Porsche nagt am Hungertuch…

…und wir sollen jetzt Mitleid haben mit diesem arroganten Gesindel?

Das ist ein klein wenig zu viel des Guten, finde ich. Was Josef Ackermann bei der Deutschen Bank, ist Wendelin Wiedeking bei Porsche, ein großspuriges Großmaul, dass sich die eigenen Taschen derart großzügig füllte, dass jedem Normalsterblichen die Augen übergehen würden, wenn er solche Zahlen auf seinem Kontoauszug entdecken würde. Nur damit das niemand vergisst. Dieser Herr hat im Jahr 2008 das durchaus stolze Sümmchen von 100 Millionen Euronen eingesteckt (Artikel „Der Durchstarter“ vom 28.12.2008 auf tagesspiegel.de)! Porsche machte 2008 einen Gewinn von 8,7 Milliarden Euro, bei einem Umsatz von lediglich 7,5 Milliarden. Wie das geht fragt Ihr Euch? Ganz einfach. Man nehme einen als genial bezeichneten und ziemlich skrupellosen Finanzchef namens Holger Härter und lasse ihn machen. Dank der lauthals angekündigten Übernahme von VW durch Porsche, waren die VW-Aktien, von denen Porsche bereits ein sattes Kontingent besaß, plötzlich einen Wert von über 1.000 Euro – pro Stück! So einfach ist dass, reich werden durch Spekulation.

Leider ist es aber nun mal so, dass sich nicht nur die Banker in nahezu sämtlichen deutschen Geldhäusern (ein krasses Beispiel: „Finanzmarktkrise: Die HRE und das 900-Milliarden-Risiko“, Artikel auf spiegel.de vom 5.10.2008)  mit ihren hochriskanten Anlagen und Schrottpapieren verzockt und einen großen Teil der Konzern- und nach den milliardenschweren Rettungspaketen und Hilfsaktionen auch des Steuerzahlers durchgebracht haben. Auch Porsche, mit seinen hochkarätigen und über jeden Zweifel erhabenen Spezialisten an der Spitze, steht nun im neuen Jahr mit leeren Händen da. Nein, ich lüge! Porsche steht sogar mit mehr als 9 Milliarden Euro Schulden da, weil man nicht nur die Übernahme von VW gründlich vergeigt, sondern sich vollkommen überhoben hat. Für mich sieht das aus der Ferne schlicht und einfach so aus, dass die Manager jedes Maß und jede Kontrolle – vor allem über sich selbst – verloren haben. Und jetzt halten sie allen ernstes die Hand auf? Ganz so, wie Opel, BMW („Porsche und BMW – Autokonzerne spekulieren auf Staatshilfe“, Artikel auf sueddeutsche.de vom 17.5.2009), General Motors, Chrysler, sämtliche Banken, Schaeffler („Hoffen auf Staatshilfe: Schaeffler erkauft sich Stütze mit Stellenabbau“, Artikel auf WeltOnline vom 12.5.2009) und was weiss ich noch wer?

Vom Größenwahn getriebene und offenbar völlig beratungsresistente Großunternehmer und Manager versuchen die Kassen des Staates zu plündern, dessen Einmischung sie sich bis vor kurzem mit der Begründung verbeten hatten, der Staat sei nicht der bessere Unternehmer! Das ist wohl wahr. Aber besonders gut waren die Unternehmer ja auch nicht, sonst würden sie heute nicht finanziell auf dem Zahnfleisch kriechen, oder? Und, das kommt noch erschwerend hinzu, wenn der Staat schon das Geld seiner Bürger in marode Unternehmen stecken sollte, dann hat er nicht nur das verdammte Recht, sondern auch die Pflicht, Einfluss auf die Entscheidungen zu nehmen, die für die Zukunft gefällt werden müssen! Die einzigen, die – neben dem steuerzahlenden Bürger – Opfer werden bringen müssen, um den in der Scheisse steckenden Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, sind die Beschäftigten. Leider/Gott sei dank liegen sie nach der Entlassung nicht mehr den Unternehmen auf der Tasche, sondern ebenfalls dem Staat und den Bürgern.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell aus den eifrigsten Verfechtern des Kapitalismus und der sogenannten freien Marktwirtschaft arschkriechende und um Geld bettelnde Bittsteller werden können. Warum machen wir jetzt nicht mal richtig einen auf Kapitalismus? Porsche kann seine 9 Milliarden Schulden nicht Schultern? Pech gehabt, so ist das nun mal. Hypo Real Estate braucht nochmal 110 Milliarden frisches Geld? Na und, macht den Laden dicht! Zu viele Autokonzerne produzieren zu viele Autos, die der Kunde nicht will und die Umwelt nicht braucht? Tja Leute, das war´s dann ja wohl! Der Markt bereinigt sich schon selbst – so die Auffassung der Erzkapitalisten aus der Wirtschaft. Der Staat aber hat Angst vor noch mehr arbeitslosen Wählern. Die Manager dagegen fürchten um ihre fetten Bankkonten. Aber warum eigentlich? Wo Unternehmen kaputt gehen, entstehen gleichzeitig neue – sagt der Kapitalismus. Aber die Pfeifen aus der Wirtschaft sehen das etwas anders – Kapitalismus ja, aber nicht mit uns und nicht in diesem Fall, schließlich sind wir systemrelevant!

Bis heute vermisse ich eine Presseerklärung vom scheinheiligen Wendelin, in der er die Rückerstattung von 100 Millionen Euro wegen eigener Unfähigkeit ankündigt. Schade! Aber da ist wohl mal wieder der Wunsch der Vater des Gedankens, wie so oft!

weiterführende Links:

  • Finanzkrise (Artikel auf Wikipedia)
  • Porsche: Wenn Luxus um Stütze bettelt (Artikel auf FAZ.NET vom 18.5.2009; Porsche stellt, umwelttechnisch gesehen, die größten Dreckschleudern in ganz Europa her. Was mit einem einzigen Porsche Cayenne in die Luft geblasen wird, reciht für einen kompletten Fuhrpark knuffiger Fiat 500 aus. Allein aus diesem Grunde haben Fahrzeuge vom Schlage eines 911er, Cayenne, oder gar dem neuen Panamera eigentlich keine Daseinsberechtigung mehr. Dienen sie doch vorzugsweise als Schwanzverlängerung für impotente Pseudodynamiker vom Typ „was-bin-ich-doch-für-ein-toller-Hengst-und-schau-mal-was-ich-mir-alles-leisten-kann“).
  • Autobauer in Not – Porsche und das Gespenst der Insolvenz (Artikel auf sueddeutsche.de vom 23.5.2009; so was nennt man wohl „an die Wand gefahren!“).

Werbeanzeigen

Das war´s dann wohl…

…mit der Reue. Zumindest bei Klaus Zumwinkel, dem Schutzpatron der Steuerhinterzieher und Schutzheiliger der verkannten und zu unrecht angeklagten und verurteilten Millionäre. Eben noch im Büßerhemd im Gerichtssaal den Spruch…

…das war der größte Fehler meines Lebens!…

medienwirksam herausposaunt und dann nach dem – wohl trotz allem als ziemlich milde einzustufenden – Urteil von 2 Jahren auf Bewährung wegen Steuerhinterziehung und 1 Million Euro Geldstrafe, ist es Essig mit dem Schuldbewußtsein! Jetzt wird nachgekartet. Die Sueddeutsche schreibt am 27.1.2009 passend: „Steuerhinterziehung – Zumwinkel beendet Reuephase“.

Da wird nun über die Ungerechtigkeit gegen sich selbst, seine Prominenz (oder sollte man sagen Exzellenz?) die „öffentliche Hinrichtung“ durch die Medien – ach mir kommen die Tränen! Am meisten werden ihn die Euros schmerzen, die man ihm als Geldstrafe auferlegt hat. Aber nicht, weil ihm die Zahlung weh tun würde, mitnichten. Sowas zahlt ein Herr wie er aus der Hosentasche. Eher, weil er die mühsam vom Munde abgesparten Gelder einem Staat hinterher werfen muss, der mit Geld genauso wenig umgehen kann, wie die deutschen Manager in den großen Unternehmen. Und wer wüsste das besser als einer, der selber in der obersten Etage gesessen hat und mit einem Federstrich hunderte und tausende Arbeitsplätze wegrationalisieren konnte, wenn es mal nicht ganz so glatt lief?

Vom Vorzeigeunternehmer in null komma nix zum Buhmann der Nation, gleich neben, oder vielleicht sogar noch über Josef Ackermann, der sich auch für keinen dummen Spruch zu schade ist und keinerlei Schuldbewußtsein für nichts erkennen lässt! schuld sind immer nur die andern! Der Staat, der den Managern ihre horrenden Gehälter nicht gönnt. Der bescheuerte Bürger, der ebenfalls vom Neid zerfressen ist und jemanden an den Galgen hängen will, je prominenter, desto besser! Dabei hat doch jeder die Möglichkeit es soweit zu bringen wie Ackermann oder Zumwinkel. Er muss nur ehrgeizig und skrupellos genug sein, aber das ist natürlich das Problem jedes Einzelnen.

Von einer moralischen Vorbildfunktion sind solche Typen soviele Meilen entfernt, wie der Mond von der Erde. Verantwortung? Was ist denn das? Ob es jetzt wirklich Absprachen zwischen Verteidigung und Gericht gegeben hat oder nicht, ist nicht relevant, da sowieso nicht zu beweisen. Es bedarf nur einiger kleinerer Tricks, um die zur Disposition stehende Summe der hinterzogenen Steuern auf unter eine Million herunter zu rechnen und schon wird aus der drohenden Gefängnis- einen leicht zu verschmerzende Bewährungsstrafe – weil man ja so einsichtig, kooperationbereit und reuig war!

Irgendwie bin ich wirklich froh, dass nicht alle Menschen so sind wie diese selbsternannten Propheten des Turbokapitalismus!

weiterführende Links:

Hilfe für „notleidende Banken“ und kein Ende!

Focus-Online schreibt am 23.1.2009 unter „Schutzschirm: Regierung will Hilfe für Banken verlängern“, unser Bundesbeutelschneiderfinanzminister Peer Steinbrück wolle die Frist für Garantien des staatlichen Banken-Rettungsfonds SoFFin (was für eine blöde Abkürzung, wer die erfunden hat, der gehört mit einer nassen Socke verprügelt!) von 3 auf 5 Jahre verlängern. So weit so gut – oder auch nicht gut. Weiter offen sei aber, wie Banken von „faulen Wertpapieren entlastet werden“. Es geht – mal wieder – um mehrere hundert Milliarden Euronen.

Ehrlich gesagt, ich habe immer noch Verständnisprobleme mit dem ganzen Zeug, dass da Tag für Tag auf uns ein prasselt. Wenn ich das mal kurz und schmerzhaft zusammenfassen darf, so wie ich das sehe:

  1. Banken in den USA vergeben Kredite an nicht kreditwürdige Kreditnehmer, damit Menschen die es sich nicht leisten können, sich Häuser (oder auch schicke SUV als Zweit- oder Drittwagen für Frau und Kinder) kaufen können, die eine oder auch zwei Nummern zu groß für ihre Verhältnisse sind!
  2. Da sie dafür einen Haufen Zinsen nehmen, lohnt sich das Geschäft offenbar, selbst wenn einige der mit dem geliehenen Geld „beglückten“ Menschen die Kredite nicht mehr bedienen können (aus welchem Grund auch immer). Die auf Pump gekauften Häuser und Autos werden dann eben wieder eingesammelt und an den nächst besten Deppen Kunden zu den gleichen Konditionen weiterverkauft.
  3. Weil die US-Banken aber auch andere Institute rund um den Erdball an dieser wunderbaren, sich selbst erhaltenden Geldmaschine teilhaben lassen wollen, verkaufen sie die „faulen“ Kredite, wie das so üblich ist, einfach an andere Banken weiter, freilich ohne denen zu sagen, dass mit einem kurzfristigen Ausfall der Kredite zu rechnen ist – und es hat wohl auch niemand so genau danach gefragt.
  4. Banken in Europa ud anderswo auf der Welt kaufen sich also großzügig ein, weil die US-Wirtschaft brummt und ein Ende „absolut nicht abzusehen“ ist! Und weil das alles noch nicht genügt, deckt man sich mit hochspekulativen Wertpapieren oder – was auch immer – ein, dass einem normalen Menschen die Augen tränen, emmitiert selber Finanzprodukte, über deren Folgeverpflichtungen nicht einmal mehr die Erfinder einen genauen Überblick haben und hofft…oder betet vielleicht auch, dass das ewig so weitergehen wird wie bisher!
  5. Es geht nicht so weiter! Der US-Immobilienmarkt bricht wegen der ungezählten „faulen“ Kredite zusammen, als die Wirtschaft eben nicht mehr so brummt wie bisher und ruckzuck hat jede, aber wirklich jede Bank ein paar Milliarden abzuschreiben!
  6. Während jetzt die hochbezahlten Banker, die Spezialisten unseres Geldes, die von Wirtschaft und vom Bankwesen verstehen, was es zu verstehen gibt, die bestens, ja vorzüglicvh ausgebildet und hochbezahlt sind, merken, dass sie in der Realität ankommen,  erhebt sich ein Geschrei nach der Hilfe des Staates, dass mir echt übel wird. Ausgerechnet jene Banker, allen voran der liebe Herr Ackermann, die sich schämen würden, wenn sie staatliche Hilfen in Anspruch nehmen müssten, schreien am lautesten nach dem Staat und damit dem Geld des Steuerzahlers, obwohl sie sich noch kurz vorher vehement jede staatliche Einmischung in ihre Geschäfte auf´s heftigste verbeten hatten. Aber man kann seine Meinung ja auch mal ändern besonders, wenn´s darum geht, den eigenen Arsch zu retten!
  7. Und der Staat gibt, ohne wenn und aber. Ohne mit der Wimper zu zucken werden mal eben zig Milliarden hingeblättert, die dann niemand haben will, weil mit einigen Auflagen verbunden. Nur die Hypo Real Estate (toller Name für ´ne Geldverbrennungsmaschine) und langt ein um´s andere mal in den Topf ´rein um sich zu bedienen! Ich will´s mit meiner Aufzählung mal hier bewenden lassen. Sicher liege ich völlig falsch mit meinen Vermutungen. Sicher konnte niemand in den Vorstandsetagen der Banken auch nur ahnen, was sich da anbahnte. Sicher hat es nie und nirgends kriminelle Energien beim verzocken der Kundengelder gegeben. Alle taten alles nur aus lautersten Motiven und das die böse Weltwirtschaft den „notleidenden Banken“ (übrigens zum Unwort des Jahres 2008 gewählt) einen solch üblen Streich spielen würde, wer hätte das gedacht? Die Banker jedenfalls nicht!

Sind bisher Köpfe gerollt? Ich meine das jetzt nicht im Wortsinn! Aber hat schon einer der Banker seinen Job wegen Unfähigkeit verloren? Musste einer gehen, weil er das Geld der Bankkunden mit hochspekulativen Wertpapiergeschäften verzockt und verscheudert hat? Ist mir nicht bekannt! Jedem Menschen, der – unverschuldet oder nicht – in eine finanzielle Schieflage gerät, wird in die Schuldknechtschaft getrieben und von Inkassounternehmen bis auf´s Mark ausgesaugt und wenn´s gut geht kann er nach beantragter Privatinsolvenz innerhalb von 7 Jahren schuldenfrei werden (in diesen 7 Jahren muss er allerdings Monat für Monat den pfändbaren Teil seines Einkommens zur symbolischen Schuldentilgung abführen, denn die Zinsbelastung wächst meist schneller als die Schulden abbezahlt werden können!). Die Banken kriegen Milliardenbeträge in die breiten Ärsche geschoben und machen gerade so weiter wie bisher!

Das ist jetzt meine eigene Sichtweise der Dinge! So stellt sich mir das ganze Desaster der Finanzkrise dar. Und wenn von euch mir jemand erklären kann, ob und warum das gerecht ist, was da passiert, der möge mir das bitte erklären!

weiterführende Links:

Das Geld nehmen wir, aber sonst haltet Euch raus!

Also wenn wir den lieben Ackermann nicht hätten, man müsste ihn glatt erfinden! Über wem könnte man sonst Hohn und Spott abladen, wenn nicht über Ackermann? Er ist wohl der Manager in Deutschland, der aber auch nicht ein einziges Fettnäpfchen auslässt. Sozusagen das personifizierte Fettnäpfchensuchgerät. Und wenn er auch sonst auf der menschlichen Seite nichts beherrscht, da drin ist er große Klasse. Mir drängt sich der Verdacht auf, er wird dafür bezahlt, denn so wird man von den ganzen anderen Unzulänglichkeiten sowohl in der Politik, wie in Wirtschaft und Umweltschutz trefflich abgelenkt!

Aber der Reihe nach:

  1. 2. Oktober 2008 – Josef Ackermann ruft nach dem Staat (Welt Online), als sich abzeichnet, dass das gesamte Weltfinanzsystem vor dem Kollaps steht – hervorgerufen durch kriminelle Spekulationsgeschäfte der Manager quer durch alle großen und kleinen Banken, gepaart mit einer Unfähigkeit, die sprachlos macht! Ausgerechnet Ackermann hatte zu den Zeiten, als die Banken Milliarden verdienten am lautesten geschrieen, der Staat solle sich aus deren Geschäften heraushalten!
  2. 25. Oktober 2008 – Ackermann überlegt es sich anders und verkündet lauthals, er würde sich schämen wenn seine Bank (die Deutsche Bank) Geld vom Staat in Anspruch nähme! Es entsteht der eindruck, dieser Mann weiss nicht was er redet, oder schlimmer noch, er weiss es ganz genau und macht es mit voller Absicht. Ein Agent Provocateur, wenn man so will. Vielleicht um von anderen Problemen abzulenken. Ein Problem fällt mir da sofort ein, dass in dem ganzen Trubel fast untergegangen ist: Die Diskussion um den Klimawandel, der plötzlich nur noch halb so interessant war, als alle Welt sich um seine unsicher gewordenen Spareinlagen sorgte!
  3. 11. November 2008 – Erneut fällt Josef Ackermann mit grandioser Überheblichkeit und Selbstüberschätzung aus dem Rahmen. Während das komplette Banken- und Finanzsystem immer noch knirscht und gefährlich wackelt, verbreitet er in einem Brief, den er an Schorsch Dabbelju Busch und 20 weitere Staats- und Regierungschefs schreibt, die unzähligen Milliarden zur Stützung der Märkte seien ja willkommen gewesen um den Zusammenbruch zu verhindern, aber ansonsten habe sich die Politik so bald wie möglich wieder aus der Wirtschaft zu verabschieden! Das nenne ich mal dreist.

Man sieht also, Ackermann tut was er kann, um ja möglichst viele Menschen gegen sich aufzubringen. Und darin ist er wirklich gut. Wenn man daran denkt, welch unrühmliche Rolle er in dem Gezerre um die Übername von Mannesmann durch Vodafone im Jahre 2000 spielte, wird einem klar, dass so etwas wie ein Gewissen scheinbar nur etwas ist, das anderen passiert, aber keinem Manager.

weiterführende Links:

Was ist ein Menschenleben wert?

In einer Zeit, da die Regierungen der reichsten Staaten dieses Planeten den „notleidenden“ Banken unzählige Milliarden Euro oder Dollar in den Arsch blasen, als sei es Staubzucker, muss die Frage erlaubt sein, warum man nicht wenigstens mit einem Teil dieses Geldes den Kampf gegen Hunger und Armut finanziert? In 33 Ländern verhungern Menschen (Artikel auf sueddeutsche.de), weil sie nicht genug zu Essen, geschweige denn sauberes Wasser zum Trinken haben!

Natürlich ist es furchtbar, wenn der Manager einer Bank sein Institut durch Dummheit und Selbstüberschätzung an die Wand fährt. Und ebenso furchtbar ist es, wenn bei der anschliessenden Pleite hunderttausende von Sparern ihren letzten Cent verlieren, weil sie ihn der Bank anvertraut haben, um im Alter ein gesichertes Auskommen zu haben. Schließlich war der Staat nicht in der Lage die Renten zu garantieren und jeder – ob er nun über die finanziellen Ressourcen verfügt oder nicht – muss jetzt eben selbst privat vorsorgen. Der Zusammenbruch des sowieso verkorksten Finanzsystems ist somit fatal für die Menschen, die auf ihre Ersparnisse im Alter angewiesen sein werden! Da nimmt es schon wunder, woher ein Staat wie der unsere plötzlich derart viele Milliarden Euro nimmt, nur um sie den Banken hinterher zu schmeißen und eben noch hörten wir von einem Tag zum nächsten neue Hiobsbotschaften und die Aufforderung unser Gejammer auf hohem Niveau endlich zu beenden und unsere Gürtel enger zu schnallen?

Die Manager aber, die diesen Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems zu verantworten haben, sitzen weiter in ihren Chefetagen, fahren mit gepanzerten Limousinen in der Gegend herum und arbeiten für die Regierung ein Rettungspaket aus, dass alle bekannten Dimensionen sprengt, anstatt ihrer Ämter enthoben zu werden und ins Kittchen zu wandern, wie man es wohl mit jedem gewöhnlichen Gauner machen würde. Aber wie man sieht, es gibt immer Menschen, die sind gleicher als die andern und können  sich dementsprechend mehr erlauben. Und Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, seines Zeichens noch bis vor kurzem der Erzkapitalist, der sich eine Einmischung des Staates in die Geschäfte der Banken aufs heftigste verbat, singt nun als einer der Ersten Hosianna und greint nach staatlicher Hilfe (aber selbstverständlich ohne jede messbare Gegenleistung).

Bei solch fundamentalen Meldungen im Fernsehen, den lieben langen Tag, erschreckt von einer Horromeldung nach der anderen, geht leicht der Blick für die Menschen verloren, die sowohl unter den ständig steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen, als auch unter dem zusammenbrechenden Finanzsystem am meisten zu leiden haben – die Hungernden der Dritten Welt! Während man sich hier Gedanken darüber macht, ob man jetzt ein neues Auto kaufen soll oder lieber doch erst nächstes JAhr, kämpfen diese Menschen jeden Tag um das nackte Überleben. Verbrannt von der sengende Sonne, ausgebeutet von den Konzernen und verraten von den eigenen Regierungen, die sich die Taschen mit den Geldern aus der Entwicklungshilfe vollstopfen. Sie haben kein sauberes Wasser zum Trinken und um sich zu waschen. Die Kinder erkranken und sterben an Infektionskrankheiten, die durch die katastrophalen sanitären Bedingungen verursacht werden. Die Rechte dieser Menschen werden mit Füssen getreten. Niemanden interessiert es scheinbar, dass in einer Zeit wie dieser Menschen vom Hungertod dahin gerafft werden!

Für mich ist es kein Unterschied, ob man die plötzich auf wundersame Weise auftauchenden Milliarden und Abermilliarden Euro in den Taschen der Banken verschwinden, oder in den Taschen korrupter Eliten, denn das dürften eh dieselben Taschen sein. Aber der echte Wille zur Hilfe für die vom Hunger bedrohten Menschen scheint immer noch nicht da zu sein und so sterben sie still und abseits der öffentlichen Berichterstattung einen gruasamen und sinnlosen Tod!

weitere Artikel zum Thema: