Glas – alter Rohstoff mit Zukunft?

Es wird mal wieder Zeit, über die Möglichkeiten des wertvollen und zu hundert 100% recyclefähigen Rohstoffes Glas zu schreiben. In einem Artikel vom 7.5.2009 schrieb ich unter „Recycling, Rohstoffquelle der Zukunft“ über die hervorragenden Eigenschaften des Glases, das beim Recycling nicht – wie beispielsweise Kunststoff – nur zu einem kleinen Teil aus wiederverwerteten Stoffen bestehen kann, sondern zu 100%. Dabei sind die Eigenschaften genauso ausgezeichnet, als wäre das Glas frisch aus Quarzssand gewonnen worden. Eine Eigenschaft, die sonst kein anderer Stoff besitzt!

Glas ist ein sehr alter Rohstoff. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse des Glases stammen aus der Zeit von etwa 1600 v. Chr. Aber alt bedeutet – wenigstens in diesem Fall – keineswegs altmodisch. Während man Jahrunderte oder Jahrtausende Flüssigkeiten, insbesondere Wein, in Tonkrügen und Amphoren lagerte und transportierte, was sich vermutlich nicht unbedingt vorteilhaft auf den Geschmack der darin aufbewahrten Flüssigkeiten auswirkte, war Glas in den wenigen begüterten Häusern ein absoluter Luxusartikel, dessen hervorragende Eigenschaften man aber erst später zur Kenntnis nahm. Dies mag zum Teil daran gelegen haben, dass Glas so teuer war und damit nicht geeignet, um Güter des täglichen Bedarfs daraus herzustellen. Zum anderen war die Haltbarkeit, durch die noch recht primitiven Herstellungsmethoden, eher eingeschränkt. Erst später fand man Möglichkeiten, glas wirklich stabil zu machen, so dass man es auch da einsetzen konnte, wo man es vorher für unmöglich gehalten hatte.

Aber es gibt noch unzählige andere Möglichkeiten, Glas als Werkstoff einzusetzen, wobei seine spezifischen Eigenschaften ihm eine Sonderstellung einräumen. Glas lässt Licht durch, wenn dies gewünscht wird und wenn nicht, wird es eingefärbt, so dass bestimmte Bereiche des Strahlungsspektrums reflektiert oder herausgefiltert werden. Schon vor Jahrhunderten kamen schlaue Menschen auf die geniale Idee, Glas zum Bau von Gewächshäusern zu verwenden, um Pflanzen und Tiere in geographischen Regionen zu halten, in denen sie natürlicherweise garnicht vorkommen. Früher war das ein Privileg adliger Kreise, die sich den sehr teuren Werkstoff Glas leisten konnten. Mit der Zeit wurde die Herstellung von Glas immer billiger, was aber keinesfalls heißen soll, dass es sich hier um einen sprichwörtlich „billigen“ Stoff handelt.

Ein Nachteil der Glasherstellung ist der sehr hohe Energieverbrauch. Das liegt daran, dass zum Schmelzen des Quarzsandes enorm hohe Temperaturen notwendig sind, die jenseits von 1.400° C liegen. Aber einmal hergestellt, ist Glas leicht zu reinigen, weil seine Oberfläche sehr glatt ist und auch von agressiven Stoffen nur in geringem Umfang angegriffen wird. Angesichts der Tatsache, dass man Glas bei entsprechender Pflege nahezu unbegrenzt verwenden kann, ohne dass es seine guten Eigenschaften verliert, kann man den hohen Energeieinsatz bei der Herstellung leichter verschmerzen.

Nachdem ich mich mit den Eigenschaften von Glas sehr intensiv beschäftigt habe und mich diese überzeugten, habe ich meine Konsumgewohnheiten verändert. Während ich fürher – ja, ich bekenne mich schuldig – Wasser aus Plastikflaschen vom Discounter gesoffen habe, ziehe ich es heute vor, mir ein feines Mineralwasser aus der Glasflasche zu genehmigen, welches ich natürlich in einem stilvollen, dünnwandigen Glas mit Stiel (oh, da ist mir ein echter Kalauer gelungen, was?) genieße! Ja, sogar meinen Trinkwassersprudler habe ich weggeschmissen und mir einen zugelegt, zu dem es Glaskaraffen gibt. Es ist in beiden Fällen ein Unterschied wie Tag und Nacht, kann ich Euch sagen. Probiert es selbst aus und Ihr werdet mir zustimmen, wenn ich sage:“Wasser hat einen so edlen Geschmack, den kann man nur dann richtig geniessen, wenn man es aus einem Glas trinkt!“ Das gleiche gilt selbstverständlich auch für Bier und Wein. Wer will sich das schon freiwillig aus einem Plastikbecher in den Hals kippen?

Wo aber liegt die Zukunft des Rohstoffs Glas? Nachdem es als Getränkebehälter fast von der billigen und auch genauso aussehenden Plastikflasche oder der Blechbüchse verdrängt worden ist, wurde die Aufmerksamkeit des Verbrauchers durch die Hormonbelastung von Mineralwasser in Plastikflaschen beim Verbraucher wieder geweckt und eine kleine persönliche Meinungsumfrage beim Getränkemarkt meines Vertrauens, brachte eine gestiegene Nachfrage nach Wasser in Glasflaschen zum Vorschein – na bitte! Und da sage nochmal einer, die Verbraucher wollten immer nur den billigsten Mist!

Ich denke, in der Welt von morgen wird Glas, neben dem unvermeidlichen Beton, einer der wichtigsten Baustoffe überhaupt sein. Große Teile von Gebäuden – und damit meine ich nicht nur die Fenster – werden künftig aus Glas gebaut. Große Teile der Gebäude werden verglast und schaffen so einen Übergang aus der Natur in den geschlossenen Wohn- und/0der Arbeitsbereich. Das kann man sich als eine Art Mischung aus Gewächshaus und Büro- oder Wohngebäude vorstellen. Die einfallende Strahlung der Sonne heizt das Gebäude mit und dient gleichzeitig dazu, eine grüne Lunge innerhalb des Gebäudes zu schaffen. Das wird auch bitter nötig sein, wenn wir weiterhin wie die Raubsäue durch die Natur rasen und mit unserer grenzenlosen Gier die Umwelt zerstören. Vertical Farming in Hochhäusern wird dafür sorgen, dass wir auch morgen noch was zum reinbeißen haben werden, denn die Ackerböden gehen als Folge der industriellen Landwirtschaft unwiederbringlich verloren.

Es wird Fensterscheiben geben, die das einfallende Licht gezielt in die dahinter liegenden Räume leiten und so dafür sorgen, dass auch innerhalb der Häuser natürliches Licht herrscht. Gleichzeitig ist die Entwicklung von Solaranlagen absehbar, die durchsichtig sind und darum auf Fenster- und Glasflächen aufgebracht werden können. So kann Sonnenenergie gewonnen werden, während gleichzeitig Licht durch die Fenster in die Räume fällt. Auch aus der Raumfahrt dürfte Glas nicht wegzudenken sein. Besonders, wenn es darum geht, außerhalb der Biosphäre bewohnbare Habitate zu errichten, beispielsweise auf dem Mond. Aus welchem Material könnte man diese wohl besser bauen, als aus Glas? Auch auf unserer Erde denkt man bereits darüber nach, ganze Städte unter Glaskuppeln zu erbauen, um schädliche klimatische Einflüsse in einer sich rasant ändernden Welt beherrschen zu können und die Co2-Emissionen (und andere Treibhausgase wie z. B. Methan usw.) zu kontrollieren.

Das alles hat dann zwar nicht wirklich etwas mit einer natürlichen Umgebung zu tun, aber es ist immerhin eine Möglichkeit, die Bewohnbarkeit unseres Planeten zu garantieren und der Natur den Platz zu lassen, den sie braucht um zu überleben. Denn wenn wir Gaia das Lebensrecht streitig machen, und auf diesem Wege befinden wir uns gerade, dann müssen wir damit rechnen, dass uns der Planet das ziemlich übel nimmt und Massnahmen einleitet, die dafür Sorge tragen könnten, dass es uns als Spezies nicht mehr allzu lange gibt!

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Wasser! So kostbar wie Gold?

Nein, Wasser ist kostbarer, viel kostbarer. Denn ohne Wasser gibt es kein Leben! Und was macht der Mensch? Er verseucht, verschmutzt, verschwendet das Wasser, macht es von einer Ressource, auf die jeder Mensch ein Menschenrecht hat, zu einer Ware, die meistbietend verkauft wird. Die Wasserwirtschaft in den Industrieländern wurde bereits zu weiten Teilen privatisiert und damit den Gewinninteressen der Konzerne geopfert. Wasserleitungsnetze und Kanalisation verfallen und werden immer undichter, ungeheure Mengen besten Trinkwassers gehen verloren und die Preise steigen immer weiter.

„Der UNESCO-Bericht 2009 – Trinkwasser wird knapp“ (Artikel auf n-tv am 12.3.2009) legt nahe, dass sauberes Wasser durch die Dummheit der Menschen, durch ihre Ignoranz, die Profitgier der Konzerne und nicht zuletzt durch die Klimaerwärmung immer knapper, immer kostbarer. Millionen von Menschen haben überhaupt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Überall, wo Wasser knapp ist, wird ein Geschäft daraus gemacht, dass so lukrativ ist, dass sogar die Mafia einsteigt. Wer nicht zahlen kann, muss eben aus den allerorts vorhandenen Kloaken saufen und wenn er dann an der Cholera, Typhus oder irgendeiner anderen Durchfallerkrankung verreckt, hat er eben Pech gehabt. Besonders leiden unter diesen Bedingungen Kinder und Kleinkinder, die jährlich zu Hunderttausenden, ja Millionen, Opfer der unsäglichen hygienischen Bedingungen und des Mangels an sauberem Trinkwasser werden!

Hier in Europa hat sich der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé eine ganze Reihe von Mineralwasserquellen unter den Nagel gerissen (darunter sind wie Nestlé Waters, Perrier, Vittel, Aquarel, San Pellegrino, Contrex, Aqua Panna, Neuselters, Frische Brise, Kloster Quelle, Fürst Bismarck Quelle, Nestlé Aquarel, Nestlé Wellness, Henniez). Wer glaubt, er tue dies nur aus sozialer Verantwortung heraus und um die Versorgung der Menschen in Europa mit sauberem Trinkwasser sicher zu stellen, der irrt, der irrt ganz gewaltig. Nestlé versucht ein Monopol zu schaffen, dass es ihm ermöglicht, die Preise zu diktieren. Die Folgen liegen für jeden klar sichtbar auf dem Tisch – Kontrolle der Ressource bedeutet: Kontrolle der Preise bedeutet: Kontrolle der Menschen!

Damit nicht genug. Private Anbieter steigen in ganz großem Massstab in das Geschäft mit der Wasserversorgung ein, überall auf der Welt. Und überall wo das geschieht, steigen zuerst einmal die Preise. Das sei auch gut so, sagt die Politik, denn Wasser müsse einen angemessenen Preis haben und den habe es zur Zeit noch nicht! Steigt der Preis, würde man anfangen Wasser zu sparen und nicht mehr vergeuden. Soweit hört sich das auch ganz logisch an. Aber an dem Punkt, wo ich feststelle, dass die Mehrkosten sich nicht und in keinster Weise in der Modernisierung der Rohrleitungsnetze niederschlagen, oder in modernen technischen Anlagen zur Wasseraufbereitung, sondern einzig und allein in den Taschen der Konzerne landen (und zwar als Gewinne), beginne ich die Privatisierung öffentlicher Aufgaben zu bekämpfen, weil ich sie nicht für richtig und schon garnicht für gerechtfertigt halte. Ein Staat, der alle seine hoheitlichen Aufgaben privatisiert (und in den USA ist man ja schon soweit, sogar den Krieg zu privatisieren) verliert erstens sein Existenzrecht und zweitens das Recht, Steuern zu kassieren! Denkt mal darüber nach!

Große Konzerne wie ABB, Bilfinger & Berger und MVV Energie steigen mit dem Gemeinschaftsunternehmen Aquamundo weltweit in die kommunale Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ein, genauso wie die französischen Unternehmen Vivendi oder Suez Lyonnaise des Eaux. Glaubt wirklich jemand das Geschwätz, dies geschehe nur aus dem einzigen Grund, die Wasserversorgung zu sichern? Welche Kommune verkauft ihr Wasser- und Abwassernetz, weil und damit es in Privathand besser und billiger (im Unterhalt, dem Neubau und der Wartung, nicht im Wasserpreis) wird? Wasser ist ein riesen Geschäft und die Kommunen verkaufen die Wasserverteilnetze, die wir mit unseren Steuern bereits einmal finanziert und auch unterhalten haben, an private Unternehmen. Die Gewinne teilen sie jedoch nicht mit uns, den Bürgern, sie schaufeln sie in ihre eigenen Taschen. Und dann müssen wir diese bereits bezahlten Netze von den Unternehmen wieder zurück leasen, oder den Unterhalt auch weiterhin mit unserem Geld bezahlen, allerdings in Form höherer Preise. Aber – wer hätte das gedacht – die Gelder sind plötzlich Gewinne und werden keineswegs in den Unterhalt der Netze gesteckt, sondern wiederum in die eigenen Taschen, diesmal der Konzerne. Ist es nicht fantastisch, dass die Menschen in diesem Land und auch in allen anderen Ländern bei solchen Geschäften immer die Dummen sind?

Konzerne sind nur und ausschließlich da, wo es Geld zu verdienen gibt und zwar viel Geld. Konzerne dienen niemals den Menschen. Sie dienen nur sich selbst ud ihr einziger Zweck ist es, Geld zu machen! Alles Geschwafel von Nachhaltigkeit und Verantwortung, von sozialem Engagement ist nichts weiter als hohles und leeres Geschwätz. Aber die Politiker glauben es gern, nimmt ihnen die Industrie doch das ab, was der Politik zu teuer, zu lästig und vielleicht auch unangenehm ist, die Verantwortung für die Bürger. Die stören sowieso nur beim Regieren und sind so dämlich, dass sie nicht mal merken, „was für eine hervorragende Arbeit in der Politik geleistet wird“. Das glaube ich gern!

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