Also doch? Geld regiert die Welt!

Mich beschleicht schon seit einiger Zeit ein ganz schlechtes Gefühl, wenn ich diese rasend schnell fortschreitende Ökonomisierung der Politik betrachte. Man hat die Menschen ganz offensichtlich derart verblödet (und zwar ganz gezielt), dass sie nicht nur denken, Staaten ließen sich führen und managen wie Unternehmen, sondern auch glauben, Unternehmer seien die besseren Politiker, weil sie wirtschaftlichen Erfolg haben. Das alleine soll ausreichen, um Staaten zu leneken? Ich fasse es nicht! Es ist keine Demokratie, wenn Menschen mit Geld ihr Geld dafür einsetzen, sich Menschen ohne Geld gefügig zu machen und deren Stimmen mit Werbekampagnen zu kaufen!
bereits seit langer Zeit kämpfe ich gegen diesen kapitalistischen Irrglauben an, das Staaten = Unternehmen sind, nur größer und mit mehr Mitarbeitern. Die Propagandamaschinerie des Kapitalismus macht die Menschen glauben, es sei nur eine Frage des richtigen Managements, um erfolgreich zu sein. Es sei weiter nur eine Frage des richtigen Einsatzes ökonomischen Massnahmen, um Staaten zu gewinnbringenden Unternehmungen zu machen. Man hämmert den Menschen tatsächlich ein, mit den Massnahmen, die ein großes Unternehmen „sanieren“, könne man Staaten „sanieren“. Und man gibt den betroffenen Menschen Sündenböcke, an denen sie sich abreagieren können und so über ihre eigene politische Entmündigung hinweg getäuscht werden.
Unternehmen setzen Mitarbeiter frei (wie man das so schön euphemisierend nennt!) und führen sie dem Arbeitsmarkt wieder zu – auf Kosten der Allgemeinheit!
Staaten grenzen gesellschaftliche Gruppen aus, entziehen ihnen teilweise die Lebensgrundlagen und geben ihnen für ihre Situation selbst die Schuld, um sich aus der sozialen Verantwortung zu stehlen, welche die Unternehmen von vornherein garnicht zu haben glauben!
Unternehmen sparen auf Kosten ihrer Arbeiter und Angestellten, um sich zu sanieren, während das Management in aller Regel ungeschoren davon kommt und mit feisten Prämien bei Laune gehalten wird!
Staaten sparen auf Kosten ihrer Bürger (immer und zuerst der Ärmsten und Bedürftigsten!), während sich die Politik ihre Pfründen sichert und die wirtschaftlichen Eliten sich von Steuern zu befreien und der Steuerpflichten zu entziehen suchen.
Unternehmen haben seit den siebziger Jahren vor allem in der Bundesrepublik Deutschland eine groß angelegten und mit viel Geld gesponsorten Propagandafeldzug gegen den Sozialstaat geführt und der Arbeiterbewegung das Rückgrat gebrochen, indem sie die Gewerkschaften vereinnahmten und letztlich gekauft haben
Der Staat hat sich dem Primat der Wirtschaft ergeben und führt nur noch Scheingefechte, obwohl der Krieg längst verloren ist, um wenigstens halbwegs das Gesicht zu wahren!
Mir bleibt die Spucke weg, wenn ich solche Nachrichten lese und reibe mir verwundert die trüben Augen, dass nicht schon lange der Zorn der Arbeiterschaft dieses ganze korrupte System hinweg gefegt hat! Aber man wird ja noch träumen dürfen, man wird doch noch träumen dürfen, oder?

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Die Bank gewinnt immer!

Na das haben sie sich ja wohl auch redlich verdient! Wer so eifrig Geschäfte macht egal, ob ganze Staaten dabei drauf gehen, wer so zockt, dass das gesamte Finanzsystem am Arsche des Propheten hängt, der soll auch ordentlich dafür belohnt werden! Wo kämen wir denn hin, wenn Manager für den Mist, den sie bauen, auch noch haften müssten? Die Zeiten, da man solchen Verbrechern eine Kugel zwischen die Augen verpasste, sind wohl vorbei! Wem das nicht passt, dem erlaubt man sicher, während des Hartz-IV-Bezuges in einer ungeheizten Wohnung zu verhungern! Gerechtigkeit muss schließlich sein!

Es widerstrebt mir zwar, das wieder und wieder sagen zu müssen, aber in diesem Gesellschaftssystem, dass den Götzen Geld verehrt, als hätte er das Universum erschaffen und sei nicht verantwortlich dafür, dass der gesamte Planet zerstört wird, war es schon immer so, wie in einer Kläranlage. Hier wie dort schwimmt die Scheiße immer oben!

Nehmen wir uns das zu Herzen und schauen mal, wie wir die gesellschaftliche Scheiße dorthin schicken können, wo sie hingehört – ins Klo der Geschichte! Und mit Marxens Hilfe wird es uns vielleicht eines Tages gelingen!

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Das war´s dann wohl…

…mit der Reue. Zumindest bei Klaus Zumwinkel, dem Schutzpatron der Steuerhinterzieher und Schutzheiliger der verkannten und zu unrecht angeklagten und verurteilten Millionäre. Eben noch im Büßerhemd im Gerichtssaal den Spruch…

…das war der größte Fehler meines Lebens!…

medienwirksam herausposaunt und dann nach dem – wohl trotz allem als ziemlich milde einzustufenden – Urteil von 2 Jahren auf Bewährung wegen Steuerhinterziehung und 1 Million Euro Geldstrafe, ist es Essig mit dem Schuldbewußtsein! Jetzt wird nachgekartet. Die Sueddeutsche schreibt am 27.1.2009 passend: „Steuerhinterziehung – Zumwinkel beendet Reuephase“.

Da wird nun über die Ungerechtigkeit gegen sich selbst, seine Prominenz (oder sollte man sagen Exzellenz?) die „öffentliche Hinrichtung“ durch die Medien – ach mir kommen die Tränen! Am meisten werden ihn die Euros schmerzen, die man ihm als Geldstrafe auferlegt hat. Aber nicht, weil ihm die Zahlung weh tun würde, mitnichten. Sowas zahlt ein Herr wie er aus der Hosentasche. Eher, weil er die mühsam vom Munde abgesparten Gelder einem Staat hinterher werfen muss, der mit Geld genauso wenig umgehen kann, wie die deutschen Manager in den großen Unternehmen. Und wer wüsste das besser als einer, der selber in der obersten Etage gesessen hat und mit einem Federstrich hunderte und tausende Arbeitsplätze wegrationalisieren konnte, wenn es mal nicht ganz so glatt lief?

Vom Vorzeigeunternehmer in null komma nix zum Buhmann der Nation, gleich neben, oder vielleicht sogar noch über Josef Ackermann, der sich auch für keinen dummen Spruch zu schade ist und keinerlei Schuldbewußtsein für nichts erkennen lässt! schuld sind immer nur die andern! Der Staat, der den Managern ihre horrenden Gehälter nicht gönnt. Der bescheuerte Bürger, der ebenfalls vom Neid zerfressen ist und jemanden an den Galgen hängen will, je prominenter, desto besser! Dabei hat doch jeder die Möglichkeit es soweit zu bringen wie Ackermann oder Zumwinkel. Er muss nur ehrgeizig und skrupellos genug sein, aber das ist natürlich das Problem jedes Einzelnen.

Von einer moralischen Vorbildfunktion sind solche Typen soviele Meilen entfernt, wie der Mond von der Erde. Verantwortung? Was ist denn das? Ob es jetzt wirklich Absprachen zwischen Verteidigung und Gericht gegeben hat oder nicht, ist nicht relevant, da sowieso nicht zu beweisen. Es bedarf nur einiger kleinerer Tricks, um die zur Disposition stehende Summe der hinterzogenen Steuern auf unter eine Million herunter zu rechnen und schon wird aus der drohenden Gefängnis- einen leicht zu verschmerzende Bewährungsstrafe – weil man ja so einsichtig, kooperationbereit und reuig war!

Irgendwie bin ich wirklich froh, dass nicht alle Menschen so sind wie diese selbsternannten Propheten des Turbokapitalismus!

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Hungern in god´s own country!

Das sind die USA, das Land der Freiheit, Segensbringer für alle unterdrückten Menschen dieser Welt. Hier kann es jeder vom Tellerwäscher zum Millionär bringen – oder auch nicht! Mächtige Pharma- und Chemiekonzerne wollen mit Gift und Gentechnik den Hunger auf der Welt bekämpfen, allen voran Monsanto und Konsorten und dann muss ich bei der Netzeitung das hier lesen: „Hunderttausende Kinder hungern in den USA“!

Sollte es vielleicht doch nicht so wunderbar sein in den Vereinigten Staaten von Amerika, die sich so gerne als Moralapostel und Vorbild für die ganze Welt sehen? Wer glaubt, dass die USA die Freiheit der Menschen überall auf diesem Planeten verteidigen, der glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann! Im letzten JAhr haben 36 Millionen Menschen in den USA zeitweise Hunger leiden müssen! Das sind mehr als zehn Prozent der gesamten Bevölkerung in einem der reichsten Länder der Erde!

Aber es gibt auch Dinge, die in den USA im Überfluss vorhanden sind: z. B. CO2-Emissionen und spritfressende SUV´s, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Möge die Macht mit Barack Obama sein. Möge er die Kraft besitzen, die notwendigen richtigen Entscheidungen zu treffen und den Menschen, die unter der Armutsgrenze vegetieren müssen eine Zukunft zu geben.