Das Kapital steht rechts!

Gestern war Brasilien dran! Putsch des Parlaments gegen die demokratisch gewählte Präsidentin Dilma Ruosseff unter dem Applaus der USA! Morgen Venezuela? Das Land mit den reichsten Ölvorräten der Erde. Wird seit der demokratischen Wahl einer linken Regierung von der venezolanischen Wirtschaft, US-Konzernen, den USA und Kolumbien unter massiven Druck gesetzt! Übermorgen Ecuador? Ebenfalls reiche Ölvorkommen und eine linke Regierung, muss sich das Land gegen die Einflussnahme durch die USA, US-Konzerne und andere reaktionäre Gruppen zur Wehr setzen! Griechenland? Kein Öl aber strategisch wichtig! Linke Regierung, die von der EU und dem IWF geknebelt und massivst unter Druck gesetzt wird!
Es gibt keine linke Regierung in irgend einem Land auf der Welt, mal abgesehen von Nordkorea vielleicht, die nicht unter dem massiven Druck des globalen Kapitals steht, insbesondere, wenn es um strategische Rohstoffe, wie z. B. Erdöl, geht, die grundsätzlich als wichtig für die nationale Sicherheit der USA betrachtet und deshalb beansprucht werden!
Und es ist kein Ostblock mehr da, der diesem Treiben Einhalt gebieten könnte.
Dies scheint allmählich der Moment zu sein, an dem wir den Untergang des real existierenden Sozialismus so langsam zu bedauern beginnen sollten!

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Mir kommen gleich die Tränen!

Jo, „US-Wirtschaft zeigt immer mehr Anzeichen der Schwäche„, „Russische Konjunktur bricht zu Jahresbeginn ein„, „Ukraine: Wirtschaft bricht im ersten Quartal ein„, was will man uns mit diesen Meldungen sagen? Will man uns auf irgend etwas vorbereiten, ohne wirklich mit der Wahrheit heraus zu rücken? Sollen wir uns vielleicht den Dickdarm verkürzen lassen, oder was? Und dann noch die Unverschämtheit des Jahres:“Griechenland bezahlt seine Staatsdiener“ das schlägt dem Fass den Hoden ins Gesicht!

Die Armen sind Schuld! Die Griechen auch!

Ja nun, was sagt man dazu? Die Armen zahlen die Zeche für die Reichen? In den Krisenstaaten, besonders in Griechenland wächst die Kluft zwischen arm und reich, wegen der Extrem-Sparpolitik? Als ob das in Deutschland anders wäre. Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher und wenn jemand den Mindestlohn befürwortet, oder gar Lohn- und Gehaltserhöhungen, dann droht der Untergang des Abendlandes! Wenn es um Erbschaftssteuern geht, dann bricht die Wirtschaft zusammen, weil die notleidenden Erben mit ihren notleidenden Betrieben die Steuern nicht aufbringen können! Wenn der Ölpreis sinkt, dann ist das nur zum Teil gut für die Wirtschaft. gerne nimmt man die niedrigen Energiekosten als Konjunkturpaket für sich in Anspruch, bedauert aber gleichzeitig, dass die Aktionmärkte und die Energiekonzerne darunter litten. Für die Umwelt ist das auch schädlich, weil der Pöbel meint, er könne bei niedrigen Spritpreisen mir nichts dir nichts mehr Auto fahren und die Umwelt verpesten! Gelobt seien die Nutzer von Dienstwagen. Die zahlen nur marginale Steuern auf die private Nutzung der Fahrzeuge und egal ob der Sprit billig ist oder teuer, sie fahren immer zwei- oder dreihundert tausend Kilometer im Jahr! Wenn die Immobilienpreise sinken, dann heulen die Investoren, die Grundbesitzer und vor allem die Spekulanten und Miethaie. Wenn die Mieten durch die Decke schießen, dann heulen nur die Mieter und bitte, mit welchem Recht eigentlich? Mietwohnungen sind nun mal zum Abkassieren gedacht, nicht zum drin wohnen und wohl fühlen! Da kann man auch schonmal einfach die Mietpreisexplosion einfach leugnen oder gleich ganz weglügen, kann mit einem Rückgang der Neubauten drohen und weinend auf die vollkommen überflüssige (weil leider wirkungslose) Mietpreisbremse hinweisen. Wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder Mieter angemessenen Wohnraum leisten könnte? Das wäre ja Sozialismus…

Und den Sozialismus versucht man ja in Griecheland gerade wieder einzuführen. Durch die Hintertür und mit Hilfe der Rechtsradikalen. Aber das wird man dem fauen Pack im Süden Europas schon austreiben. Die Propagandamaschine läuft auf Hochtouren, die BLÖD-Zeitung hetzt, was das Zeug hält und Sch(r)äuble fühlt sich mal wieder beleidigt – wobei man sich bei der Gelegenheit vielloeicht mal daran erinnern sollte, wie der Herr Minister mit seinen Mitarbeitern umzugehen pflegt! Wer nicht passt, wird passend gemacht, indem man ihn zusammen faltet. Und zwar vor versammelter Mannschaft. Was sein muss, muss schließlich sein und dient der Disziplinierung unbotmäßiger Schwachköpfe in den eigenen Reihen!

Und dann kommt da ein Griechenlümmel mit Namen Varoufakis daher, der nicht mal eine anständige Krawatte trägt und will dem rollenden Wolfgang erklären, wo der Bartel den Most holt? Ey, von was träumt ihr denn des nachts?

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Die Sünden des Herrn Varoufakis

Ja das war ja auch mal ein Ding, was? Da sitzt der griechische Finanzminister mit seiner Frau am Tisch, in trauter Zweisamkeit, bei leicht angegammeltem Fisch (könnte auch gegrillt gewesen sein, wie auch immer), einer Schüssel Salat und einem Zahnputzbecher voll Wein und gibt sich der Völlerei hin? Während Millionen Griechen hungern! Hätte er statt dessen seine Gattin so lange verprügelt, bis sie ihm die lauwarme Armensuppe á la EZB von der Suppenküche geholt hätte, ja das hätte Stil gehabt! Und die frommen Christenmenschen hätten gesehn:“Ja, er muss seine Frau wahrlich lieben, denn er schlägt sie ja schließlich!“ Der Papst Franz in Rom hätte ihm sicher seinen Segen erteilt und gleich noch die Absolution oben drauf und alle andern auch – vorausgesetzt, er hätte dabei die Würde der Frau gewahrt. Ganz so wie es sich gehört! Aber er ist ein Linker! Er ist aus Griechenland! Und er kann Sch(r)äuble nicht leiden (was vermutlich auf Gegenseitigkeit beruht) und er spricht Dinge aus, die niemand in der EU hören will. Das geht natürlich nicht! Armer Sünder…

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Griechenland und kein Ende

Ja, es scheint Fakt zu sein. Politik in Griechenland wird derzeit nicht nur von und in der EU gemacht und zwar unter Aufsicht und Befehl der Troika der EZB, sondern auch und besonders in Berlin. Von Muddi! Und von Schäuble! Und von ihren Spiessgesellen und Erfüllungsgehilfen in den Vorstandsetagen der großen Bank- und Versicherungskonzerne und natürlich auch von den Großkoalitionären, die sich zur Zeit allerdings als Griechenlandversteher präsentieren.

Aber jeder weiss, dass sie es in Wirklichkeit garnicht so meinen! Genauso, wie sie es mit der Wahrheit nicht so ernst meinen und schon gar nicht mit der Realität! Denn selbst die früher mal „linke“ SPD mag kein Linksbündnis Syriza unter Tsipras, weil ihnen das zu ähm links wäre. Womöglich steckt dahinter ja so etwas wie Sozialismus, oder gar Kommunismus im Tarnanzug und von Ersterem hat sich die Sozialdemokratie schon vor langer, langer Zeit verabschiedet.

Ebenso von den Idealen des Klassenkampfes. Spätestens seit Gerhard Schröder Bundeskanzler und „Genosse der Bosse“ in Personalunion wurde, gibt es den einst propagierten Klassenkampf nicht mehr als Ziel der SPD.

Bestenfalls in Gestalt des umgekehrten Klassenkampfes, wenn man das unter der Umverteilung des Volksvermögens von unten nach oben verstehen will.

Es wird sogar so sehr klassengekämpft, das es auch dem schon reichlich neoliberalen Nuschelorakel der SPD, Altkanzler Helmuth Schmidt, zu bunt wird und er sich genötigt sieht, den moralischen Zeigefinger zu erheben und auf die drohende Spaltung der Gesellschaft hinzuweisen. Und das will dann schon mal etwas heissen!

Derweilen bewegt sich Muddi mit der Grazie einer Tunnelfräsmaschine und dem Charme einer oft benutzten Klobürste durch das lästige Dickicht der politischen EU-Kleinstaaterei und beschwört den finanziellen Untergang des Abendlandes herauf, wenn Griechenland den Euro verlässt! Nach aussen jedenfalls.

Hinter vorgehaltener Hand mauschelt man freilich schon, wie man den Schaden für die Konzerne, im Fall der Fälle, möglichst gering halten könnte. Im Zweifel stehen ja die deutschen und europäischen Steuerzahler für die Ausfälle gerade und voilá! Gerettet! Die Konzerne und ihre Profite jedenfalls!

Natürlich muss man dann im Gegenzug an der ein oder anderen Stelle ein paar Einsparungen vornehmen und. Ein, zwei Kürzungen vielleicht. Aber das liegt dann daran, dass „wir“ eben viel zu lange über „unsere“ Verhältnisse gelebt haben!

Meanwhile sind die Bürger, besorgt und verunsichert, wie das so ihre Art ist, erst einmal mit Pegida und der AfD beschäftigt und abgelenkt, so dass man sich eher darum zu sorgen scheint, ob man seinen Regenschirm zur montagabendlichen Patridiotendemo gegen die Islamisierung des Abendlandes mitnehmen sollte, oder eine Taschenlanpe, um sich selbst heim zu leuchten, wenn die Semperoper, das Brandenburger Tor, oder der Kölner Dom durch Abschalten der Beleuchtung in ein Dunkel getaucht werden, wie es dunkler selbst in den dunkelsten Analkanälen der ebenfalls sehr besorgten konservativen Politprominenz nicht sein könnte!

Die CSU versucht die AfD rechts außen zu überholen. Die CDU rauscht links an der SPD vorbei, die darob leicht indigniert darüber nachzusinnen scheint, wo sie nun eigentlich in diesem wirren Spektrum verwirrter Schwachköpfe überhaupt genau steht. Und die FDP präsentiert sich in der Zwischenzeit als Alternative zur Alternative für Deutschland zu etablieren. Obgleich sie das nicht nur ohne Sinn und Verstand, sondern auch ohne Gesicht und Profil versucht.

Aber so etwas ist in unserer heutigen Zeit sowieso nur überflüssiger Ballast und Eigenschaften wie Stromlinienförmigkeit, Gleitfähigkeit und Widerstandslosigkeit sind eindeutig mehr gefragt denn je. So kann man nämlich leichter da eindringen, wo´s warm (und braun) rauskommt, bei den Reichen und Mächtigen.

Widerstandsloses gleiten ist auf dem politischen Karrieresprungbrett zur alternativlosen Alternative für den dynamischen Egomanen und damit zur wichtigsten Disziplin geworden! Viel Spass dabei!

Wer zahlt für Krisenstaaten? Die mit den schlechten Karten…

…und zwar Steuerkarten! Ja natürlich weiß ich, dass es keine Steuerkarten mehr gibt. Aber Du und ich, er und sie, Hinz und Kunz, sind die Deppen, die ihre Staaten mit den mehr oder weniger freiwillig gezahlten Steuern am Laufen halten, fragt niemand, ob sie es schick finden, wenn mit ihren Steuergroschen Pleitegeier über Irland, Portugal, Spanien, und nicht zuletzt Griechenland oder auch Zypern abgefüttert werden.

Man setzt das Einverständnis des Steuerzahlers einfach voraus und zwar als selbstverständlich, während man jene, die für gewöhnlich jede sich nur bietende Gelegenheit zur Verringerung ihrer Steuer“last“ nutzen und, wenn irgend möglich, ihre Einkünfte am liebsten vor dem Finanzamt verschleiern und enorme Summen an Steuern einfach hinterziehen, mit solchen Lappalien, wie der Rettung von Krisenstaaten in übergroßer Herzensgüte bislang verschont hat!

Da traf mich heute morgen die bahnbrechende Erkenntnis der Bundesbank fast wie ein Hammer, als ich, gerade im Autos sitzend einen leckeren Apfel vor mich hin kauend, im Radio hörte, eben jene Bundesbank habe vorgeschlagen, vor der Rettung von Krisenstaaten doch erst einmal in die Taschen der reichen zu greifen, bevor man dann die EU, mithin also uns, zur Kasse zu bitten!

Woher die Bankster diese bahnbrechende Erkenntnis nehmen, entzieht sich zwar meiner Kenntnis, lässt aber doch tief blicken – zumindest, wenn man davon ausgeht, dass auch unsere Politiker diese Idee schon mal ins trübe Auge gefasst haben könnten. Äußert die (meist linke) Opposition den Wunsch, das Vermögen der Reichen wenigstens ein kleines bisschen zu versteuern und davon z. B. die Bildungsrepublik Deutschland zu finanzieren, bekommt man meistens die lapidare Auskunft, die Einnahmen würden bei weitem nicht die Kosten decken, die durch das Eintreiben der Steuern entstünden! Wer´s glaubt wird selig…

Wer aber glaubt, der Staat und seine Politiker würden sich um ein bisschen mehr Steuergerechtigkeit bemühen, einfach weil dieses System so ungerecht ist und die Leute schröpft, die fleissig jeden Tag zu einer oder mehreren Arbeitsstellen gehen, um ihr Leben zu fristen, der irrt gewaltig. Eher friert die von den christlichen Politikern so oft und gern beschworene Hölle zu, eh in Deutschland ein Steuersystem eingeführt wird, das sowohl leicht verständlich,. als auch gerecht ist!

Ach ja, ist das Eintreiben von Steuern nicht eigentlich per se schon eine Zwangsenteignung? Und wenn der einfache, ehrliche, Steuerbürger rechtmäßig zwangsenteignet wird, warum dann der reiche, unehrliche, Steuerbetrüger nicht?

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Lauscher auf Empfang!

Wuahahaha! Griechenland, das winzig kleine, gerade pleite gehende Griechenland, ist tatsächlich so rotzfrech und schafft es, mittels ihres Nachrichtendienstes EYP, US-Diplomaten zu belauschen? Das entlockt mir ein zünftiges „Bravo, Leute!“ und die Frage, wieso die ehrenwerte (aber offensichtlich völlich ahnungslos-naive) Frau Merkel nicht die Mitarbeiter ihrer eigenen Geheimdienste MAD (nein, nicht das Satiremagazin!), des BND und des Verfassungsschutzes zur Aus- und Weiterbildung nach Athen schickt! Dort könnten sie doch glatt was sinnvolles lernen und, das möchte ich auch nicht verhehlen, man hätte einen gewissen positiven Effekt auf das griechische Bruttoinlandsprodukt, wenn man die Fortbildungskurse auch bezahlen würde, anstatt die Milliarden den deutschen Banken hinterher zu werfen…

Und während der frühere griechische Außenminister Theodoros Pangalos angeblich mit großem Vergnügen und bei Kaffee und Gebäck dem Geschwafel der erzürnten Diplomaten aus gods own country lauschte, zog es unsere BundeskanzlerIn vor zuerst die deutschen Bürger für blöd zu verkaufen und anschließend, als es sie selbst betraf (und natürlich gleich nach der Bundestagswahl) die empörte Matrone zu spielen, um von eigenem Versagen abzulenken!

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Presst den letzten Cent aus diesen faulen Lümmeln heraus…

Das ist schon toll, wie die griechische Regierung um die Anerkennung „ihrer“ Leistungen kämpft, um noch ein paar Milliarden in den Arsch gesteckt zu kriegen und nochmal und nochmal! Während die Reichen nach wie vor tun und lassen können, was sie wollen, ohne dass sie irgend jemand mit solchen Banalitäten wie dem Steuerzahlen behellast, presst man die einfachen Leute aus, wie die sprichwörtlichen Zitronen – Sozialleistungen weg, Steuern rauf, bis einem die Pisse in den Augen steht und am Besten gleich den Job auch noch weg. Alles, was noch irgend einen Wert hat, weit unter diesem an sog. Investoren verscherbeln, ja verschleudern und dann ein kleines „Wirtschaftswachstum“ ankündigen! Die armen Griechen wirds sicher freuen!
Ich denke, hier probt man den „Sozialstaat“ der Zukunft! Hier testet man aus, wie weit man gehen kann, bevor die Gesellschaft implodiert! Denn seien wir mal ehrlich. Auf genau diesem Wege sind wir doch auch schon lange, seit die globalisierte Wirtschaft und die Global Player die Politik und erst Recht die Wirtschaft dominieren!
Gelobt sei, was reich macht – zwar nur wenige, das aber richtig! So schön kann Kapitalismus sein!

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Italiens Dilemma

Kann man Wahlergebnisse befehlen? Oder dafür sorgen, dass man von außen dem betreffenden Wahlvolk erklärt, was es zu wählen habe, bzw. welche Regierung die richtige wäre? Ist es denn überhaupt noch Demokratie, wenn die EU und ihre politischen Protagonisten den Italienern erklären, was und wen sie wählen sollen und diese täten dies dann auch wirklich?

Italien hat nicht das getan, was man von ihm erwartet und erst recht nicht das, was die EU für richtig erachtet hat. Niun, die Italiener taten das, was sie wollten. Sicher nicht, weil sie es für richtig gehalten haben, sondern weil sie sich nicht gern von irgendwelchen hergelaufenen Europäern sagen lassen wollen, was richtig ist für sie und was falsch. So, wie das vermutlich jedes andere Volk auch getan hätte, dem eine Horde EU-Bürokraten sagen will, wo der Hammer hängt…

Und so kam das Ergebnis heraus, dass zu erwarten war – Berlusconi, der alte geile Sack, der Italien schon mehrfach „regierte“ und dabei so dicht an den Rand des wirtschaftlichen und politischen Abgrundes manövriert hat, wo es nun steht, hat vom Volk die Macht bekommen, eine ihm nicht genehme Regierung zu blockieren, bzw. nach seiner Pfeife tanzen zu lassen! Der hetzende „Komiker“ Beppe Grillo hat jeden 4. Italiener/ItalienerIn davon überzeugt, dass Politik und Demokratie (nicht nur in Italien) zum schlechten Witz verkommen ist. Und so wählten sie ihn. Der Rest der Stimmen fand sich auf den Stimmzetteln bei den Sozialdemokraten des Pier Luigi Bersani.

Monti, den sie den Technokraten nennen und auf den die EU so große Stücke hält, der sich aber nicht frühzeitig genug dazu durchringen konnte, für die Wahlen zu kandidieren, nachdem er ohne jede demokratische Legitimierung ins Amt des Miniterpräsidenten gelangt war. Er war es auch, der nach bewährtem europäischem Vorbild eine Sparpolitik zu verantworten hat, die ausschließlich zu Lasten der Arbeiter und Angestelltn, der kleinen Leute also, geht und er ist ebenso dafür verantwortlich, dass die Jugendarbeitslosigkeit bei 37 % stabilisierte! Eine Jugend ohne Zukunft, Menschen, die Angst um ihre Jobs haben und eine Steuerbelastung, die lediglich die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen trifft, da freuen sich korrupte und populistische Politschweine wie Berlusconi. Die haben zwar auch keine Lösung, aber dafür umso mehr saudummes Geschwätz parat, mit dem sie verunsicherte Wähler fangen, obwohl denen mehrheitlich klar sein müsste, dass die Versprechungen solcher Mumien wie dem sog. Cavaliere ebenso weit von der Realität entfernt sind, wie der Mond von der Erde.

Nun stehen alle begossen da. Nur Grillo lacht sich ins Fäustchen, kann seine Bewegung doch nun im Parlament Fundamentalopposition treiben, wie er es schon angekündigt hat.

Vermutlich wird es deshalb bald Neuwahlen geben müssen, wenn keine handlungsfähige Regierung zustande kommt. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein!

Warum aber, so fragt man sich unwillkürlich, verlangt die EU von den verschuldeten Staaten Europas eine Politik, die einseitig zu Lasten der einfachen Menschen geht und verschont die Reichen und die großen Vermögen, behelligt keine Großunternehmen und Konzerne mit Steuern und schiebt den Bankstern in alles Staaten die Euroscheine milliardenweise in die breiten Ärsche? Weil die Banken und ihre kriminellen Kasinos systemrelevant sind, die Konzerne die Macht besitzen, die Politik in der EU und in jedem einzelnen EU-Staat zu bestimmen (mit Ausnahme vielleicht von Island) und weil die Reichen die Politiker auf die ein oder andere Weise eingekauft und korrumpiert haben. Woher soll denn da sozial verantwortungsvolle Politik kommen? Woher Nachhaltigkeit und woher anständig bezahlte Arbeitsplätze?

Alles gelogen und aus den Fingern gesaugt? Wer sieht, wie Berlusconi „Politik“ macht, der kann sich vorstellen, wie es überall in der Politik zugeht, nur nicht immer ganz so auffällig. Nicht jeder ist derartig unverschämt wie Botox-Silvio und macht den Staat zu einem Selbstbedienungsladen, schustert sich die Gesetze so zurecht, dass ihm vermeintlich kein Ungemach von der Justiz dräuen kann.

Oder nehmen wir Spanien als weiteres Beispiel? Die gesamte politische „Elite“, die jetzt an der Macht ist, angetreten mit dem hehren Versprechen, Spanien aus der Schuldenkrise zu führen, ist vermutlich ebenso korrupt, wie die Regierungen vorher. Sogar der Ministerpräsident Mariano Rajoy soll sich, neben regelmäßigen Zahlungen aus schwarzen Parteikassen, ausgerechnet in der schlimmsten Krise und ganz nebenbei eine satte Gehaltserhöhung gegönnt haben, während auf sein Geheiß hin den einfachen Menschen die Renten gekürzt, die Gesundheitsversorgung zusammen gestrichen und auch sonst der gesamte Sozialstaat nach bewährtem kapitalistischen Muster rasiert und eingedampft worden ist. Die Arbeitslosigkeit ist exorbitant hoch und hunderttausende Spanier sind aus ihren Wohnungen geworfen worden, für die sie die Raten nicht mehr zahlen konnten. Die Arbeitslosigkeit ist enorm! Das ist der Stoff, aus dem gewöhnlich Revolutionen gemacht sind!

Überall ist es das gleiche Spiel! Über die Situation in Griechenland brauchen wir uns nicht weiter auslassen. Jedem sind die Fakten bekannt. Armut, Hunger und Not sind die Folge – nicht bei den Wohlhabenden, Reichen, Schönen und Korrupten, nein, es sind die einfachen Leute, die für die Fehler der Politik büßen müssen, die sterben müssen, weil die Politik versagt und nicht bereit ist, dafür die verantwortung zu übernehmen. Es ist die Politik, die nicht bereit ist, diejenigen an den Kosten der Krise zu beteiligen, die deren Gewinner sind und nun in aller Ruhe ihre illegalen Gewinne ins Ausland schaffen können, bevor der Staat irgendwann doch noch unter dem Druck der Wähler halbherzig versucht, ein paar der unrechtmäßig ergaunerten Euros abzuschöpfen.

Europa ist zu einer Pfründe des Kapitals geworden. Politiker agieren nur noch im Interesse der Konzerne und des Kapitals, was sie jedoch für gewöhnlich mit dem Allgemeinwohl begründen. Davon kann aber solange keine Rede sein, wie die Interessen der Wirtschaft die alleinigen Massstäbe sind, an denen Politik sich orientiert. Der grassierende Neoliberalismus ist die Pest des 21. Jahrhunderts und dagegen müssen wir mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kämpfen. Allzu wählerisch dürfen wir dabei nicht sein!

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Tja nun, Muddy´s senkt den Daumen…

…über dem ESM-Rettungsschirm, kaum dass über eine mögliche strengere Regulierung der Ratingagenturen spekuliert wurde. Klingt für mich irgendwie nach einem Revanchefoul, so nach einer finanzmarkttechnischen Blutgrätsche.

Die Frage is nur, spielt das irgendeine Rolle, wenn ma sich als ESM, in Zusammenarbeit mit der EZB und den bestgerateten Staaten Europas, der Bundesrepublik etwa, das Geld quasi selber drucken kann, das man sich dann anschließend gegenseitig in den Hintern schiebt?

Die Spielchen um Griechenland und die Rettung der dort herum röchelnden Investments der großen europäischen Bankkonzerne schreitet unterdessen weiter voran. Die Bedienung der Schulden ist erst einmal gesichert. Falls in diesem Winter in Griechenland jemand verhungern sollte, oder erfrieren, so ist dies zwar ein bedauerlicher Kollateralschaden, aber sonst nicht weiter relevant.

Wir dürfen gespannt sein, wer als nächstes seine Füße unter dem Tisch des ESM ausstrecken wird. Irland? Portugal? Spanien? Italien? Oder eher doch Frankreich? Aber das is ja lange noch nich das Ende der Fahnenstange. Auch Zypern krebst am Rande des Zusammenbruchs herum, ebenso wie Slowenien und das, obwohl gerade dort die Lobeshymnen der neoliberalen Wirtschaftspolitik am lautesten gesungen wurden…

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