Antreten zum Verändern der Welt! (Das Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel der Zukunft)

Wie kann man die Verkehrsprobleme in Städten und städtischen Ballungsräumen eigentlich wirksam angehen und möglicherweise sogar lösen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Forscher und Stadtplaner, sondern hin und wieder ganz gewöhnliche Menschen wie euch, oder auch mich und so mache ich mir beständig meine Gedanken zum Thema, die sich dann in solchen Blog-Artikeln wie diesem hier nieder schlagen.

In Städten und städtischen Ballungsräumen haben wir als wichtigstes Problem vor allem das des beschränkten Platzes. Häuser Läden, teilweise Unternehmen und industrielle Fertigungsanlagen, drängen sich auf engstem Raumzusammen und teilen sich den wenigen Platz auch noch mit Rad- und Gehwegen, Straßen, Plätzen, Parks und Parkplätzen (die in meinen Augen eine besondere Verschwendung sind), sowie mehr oder weniger umfangreichen Schienennetzen des öffentlichen Personennah- und Personen- und Güterfernverkehrs.

Während Rad- und Gehwege wenigstens dauerhaft genutzt werden, indem Menschen darauf Rad fahren oder laufen, während auf Straßen rund um die Uhr der motorisierte Individualverkehr tobt und daneben auch die vielfältigen logistischen Aufgaben einer Stadt zu bewältigen haben (Ver- und Entsorgung z. B.), Plätze und Parks der Naherholung und der Verbesserung des Mikroklimas dienen, wird ein großer Teil des zur Verfügung stehenden städtischen Raumes durch parkende und damit nicht genutzte Autos voll gestellt. Sie stehen einfach nur rum und nehmen Platz weg, der sicher sinnvoller genutzt werden könnte.

Doch damit nicht genug. Wochentäglich findet außerdem eine regelrechte Völkerwanderung von Menschen statt, die entweder außerhalb der Stadt „im Grünen“ wohnen (und so zur Zersiedelung der Landschaft beitragen) und in der Stadt arbeiten, oder umgekehrt. Selbst wenn diese vielen Menschen vernünftigerweise öffentliche Verkehrsmittel nutzten, auch die Öffis verbrauchen mit ihrer Infrastruktur jede Menge Platz in der Stadt. Jedenfalls wenn sie oberirdisch verkehren.

Verlegt man sie unter die Erde, muss man jede Menge Geld in die Hand nehmen (ein besonders „schönes“…äh…krasses Beispiel dafür ist Stuttgart 21 – Stuttgart: eindeutige Ablehnung von Stuttgart 21, Artikel auf SDR.de vom 8.9.2010) und man kann mit Sicherheit davon ausgehe, dass der an der Oberfläche gewonnene Platz nicht zur Hebung der Lebensqualität in den Städten genutzt, wohl aber den Wünschen der Automobillobby geopfert werden wird! Von den jahrelangen Baustellen mitten in der Stadt mal ganz abgesehen.

Bleiben die Öffis oberirdisch, so nehmen die Streckennetze durch den ständig wachsenden Fahrgaststrom derartige Ausmaße an, dass für andere Verkehrsteilnehmer kaum noch Platz übrig bleibt! Die immer enger getakteten Fahrzeuge auf den Linien (sowieso stets zu klein und darum immer hoffnungslos überfüllt) lassen anderen Verkehrsteilnehmern kaum eine Chance die Strecken zu überqueren. Die Unfallgefahr steigt rapide an. Gibt es dann noch technische Probleme wie z. B. mit den jedes Jahr auf´s neue völlig überraschend auftretenden winterlichen Straßen- und Verkehrsverhältnissen, gerät oft das gesamte System aus dem Takt und droht zu kollabieren!

Was also tun? Individualverkehr? Will jeder! Aber bei der Nutzung von Autos, schleppt man in der Regel ca. 1 Tonne besten Stahl und 4-5 Sitzplätze nebst enormem Stauraum mit sich herum, obwohl man meist allein im Fahrzeug sitzt. Was für eine Verschwendung von kostbaren und teuren fossilen Energieträgern? Was für eine Vergewaltigung des Weltklimas?

Der Platz wird immer knapper, der Treibstoff immer teurer und die Öffis immer voller!

Will man nun den Verkehr in der Stadt reduzieren, so kann dies eigentlich nur beim motorisierten Individualverkehr sinnvoll sein. Der umweltfreundliche und -schonende öffentlcihe Nahverkehr kann und darf dabei nicht eingeschränkt werden!. Im Gegenteil muss er deutlich ausgebaut, mehr in die Fläche gehen und billiger werden. Daneben müssen auch Möglichkeiten geschaffen werden, die auch den öffentlichen Nahverkehr individueller gestalten, beispielsweise durch mehr und kleinere Fahrzeuge (macht sicher mehr Sinn, als wenige sehr große Züge auf wenigen Strecken). Freilich erfordert auch dies zunächst hohe Investitionen vor allem in Forschung und Entwicklung (denn bisher ging der Trend immer nur in Rrichtung „Größer, Schneller, Teurer“!). In diesem Bereich stehen wir noch weitgehend am Anfang und nur ein paar „spinnerte“ Profs an einigen wenigen Hochschulen setzen sich bisher mit solchen individuellen Massenverkehrssystemen auseinander. Über das Experimentierstadium ist man meines Wissens aber noch nicht hinaus gekommen!

Also suchen wir nach Alternativen, die klein, billig, schnell verfügbar, dazu komfortabel und leicht zu fahren sind. Daneben sollen sie natürlich kostengünstig herzustellen, zu warten und zu reparieren sein!

Dieses Lastenheft lässt einen aufgeklärten Menschen eigentlich sofort an eine der genialsten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte denken – das Fahrrad! (225. Geburtstag! Karl Drais – Der Mann, der das Fahrrad erfand; Artikel auf WeltOnline vom 29.4.2010)

Fahrräder gibt es in allen nur denkbaren Varianten, für alle vorstellbaren Einsatzgebiete. Es ist kostengünstig herzustellen, kann aber auch, in Handarbeit hergestellt in edlen Manufakturen mehrere tausend bis zehntausen Euro kosten!

Es gibt Liegeräder, die besonders geeignet sind für höhere Geschwindigkeiten und Langstrecken. Für Outdoor-Freaks bieten sich Mountainbikes zum Offroadeinsatz an. Citybikes und Cruiser erlauben ein entspanntes Radeln in der Stadt.

Lastenfahrrad

Lastenräder, die Arbeitstiere unter den Fahrrädern (oder neudeutsch Cargo- oder Workbikes) genügen den Ansprüchen großer Familien mit kleinen Kindern und dürften auch kleine Gewerbetreibende zufrieden stellen können.

Für die Freunde extremerer Designs finden sich alle möglichen Arten von Choppern

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Orange Tequila Sunrise von Jason Battersby

und in Kleinserien gebaute Räder, die einem Fan das Auge tränen lassen, denn leider hat man nur einen Hintern, den man auf ein Bike setzen kann. Schade eigentlich, bei der Auswahl an fahrbaren Untersätzen.

In den letzten Jahren kamen die sogenannten Pedelecs, Fahrräder mit elektrischem Hilfsantrieb immer mehr in den Focus vor allem des Genussradlers, denn unabhängig von Wind und Steigungen erlauben die von Akkus gespeisten Elektromotoren ein sehr entspanntes und komfortables Fahren, auch für die etwas älteren Semester unter uns. Aber die Zeiten, als das Pedelec aussah und sich auch so fuhr wie ein Krankenkassenrollstuhl von der Gesetzlichen, sind lange vorbei! Auch Fahrraddesigner sind lernfähig wie wie man sieht.

Zwar kann man auch hier noch viel tun, aber man ist auf einem guten Weg. Die Entwicklung des Fahrrads zu einem wichtigen, wenn nicht dem wichtigsten individuellen urbanen Verkehrsmittel der Zukunft ist noch lange nicht zu Ende. Sie hat gerade erst begonnen.

Die Entwicklung leistungsfähiger Akkus schreitet ebenfalls zügig voran und je nach Wetter, Topografie des Geländes, Temperatur und Windverhältnissen, sind zwischen 30 und bis zu 100 km Rechweite keine Utopie mehr. Natürlich spielt auch eine Rolle, wieviel man für sein Bike auszugeben bereit und in der Lage ist.

Der Möglichkeiten als Verkehrsmittel sind dem Fahrrad und den von dieser Grundkonstruktion abgeleiteten Derivaten fast unbegrenzt. Ein-, zwei-, drei- und vierrädrige Fahrzeuge mit elektrounterstütztem Muskelantrieb gibt es heute schon in allen Variationen. Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. Noch etwas mehr Mut der Designer und der Hersteller und ein „bisschen“ mehr Unterstützung für dies umweltfreundlichste Art der individuellen Fortbewegung durch die Politik, wären sehr hilfreich.

Three-wheeler von Matias Conti

Three-wheeler Design-Studie von Matias Conti

Man darf nicht immer nur das Auto als Hauptverkehrsmittel sehen, dem es den Weg sprichwörtlich zu ebnen gilt. Das Auto ist groß, laut, teuer und verbraucht viel zuviel Platz und kostbare Energie! Die Kommunen müssen die Radverkehrswege massiv ausbauen und den Radfahrern die Möglichkeit geben, jeden Ort einer Stadt in angemessener Zeit und auf ordentlichen Straßen speziell für die Nutzer dieser elektrounterstützten Muskelkraftfahrzeuge zu erreichen. Dann werden auch viel mehr Menschen als heute diese umweltfreundlichen Alternativen zur Fortbewegung nutzen. Auch zwischen größeren Städten muss es radtaugliche Verbindungsstraßen geben, quasi Radautobahnen also, auf denen ein angenehmes Fahren langer Strecken gewährleistet ist, mit Rastplätzen, Ausschilderungen und Notrufeinrichtungen.

Wie man sieht, ist die Lösung der Verkehrsprobleme in den Städten und städtischen Ballungsräumen eigentlich garnicht sooo schwer. Vorausgesetzt, man legt sich nicht frühzeitig auf das Auto als Träger des Individualverkehrs fest und richtet die gesamte Infrastruktur und Verkehrsführung danach aus! Die Möglichkeiten das zu ändern gibt es schon, aber der politische Wille fehlt…bislang! Nur einige wenige Städte haben sich bislang der Radfahrer angenommen und nehmen deren Bedürfnisse ernst. Freiburg im Breisgau ist ein von ihnen (allerdings wird diese Einstellung nicht von allen Radfahrern in Freiburg geteilt).

weiterführende Links:

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Pedal Power Plant – Energiegewinnung auf umweltfreundliche Art!

Gelegentlich erwähnte ich schon, was für eine wirklich geniale Erfindung das Fahrrad, in allen seinen verschiedenen Formen und Ausführungen ist. Aber nicht nur das. Die großartige Möglichkeit, die durchaus beeindruckende Kraft menschlicher Beine, mittels eines Tretkurbelantriebs, in eine rotierende Bewegung umzuwandeln, die man dann zur ökonomischen und ökologischen Fortbewegung, oder auch zum Antrieb von Maschinen, sowie zur Erzeugung absolut sauberer und umweltfreundlicher Energie nutzen kann.

Auf der Seite Ecofriend fand ich am 23.5.2009 unter der Überschrift „Eco Gadgets: DIY exercise bikes keep you fit and generate electricity“ (auf der Homepage Gotwind.org) einen interessanten Artikel über die Erzeugung von Energie. Man treibt einen Generator an, indem man sich auf einem Fahrrad fit hält, das stationär montiert ist. So kann man das nützliche mit dem Angenehmen verbinden und sich den Zivilisationsspeck abtrainieren, während man eine Batterie auflädt, mit der man dann mehrere Energiesparlampen betreiben kann. Hört sich doch interessant an. Die oben verlinkte Page bietet Baupläne an, sowohl zum Thema Windenergieanlagen, als auch stationäre, fahrradbetriebene Stromgeneratoren

elektrischer Generator mit Fahrradantrieb

elektrischer Generator mit Fahrradantrieb

Die Preise für die Pläne halten sich in Grenzen und der Herausgeber behauptet, solch ein umweltfreundlicher Energieerzeuger sei für unter 10 $ zu bauen, vorausgesetzt, man habe ein altes Fahrrad im Keller. Gute Voraussetzungen, um in das Geschäft mit der Energieerzeugung einzusteigen. Jedenfalls im häuslichen Bereich. Auch auf dieser Seite hier, die David Butcher gehört, findet Ihr die Möglichkeit Baupläne zu erwerben, die Euch die Kontruktion umweltfreundlicher fahrradbetriebener Generatoren erklären!

Genauso wie AtomicZombie (auf die ich in meinen Post „Eine geniale Erfindung…“ und „Eine geniale Erfindung Teil2“ bereits hingewiesen und Links gesetzt habe), die ebenfalls hochinteressante und bereits erprobte Baupläne verkaufen. Wer nicht grad zwei linke Hände mit fünf Daumen an jeder Hand hat, sollte mit etwas Übung die geilen Räder zusammen geschustert kriegen. Andernfalls muss man eben ein paar tausend Euro in die Hand nehmen, wenn es denn ein komfortables Liegerad ab Werk sein soll. Und wer hat schon so viel Knete rumliegen, um sich ein Fahrrad zu kaufen? Wenn´s aber was echt Spezielles sein soll, kommt man leicht in Bereiche, die einem das Auge lange und anhaltend tränen lassen – bevor man sich bitter weinend nach Hause zurückzieht, um mit seinem Schicksal zu hadern.

Wer mich und meinen Blog kennt, der weiss wahrscheinlich schon, dass ich ein echtes Faible für sog. Quadcycles habe, also praktisch vierrädrige Fahrräder. Diese Teile halte ich für geeignet, in einer ökologisch korrekten Zukunft eine bedeutende Rolle im Individualverkehr auf kürzere Distanzen zu spielen. Und um Euch den Mund etwas Wässrig zu machen, hier mal ein Bild vone einem Gerät, das es mir besonders angetan hat

Racing Quadcycle (Builder: Zack Wasil and Frank Villasenor)

Racing Quadcycle (Builder: Zack Wasil and Frank Villasenor)

Aber ok, vielleicht ist das ja auch Wunschdenken von mir. Trotz allem ist die Fortbewegung mit Hilfe eines Fahrrades die effizienteste Form, um von „A“ nach „B“ zu kommen. Ob mit zwei oder drei oder auch vier Rädern, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wer ein echter Freak auf dem Gebiet des Bike-Selbstbaus ist, oder es werden will, der kann sich ein paar Anregungen auf der Homepage von ChopZone.com holen. Kaum zu glauben, dass man mit sowas auch fahren kann.

Ich sehe das Fahrradfahren mittlerweile als eine Art kreativen Protest gegen die automobile Gesellschaft und die Zerstörung unserer Umwelt an. Je freakiger und verrückter die Räder, auf denen wir uns umweltfreundlich fortbewegen, desto besser!

Umweltfreundliche und nachhaltige Logistik!

Beim Spazierengehen in der Stadt, fiel mir vor einigen Tagen die unglaubliche Vielzahl an Transportfahrzeugen auf, die zu jeder Tages- und Nachtzeit die Strassen und Fußgängerzonen verstopfen und eine Masse an Waren ein- und aus- oder umladen. Besonders häufig fallen dabei Fahrzeuge z. B. von UPS oder DHL auf. Meist handelt es sich um verbeulte und schmutzige Kleintransporter irgendwelcher Subunternehmer. Diese verteilen dazu noch rußige Dieselabgase in der Innenstadt, verstopfen die Strassen und machen einen Höllenlärm. Auf den Autobahnen verwandeln sie sich in rollende Geschosse, die mit bis zu 160 km/h, völlig überladen, und mit meist ungesicherter Ladung über den Asphalt brettern („ADAC-Crashtest: Kleinlaster-Gefahr durch rasende Blechbomben“ Artikel auf Welt-Online vom 20.9.2007). Wegen des enormen Zeitdrucks stellen sie eine akute Gefährdung für die Fahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer dar. Wenn so ein Teil ausser Kontrolle gerät, weil die Fahrer übermüdet oder einfach unkonzentriert sind, oder die Bremsen der enormen Beladung nicht gewachsen, sind die Folgen verheerend. Schwerste Unfälle sind die tödliche Folge!

Ein Blick in die Vergangenheit offenbart die Veränderungen, die in den letzten 50 Jahren stattgefunden haben. Wurde die Logistik gleich nach dem II. Weltkrieg noch mit Pferdefuhrwerken und kleinen Lieferwagen vom Typ  Lloyd, oder Goliath Hansa Dreirad erledigt, wurden die von Pferden gezogenen Fuhrwerke bald aus dem Verkehr gezogen, weil zu langsam. Von da an nahm der Verkehr in den Innenstädten immer mehr zu, bis sich zu den

Lloyd LT 500Lloyd LT 500

Stoßzeiten so gut wie garnichts mehr bewegte. Man begann darüber nachzudenken, wie man die Verkehrssituation verbessern könnte, aber wirklich umsetzbares fiel niemandem ein. Neue Konzepte für den Nahverkehr wurden zwar am Fließband produziert, aber nie bis zur Serienreife weiter entwickelt. Und so war niemand bereit oder in der Lage, die notwendigen Millionenbeträge in die Infrastruktur zu investieren.

Irgendwann in den frühen 90er Jahren kamen einfallsreiche Köpfe dann auf die Idee, im innerstädtischen Bereich und bis in die Vorstädte hinein, Fahrradkuriere einzusetzen, um z. B. Pizza zu den Kunden zu transportieren, oder kleinere Warensendungen zuzustellen. Dabei hatte man vermutlich bei der Post abgekupfert, die schon seit vielen Jahrzehnten Ihre Briefzusteller mit Transportfahrrädern ausstattete, um ihnen die ermüdende und knochenbrechende Schlepperei der schweren Posttaschen zu ersparen. Ein geniales Konzept, durchgeführt mit einem genialen Fahrzeug, dem Fahrrad!

Als dann endlich das Postmonopol aufgehoben wurde, etablierten sich in jeder größeren Stadt Zustelldienste, die in Konkurrenz zur privatisierten Post traten und nicht nur wesentlich billiger arbeiteten, sondern ihre Mitarbeiter auch wesentlich rücksichtsloser auszubeuten pflegen (mehr Arbeit für weniger Lohn und noch weniger Arbeitnehmerrechte!). Aber das Prinzip der umweltfreundlichen und nachhaltigen Logistik, scheint  sich wenigstens in den Innenstädten durchzusetzen. Denn die schnellen Jungs und Mädels von den Kurierdiensten, mit ihren Mountainbikes, schlagen auf vielbefahrenen Stecken jedes motorisierte Transportmittel um Längen. Natürlich sieht man als Autofahrer nicht so gern, wenn ein solcher Kamikaze die Straße kreuzt. Anstatt zu Bremsen und Rücksicht zu nehmen, drückt man lieber auf die Hupe oder das Gaspedal, damit man zeigen kann, dass man immerhin in einem teuren SUV sitzt, oder in einem anderen schicken Auto.

In diesem Zusammenhang frage ich mich natürlich, ob man nicht generell viel mehr muskelbetriebene Fahrzeuge für die Logistik in den Innenstädten einsetzen könnte? Zwar gibt es ein durchaus ernst zu nehmendes Problem in dem Nebeneinander der verschiedenen Fahrzeugarten, nämlich Autos und Fahrräder, teilweise mit Anhängern, aber es kann nicht unmöglich sein, hier eine Lösung herbei zu führen. Schließlich sind Fahrräder das, was motorbetriebene Fahrzeuge auf jeden Fall nicht sind: umweltfreundlich, leise, schnell und sie nehmen beim Abstellen nicht eine Fläche von 10 qm in Anspruch! Das notwendige Equipment, um umweltfreundliche Logistik zu realisieren, ist auf dem Markt zu haben. Mir fiel letztens ein Blogartikel aus den USA in die Hände, der die Transportproblematik unter dem aspekt des Peak Oil behandelt, also den immer mehr schrumpfenden Ölreserven. Permaculture & Regenerative Design News widmete dem Thema einen Post unter dem Titel „Pedaling solutions for peak oil…“. Hier gibt es auch einen Link zu dem Unternehmen Bikes At Work, dass richtig heftige Bike-Trailer mit großer Zuladung und Alu-Rahmen verkauft. Fahrradanhänger lassen sich universell einsetzen, also auch zum Transport von Kindern. Diese wiederum sind weniger zur Verwendung großer und/oder schwerer Lasten geeignet, da sie mit Sitzen ausgestattet sind.

Model 32A Bike Cart mit Alu-Rahmen

Model 32A Bike Cart mit Alu-Rahmen Tragfähigkeit bis 136 kg

In unserem Land gibt es schon einige Leute, die sich als Fahrradkuriere selbständig gemacht haben, Reich werden sie sicher nicht dabei, aber man kann schon sein Auskommen finden. Hartz-IV-Empfänger haben sicher weniger zur Verfügung. Vielleicht sollte man sich mal Gedanken darüber machen, wie man als Unternehmen im Bereich Transport-Logistik mit dem Fahrrad und Anhänger selbständig arbeiten kann (also ich meine jetzt Stückgut bis zu einer gewissen Größe und Gewicht, keine Briefzustellung).

Stellt Euch doch einmal vor, um wieviel ruhiger und umweltfreundlicher es in unseren Städten sein könnte, wenn man für solche Kurzstreckentransporte auf die gute alte Muskelkraft zurück greifen würde? Natürlich macht man heute noch von Seiten der Automobilindustrie Front gegen das Fahrrad als wichtiges Transportmittel. Man akzeptiert es höchstens als Sportgerät, das man mit dem Auto zu seinem Einsatzort transportiert. Nicht umsonst gelten Bilder von Fahrradmassen, die chaotisch die Strassen vieler Städte der Dritten Welt verstopfen als etwas, das Rückschritt bedeutet. schließlich will man ja seine Benzinschleudern verkaufen und nicht auf die Produktion von Fahrrädern umsteigen. Das wäre auch gar nicht gut, würde doch die Massenproduktion von Fahrrädern nach dem Beispiel von Autos in riesigen Fabriken, unzählige kleine Hersteller in den Ruin treiben.

weiterführende Links:

  • WorkCycles (Händler für Lastenfahrräder in den Niederlanden)
  • Christiania Bikes (Lastenfahrräder aus Kopenhagen/Dänemark)
  • Bikes At Work Inc. (Lastenanhänger für Fahrräder für große und schwere Lasten, aus den USA. Auf diesen Seiten findet Ihr einige interesante Aspekte zum Thema berufsmäßiges Radfahren. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat in Kanada auch jemand darum gekämpft, die Mehrkosten für die zusätzlichen Kalorien, die er für seine Tätigkeit zu sich nehmen muss, wie die Ausgaben für Treibstoff bei einem geschäftlich genutzten Fahrzeug geltend zu machen – ein sehr interessanter Aspekt in diesem unserem Land!)
  • Transportrad (Artikel bei Wikipedia)
  • Tetrion Spezialräder (Liegeräder, Anhänger usw.)
  • HP Velotechnik (…hier liegen Sie richtig)
  • Madsen Cycles (Working Bicycles)
  • Fahrradzukunft Ausgabe 3 – Schwertransport? Ein Profi berichtet (Sehr umfangreiche Informationen zumThema Lastentransport mit dem Fahrrad, mit vielen Bildern)

Mobil mit Muskelkraft!

Also, ich bin vielleicht ein Spinner, nein ganz sicher bin ich ein Spinner und zwar einer mit ökologischem Hintergrund, das ist mal klar. Irgendwann in meiner Jugend hatte ich das Glück, ein Teil bewegen zu dürfen, das sich damals Kettcar nannte. Es war ein recht großes Tretauto und ich glaube, damals wurde es von der Firma Kettler produziert! Ein tolles Gerät und ich liebte es heiß und innig. Leider wurde ich irgendwann zu groß für das Ding und so verschenkte ich es an einen Nachbarsjungen, dessen Eltern ihm sowas nicht kaufen konnten.

Heute sehen die Dinger von Kettler so aus

Gewicht 46,2 kg und damit sollen Kinder von 8 Jahren an aufwärts rumfahren, aber nur bis zu einer Körpergröße von 130 cm. Also ich finde das ist ein klein wenig massiv für ein Kinderfahrzeug, oder?

Seit dieser Zeit frage ich mich immer wieder und in der letzten Zeit immer öfter, warum gibt es sowas nicht für Erwachsene? Seit dieser Zeit bin ich auf der Suche! Ja, natürlich, es gibt Trikes und Liegeräder und was weiss ich noch alles. Aber ein Tretauto, dass einem die Gefühle und Träume der Kinderzeit wieder zurück bringt, das gibt es nicht, oder doch?

Hin und wieder finde ich bei meinen Ausflügen durch´s Netz die ein oder andere interessante Seite, die mich meinem Traum ein Stück näher bringt. Zum Beispiel diese hier, Very Eco, das Unternehmen sitzt in Neuseeland und bietet beispielsweise dieses Fahrzeug hier an

Preise konnte ich leider keine finden. Aber man kann über eine Email-Adress mal nachfragen, wenn man Bedarf hat.

Die Seite AtomicZombie, die einige wirklich scharfe Teile zum selbstbauen anbietet, habe ich in einem anderen Artikel schon mal erwähnt. Hin und wieder schaue ich da mal vorbei und sehe, was die so anzubieten haben. Zum Beispiel das hier

oder das Gerät hier, ein echtes muskelbetriebenes Fahrzeug, mit vier Rädern und ebenfalls zum selber bauen (ich glaub das Bild hab ich auch schon mal gepostet, aber egal)

Die Baupläne kriegt man bei AtomicZombie zum Download für jeweils 16,95$ (die Bezahlung ist mit PayPal möglich, was für uns hier in Deutschland relativ praktisch ist, denke ich).

Ich werd mal schauen, ob ich mir dieses Jahr den Plan für den Streetfighter downloade und mal ein paar Wochenenden, oder eine paar Monate, vielleicht aber auch ein Jahr in der Werkstatt verschwinde und dann mal sehen, was dabei heraus kommt. Ich werde das auch fotographisch  (ich weiss, das ist falsch geschrieben, aber in der Beziehung bin ich  sehr altmodisch veranlagt!) dokumentieren und Euch über den Fortschritt informieren.

Eine geniale Erfindung…

…und garnicht mal so neu. Das Fahrrad! Während es heute in den industrialisierten Ländern nahezu ausschließlich als Sport- und Fitnessgerät gesehen wird, ist es in den Ländern der sogenannten Dritten Welt oft ein wichtiges, wenn nicht das einzige Massenverkehrsmittel. Der Vorteil des Fahrrades ist sein Energieverbrauch (der bei Null liegt!) und gleichzeitig im Betrieb keinerlei CO2-Emissionen verursacht. Ein Nachteil dieses, in seiner vordergründigen Einfachheit geradezu genialen Fortbewegungskonzepts mit Hilfe der Muskelkraft, ist eben dieses Konzept, sowie der fehlende Wetterschutz und die recht begrenzte Transportkapazität. Es erfordert den Einsatz von Körperkraft! Und obwohl es sagenhaft entspannend ist, mit dem Rad durch die Landschaft zu gleiten, die frische Luft zu atmen und dabei weder laute Geräusche, noch Abgase zu verursachen. Außerdem steht man mit dem Fahrrad nie im Stau! Ein geradezu unschätzbarer Vorteil.

Freilich ist es für den verwöhnten Mitteleuropäer und erst recht für den übergewichtigen Nordamerikaner (entschuldigt bitte diese platte Verallgemeinerung, aber man kanm diese Eigenschaften auch problemlos gegeneinander austauschen!) viel bequemer, zur Fortbewegung den Bleifuß zu benutzen und jeden Tag aufs Neue über die hohen Spritpreise zu jammern. Denn natürlich muss man zum Brötchenholen nicht auf ein Fahrrad steigen und seine eigene Körpermasse fort zu bewegen, sondern es ist absolut notwendig, immer mindestens 1 Tonne Auto mit wenigstens 200 kw dabei zu haben, am Besten noch in Form eines überdimensionalen Geländewagens. Schließlich muss man immer mit Regen rechnen oder damit, auf dem Grünstreifen parken zu müssen. Da ist es unerlässlich auf Allradantrieb und grobstollige Reifen zurück greifen zu können!

Die Fahrradtechnik ist trotz ihrer scheinbaren Primitivität sehr ausgeklügelt. Dazu kommt ein Wirkungsgrad, der zwischen 70 und über 90% liegt – für ein technisches Gerät ist das geradezu unglaublich. Und selbst der Mensch kweist nur einen Wirkungsgrad von 25% auf. Wenn das mal nicht die idealen Voraussetzungen für eine sonnige Zukunft des Fahrrades sind?

Fahrräder gibt es in den verschiedensten Ausführungen, speziell abgestimmt auf den jeweiligen Einsatzzweck. Hier gibt es eine Sammlung von unterschiedlichen Fahrradtypen mit interessanten Bildern. Schaut Euch das mal an und lasst Euch inspirieren. Besonders im Kommen sind in unseren Breiten die sogenannten Liegeräder. Nicht jedermanns Ding – zugegeben – aber damit kann man so richtig Speed machen und unbestätigten Gerüchten zufolge machen Liegeräder regelrecht süchtig. Probiert es einfach mal aus! Auf www.Liegerad-Fernweh.de gibt es einen humorvoll geschriebenen Artikel, wie das Liegerad erfunden wurde. Außerdem gibt es ein Liegeradmagazin, dass interessanten Meldungen rund um das Thema veröffentlicht (mit etlichen Links zu Liegeradseiten).

Ziemlich unangenehm, neben der schon erwähnten Wetterabhängigkeit, kann das Fahrradfahren in bergigen Gegenden werden, wenn es mal so richtig steil zur Sache geht. Da bleibt unsereinem (und damit meine ich durchaus mich selbst!) schon mal die Luft weg und kurz danach werden dann die Waden „sauer“. In dem Fall ist ein Rad mit Unterstützung durch einen kleinen aber leistungsfähigen Elektromotor, gespeist durch einen nicht allzu schweren Akku, nicht zu unterschätzen! Aber auch hier bieten die Hersteller schon ein breites Spektrum an Produkten an und für fast jeden Geldbeutel erschwinglich.

Weitere Links (diese Liste erhebt bei weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

Liegeräder (Artikel bei Wikipedia):

Liegedreirad

Liegedreirad gefunden auf http://www.liegeraeder.de/

konventionelle Fahrräder:

Lastenfahrräder:

Elektrobikes und -fahrzeuge:

Rex Elektrofahrrad

Rex Elektrofahrrad

Velomobile:

Go-One Velomobile

Go-One Velomobile gesehen auf: http://www.ecofriend.org/

Wenn man die Menschen dazu bringen kann, sich aufs Fahrrad zu setzen, kann sehr viel mehr für Gaia getan werden, als mit den sparsamsten Autos mit Verbrennungsmotor. Die einzigen, die darunter zu leiden hätten, wären die Ölkonzerne und das ist denen vermutlich nicht zuzumuten. So zahlen wir alle fleissig weiter und jammern lieber, anstatt den Energiemultis eine lange Nase zu drehen und uns auf einen Drahtesel zu setzen.

Ich persönlich könnte mir durchaus vorstellen, meine tägliche geschäftliche Fahrerei mit einem pedal- und/oder elektrogetriebenen Fahrzeug zu erledigen. Dabei stelle ich mir so eine Art Tretauto vor, wie es Kinder haben. Natürlich erwarte ich Hitech. Vielleicht Carbon-Rahmen und Leichtmetallfelgen. Das ganze mit vier Rädern, das versteht sich von selbst und außerdem einer gut abgestuften Kettenschaltung. Bedauerlicherweise hab ich sowas noch nirgends gesehen und um mir das selber zu bauen bin ich vermutlich ein wenig zu doof. Aber vielleicht geschehen noch Zeichen und Wunder und irgendein einfallsreicher Mensch bringt ein solches Teil doch noch auf den Markt. Oder hat von Euch jemand schon so was in der Art gesehen und kann mir einen Link senden? Herzlichen Dank dafür im Voraus!

Hier habe ich eine besondere Spezialität für diejenigen unter uns gefunden, die gern etwas mehr investieren möchten. Ein ganz außergewöhnlicher Fahrradrahmen aus Bambus wird auf der Website von Calfee Design angeboten. Sieht nicht nur schick aus, ist auch ne ganz neue Erfahrung würde ich meinen. Nicht ganz billig aber ökologisch mal was anderes!

Mountainbike mit Bambusrahmen gefunden bei CalfeeDesign

Mountainbike mit Bambusrahmen gefunden bei CalfeeDesign