Der Letzte macht das Licht aus!

Nur ma so ne Frage: Was lernt man eigentlich an unseren Unis in Bezug auf Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaft, außer Cost Cutting, mein ich?

Kann wohl nicht sehr viel sein, sonst würde doch nicht jeder ähm „Investor“, der in ein Unternehmen ähm „investiert“, zunächst Mal das Personal finanziell und psychisch derartig ausbluten lassen, wie das hier bei Karstadt der Fall ist. Wer ein Interesse daran hat, den Laden weiter zu führen, der muss doch ähm „investieren“, oder? Für mich sieht das hier nach einer rücksichtslosen Vorbereitung des finalen Showdown aus – die Häuser komplett an die Wand fahren, Leute rausschmeissen, Grundstücke in bester Innenstadtlage verscherbeln und dann die Fliege machen nach dem Motto „Tut uns leid, aber mehr ging nicht!“

Dieser österreichische Immobiliendepp is genauso eine Consulting-Sprechblase, wie der Berggruen. Glaube nur keiner, der als weißer Ritter gefeierte Strolch aus den Staaten, hätte auch nur einen müden Dollar oder Euro in Karstadt investiert, oder gar verloren! Und nichts anderes dürfte auch der Plan von René Benko vorsehen – Profit machen und zwar um jeden Preis und sei es um den Preis der Existenz von zigtausend Karstadt-Mitarbeitern!

Ach ja, nach letzten Meldungen aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, sollen von den etwa 83 Karstadt Warenhäusern mindestens 96 geschlossen werden! Die übrigen sollen im Rahmen neuer Geschäftsmodelle zu Luxuswarenhäusern umgestaltet werden! Endlich mel wieder Visionen, das lobe ich mir und sicher werden auch die unzähligen beinahe schon ehemaligen Karstadt-Mitarbeiter sehr viel Verständnis für die Profitinteressen des neuen ähm „Investors“ aufbringen (müssen). Frhoes Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr kann man da schon in vorauseilendem Kadavergehorsam jedem der Beteiligten wünschen!

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Niete in Nadelstreifen Nr.1…Thomas Middelhoff!

Wer kennt ihn nicht, den Bestseller „Nieten in Nadelstreifen. Deutschlands Manager im Zwielicht“ aus dem Jahr 1992? Der Autor Günter Ogger schildert darin trefflich, was abgeht in den Vorstandsetagen deutscher Großkonzerne. Wie man heute, nach der Finanz- und Wirtschaftskrise sehen kann, hat er nicht übertrieben. Nein, man darf in aller Ruhe behaupten, er war noch viel zurück haltend mit seinem Urteil!
Und weil ich den Titel dieses Buches für so ungeheuer treffend halte, habe ich mich entschlossen in Tempel der Gaia eine Rubrik unter der Bezeichnung „Niete in Nadelstreifen“ einzuführen, in der ich Euch ein um´s andere Mal eine besonders große und unverschämte Niete vorzuführen gedenke!
Die Nummerierung soll keine Wertung darstellen, sondern einfach nur eine Aufzählung, denn ein Urteil darüber, wer die größte aller Nieten in der deutschen Wirtschaft ist, möchte ich mir nicht anmaßen. Es ist schlimm genug, wenn man eine Niete ist und dann auch noch die Chuzpe besitzt, dafür ein Millionengehalt einzustreichen, riesige Abfindungen zu kassieren und derart unmoralische Boni zu kassieren, dass jeder normale Mensch vor Ekel und Scham kotzen würde wie ein Gerbershund. Aber diese allzu menschlichen und von moralischen Begriffe wie Anstand, Ehrlichkeit und Bescheidenheit verursachten Gefühlsregungen, werden wohl jedem BWL-Studie auf der Uni wegdressiert, sonst hat er in einem Konzern keine Chance. Ob das allerdings ein Nachteil wäre, für den Konzern und die Menschen, möchte ich dahin gestellt sein lassen. denkt einfach mal drüber nach und bildet euch selbst ein Urteil…

Thomas Middelhoff, die Niete, die den Arcandor-Konzern an die Wand gefahren hat und sich dafür auch noch einen wahrhaft fürstlichen Bonus von 2,3 Mio. Euro genehmigen ließ - bravo, gut gemacht!!!

Völlig ungerührt und (wer hätte das gedacht) ohne den geringsten Hauch von Schuldbewusstsein, hat Middelhoff einen Konzern an die Wand gefahren und dabei zehntausende Arbeitsplätze vernichtet. Aber, frei nach dem Motto…

…Was kümmern mich die Probleme anderer Leute?…

…ließ er sich kurz vor der Pleite auch noch einen Bonus von immerhin 2,3 Millionen Euronen genehmigen. Nicht schlecht für so einen Megaversager! Damit hat er sein besonderes Feingefühl und ein ausgezeichnetes Gespühr dafür bewiesen, wie man sich durch Bescheidenheit und Zurückhaltung beliebt macht und sich Freunde durch alle Bevölkerungsschichten schafft. Besonders viel Verständnis dürfte er bei denen erreicht haben, die im Ergebnis seiner hervorragenden Leistungen als Hartz IV-Empfänger die Segnungen des rasierten deutschen Sozialstaats genießen dürfen…
Wer sich jetzt allerdings fragt, ob man nach dem Ausscheiden Middelhoff´s bei Arcandor dessen Arsch an eine Wand der Karstadt-Zentrale genagelt hat, den muss ich leider enttäuschen. Nachdem er sich neben seinem „Grundgehalt“ in Höhe von 1,2 Millionen Euro jährlich auch noch mehr als 2 Millionen Euro für seine herausragenden Leistungen in die Tasche stecken wollte, nahm man ihn mit Kusshand im Aufsichtsrat der Marseille-Kliniken AG auf! Ob er dort allerdings seinen Lebensabend verbringen will, oder lieber weiter Unheil stiften, wird uns erst die Zukunft zeigen…

weiterführende Links:

Karstadt: Millionen für Middelhoff vor der Pleite (Artikel auf FAZ.NET vom 21.1.2011)