Die Konjunkturlok dampft und zischt, weil Deutschland sozialistisch ischt?

Was soll denn jetzt die blöde Debatte darüber, ob Deutschland, bzw. seine Wirtschaft, die Konjunkturlokomotive für Europa ist? Natürlich ist sie das. Man muss sich das nur mal etwas genauer anschauen! Beispiel? ICE – im Sommer wenn´s warm ist, funktionieren die Klimaanlagen nicht. Ergo müssen die Züge stehen bleiben und oft auch gleich ganz evakuiert werden! Im Winter, wenn´s kalt ist, frieren die Weichen ein und die schicken ICE´s können auch nicht fahren. Und wenn gerade mal alles funktioniert, dann werden die Fahrdienstleiter krank, gehen in Urlaub oder feiern ihre Überstunden ab und der Bahnhof wird abgesperrt! Seht ihr und genau so läuft das auch mit der deutschen Wirtschaft! Jetzt endlich kapiert???

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Der Fortschritt ist eine Schnecke…Teil 2

Nun fährt er endlich wieder! Der Renault Kangoo Z.E.! Elektrisch! Mit funktionierenden Bremsen! Und ohne Fehlermeldung bzgl. des Bremssystems! –  wenn er nicht gerade am Ladekabel hängt, und er hängt leider häufiger am Ladekabel, als dass er fährt. Aber der Reihe nach…

Eigentlich könnte ich nun glücklich sein. Ein umweltfreundliches, elektrisch angetriebenes Fahrzeug, sogar mit Klimaanlage. Aber ich bin nicht glücklich. Ich weiss natürlich, dass das undankbar ist, aber so bin ich nun mal. Es gibt jedoch einen Grund, warum ich so bin, wie ich bin – verschnupft nämlich und zwar nicht nur im übertragenen Sinn. Warum? Sicher habt ihr alle mitbekommen, dass es die letzten Tage ziemlich, um nicht zu sagen erbärmlich, kalt war. Mit Schnee und Eis und allem, was dazu gehört. Genau das Wetter also, das man sich sofort vorstellt, wenn von Klimaerwärmung die Rede ist!

Ich muss also jeden Morgen meinen Kangoo Z.E. aus dem Schnee ausgraben, anschließend die Scheiben rundum vom Eise befreien und mich dann, genau, ihr habt´s sofort erraten, in ein ebenso frostiges Auto setzen, wie dies die Außentemperaturen implizieren – knapp über der – 10° C-Marke!

Aber, kein Problem, dachte ich bei mir, schließlich besitzt mein Fahrzeug nicht nur eine Klimaanlage für den Sommer, sondern auch eine Heizung für die kalten Klimawandelwintertage – genau wie jetzt! Also, Heizung an und den Luftstrahl des Gebläse volles Brett auf die Frontscheibe gerichtet, damit sie nicht wieder zufriert und losgefahren. Vorsichtig, im Ökonomie-Modus und in aller Ruhe zog der Kangoo Z.E. leise sirrend an.

Die digitale Anzeige signalisierte bei einem fast vollen Akku genau 72 km reichweite. nicht gerade viel versprechend, aber dennoch machte ich mich frohen Mutes auf den kalten Weg ins 20 km entfernte Bruchsal, wo ich einiges erledigen musste und darauf vertraute, in den von mir besuchten Räumlichkeiten eine Steckdose zu finden, um dem gestressten Akku ein klein wenig Erholung zu gönnen. Nach nur 2 Kilometern Fahrstrecke hatte sich die Reichweite jedoch bereits um 6 km verringert, was mich zum Nachdenken brachte…

…ein Elektroauto heizt, mangels Verbrennungsmotor, mit demselben Strom, den der umweltfreundliche Antrieb notwendigerweise aus dem Bleiakku lutscht! Die Folge ist eine, nicht nur wegen der niedrigen Außentemperatur, schlechtere Speicherkapazität des Akkus, sondern auch ein detulich höherer Stromverbrauch. Also hatte ich nur eine Alternative und die war alternativlos – entweder Heizung an, Akku auf halber Strecke leer, mit anschließendem Frieren, oder aber Heizung aus, Ziel mit Müh´ und Not erreichen und die ganze Zeit über frieren! Ich entschied mich für Letzteres und tröstete mich  ein bisschen mit dem Gedanken daran, dass uns Autler (ich benutze diesen sehr altertümlichen Ausdruck aus den Kindertagen des individuellen Automobilismus ganz bewusst!) die elektrische Mobilität auf diese Weise zu den Ursprüngen des Autofahrens zurück führt und die bereits seit Jahrzehnten abhanden gekommene abenteuerliche Komponente wieder in die Mobilität einfließen lässt!

Renault Kangoo Z.E. leicht unterkühlt

 Ich erreichte also Bruchsal halb tot gefroren und trotz Handschuhen mit steif gefrorenen Fingern, sowie mit von innen durch meine Atemluft vereisten Scheiben. Eine Steckdose fand ich auch, konnte allerdings die Türe des Raumes, in dem sie sich befand nicht schließen, da das Ladekabel hindurch geführt werden musste. Also fror ich auch dort, während ich mich meiner Arbeit widmete.

Schon nach nur vier Stunden hatte ich soviel Energie im Akku, um mich mit halbwegs sicherem Gefühl auf den Weg zurück nach Karlsruhe zu machen – ohne Heizung, versteht sich!

Renault Kangoo Z.E. nuckelt an seinem Ladekabel

Nun sitze ich wieder in meinem warmen Büro (während der Kangoo Z.E. erneut an der Dose hängt) und finde die Zeit, diesen Artikel zu schreiben. Ich hoffe inständig, dass mir dieser erste Winter in einem Elektroauto nicht noch zu allem Überfluss eine Lungenentzündung einbringt.

Mir ist klar geworden, dass die Elektromobilität tatsächlich zu den Wurzeln des Automobils zurück führt. Schon Bertha Benz fuhr ja (Wind und Wetter ausgesetzt) quasi von Apotheke zu Apotheke, um dort literweis das benötigte Benzin zu erwerben. Der Elektroautomobilist hangelt sich von Steckdose zu Steckdose, oder von Ladestation zu Ladestation, sofern er überhaupt eine findet und die notwendige Zeit mitbringt und die Fähigkeit, sich während des sich über Stunden hinziehenden Ladezyklus´ sinnvoll zu beschäftigen…

 

25 Jahre Ozonloch! Ein Grund zum feiern?

Ja, natürlich, sagt die Politik und ergeht sich in exzessiver Selbstbeweihräuerung. Das BMU (was soviel heisst wie Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung feiern sich selbst, in Gestalt des Bundesministers Peter Altmaier, der wahre Jubelarien auf das Montrealer Protokoll anstimmt, derweil sich seit vielen Jahren gezeigt hat, dass die Reduzierung des FCKW-Eintrags ind ie Atmosphäre durch das verbrecherische Verhalten der Großkonzerne, in schönster Eintracht mit der Politik, dafür Sorge getragen hat, dass der Schutz der Ozonschicht ad absurdum geführt wird. Und das mit System!

Bis vor 25 Jahren war es so, dass man das FCKW aus Klimaanlagen und alten Kühlschränken, ohne langes wenn und aber in die Umwelt entweichen ließ, wenn man diese wartete, bzw. verschrottete. Aber dann kam der Umweltschutz und sorgte dafür, dass das FCKW aus eben jenen Anlagen nicht mehr einfach in die Umwelt gelangen durfte. Denn unglücklicherweise (für die Konzerne) hatten Forscher festgestellt, dass eben jenes FCKW in der Atmosphäre dafür sorgte, dass sich das Ozon zersetzte und sich riesige Löcher in der Schutzschicht über den Polarregionen des Planeten Erde bildeten, die man sogar für die hohen Hautkrebsraten in Australien und Neuseeland verantwortlich machte. Und natürlich konnten diese lästigen, stets nach Forschungsgeldern lechzenden Wissenschaftler einfach nicht die Schnauze halten, wie sich das für anständige Forscher gehört. nein, sie gingen an die Öffentlichkeit und posaunten ihre Erkenntnisse, die von interessierter Seite freilich sofort dementiert und für unwahr erklärt wurden, hinaus in die Ohren all jener, die sie zu hören wünschten. Und derer waren recht viele, denn die Umweltbewegung war zu einer regelrechten Welle angewachsen, die sich über die Zerstörung unserer Umwelt in zunehmendem Masse zu empören begann.

Also sann man auf Abhilfe. Die Politiker konferierten, jetteten um den Globus, konferierten noch ein wenig länger und irgendwann, vermutlich zwischen einem Bordellbesuch und einem leckeren Abendessen an der Copa Cabana, fand man eine Lösung. Man traf sich in Montreal und unterzeichnete das Montrealer Protokoll. So weit so gut. Die Folgen sind dem interessierten Umweltschützer bekannt. während die Konzerne sich selbst verpflichteten, den Blödsinn mit den FCKW´s in Zukunft zu unterlassen und die Ozonschicht zu schützen, lullten die Politiker das Volk ein und erklärten allen, nun sei der Schutz unserer Atmosphäre gesichert und in trockenen Tüchern. Aber das war´s dann auch schon. Denn die Entsorgung von FCKW aus Klimaanlagen und alten Kühlschränken, wir nun dadurch gelöst, dass man zumindest den Elektroschrott in die Dritte Welt exportiert, wo die Regierungen nicht so kleinlich und die Menschen noch dankbar selbst für die beschissensten Jobs sind, genauer für die Jobs in der boomenden „Recyclingindustrie“ der Dritten Welt und wo man kein großes Aufhebens darum macht, wenn mal auf Grund eine kleinen Unglücks ein paar hundert oder tausend Menschen krank werden oder sogar verröcheln. That´s business, you know?

Also hatte man in den Industriestaaten einen Grund, richtig heftig zu feiern. 25 Jahre Schutz der Ozonschicht klingt ja auch bombastisch. Allerdings muss einem speiübel werden, wenn man hinter die Kulissen blickt. Skrupellose Geschäftemacher verschieben den Elektroschrott zum „recyceln“ in die Dritte Welt, die Industrie kann ihre Hände in Unschuld waschen und die Industrienationen vermitteln ihren RTL-geschädigten Bürgern das gute Gefühl, mal echt was für die Umwelt getan zu haben. Denn natürlich sind die neuen FCKW-freien Kühlschränke, die man hier kaufen kann, ne ganze Stange teurer als vorher und nur böse Zungen würden ernsthaft behaupten, dies läge nicht an den neuen Kühlschränken und ihrer „modernen“ Kühltechnologie, sondern an der Gier der Konzerne!

Ich sehe daher keinen Grund, 25 Jahre Schutz der Ozonschicht zu feiern, sondern eher das 25jährige (offizielle) Bestehen des Ozonlochs und das ist wahrhaftig kein Datum um Jubelschreie auszustoßen…

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