zur Staatsdoktrin erhoben. Zwei typische Manager-Karrieren im Kapitalismus also. Und solchen Leuten vertraut man die Zukunft der Menschen an und die Sicherung der Existenz? Vielen Dank!

Zeitgleich mit dem Niedergang des Kapitalismus im Zuge der Finanzmarkt- und Immobilienkrise, die sich zu einer ausgewachsenen Weltwirtschaftkrise entwickelt hat, besinnen sich die Menschen auf alternative politische Systeme, z.B. den Sozialismus, oder den Kommunismus. Sogar in Japan findet die Kommunistische Partei vermehrt Zulauf (und das will in einem Land, dass sich nach der verheerenden Niederlage im 2. Weltkrieg dem Kapitalismus hingegeben hatte, wie eine überdurchschnittlich großzügig bezahlte Prostituierte ihrem Freier). Sogar das Hauptwerk des Karl Marx, „Das Kapital“, wird als Manga-Comic aufgelegt. Ob und wann es davon eine deutsche Version geben wird, konnte ich bis heute leider nicht in Erfahrung bringen. Wer also Hinweise hat – bitte Email an mich! Denn interessant ist es allemal. Wer schon einmal versucht hat diesen Wälzer zu lesen, wird mir zustimmen wenn ich behaupte:“ Das Kapital“ ist alles andere als leicht verdauliche literarische Kost und der Stoff ist derart schwer, dass man allein vom lesen schon Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 kriegt!

Ich will jetzt hier nicht über Sinn oder Unsinn kommunistischer Ideen lamentieren. eher steht mir der Sinn danach zu fragen, ob es nicht ein wirklich gerechtes politisches System geben kann, in dem sowohl kapitalistische wie auch kommunistische Elemente Eingang finden können. Denn grundsätzlich muss ich sagen, dass die kommunistischen Ideen an sich nicht schlecht sind. Denn es geht doch in einer Gesellschaft immer darum, auf die Schwächsten Rücksicht zu nehmen. Oder besser gesagt, darum sollte es gehen. Es kann nicht sein, dass die Stärksten und Wohlhabendsten die Marschrichtung und Geschwindigkeit vorgeben und wer dem nicht folgen kann, der hat eben Pech gehabt. So eine Gesellschaft mag vielleicht kapitalistisch sein und derzeit en Vogue. Aber sie ist ungerecht und daher sicher nicht von Dauer. Das man auch aus den kommunistischen Ideen ein ungerechtes System basteln kann, haben die sozialistischen Staaten bis zu ihrem Zusammenbruch genauso bewiesen! Unterdrückung und Terror gegen die eigenen Bevölkerung kann nicht das höchste Staatsziel sein, ebenso wenig, wie die Bereicherung einiger weniger privilegierter Kreise auf Kosten der breiten Masse der Bevölkerung!

Der Kapitalismus ist ein zutiefst unmenschliches und unnatürliches System, weil es darauf aufbaut, sämtliche Ressourcen unserer Mutter Erde auszubeuten und zu verbrauchen. Er nimmt auf menschliches Leben, auf die Natur und Gaia keinerlei Rücksicht, da er alles als handelbare Ware betrachtet und allem einen „Wert“ beimessen muss. Der Nationalismus und besonders ausgeprägt in seiner Form des Nationalsozialismus, ist das widerlichste, was Menschen sich als Ideologie ausgedacht haben und zeugt von tiefster Missachtung sowohl des Menschen, als auch der Würde aller lebenden Wesen. Das Joch des Nationalsozialismus abgeschüttelt zu haben, ist wohl eine der bedeutendsten Taten der Menschheit überhaupt.

Der Kommunismus in seinen Grundgedanken dagegen ist nicht unmenschlich. Unmenschlich wurde er erst durch die Menschen, die auf seinen Thesen ihren Herrschaftsanspruch begründeten. Es muss einen Weg geben, der zwischen den Extremen des Kapitalismus und des Kommunismus hindurch führt. Eine Synthese aus beidem, die sowohl den Leistungsgedanken berücksichtigt, als auch das Bedürfnis der Armen nach materieller Sicherheit und Wohlfahrt. Das was man die soziale Marktwirtschaft nennt und für diesen Weg hielt, hat sich unter dem ständigen Einfluss des Kapitalismus zu einer Spielart seiner selbst entwickelt (weiterentwickelt kann man in diesem Zusammenhang nicht sagen). Das Grundübel unserer Gesellschaft ist die Verbindung von Wohlfahrt und Fürsorge mit Leistung, denn Leistung kann nur bringen, wer auch Arbeit hat. Wenn die Arbeit immer weniger wird, koppelt man Millionen von Menschen von der gesellschaftlichen Integration und Entwicklung, von der Kultur und von allem ab, was einen zivilisierten Menschen ausmacht. Muss man sich da wundern, wenn die Gesellschaft, insbesondere das Prekariat sich mit diesem System, dieser Demokratie, diesem Staat nicht mehr identifiziert und sich radikalen politischen Strömungen öffnet? Freilich hat man das grundlegende Problem schon erkannt. Aber außer belanglosem Geschwafel hat man der zunehmenden Arbeits- und Perspektivlosigkeit nichts entgegen zu setzen. Wobei natürlich nicht unerwähnt bleiben darf, dass in unserem Land Arbeit allein schon längst nicht mehr ausreicht, um den sozialen Absturz, oder gar soziale Sicherheit garantiert. Die meisten Menschen, die in schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen  ausgebeutet werden, sind zusätzlich zur Arbeit auf staatliche Almosen angewiesen, weil ihr Einkommen weder für die ständig steigenden Mieten, noch für die Energiekosten und erst recht nicht für eine ausgewogenen Ernährung, Gesundheitsvorsorge und eine private Absicherung der Alterversorgung reichen!

So betrachtet, braucht man sich nicht über eine Rennaissance linker Ideologien zu wundern. Viele Menschen geben auch heute schon linken Parteien ihre Stimme aus Protest, weil sie vom Kapitalismus enttäuscht sind und sich im Stich gelassen fühlen. Ich kann ihnen das nachfühlen!

weiterführende Links (für alle, die mal reinschnuppern wollen. Aber lasst es Euch gesagt sein, es erfordert starke Nerven und ein erstklassiges Durchhaltevermögen. Kein Wunder, dass man mit solchen Schriften nicht wirklich die Massen von den Sitzen reißen kann, denn der Mensch als Masse ist nicht nur brutal und grausam, er ist auch strohdumm!):

Gerechtigkeit?

Habt Ihr Euch auch bisweilen schon gefragt, wie es in unserem Land mit der vielbeschworenen Gerechtigkeit aussieht? Nun, ich möchte hierzu ein paar Worte verlieren. Wer bisher der Meinung war, in unserem Land – einer Demokratie – seinen die Menschen vor dem Gesetz gleich, nur manche seien eben etwas gleicher, der kann sich ob dieses Urteils bestätigt fühlen. „Urteil im Fall Barbara E. Kündigung wegen 1,30 Euro rechtens“, titelt am 24.2.2009 die sueddeutsche.de!

So weit so gut, oder nicht gut, jedenfalls für die betroffene Dame, die damit bereits in zweiter Instanz gescheitert ist. In diesem speziellen Fall ging es um zwei angeblich unterschlagenen Pfandwertbons im Gesamtwert von 1,30 Euro. Dabei konnte der Arbeitgeber, die Kaiser´s Supermarktkette, den Diebstahl garnicht beweisen. Er kündigte Fristlos und berief sich dabei auf eine sogenannte Verdachtskündigung. Die Gerichte gaben dem Arbeitgeber Recht mit der Begründung…

…über die fristlose Kündigung hinaus seien auch die Voraussetzungen einer „Verdachtskündigung“ erfüllt gewesen, teilte das Gericht mit. Voraussetzung dafür sei das Vorliegen eines „dringenden“ Verdachts einer Straftat, der sich auf objektive Tatsachen, nicht aber auf bloße Unterstellungen des Arbeitgebers gründe. Dies sei hier der Fall gewesen. Ein Zusammenhang mit der Teilnahme der Kassiererin an Streikaktionen sei nicht erkennbar, betonte das Gericht. Eine Revision ließ das Landesarbeitsgericht nicht zu…

…denn…

Eine Kassiererin müsse „unbedingte Zuverlässigkeit und absolute Korrektheit“ zeigen, begründete das Gericht am Dienstag in Berlin sein Urteil. Kündigungsgrund sei der Vertrauensverlust, nicht aber der Wert der Sache.

Dies ermöglicht es mir jetzt die Kurve zu kriegen und ein wenig auf die Banker einzudreschen, denn die haben es wirklich verdient! eine einfache, schlichte, vielleicht etwas einfältige Kassiererin hat für ihren Job Voraussetzungen mitzubringen, die man eigentlich gerade in einer Bank ebenfalls und in verstärktem Masse erwarten würde: Absolute Korrektheit und unbedingte Zuverlässigkeit! Das Thema greift auch Andrea vom Blog andreame unter dem Titel „Die Großen lässt man laufen, die Klienen hängt man“ – Supermarktkassiererin wegen € 1,30 gekündigt, auf.

Wieviele Banker wurde bitteschön bis heute im Zuge der von diesen mit krimineller Energie herbeigeführten Finanzkrise per Verdachtskündigung fristlos aus ihrem Job entfernt? Keiner! Wie hoch ist der Schaden, den die Banker durch ihren Hang zum Glücksspiel (wäre das ihr eigenes Geld gewesen, hätte es kein Schwein gekümmert, wenn sie am Ende pleite gegangen wären, aber es war das Geld ihrer Kunden und nun ist es das Geld der Steuerzahler!), durch ihre bewusst verschleierten Finanztransaktionen, mit denen sie ihre Kreditinstitute nahezu in den Abgrund getrieben haben? Wäre der Staat nicht (der merkwürdigerweise jedes Kreditinstitut als systemrelevant einstuft und damit begründet, den schlechten, verlorenen Milliarden, noch mehr gute Milliarden Euros hinterher zu werfen), sie alle wären schon längst im Orkus verschwunden. Der Bankensektor hätte sich „gesund geschrumpft“, wie es unsere Wirtschaft schon seit fast 30 Jahren tut und in der Hand einiger weniger Großbanken konzentriert, damit auch globalisiert und sozusagen zwangsweise „fit gemacht für eine erfolgreiche Zukunft in einer kleiner werdenden Welt“ (ich weiss, das klingt echt sch..sse, aber ich hab das mal irgendwo in einer Werbebroschüre gelesen).

So und nun könnt Ihr Euch auch die Frage nach der Gerechtigkeit in unserem Land selbst beantworten. Es gibt natürlich Gerechtigkeit! Aber auch bei uns sind einige gleicher als andere. Während Barbara E. als Kassiererin vermutlich keinen Fuss mehr auf den Boden bekommt – dafür spricht die Arbeitslosenstatistik für Berlin – klagen die Banker nun der Reihe nach ihre Millionenboni ein, denn das was sie im Laufe des Jahres auf ihren Kontoauszügen als Gehalt stehen haben, reicht wahrscheinlich weder zum Leben, noch zum Sterben. Und so sind sie auf die Bonuszahlungen dringend angewiesen, um das Überleben ihrer Familien zu sichern. Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis und Barbara E. sicher auch. Immerhin, wenn sie nun bald Hartz IV-Empfängerin sein wird, braucht sie keine Kürzung ihrer Bezüge zu befürchten, wenn sie nicht bereit ist für einen Dumpniglohn zu arbeiten („Hartz IV-Kürzung aufgehoben – Lohnwucher ist unzumutbar“ n-tv.de am 24.2.2009) und das ist ja auch schon mal was wert!

Das System der Permakultur

Gemeinhin wird Mollison als der Vater der Permakultur bezeichnet. Er war einer der Ersten, der den Gedanken eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur und ihrer Ressourcen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte. Waren anfänglich nur einige wenige „Hippies“ offen für seine Anregungen, so entwickelte sich der Gedanke der Permakultur seit Ende den Neunziger Jahren zu einer immer breiter werdenden Bewegung. Bill Mollison wurde 1928 in Tasmanien/Australien geboren und gilt – zusammen mit David Holmgren – als Vater der Permakultur. Er hat mehrere Bücher geschrieben, in denen er seine Gedanken zu einem respektvollen Umgang mit der Natur darlegt und Vorschläge zur Schaffung sich selbst erhaltender Systeme macht.

1978 gründete er das Institut für Permakultur (Permaculture Institute). Seine Gedanken und Ideen werden in Kursen und Seminaren weiter gegeben.

Mit dem Prinzip der Permakultur sind auch ethische Gedanken verbunden, die auf einem Miteinander und nicht Gegeneinander der Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen, Rassen und Religionen fußen. Permakultur lehrt einen verantwortungsvollen Umgang miteinander und ein grundsätzliches Überdenken und Abwägen der Folgen einer bestimmten Handlung bevor diese in die Tat umgesetzt wird und nicht hinterher! Wir sind unseren Kindern und Enkeln gegenüber verpflichtet zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, zu einem sorgsamen Umgang mit den Ressourcen unserer Mutter Erde, die wir Gaia nennen.

Die Ethik der Permakultur gründet sich auf drei Säulen. Sie bildet die Basis für jedes Projekt, unabhängig vom Ausmass desselben (ich zitiere hier aus dem Artikel Permakultur von Wikipedia):

  1. Achtsamer Umgang mit der Erde (Earthcare) – diese ökologische Komponente zielt auf den behutsamen und vorausschauenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen (Ressourcen), die als ein Geschenk der Erde für alle Lebewesen aufgefasst werden. Um ein Permakultur Design als nachhaltig bezeichnen zu können, sollen die natürlichen Regenerationszyklen (Stoff- und Energiekreisläufe) der lebenserhaltenden Systeme bewusst und langfristig eingeplant werden.

  2. Achtsamer Umgang mit den Menschen (Peoplecare)diese soziale Komponente nimmt insbesondere Rücksicht auf die Selbstbestimmungsrechte aller Menschen. Hier wird das Problem von Freiheit und Verantwortung besonders deutlich. Allen das Recht auf eine frei gestaltbare Nutzung der Lebensgrundlagen zu gewährleisten, erfordert eine Balance zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Bedürfnissen. Hieraus entspringt eine ethische Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. Alle Menschen sollen das gleiche Recht auf Zugang zu den Lebensgrundlagen (Ressourcen) haben.

  3. Selbstbegrenzung (Wachstumsrücknahme) und Überschussverteilung (Limits to consumption and growth, redistribution of surpluses) – Diese ökonomische Komponente leitet sich von der begrenzten Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit unseres Planeten Erde ab. Auch wir Menschen müssen lernen, eine zukunftsfähige Selbstbegrenzung in Bezug auf die Befriedigung unserer Bedürfnisse auszuüben: als Einzelne und als Menschheit gegenüber der Erde (Tiere, Pflanzen, …), sowie als Einzelne und als Gemeinschaft untereinander. Die dritte Komponente steht daher für eine bewusste Umsetzung von Selbstbegrenzung und einer (Rück-)Verteilung der gemeinsam erzielten Überschüsse. Letztere bezieht sich auch auf die adäquate Rückführung in natürliche Kreisläufe. Damit schließt sich der Kreis zu Earthcare und Peoplecare, bzw. überschneiden sich die drei ethischen Aspekte.

An diesen drei ethischen Grundsätzen muss sich jedes Permakulturprojekt messen lassen.

Welche Methoden der Landwirtschaft und des Gartenbaus sind denn nun geeignet, um in der Permakultur Verwendung zu finden? Mit welchen Methoden kann man den Einsatz von Kunstdünger oder Düngemitteln überhaupt vermeiden und wie sich gegen unerwünschten Pflanzenwuchs oder Insekten und andere Tiere behaupten?

  1. Mischkultur:

    Es gibt bekanntermaßen die unterschiedlichsten Nutzpflanzen, die entweder zur Ernährung von Mensch und Tier, oder zur Erzeugung von Rohstoffen genutzt werden können. Obst, Gemüse, Pilze, Getreide, sowie Heil- und Arzneipflanzen. Während einige Arten sich überhaupt nicht miteinander vertragen, d.h. sie stören und behindern sich gegenseitig im Wachsen und Gedeihen und im schlimmsten Fall gehen sie sogar ein. Andere Arten dagegen stören sich überhaupt nicht an anderen Gewächsen in ihrer direkten Nachbarschaft. Wieder andere Pflanzen gedeihen erst dann richtig gut, wenn sie bestimmte Pflanzen in ihrer direkten Nachbarschaft haben. Sie bringen größere und bessere Früchte hervor, als wenn sie allein oder in Monokulturen wachsen.

    Monokulturen sind eines der Grundübel der industriellen Landwirtschaft, fördern sie doch die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingsbefall. Die richtigen Pflanzen in der richtigen Gemeinschaft angebaut, schützen und unterstützen sich gegenseitig. Früher war das allgemein bekannt. Aber mit dem Einzug der industriellen Landwirtschaft, geriet dieses uralte Wissen in Vergessenheit – man hatte ja Kunstdünger und das, was man üblicherweise als Pflanzenschutzmittel bezeichnet.

    Links:

    freeware-kiel.de (hier gibt es eine Software, die bei der Planung einer Misch- oder Zwischenkultur hilft).

  2. Mulchen:

    Bezeichnet eine Methode, zwischen angebauten Pflanzen den Boden mit unverrottetem, organischem Material zu bedecken, um ihn vor Witterungseinflüssen (Austrocknung und Verkrustung des Bodens) und unerwünschtem Pflanzenwuchs zu schützen. Außerdem führt das Verrotten des aufgebrachten Materials zu einer Zuführung von Nährstoffen.

    Zum Mulchen können alle organischen Materialien genutzt werden, wie sie z.B. in der Landwirtschaft oder bei der Gartenarbeit anfallen. In der industriellen Landwirtschaft ist es mittlerweile üblich geworden, mit Plastikfolien zu mulchen. Das widerspricht natürlich dem ursprünglichen Gedanken des Mulchens als einer schützenden Bodenbedeckung, die durch der Verrottungsprozess dem Boden auch noch Nährstoffe zuführt. Unter der Folie wird es sehr heiß und es muss Kunstdünger zugeführt werden, da der Boden sonst seine Fruchtbarkeit verliert. Um Plastikfolien zu produzieren sind Unmengen von Erdöl notwendig, einer endlichen und teuren Ressource, aus deren Abhängigkeit wir uns so schnell wie möglich befreien müssen. Mulchen mit Folien widerspricht daher dem Prinzip der Permakultur.

    Kraut und Rüben (Magazin für biologisches Gärtnern und naturgemäßes Leben)

  1. regional angepasste, alte Tier- und Pflanzenarten:

    Permakultur ist eine sehr regionale Angelegenheit. Jede Region hat ihre eigenen, spezifischen Bedingungen, was die Geographie, das Klima und die Geologie betrifft. Über die Jahrhunderte hinweg haben unzählige Generationen von Bauern Tier- und Pflanzenarten heran gezüchtet, die auf genau diese Bedingungen spezialisiert waren. Das bedeutete, dass sie unempfindlich waren gegen Krankheiten und extreme Witterung, aber trotzdem gute Ernten hervorbrachten. Leider gingen in den vergangenen 50 Jahren sehr viele dieser alten und bewährten Arten verloren, weil sie durch einige wenige, hochgezüchtete, maschinengerechte und neue Arten ersetzt wurden.

Videos bei YouTube (hier habe ich einige Links gesetzt, die sich mit dem Thema Permakultur befassen und eine Fülle von Informationen zum Thema bieten):

Bill Mollison (http://www.tagari.com) über das Permaculture Concept:

Urban Permaculture Strategies: