Wo gibt´s denn Permakultur-Projekte?

Im Netz gibt es zwar bereits Seiten, die einige Permakulturprojekte auflisten, aber ich glaube, dass ist nur die Spitze des Eisberges. Es sind eigentlich immer die gleichen Projekte und auch, wenn sie unsere besondere Aufmerksamkeit verdienen, so glaube ich doch, dass es wesentlich mehr sind als wir denken.

Ich möchte daher einfach mal ganz neu anfangen und eine neue Rubrik in meinen Blog einbauen, in dem ich solche Projekte vorstelle, unter Nennung der InitiatorInnen (wenn dies gewünscht wird) und mit ein paar Fotos, Kontaktadressen, Homepages, Email usw.  Was macht Ihr? Was für einen Hintergrund habt IHr? Seid Ihr Profis (Permakultur-Designer, Umweltschützer, Tierhalter o. ä.) oder seid Ihr Anhänger bestimmter Philosophien, wie z. B. des Meisters Fukuoka (der letztes Jahr zu Gaia heim gegangen ist), Findhorn, Rudolf Steiner, Bill Mollison und David Holmgren, Joe Polaischer, oder sogar dem guten alten John Seymour, dem Ur-Vater des Selbstversorgungsgedankens?

Dazu bitte ich Euch um Eure Mithilfe. Schickt mir Links, oder Beschreibungen, oder einfach nur Hinweise auf solche Projekte, damit ich Kontakt zu den Verantwortlichen aufnehmen und darüber berichten kann.

Persönlich habe ich ein Faible für den guten alten Masanobu Fukuoka (und seinen Weg der natürlichen Landwirtschaft) und von daher bin ich auch besonders daran interessiert zu erfahren, ob und wo sich jemand mit seiner Philosophie aktiv auseinander setzt. Für jeden Hinweis bin ich also dankbar und ich verspreche, objektiv bar irgendwelcher ideologischen Einfärbungen über die Projekt zu berichten.

Ihr könnt auch gerne Eure Aktionen melden und veröffentlichen, die aus dem Bereich Guerilla Gardening, Wiederaufforstung, o. ä. kommen. Dafür habe ich immer ein offenes Ohr!

Für Eure Hilfe danke ich im Voraus und freue mich auf viele Zuschriften!

Die Möglichkeiten der Permakultur! (4.Teil)

Ja, ich weiss, ich will jetzt langsam mal auf den Punkt kommen. Wo liegen denn nun die Möglichkeiten, sich mit Hilfe der Permakultur eine lebenswerte Zukunft für sich, seine Familie und auch andere Menschen zu schaffen?
Nicht jeder hat die finanziellen Mittel, sich einfach einen Bauernhof zu kaufen, sein Gemüse und Obst selbst zu ziehen und Fleisch von glücklichen Kühen auf eigener Weide zu essen. Aber sicher hat fast jeder die Möglichkeit einen kleinen Garten oder sogar einen Acker zu pachten. Man muss nur ein wenig suchen, nachfragen, seine nähere Umgebung in Augenschein zu nehmen und nach verwahrlosten Grundstücken zu suchen. Wenn man dann Anwohner fragt, wem die gehören, oder beim Katasteramt Auskünfte einholt, sollte es nicht allzu schwer sein, ein geeignetes Gelände zu finden, auf dem man seinen Traum vom naturnahen Leben verwirklichen kann.
Schon in der Vorbereitungsphase kann man sich mal ganz grob damit beschäftigen, was man überhaupt machen will. Soll es der komplette Selbstversorgerhof sein oder doch lieber nur der Erholungs- und Relaxgarten, den man auch nebenbei zur Erzeugung von gesundem, ungespritzten Obst und Gemüse nutzen möchte? Dazu ist es von Vorteil, wenn man sich die schon in anderen Artikeln erwähnten Bücher von Bill Mollison, David Holmgren, John Seymour und Masanobu Fukuoka kauft und von ihren Schilderungen faszinieren und zum Träumen bringen lässt. Es ist nicht unbedingt ein Nachteil, wenn man der englischen Sprache mächtig ist, wenn ich das mal so salopp formulieren darf. Denn die allermeiste Literatur zum Thema ist in Englisch geschrieben und oftmals nicht in deutscher Übersetzung erhältlich.
Dann heisst es eigentlich nur noch: Grundstück her, Planung machen und loslegen!
Die Möglichkeiten sind nahezu unerschöpflich, am Größten natürlich, wenn man das unglaubliche Glück hat, günstig einen kleinen Bauernhof zu erstehen oder zu pachten. Dem naturnahen Glück steht dann nichts mehr entgegen, als ein Haufen Arbeit und die tiefe Befriedigung, sich und Gaia etwas gutes zu tun.
Stellen Sie sich vor, wie Sie nach ökologischen Grundsätzen Ihr Grundstück bewirtschaften und wie wunderbar die Früchte Gaias Ihnen munden können. Wenn Sie sich vorstellen, dass sie ohne Verwendung von Kunstdünger, Schädlingsbekämpfungsmitteln und vielleicht sogar ohne viel Arbeit und Umgraben beispielsweise nach der Methode des Masanobu Fukuoka witschaften und die Natur die Arbeit machen lassen, ist das doch eine sehr verlockende Aussicht, oder nicht?
Machen Sie Gaia zu Ihrer Verbündeten. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen die intensive Beobachtung der Naturvorgänge und Zusammenhänge bieten. Bekämpfen Sie vermeintliche „Plagen“ nicht unter Einsatz chemischer Mittel. Führen Sie keinen Vernichtungsfeldzug mit ABC-Waffen gegen Mutter Erde. Im Krieg sind solche Kampfstoffe verboten, in der Landwirtschaft werden sie ohne Bedenken ständig eingesetzt und wir alle nehmen sie mit der täglichen Nahrung aus dem Supermarkt zu uns!
Es gibt nichts, was nicht mit natürlichen Mitteln geregelt werden könnte. sind Insekten oder anderes Getier, wie z. B. Schnecken, zu einer Plage geworden, liegen die Ursachen sicher in einem Fehler, den der Mensch begangen hat.Darum ist es sinnlos, die chemische Keule auszupacken und den „Schädling“ zu vernichten. Er wird wieder kommen, weil die Ursachen nicht beseitigt sind, die sein Erscheinen heraufbeschworen haben. Tauchen Schnecken auf und fressen alles kahl, so liegt das daran, dass deren natürliche Fressfeinde fehlen, weil sie keinen Unterschlupf mehr in „Gärten“ finden, die nur aus kurz geschorenem Zierrasen und schnurgeraden Blumenbeete bestehen. Säen Sie Wildblumensamen in den Rasen hinein, lassen sie ihn verwildern und leasen Sie sich ein paar Indische Laufenten. Die nehmen es locker mit jeder Schneckenplage auf. Auch Igel helfen Ihnen dabei die Früchte Ihres Gartens selber zu genießen und sie nicht zwangsweise den nimmersatten Schnecken zu überlassen.
Gegen eine Insekteninvasion können Sie auch etwas unternehmen. praktizieren Sie Mischkultur. Das heißt, pflanzen Sie verschiedene alte Gemüse– und Obstsorten in direkter Nachbarschaft nebeneinander, so dass diese sich mit ihren individuellen Eigenheiten ergänzen und gegenseitig schützen können. Monokulturen sind der Tod der Fruchtbarkeit unserer Äcker! Es gibt unzählige Fachbücher, die sich mit dem Thema Mischkultur befassen und Ihnen ausführlich erläutern, welche Pflanzen sie kombinieren können und welche sich besser nicht ins Gehege kommen sollten.
Wer einmal den Unterschied geschmeckt hat zwischen einer gentechnisch veränderten, wässrigen Tomate aus dem Treibhaus, und einem sonnengereiften, selbstgepflückten und taubedeckten „Liebesapfel“, der wird nichts anderes mehr essen wollen. Probiert es am Besten selbst aus!

Die Möglichkeiten der Permakultur! (1. Teil)

Vor einigen Jahren hatte ich eine Phase, in der ich mich sehr intensiv mit nachhaltigem Wirtschaften, ökologischer Landwirtschaft und Permakultur befasste. Ich habe die Bücher von Bill Mollison über Permakultur gelesen und John Seymours wirklich phantastischen „Bilderbücher“ vom „Leben auf dem Lande“ und „Vergessene Haushaltskünste“. Sie beschreiben eine beschauliche Lebensweise , die den Menschen das geben kann, was sie in der heutigen Zeit so dringend benötigen – Ruhe, Gelassenheit und das Wissen um die Zusammenhänge in der Natur!
Irgendwann wurde der Stress im Beruf immer größer und meine Zeit immer weniger, obwohl ich bald feststellen musste, dass ich nicht zufriedener wurde. Im Gegenteil, insgeheim sehnte ich mich immer mehr nach einer heilen Welt, von der ich nicht wusste, wo und wie ich sie finden konnte. Gleichzeitig wusste ich auch, dass der Weg, den wir Menschen beschreiten, den Weg des schnellen Profits, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse unserer Mutter Erde, nicht der richtige Weg ist. So begann ich nach Möglichkeiten zu suchen, wie meine Sehnsucht gestillt werden könnte. Ich bin immer noch auf der Suche!
Mit dem Internet und dem Bloggen eröffneten sich völlig neue Möglichkeiten des Networking. Man tritt zu Menschen in Kontakt, die man zwar nicht kennt, die aber gleicher oder zumindest ähnlicher Ansicht sind und kann mit ihnen zusammen Strategien erarbeiten, mit ihnen diskutieren und nach Wegen suchen, um gemeinsame Ziele zu erreichen!
Eines der Ziele dieses Blogs ist es, das Prinzip der Permakultur bekannt zu machen und den Schutz der Ressourcen unserer Mutter Erde vornzutreiben, damit auch unsere Kinder und Enkel noch ein lebenswertes Leben in einer sauberen und intakten Natur führen können. Das bedeutet gleichzeitig den Kampf gegen die großen Konzerne aufzunehmen. Deren Strategie der Gewinnmaximierung um jeden Preis und ohne jede Rücksicht auf Nachhaltigkeit zerstören unsere Lebensgrundlagen. Dem müssen wir mit aller Macht entgegentreten, und solange so laut auf die Gefahren dieses Handelns hinweisen, bis es auch der Allerletzte begriffen hat!
Eine dieser Möglichkeiten, den Monopolisierungsbestrebungen der großen Konzerne entgegen zu treten, ist es, sie an der kompletten Übernahme der Kontrolle über den Genpool unserer alten Haustier- und Kulturpflanzenrassen zu hindern. Obwohl man gemeinhin davon ausgeht, dass die Bauernschaft in ihrer Grundeinstellung eher konservativ ist, als einen Hinweis darauf kann ihre starke Lobbyarbeit innerhalb der CDU/CSU gewertet werden, sollte es möglich sein einen nicht unerheblichen Teil von ihnen durch Information und Kommunikation von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich alternativen und nachhaltigen Methoden der Landwirtschaft zu öffnen.
Das Streben nach neuen Methoden des Landbaus muss letztlich zur Permakultur führen, zu einer Wirtschaftsform, die es sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst gesunde Nahrung und landwirtschaftliche Produkte und geringsmöglichem Einsatz von Energie und Arbeit zu erzeugen. Dazu müssen quasi sich selbst erhaltende Systeme, jeweils auf den spezifischen Charakter einer Region zugeschnitten und auf die Bedürfnisse der Menschen und der Haustier- und Kulturpflanzenrassen abgestimmt werden.
Die Gene aller alten Haustier- und Kutlurpflanzenrassen sind, ähnlich wie freie Software unter GNU GPL-Lizenz, ein Gemeinschaftsgut der gesamten Menschheit und dementsprechend können Tier- und Pflanzenrassen, oder deren einzelne Sorten und Arten nicht Gegenstand eines Patentes sein.
Es ist im Permakultursystem weder notwendig, noch erwünscht, riesige Felder in Monokultur zu bewirtschaften und unter Einsatz großer Mengen an Energie, Kunstdünger, Herbiziden, Fungiziden und Pestiziden und in industriellem Massstab „Nahrungsmittel“ zu erzeugen. Aber genau diese Art der Bewirtschaftung ist es, mit der die Chemiekonzerne ungeheure Gewinne machen!
erzeugt mit Hilfe großerMan muss sich diesen Widersinn nur einmal bewusst machen: Die konventionelle Landwirtschaft Mengen künstlicher Hilfsmittel „Nahrungsmittel“, die von Menschen in dem Glauben gegessen werden sie würden sich ausgewogen ernähren. Wenn sie in der Folge erkranken (man denke hier beispielsweise an Fettleibigkeit, Diabetes, Allergien, Herz- und Kreislauferkrankungen), sind sie auf Medikamente angewiesen, die von den selben Chemiekonzernen hergestellt werden, die auch für die Produktion der „Hilfsmittel“ in der Landwirtschaft verantwortlich sind! Ein echter Teufelskreis und, mit Verlaub, den gilt es zu durchbrechen!
Wir müssen uns auf den Weg machen, hin zu einer neuen, lebenswerten Welt, in der Gewinn und Kommerz nicht alles sind. Ich weiss nicht, ob wir es erleben, dass wir jemals ankommen werden. Aber eines ist sicher: wir müssen jetzt losgehen, sonst ist es zu spät!