Containern als Protest gegen den Kapitalismus!

Wenn das Essen aus der Abfalltonne oder dem Müll-Container kommt (daher auch die Bezeichnung Containern), dann sind meist zwei Möglichkeiten gegeben, warum dies der Fall ist. Auf diese Geschichte wurde ich durch die netzeitung (Mülltauchen gegen den Kapitalismus: Wenn das Essen aus der Tonne kommt; Artikel in der netzeitung vom 28.6.2009) aufmerksam, obwohl ich sie auch früher schon einmal in dem ein oder anderen Blog gelesen habe. Was sind das für Menschen, die sich aus Mülleimern ernähren?

1. es handelt sich um Menschen, die so arm sind, dass sie sich von den Resten aus den Abfalltonnen anderer ernähren müssen…

…oder…

2. …um Menschen, denen die Kritik am kapitalistischen System und den damit verbundenen Auswüchsen (wegwerfen von noch genießbaren Lebensmitteln, anstatt sie kostenlos an Arme abzugeben!), bzw. die strikte Verweigerung des Konsums, das Containern als eine wichtige Möglichkeit des Widerstandes erscheint.

Meist ist die Grundhaltung dieser Verweigerer eine anarchistische. Einer der Hauptkritikpunkte der Containerer ist die Tatsache, dass das Entnehmen von Nahrungsmitteln aus dem Müll-Container rechtlich gesehen als Diebstahl gewertet werden kann. Zudem stehen die Conmtainer oft in abgezäunten Bereichen und wenn die Gelände mit einem „Betreten verboten“-Schild gekennzeichnet sind, ist man wegen Hausfriedensbruch dran!

Die Supermärkte, die eigentlich die Hauptanlaufpunkte für die Containerer sind, argumentieren zwar, sie würden noch genießbare Nahrung, deren Verfallsdatum abgelaufen ist, an die „Tafeln“ weitergeben. Das tun zwar wirklich einige, aber längst nicht alle. Schließlich gibt es weit mehr arme und bedürftige Menschen, als die Tafeln Nahrungsmittel requirieren und bereitstellen können. Wie sonst würden trotz allem noch genießbare Lebensmittel weiter im Müll landen, wo sie die Containerer dann bergen?

Das schlimme an der Geschichte ist meiner Ansicht, das in unserer Gesellschaft und in diesem Wirtschaftssystem sogar Müll einen Wert hat. Und ich meine jetzt nicht Rohstoffe, die recycelt werden können, sondern Biomüll. Dadurch will man offenbar auch noch den letzten Menschen in dieses kapitalistische System hineinzwingen und vermutlich wäre es den Verantwortlichen am liebsten, wenn die die nichts bezahlen können für ihre Nahrung, eben auch kein Recht auf Nahrung haben!

Das Containern ist jedoch meist wirklich nicht aus der Not geboren, sondern als Ausdruck des Protestes gegen die Wegwerfgesellschaft zu verstehen. Die meisten Containerer haben einen festen Job und ein geregeltes Einkommen! Nun, es ist nicht gerade mein Stil, Essen aus dem Container zu fischen und damit meinen „Schwimmring“ zu füttern. Da steh ich schon mehr auf die frischen Sachen. Aber ich kann mich auch unglaublich darüber aufregen, wenn ich sehe, wie Nahrung – trotz der großen Not vieler Menschen auf dieser Welt – einfach im Müll landen. Dies ist Ausdruck einer Einstellung und eines Wirtschaftsystems, das es nicht hinnehmen will, wenn jemand ohne zu bezahlen essen und leben kann. Die Lebensmittelkonzerne produzieren Unmengen Nahrungsmitteln und werfen riesige Mengen davon einfach in den Müll! So kann man die Preise schön hoch halten, weil man das Angebot verknappt?

Wer´s nicht glaubt, der kann sich den Film „We feed the World“ hier mal anschauen. Wem es davon noch nicht übel genug wird, der kann auch zum Containern gehn, denn das geht garantiert auf den Magen (das Video meine ich). Wenn man die gesammelten Lebensmittel ordentlich schrubbt und wäscht, warum sollen sie nicht gegessen werden können? Wenn man sich mal bewußt macht, was für Zustände in manchen Betrieben herrschen, in denen unsere sogenannten Lebensmittel hergestellt werden, der wird sich noch über die hygienischen Zustände in einer Mülltonne freuen!

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Monsantos neues Eisen im Feuer!

Am 04.12.2008 berichtet Greenpeace, dass die EU dem US-Gentechkonzern Monsanto eine weitere Genpflanze genehmigt hat. Es handele sich dabei um den Import der Gen-Sojapflanze Roundup Ready II (MON89788-1) als Futter- und was noch wesentlich schlimmer ist, als „Lebensmittel“.

Da kann man doch das große Kotzen kriegen! In immer mehr Ländern zweifeln die Experten an der Behauptung der Genkonzerne, die Veränderung von Pflanzen mit Hilfe der Gentechnik, berge keinerlei Gefahren. Weder für den Menschen, noch für die Umwelt bestünde eine Gefahr. Und obwohl berechtigte Fragen am Sinn der EU-Risikoabschätzung bestehen, genehmigt die EU ohne mit der Wimper zu zucken den Gen-Scheiß von Monsanto und Konsorten.

So langsam habe ich den Eindruck, die Entscheidungen der EU werden seit einiger Zeit nicht mehr in Brüssel oder Straßburg getroffen, sondern gleich in den Konzernzentralen der Gen- und Chemiekonzerne. Vielleicht irre ich auch. Vielleicht ist doch nicht alles so schlimm. Aber möglicherweise ist es sogar noch schlimmer.

Jedenfalls kann ich nicht behaupten, ich hätte den Eindruck die EU würde im Sinne der Menschen handeln. Wie sonst kann sich die EU-Bürokratie über die Bedenken der Leute und die Zweifel der unabhängigen Wissenschaft einfach hinwegsetzen? Ist die Politik in den einzelnen Staaten der EU schon auf das systematische Arschkriechen bei den Konzernen ausgerichtet, so scheint  bei der EU das Buhlen um die Gunst der Konzerne eine regelrechte Glaubensfrage zu sein!

Es ist kaum zu fassen, dass man nicht merkt, oder wahrhaben will, dass mit der Gentechnik die Produktion von Nahrungsmitteln völlig aus der Hand und der Kontrolle gegeben wird und keinen in der Politik scheint das zu kümmern! Es wird vermutlich nicht mehr lange dauern und die Genkonzerne üben auf die Politik und die Verbraucher eine ähnliche Macht aus, wie die  Öl- und Energiekonzerne. Aber vielleicht ist das ja gewollt!

Versiffte Lebensmittel in Deutschland!

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Ergebnisse seiner Lebensmittelkontrollen 2007 veröffentlicht. Fazit: Den Deutschen wird der letzte Dreck als Lebensmittel verkauft und wir essen diesen Mist dann ohne mit der Wimper zu zucken!

In 28.000 Proben wurden krebserregende Stoffe, Bakterien und Fäkalkeime (das muss man sich mal sprichwörtlich auf der Zunge zergehen lassen!) gefunden. 87% der Äpfel weisen Rückstände von „Pflanzenschutzmitteln“ auf, ebenso wie 80% der Tomaten. 54% aller Proben waren sogar mehrfach belastet. Und das was nicht mit Pflanzenschutzmitteln verseucht ist, das hat eine ordentliche Portion Konservierungsstoffe drin, damit auch wirklich jeder sein Fett abkriegt! Aber gebt Euch keinen flaschen Hoffnungen hin. Wenn Ihr das Zeug mit nem kräftigen Schluck aus der Pulle runterspülen wollt, überlegt genau, was Ihr in Euch rein schüttet. Denn 40% der untersuchten Erfrischungsgetränke enthielten Benzol, das krebserregend und keimzellschädigend wirkt! Prost!

Aber es geht noch weiter. Wo wir schon beim Thema sind, FAZ.net schreibt ebenfalls, Obst und Gemüse seien stark belastet. luftgetrockneter Schinken aus Spanien ist mit Insektengift verseucht, Wildschweinfleisch mit dem Blei, dass die fleissigen Jäger mit ihren Flinten in die Tierchen gepumpt haben! Gemüse hat oftmals einen Gehalt an „Pflanzenschutzmitteln“, dass gesundheitliche Gefahren nicht auszuschliessen sind, wie man so schön euphemistisch schreibt! Wegen der hohen Nitratbelastung sollten Kräutertees nicht mehr als „Stilltee“ für Mütter beworben werden. Da geht einem doch echt das Herz auf.

Die sueddeutsche.de hat in einem Artikel unter dem Titel „jede zweite Tomate verseucht“ auch ein paar deutliche Worte gefunden. Wer die Bezeichnungen Bromid, Procymidon und Pyrimethanil hört, sollte nicht denken, es handele sich hier um einen Schutzanstrich für sein Gartenhaus. Weit gefehlt, es sind Pestizide, die in jeder zweiten Tomate zu finden sind und zwar als Teil eines Coktails aus bis zu 72 Giftstoffen! Und weiter im Text. 98% des in Deutschland verkauften Räucherfischs kommt aus dem Baltikum. Die Hälfte dieses Fischs ist mit Benzpyren belastet. Der amtlich bestellte Verbraucherschützer Helmut Tschiersky-Schönburg, seines Zeichens Leiter des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat auch gleich einige passende Empfehlungen parat:

  1. …auf das Verantwortungsbewusstsein der Händler verlassen.
  2. …Deutsche Importeure müssen ihr Qualitätsmanagement verbessern.
  3. …Bioware kaufen!

Na das ist es doch. Wohl dem, der das Geld dazu hat. Alle andern müssen eben weiter den verseuchten Müll in sich rein fressen und hoffen, dass das Verantwortungsbewusstsein der Händler wächst – was für ein Gedanke!

Wann wird das Rauchen endlich verboten?

Als ich heute einige Lebensmittel einkaufen ging, war der Supermarkt relativ voll. Naja, dachte ich bei mir, andere brauchen halt auch irgendwelche Dinge und Zeit hast du auch ein wenig, also reihe dich ohne zu brummen in die Schlange an der Kasse ein und harre der Dinge, die da kommen mögen. Natürlich ist es wie immer so gewesen, dass die Schlange an meiner Kasse sich am langsamsten vorwärts bewegte.

Das alles wäre an sich nicht schlimm gewesen, wenn sich nicht plötzlich hinter mir ein Mensch angestellt hätte, der eine Aura von wochenlang nicht geleertem und dann versehentlich umgestossenem Aschenbecher um sich verbreitete. Mir blieb schlicht die Luft weg und ich versuchte ihn zu ignorieren – vergebens! Dann probierte ich die Luft an zu halten – angesichts einer grob abgeschätzten Wartezeit von ca. 10 Minuten ein sinnlos Unterfangen! Mir lag auf der Zunge diesen meinen Mitmenschen freundlich darum zu bitten, er möge für die nächsten 10 Minuten einfach mit dem Stinken aufzuhören. Ich entschloss mich dann aber doch, einer zu erwartenden Schlägerei und dem Erstickungstod aus dem Weg zu gehen und verfügte mich darum wieder ins Innere des Ladens, um mir noch ein wenig die Zeit zu vertreiben.

Zeit genug, sich ein paar Gedanken zum Thema Rauchen zu machen!

Mal abgesehen von den zu erwartenden Spätfolgen des Rauchens (Lungen- und Kehlkopfkrebs, Zungenkrebs, Atemwegserkrankungen, Raucherbeine und, und, und…) über die seit Jahrzehnten anhaltend diskutiert wird, frage ich mich, wie eigentlich die Auswirkungen auf unsere Umwelt sind. Diesen Aspekt sehe ich ein klein wenig zu kurz gekommen in der ganzen Diskussion. Darum und in meiner Eigenschaft als Blogger von „tempeldergaia“ möchte ich mir einige Gedanken zu den Auswirkungen des Tabakkonsums auf diesen Planeten und damit auf unsere Mutter Erde machen.

Man hat ja schon vor Jahren zu Recht damit begonnen Autos mit Katalysatoren auszustatten und arbeitet auch heute noch daran, den Feinstaub besonders bei Dieselmotoren aus dem Abgas zu filtern. Nun frage ich mich: „Warum gibt es keine Initiative, die die umweltpolitischen Aspekte des Rauchens hervorhebt und damit ein weiteres Argument (neben dem gesundheitlichen Aspekt) in die Waagschale der Nichtraucher wirft?“ Bedenkt man, das im Jahr 2001 allein in Deutschland ca. 142 Mrd. (142.000.000.000) Zigaretten geraucht wurden, wird vermutlich nicht nur mir übel. Eine einzige Zigarette verpestet 3.000 Kubikmeter Luft. (bei einer Bevölkerung von 80.000.000 Millionen Menschen in Deutschland sind das statistisch gesehen 1.775 Zigaretten pro Jahr). Das wären dann – vorausgesetzt, meine Rechnung stimmt, 4,26 hoch 14 Kubikmeter verschmutzte Luft nur durchs Rauchen! Und das zusätzlich zu den Verschmutzungen, die uns die Industrie und der Strassenverkehr bescheren. Also, ich hielte es für sinnvoll, wenn nicht nur die Industrie und die Energieerzeuger CO2-Zertifikate kaufen müssten, sondern auch die Raucher. Schließlich muss ja in unserer kapitalistischen Gesellschaft alles einen Wert in Valuta haben, sowohl der Dreck, als auch die natürlichen Ressourcen.

Neben der Verschmutzung unserer Luft entsteht beim Rauchen aber auch eine ganze Menge hochgiftiger Sondermüll. Ich würde mal vermuten, dass die Zigarettenfilter besonders viele der Schadstoffe enthalten, die durch die Verbrennung des Tabaks entstehen. Der gewöhnliche Feld-, Wald- und Wiesenraucher schmeisst diese aber üblicherweise wo er geht und steht um sich und führt diese so unkontrolliert der Umwelt zu. Damit Mutter Erde quasi auch noch was davon hat. 142.000.000.000 verseuchte Zigarettenfilter und das jedes Jahr. Kaum vorstellbar, was das für ein Berg an Sondermüll ist!

Das einzige, was der Raucher dafür bezahlt, ist der Preis für seine Zigaretten. Und natürlich die darauf liegenden Steuern, womit er sich aber das Recht erkauft zu haben glaubt, die Folgekrankheiten des Rauchens auf Kosten der Allgemeinheit und der Krankenkassen behandeln lassen zu können. Natürlich hat der Raucher damit Recht. Die Krankenkassen sind schließlich Solidargemeinschaften, die auch für die Behandlungskosten derjenigen Menschen aufkommen müssen, die durch bewußten Raubbau an ihrer Gesundheit erkrankt sind! Jedenfalls ist es jetzt noch so.

Vermutlich wird es aber zu einem totalen Rauchverbot nie kommen. Nicht in diesem unserem Lande. schließlich hat die Tabak-Industrie, genauso wie die Spetzl von der Chemie-, der Gentechnik- und der Automobil-Industrie beizeiten vorgesorgt und sich die notwendigen Parlamentarier eingekauft. Aber wir sollten die Gelegenheit nicht ungenutzt vorüberziehen lassen, auf diesen wichtigen Punkt wieder und wieder hinzuweisen. Vielleicht erleben wir noch den Tag, an dem das Rauchen Bundesweit in allen Kneipen einheitlich verboten wird. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben!

Aber Ihr, Ihr könnt das Rauchen aufgeben! Ich habe es auch geschafft, nachdem ich 20 Jahre gequalmt habe wie ein Schlot und irgendwann derartig unter nächtlichen Wadenkrämpfen litt, dass ich schon dachte, bis zum Raucherbein könne es nicht mehr allzu weit hin sein! Und dann habe ich einfach aufgehört. Ohne Nikotinpflaster, ohne Hypnose, ohne Raucherentwöhnungskurs usw. Das könnt ihr auch. Voraussetzung ist allerdings, dass Euer Kopf es auch will, dann klappt das schon! Ich wünsche Euch viel Erfolg dabei!

Was essen die Menschen der Zukunft?

So wie die Ressourcen und Rohstoffe auf der Erde unterschiedlich und nach Auffassung vieler Menschen ungerecht verteilt sind, verhält es sich auch mit den landwirtschaftlichen Nutzflächen, dem fruchtbaren Ackerland also!
Mit dem gleichen Recht, wie sich die Industrienationen fragen, warum zum Teufel die größten Rohölreserven ausgerechnet in der politisch unruhigsten Weltregion am Persischen Golf liegen, kann man fragen: wieso eigentlich nicht? Solche Fragen sind eigentlich müssig und sollten für die Menschen ein Ansporn sein, miteinander zu kommunizieren und friedlichen Handel zu treiben. Stattdessen führt man Krieg um die Ölreserven, fackelt dabei gleich noch einen großen Teil ab und im Gegenzug beglücken uns die islamischen Staaten, die auf den Ölfeldern sitzen, mit einer besonders militanten Form des Islamismus! Was für eine verrückte Welt!
So wie der Westen den Golfstaaten ihren Ölreichtum neidet, halten diese es für ungerecht, dass der Westen mit riesigen Flächen fruchtbaren Ackerlandes gesegnet ist. Eigentlich zeugen solche Eifersüchteleien von ausgesprochener Ignoranz und zeigen, dass kaum noch jemandem die Vielfalt pflanzlichen, tierischen und nicht zuletzt menschlichen Lebens bewusst ist.
So wie wir mit neiderfülltem Blick die Medienberichte aus der Golfregion verfolgen, die uns den märchenhaften Reichtum der Scheichs und die niemals stillstehenden Ölpumpen auf den riesigen Ölfeldern zeigen, schauen diese mit Unverständnis auf die zur Erntezeit goldgelben Weizenfelder, auf denen riesige Maschinen die Ernte einbringen um diese zur Nahrungserzeugung in die Fabriken zu transportieren. Niemand nimmt zur Kenntnis, dass dei industrielle Landwirtschaft des Westens genauso gefährlich und schädlich ist, wie die hemmungslose Ausbeutung der Ölfelder der Golfregion.
Riesige Konzerne erzeugen Saatgut, auf das sie ein Patent angemeldet haben und die es den Bauern unmöglich machen, aus den daraus gezogenen Pflanzen eigenes Saatgut zu gewinnen. Einheitssorten, gezogen in riesigen, maschinengerechten Monokulturen, gedüngt mit Massen von Kunstdünger und „geschützt“ vor Ungeziefer, Unkräutern und Pilzbefall durch große Mengen Insektizid, Pestizid und Fungizid, sind die Grundlage unserer Nahrungsmittel geworden. Jahrzehntausende alte Urwälder werden gerodet, ein paar Jahre lang Soja und Mais angepflanzt,um daraus Viehfutter herzustellen.
Die Einheitssorten, die industriell angebaut werden, werden von den Konzernen gezüchtet, patentiert und verkauft, die genau daraus sogenannte Lebensmittel ebenfalls in industriellem Maßstab erzeugen. Diese Sorten sind praktisch überall einsetzbar, vorausgesetzt, man düngt, bewässert und „schützt“ sie in ausreichendem Maß.
Noch im 19. und 20. Jahrhundert war dies ganz anders. es gab eine beispiellose Biodiversität. Für nahezu jede Gegend der Erde gab es spezifische Nutztiere und Nutzpflanzenarten, die an die Bedingungen einzelner Regionen angepasst waren und über Jahrhunderte oder Jahrtausende daraufhin gezüchtet wurden. Ihre spezifischen Eigenschaften waren ideal für die klimatischen Bedingungen in den jeweiligen Entstehungsgebieten. Verbrachte man solche Züchtungen in andere Gebiete, sanken naturgemäß die Erträge und sie wurden anfällig gegen Ungeziefer und Krankheiten.
Um jedoch die Nutzpflanzen leichter Maschinell zu säen, zu pflegen und zu ernten, kreuzte man die unterschiedlichen Arten miteinander, um ihre positiven Eigenschaften zu stärken – zunächst sicher beseelt von dem Wunsch, den Hunger auf der Welt zu besiegen. Bestimmte Standards wurden festgelegt, welche die Nutzpflanzen zu erfüllen hatten, um sie industriell verarbeiten zu können. Dann meldete man Patente auf die so gewonnenen Hybriden an, denen man die Eigenschaft der Selbstreproduktion weggezüchtet hatte und begann das Saatgut teuer zu verkaufen. Bauern, die sich darauf eingelassen hatten, wurden so von den Saatguterzeugern abhängig. Auf diese Weise drängte man regionale Sorten vom Markt, da sie zwar an die Region angepasst, aber längst nicht so ertragreich wie die Hybriden waren.
Aus diesen industriell erzeugten und in Fabriken verarbeiteten Rohstoffen wird ein großer Teil unserer „Nahrung“ erzeugt und fein säuberlich, aufwändig und einzeln verpackt an den Verbraucher verkauft. Man muss sich nicht wundern, wenn die Kinder heute keine Ahnung haben, dass Ketchup eigentlich aus Tomaten hergestellt wird und sie zwar Ketchup mögen, sich aber beim Verzehr von Tomaten übergeben müssen.
Dieser Trend zu industriell erzeugten Nahrungsmitteln wird sicher noch weiter zunehmen. Dies hat zur Folge, dass Menschen, die gesunde und natürliche Nahrung zu sich nehmen möchten, gezielt danach suchen und auch noch tief dafür in die Tasche greifen müssen. Bedauerlich, denn ausgerechnet die Menschen, die durch harte körperliche Arbeit eigentlich gezwungen sind, sich ausgewogen und gesund zu ernähren, können sich diese Lebensmittel in der Regel überhaupt nicht leisten. Um wie viel mehr trifft dies auf die Menschen in der sogenannten Dritten Welt zu?
Es stellt sich die Frage, ob es wirklich richtig ist, dass Konzerne Patente auf Pflanzen und Tiere, also auf Lebewesen anmelden können? Jeder Mensch sollte zumindest das verbriefte Recht auf freien Zugang zu Saatgut von alten Nutzpflanzenarten haben. Ob er das nutzt, sei seiner Entscheidung überlassen.
Wir müssen auch nach Möglichkeiten suchen, die eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen, die nicht die Böden auslaugt oder überdüngt und die die Diversität von Pflanzen und Tieren in all ihrer Vielfältigkeit erhält und unseren Nachkommen weitergibt.
Es sind intensive Forschungen und Versuche notwendig um die Grundlagen zu schaffen für:

  1. ökologische Landwirtschaft
  2. Nachhaltigkeit
  3. Permakultur/permanente Agrikultur
  4. artgerechte Tierhaltung
  5. Zucht und Erhaltung alter und regionaler Haus- und Nutztierrassen (mit Einlagerung von reproduzierbarem Genmaterial in einem Genpool).
  6. Zucht und Erhaltung alter Nutzpflanzen (mit Einlagerung von Samen in einem Genpool).

Führe Dein Leben selbstbestimmt – lass Dich nicht verführen!

weiterführende Links:

  • No Patents on Seeds (Organisation, die gegen die Gen- und Pharmakonzerne kämpft, die Patente auf Pflanzen und andere Lebewesen erwerben möchten, oder bereits erworben haben!)