Käse ist gesund für den Menschen…

…jedenfalls dann, wenn er direkt vom Erzeuger kommt, der hoffentlich seinen Hof nach ökologischen Gesichtspunkten führt und möglichst nicht angetrieben von krimineller Energie. Denn dann kann der Käse, bevor er in Deutschland in den Handel gelangt etwa so aussehen wie in dem Artikel „Verwirrung um Gammelkäse“, den ich auf nt-v.de gefunden habe.
Merkwürdiger Weise ist der Fall in Italien schon seit 2 Jahren aktenkundig und nachdem die Presse nun offenbar eine Zusammenfassung des Falles veröffentlicht hat, schlug endlich die deutsche Polizei auch zu. Ein Tochterunternehmen des Käseproduzenten aus Italien, dass bereits vor 2 Jahren geschlossen und dessen Manager verhaftet worden waren, wurde von der deutschen Polizei durchsucht und geschlossen! Das Unternehmen hat seinen Sitz in Bayern, wo es ganz offensichtlich zum guten Ton gehört dem Verbraucher sowohl Gammelfleisch, als auch Gammelkäse unter zu schieben. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!
Wir sollten uns vielleicht besser mit dem Gedanken vertraut machen, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt. In Deutschland ist man wohl der Ansicht, dass die Verbraucher alles zu fressen vorgesetzt werden kann, wenn es nur billig genug vermarktet wird. Und das dabei immer noch ein Millionenbetrag für die Betrüger übrig bleibt, versteht sich von selbst. Wenn die Mafia oder mafiose Strukturen ihre Finger im Spiel haben, kann man davon ausgehen, dass es sich um ein lohnendes Geschäft handeln muss.
Soweit mir bekannt ist, gibt es schon Bestrebungen, aus biologischen Abfällen Nahrungsmittel für den Menschen her zu stellen. Wen es interessiert, der sollte sich den Artikel „Resteverwertung – Essen aus Abfall“ von wdr.de mal zu Gemüte führen. So weit ist das jetzt gar nicht davon entfernt. Schließlich gibt es auch in verdorbenen Lebensmitteln sicher noch wertvolle Inhaltsstoffe, die der menschlichen Ernährung zuzuführen sich lohnt. Oder gibt es nicht schon serienmäßig hergestellten Schimmelkäse? Also machen wir uns nix draus. Hauptsache ist doch, dass wir satt werden, egal wie und mit was, nicht wahr?

Ein Ausflug in den Hessenpark

Am Sonntag zog es uns ins schöne Hessen., ein paar Kilometer hinter Frankfurt – von Karlsruhe aus gesehen. Nahe dem Städtchen Neu-Anspach, liegt malerisch in ländlicher Idylle der Hessenpark, ein Freilichtmuseum mit vielen Fachwerk- und Bauernhäusern, die aus allen Teilen Hessens quasi zusammengetragen wurden.
Große Teile befinden sich aber noch im Aufbau. Etliche der Häuser liegen noch als ein Haufen alter Fachwerkbalken unter dem Schutz von Blechdächern und harren des Wiederaufbaus, jeweils ein gigantisches Puzzle bildend.
Gut angelegte Wege führen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten und auch für die Unterhaltung von Kindern ist gesorgt. Direkt vor dem Eingang in den Park befindet sich ein typischer hessischer Marktplatz, eingerahmt von schönen alten Häusern, in denen kleine Läden untergebracht sind. Hier kann man Souvenirs erwerben, aber auch hausgemachte hessische Wurst (die berühmte „Ahle Wurscht“, leckere Blutwurst, oder auch Dosenwurst. Ein anderes Lädchen hat zig verschiedenen Käsesorten zu bieten, die nicht nur verführerisch duften, sondern auch genauso schmecken. Ein netter Herr hinter der Theke berät umfassend und kompetent, damit man genau das bekommt, was man wünscht.
Direkt daneben ist eine alte Bäckerei, in der in historischem Ambiente knusprige Brote, Kuchen und Brötchen über den uralten Ladentisch wandern. Man fühlt sich wie in den Sechzigern, als es auf dem Dorf noch solche alten Lädchen gab. Einfach urig das ganze! Natürlich kann man sich auch in einem der Gasthäuser niederlassen und nach der anstrengenden Wanderung durch den Park ein kühles Helles zischen und sich ein ordentliches Vesper gönnen.
Der Marktplatz ist übrigens ganzjährig geöffnet und immer einen Ausflug wert. Wer in den Park hinein will, muss je Erwachsenem 5,- € berappen. Das scheint bei dem was geboten wird zwar ein wenig viel, zumal wie schon erwähnt recht viele Gebäude eingerüstet und z. T. mit Planen gegen das Wetter geschützt sind, aber wenn man bedenkt, wie viel Arbeit in einem solchen Museum stecken, darf man nicht so knauserig sein.

Man sollte recht früh zu seinem Besuch in den Park antreten, um die zahlreichen Handwerke begutachten zu können. Wir hatten es leider versäumt früh los zu fahren und so konnten wir nur den freundlichen Schmied beim Nagel machen beobachten. Alle andren hatten sich bereits in eine recht ausgedehnte Mittagspause verabschiedet.
Auf einigen Feldern werden Getreidesorten angebaut, die in der industriell betriebenen Landwirtschaft nicht mehr ganz so gefragt sind, wie z. B. Dinkel. Auch Tiere werden gehalten, wie dies früher in dieser Gegend üblich war – Schafe, Ziegen (mein Gott, die muffeln vielleicht!), zwei Esel, Schweine und etliches an Geflügel.
Eine wundervolle alte Windmühle demonstriert, dass die Windkraft eine Energiequelle ist, die der Mensch schon seit Jahrhunderten zu nutzen versteht.

Besonders für Kinder ist der Park eine echte Erfahrung. Aber auch die Erwachsenen denken – manchmal wehmütig – an Früher zurück und mach ältere Dame, oder würdevoller alter Herr, gerät ins Träumen und erzählt den Umstehenden von ihrer Jugend, als sie genau in einem solchen Bauernhaus aufgewachsen oder solche Schafe und Ziegen im eigenen Stall hatten.

weiterführende Links:
Hessenpark
Käsehaus im Hessenpark