Kampf gegen den Genmais-Anbau

In Rheinstetten bei Karlsruhe haben Genmaisgegner heute ein eingezäuntes „Versuchsfeld“ mit Genmais zerstört! Das meldeten die SWR3-Nachrichten heute. Natürlich wissen wir alle, dass dies eine strafbare Handlung ist. Aber ich zolle den Aktivisten meinen Respekt, dafür, dass sie eine Bestrafung in Kauf nehmen, um uns und die Natur vor der Verseuchung durch gentechnisch veränderten Pflanzenhybriden zu bewahren.
Immerhin handelt es sich bei solchen mutigen Aktionen um Sachbeschädigung und die werden in der Regel mit Geldstrafen geahndet. Das Geld dafür muss man natürlich auch erstmal haben.
Das Festhalten der Saatgutkonzerne am Einsatz vor allem von Genmais, zeugt von ganz besonderer Ignoranz. Man glaubt wohl an höherer Stelle (und damit meine ich nicht etwa Mutter Erde, Gaia, Gott, Buddha, oder sonst eine göttliche Inkarnation, sondern die Managemantebene der Konzerne!) besser zu wissen, was gut für die Menschen ist und was nicht. Anders ist doch nicht zu erklären, warum man gegen den Willen der betroffenen Menschen am Genmais-Anbau festhält und alle Proteste dagegen bewusst ignoriert!
Wem das genauso wenig passt wie mir, der sollte sich mal den Artikel „Nein zu Gen-Mais“ anschauen, den ich auf dem Blog „fuereinebesserewelt“ gefunden habe. Nehmt an der Protest-Postkarten-Aktion teil, die dort verlinkt ist und bringt Euer NEIN zum Anbau getechnisch veränderter Pflanzen damit zum Ausdruck.
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Natürliche Landwirtschaft in Mitteleuropa

Betrachtet man die Permakultur-Szene in Mitteleuropa, besonders in Deutschland, so fällt auf, dass sich nahezu alle Projekte überwiegend an Bill Mollison´s und David Holmgren´s Vorstellungen von Permakultur orientieren. Man bedient sich sogar des kompletten englischen Vokabulars und nicht jedes lesenswerte Buch zum Thema ist ins Deutsche übersetzt worden. Dies schränkt die Verbreitung der Permakultur in unseren Breiten stark ein und führt wohl auch dazu, dass der Eindruck entsteht, bei den Anhängern der Permakultur handele es sich um einen kleinen, sowohl elitären, als auch esoterischen Zirkel.
Will man aber eine breitere Akzeptanz der Permakultur in der Bevölkerung und besonders unter den Landwirten erreichen, so ist es unumgänglich, sozusagen eine deutsche bzw. mitteleuropäische Version der Permakultur zu entwickeln. Damit möchte ich keine deutschtümelnde, quasialternative Neo-Grüne Bewegung befürworten. Es soll jedoch nicht vergessen werden, dass Permakultur bedeutet, sich an den regionalen, klimatischen und geographischen Eigenheiten einer Landschaft zu orientieren, um an diese angepasst, ein sich selbst erhaltendes Permakultursystem zu schaffen, mit dessen Hilfe die Ernährung der Menschen dauerhaft gesichert werden kann.
Landwirtschaft nach den philosophischen Prinzipien des Masanobu Fukuoka ist es meines Erachtens wert, an die mitteleuropäischen regionalen klimatischen und geographischen Bedingungen angepasst und weiterentwickelt zu werden. Der Grundtenor seiner Philosophie bildet die Erkenntnis, dass die Natur der beste Lehrmeister für eine Schaffung sich selbst erhaltender Systeme ist. Sie ist in jeder Beziehung perfekt. Wenn sie einmal nicht funktioniert, ist dies in aller Regel die Schuld des Menschen, der sich erdreistet hat, in den perfekten Kreislauf einzugreifen, weil er meint, auf Grund seines „Wissens“ diesen nicht nur verbessern zu können, sondern dies auch zu müssen.
Dabei ist der Mensch nicht in der Lage die komplexen Zusammenhänge in der Natur zu durchschauen und zu verstehen. Überall, wo er mit seinen Versuchen, Erträge und Arten zu verbessern, verkehrte sich das Ergebnis ins Gegenteil. Züchtet er neue Getreidesorten, so werden diese immer empfindlicher, was zu einem erhöhten Arbeitsaufwand und daher Energieeinsatz führt, zu einem höheren Düngemittel-, Herbizid-, Pestizid- und Fungizidbedarf.
Wie Fukuoka erkannte fürht der Einsatz von immer größeren Maschinen zu einer Verdichtung des Bodens, der schließlich hart wie Beton wird. Der Düngemitteleinsatz und der enorme Verbrauch an Insektenschutz- und Unkrautvernichtungsmitteln führt zu einem Absterben der Bodenflora und -fauna. Dies wiederum bewirkt einen immer größeren Bedarf an Hilfsmitteln und Maschinen – ein Teufelskreis, der kaum zu durchbrechen ist!
Dabei sieht alles so einfach aus, lässt man sich auf die Ideen Fukuokas ein. Die Natur weiss was sie tut, wenn sie den Samen der Pflanze die Fähigkeit gibt, da zu keimen, wo sie niederfallen. Sind die Bedingungen günstig, gehen sie auf und wachsen zu einer starken Pflanze heran. Die Natur sah nicht vor, dass der Boden gepflügt werden muss, damit der Samen keimen kann. Diesen geplügten Boden benötigen nur die vom Menschen hochgezüchteten Sorten, die auch ohne Schutz und Pflege nicht gedeihen und sich nicht gegen andere Pflanzen (die sogenannten Unkräuter) durchsetzen können.
Nehmt eine Hand voll Körner einer alten Getreidesorte, werft sie irgendwo hin und überlasst sie ihrem Schicksal. Wenn ihr ein paar Monate später an der Stelle vorbei kommt, werdet ihr euch wundern, über die vielen prachtvollen Getreidepflanzen, die aufgegangen sind und der reife zustreben. Wenn ihr das gleiche tut mit einer hochgezüchteten Hybridsorte, werdet ihr feststellen, dass sie ohne Dünger und ohne Schutz vor Insektenfrass, Pilzinfektionen und Unkraut nur vor sich hin kümmern und kaum zur vollen Ähre auswachsen werden.
Lasst ihr die alte Sorte stehen, so wird sie sich selber aussäen und im nächsten Jahr ein vielfaches an neuen Getreidepflanzen hervorgebracht haben, während die Hybriden von Generation zu Generation mehr und mehr degenerieren. Schließlich verdient der Chemiekonzern, der sie patentieren hat lassen, nur an dem Saatgut, dass er jedes Jahr verkauft und auch an den sogenannten Pflanzenschutz- und Düngemitteln.
Welche dieser zwei Möglichkeiten würdet ihr für die gesundheitlich unbedenklichere halten?

Das Leben findet immer einen Weg!

Dieses Zitat aus dem Film Jurassic Park fiel mir sofort ein, als ich diesen Artikel in den Yahoo-Nachrichten fand. Es ist schon fantastisch, was so ein Samenkorn für eine Kraft, was für eine Energie in sich birgt und das über einen so langen Zeitraum hinweg.
Die Samen waren von Archäologen in den 1960er Jahren in der Wüstenfestung Massada gefunden und 2005 gepflanzt worden. Von den drei gesetzten Samen keimte einer und wuchs zu einer Dattelpalme heran. Vielleicht lässt sich so eine Dattelpalmenart wiederbeleben, die es schon lange nicht mehr gibt. Angeblich handelte es sich um eine Heilpflanze, die gegen Tumoren und Infektionen eingesetzt wurde. Man wird sehen, was dran ist.
Dieser Palmenart ist erging es, wie es vielen Hunderten oder gar Tausenden von Nutzpflanzenarten ergangen ist. Sie kam aus irgendwelchen Gründen aus der „Mode“, ihre Bestände wurden zerstört, ihr Genmaterial ging in Neuzüchtungen unter, die vielleicht gezüchtet worden waren, um neue und ertragreichere Sorten zu erhalten.
Das war die Krux aller Sorten, die quasi als Weltkulturerbe von unseren Vorfahren auf uns überkommen sind, dass sie nämlich zwar sehr robust und an spezielle geographische und meteorologische Bedingungen angepasst waren. Das machte sie zwar für einfache Bauern interessant und überlebenswichtig, aber gleichzeitig unrentabel für die industrielle Landwirtschaft. Konnte man früher die alten Getreidesorten praktisch ohne Pflug aussäen, war dies mit den neugezüchteten Hybridsorten nicht mehr möglich. So kamen die alten Sorten aus der Mode und heute sind es nur mehr einige wenige – ich nenne sie jetzt ohne bösen Willen unverbesserliche – Bauern, die diese alten Sorten erhalten und dafür sorgen, dass deren Genmaterial der Menschheit nicht verloren geht.

Was essen die Menschen der Zukunft?

So wie die Ressourcen und Rohstoffe auf der Erde unterschiedlich und nach Auffassung vieler Menschen ungerecht verteilt sind, verhält es sich auch mit den landwirtschaftlichen Nutzflächen, dem fruchtbaren Ackerland also!
Mit dem gleichen Recht, wie sich die Industrienationen fragen, warum zum Teufel die größten Rohölreserven ausgerechnet in der politisch unruhigsten Weltregion am Persischen Golf liegen, kann man fragen: wieso eigentlich nicht? Solche Fragen sind eigentlich müssig und sollten für die Menschen ein Ansporn sein, miteinander zu kommunizieren und friedlichen Handel zu treiben. Stattdessen führt man Krieg um die Ölreserven, fackelt dabei gleich noch einen großen Teil ab und im Gegenzug beglücken uns die islamischen Staaten, die auf den Ölfeldern sitzen, mit einer besonders militanten Form des Islamismus! Was für eine verrückte Welt!
So wie der Westen den Golfstaaten ihren Ölreichtum neidet, halten diese es für ungerecht, dass der Westen mit riesigen Flächen fruchtbaren Ackerlandes gesegnet ist. Eigentlich zeugen solche Eifersüchteleien von ausgesprochener Ignoranz und zeigen, dass kaum noch jemandem die Vielfalt pflanzlichen, tierischen und nicht zuletzt menschlichen Lebens bewusst ist.
So wie wir mit neiderfülltem Blick die Medienberichte aus der Golfregion verfolgen, die uns den märchenhaften Reichtum der Scheichs und die niemals stillstehenden Ölpumpen auf den riesigen Ölfeldern zeigen, schauen diese mit Unverständnis auf die zur Erntezeit goldgelben Weizenfelder, auf denen riesige Maschinen die Ernte einbringen um diese zur Nahrungserzeugung in die Fabriken zu transportieren. Niemand nimmt zur Kenntnis, dass dei industrielle Landwirtschaft des Westens genauso gefährlich und schädlich ist, wie die hemmungslose Ausbeutung der Ölfelder der Golfregion.
Riesige Konzerne erzeugen Saatgut, auf das sie ein Patent angemeldet haben und die es den Bauern unmöglich machen, aus den daraus gezogenen Pflanzen eigenes Saatgut zu gewinnen. Einheitssorten, gezogen in riesigen, maschinengerechten Monokulturen, gedüngt mit Massen von Kunstdünger und „geschützt“ vor Ungeziefer, Unkräutern und Pilzbefall durch große Mengen Insektizid, Pestizid und Fungizid, sind die Grundlage unserer Nahrungsmittel geworden. Jahrzehntausende alte Urwälder werden gerodet, ein paar Jahre lang Soja und Mais angepflanzt,um daraus Viehfutter herzustellen.
Die Einheitssorten, die industriell angebaut werden, werden von den Konzernen gezüchtet, patentiert und verkauft, die genau daraus sogenannte Lebensmittel ebenfalls in industriellem Maßstab erzeugen. Diese Sorten sind praktisch überall einsetzbar, vorausgesetzt, man düngt, bewässert und „schützt“ sie in ausreichendem Maß.
Noch im 19. und 20. Jahrhundert war dies ganz anders. es gab eine beispiellose Biodiversität. Für nahezu jede Gegend der Erde gab es spezifische Nutztiere und Nutzpflanzenarten, die an die Bedingungen einzelner Regionen angepasst waren und über Jahrhunderte oder Jahrtausende daraufhin gezüchtet wurden. Ihre spezifischen Eigenschaften waren ideal für die klimatischen Bedingungen in den jeweiligen Entstehungsgebieten. Verbrachte man solche Züchtungen in andere Gebiete, sanken naturgemäß die Erträge und sie wurden anfällig gegen Ungeziefer und Krankheiten.
Um jedoch die Nutzpflanzen leichter Maschinell zu säen, zu pflegen und zu ernten, kreuzte man die unterschiedlichen Arten miteinander, um ihre positiven Eigenschaften zu stärken – zunächst sicher beseelt von dem Wunsch, den Hunger auf der Welt zu besiegen. Bestimmte Standards wurden festgelegt, welche die Nutzpflanzen zu erfüllen hatten, um sie industriell verarbeiten zu können. Dann meldete man Patente auf die so gewonnenen Hybriden an, denen man die Eigenschaft der Selbstreproduktion weggezüchtet hatte und begann das Saatgut teuer zu verkaufen. Bauern, die sich darauf eingelassen hatten, wurden so von den Saatguterzeugern abhängig. Auf diese Weise drängte man regionale Sorten vom Markt, da sie zwar an die Region angepasst, aber längst nicht so ertragreich wie die Hybriden waren.
Aus diesen industriell erzeugten und in Fabriken verarbeiteten Rohstoffen wird ein großer Teil unserer „Nahrung“ erzeugt und fein säuberlich, aufwändig und einzeln verpackt an den Verbraucher verkauft. Man muss sich nicht wundern, wenn die Kinder heute keine Ahnung haben, dass Ketchup eigentlich aus Tomaten hergestellt wird und sie zwar Ketchup mögen, sich aber beim Verzehr von Tomaten übergeben müssen.
Dieser Trend zu industriell erzeugten Nahrungsmitteln wird sicher noch weiter zunehmen. Dies hat zur Folge, dass Menschen, die gesunde und natürliche Nahrung zu sich nehmen möchten, gezielt danach suchen und auch noch tief dafür in die Tasche greifen müssen. Bedauerlich, denn ausgerechnet die Menschen, die durch harte körperliche Arbeit eigentlich gezwungen sind, sich ausgewogen und gesund zu ernähren, können sich diese Lebensmittel in der Regel überhaupt nicht leisten. Um wie viel mehr trifft dies auf die Menschen in der sogenannten Dritten Welt zu?
Es stellt sich die Frage, ob es wirklich richtig ist, dass Konzerne Patente auf Pflanzen und Tiere, also auf Lebewesen anmelden können? Jeder Mensch sollte zumindest das verbriefte Recht auf freien Zugang zu Saatgut von alten Nutzpflanzenarten haben. Ob er das nutzt, sei seiner Entscheidung überlassen.
Wir müssen auch nach Möglichkeiten suchen, die eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen, die nicht die Böden auslaugt oder überdüngt und die die Diversität von Pflanzen und Tieren in all ihrer Vielfältigkeit erhält und unseren Nachkommen weitergibt.
Es sind intensive Forschungen und Versuche notwendig um die Grundlagen zu schaffen für:

  1. ökologische Landwirtschaft
  2. Nachhaltigkeit
  3. Permakultur/permanente Agrikultur
  4. artgerechte Tierhaltung
  5. Zucht und Erhaltung alter und regionaler Haus- und Nutztierrassen (mit Einlagerung von reproduzierbarem Genmaterial in einem Genpool).
  6. Zucht und Erhaltung alter Nutzpflanzen (mit Einlagerung von Samen in einem Genpool).

Führe Dein Leben selbstbestimmt – lass Dich nicht verführen!

weiterführende Links:

  • No Patents on Seeds (Organisation, die gegen die Gen- und Pharmakonzerne kämpft, die Patente auf Pflanzen und andere Lebewesen erwerben möchten, oder bereits erworben haben!)