Landwirtschaft von morgen (Teil3)

Des weisen Masanobu Fukuokas Credo war:

Jeder kann 1.000-Quadratmeter-Bauer werden!

1.000 Quadratmeter, die auseichend sind, um eine Familie mit dem zu versorgen, was sie zum Leben braucht. Vielleicht können es an dem ein oder anderen Ort auf dieser Erde etwas mehr sein, je nachdem, wie fruchtbar oder gebirgig oder steinig der Boden ist. Aber in aller Regel sind 1.000 qm ausreichend.

Betrachten wir einmal, wie Fukuoka sich das Leben als 1.000-Quadratmeter-Bauer vorstellte und wie er selbst es lebte, als Beispiel für andere Menschen, die ihn in seinem fruchtbaren Obstagrten besuchten und einige Zeit bei ihm lebten und arbeiteten, um von ihm zu lernen. Masanobu Fukuoka sagte von sich selbst immer, er sei kein Lehrer. Aber vermutlich war er viel zu bescheiden um einzugestehen, dass die Menschen, die seine Bücher lasen und auch heute noch lesen oder die, welche zu ihm nach Japan reisten, um eine zeitlang in seinem Garten zu leben, ihn als einen solchen betrachten. Er versuchte die Menschen Bescheidenheit zu lehren und Selbstbeschränkung, ohne an Lebensqualität zu verlieren. Seine Bücher sind eine Schatzkiste des Wissens und der Weisheit vieler Jahrzehnte eines erfüllten Lebens.

Ihr seht, ich bewundere diesen kleinen und unscheinbaren Mann, der seinen Beruf als Pflanzenpathologe aufgab, um Bauer zu werden. Diesen Schritt zu wagen, dazu gehört nicht nur Mut, sondern auch viel Vertrauen in die Natur und das göttliche Wesen der Mutter Erde. Er hatte dieses Vertrauen und er hat immer versucht sein Wissen weiter zu geben, damit die Menschen aus seinen Erfahrungen lernen können und die Versorgung der Menschheit mit gesunder Nahrung auch in der Zukunft sicher zu stellen, trotz einer weiter wachsenden Zahl von Menschen! Aber er wies auch immer darauf hin, dass es falsch sei, sich von ihm Patentrezepte zu erwarten, die universelle Gültigkeit hatten. Fukuoka erklärte den Menschen immer, sie müssten die Natur beobachten und dann die notwendigen Schlüsse daraus ziehen, welche Pflanzen gut zusammen gedeihen, wann der richtige Zeitpunkt der Aussaat ist und wie man dafür sorgt, dass der Boden nicht auslaugt.

Fukuoka lebte in einem großen Obstgarten, den er später mit seinem Sohn teilte, weil er die Bewirtschaftung im Alter nicht mehr allein schaffte. Unter den Bäumen laufen Hühner frei herum. Überall wächst halbwildes Gemüse (mehrjähriges, das sich selber aussät, wenn man nicht alles aberntet), z. B. der Daikon-Rettich. Der Boden ist mit Klee bedeckt, der die Erde schützt und alte Reissorten werden angepflanzt. Hier wird nicht gepflügt, oder die Erde gewendet. Es wird auch kein Kunstdünger oder zubereiteter Kompost ausgebracht, noch Schädlingsbekämpfungsmittel oder andere Gifte und Chemikalien versprüht. Dies ist das, was Masanobu Fukuoka als die „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ bezeichnete. Es wäre fatal, dieses „Nichts-Tun“ mit Faulenzen gleich zu setzen. Die wahre Bedeutung des Begriffes liegt darin, dass man nicht viel mehr tun muss, als zu säen und zu ernten. Alles andere macht die Natur für den Bauern. Mehr ist auch garnicht nötig. Unkraut jäten ist überflüssig. Man bedeckt den Boden mit Klee der, zusammen mit Wintergetreide, in die reifende Reissaat gestreut wird. Nach der Ernte des Reises, liess ihn Masanobu Fukuoka drei Tage trocknen, bevor er ihn drosch und das Stroh dann anschließend ungeschnitten über den Feldern verteilte. Auch Hühnermist, so er welchen zur Hand hatte, verteilte er dann über dem Stroh. Anschließend formte er Tonkügelchen mit Reissamen, verteilte diese vor Neujahr auf dem Stroh und die Arbeit (dies ist seine „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ für seinen Garten in Japan gewesen) bis zur nächsten Ernte war erledigt. Mit dieser Methode erntete er jedes Jahr nahezu 22 Büschel (entspricht etwa 1.170 Pfund Wintergetreide) und etwa 22 Büschel Reis auf 1.000 qm. Fukuoka war sicher, die Erträge auf bis zu 33 Büschel je 1.000 qm steigern zu können. Diese Menge liegt im Bereich der Erträge, die mit teuren Hybridsaaten unter Einsatz großer Mengen Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Energie (für die Maschinen) zu erzielen sind. Aber um welchen Preis? Masanobu Fukuoka erklärte, die Arbeit von ein oder zwei Leuten reiche aus, um auf 1.000 qm Feldfrüchte anzubauen.

Sieht man sich dieses System an, so kommt man zu dem Schluss, dass es sich um Permakultur in ihrer reinsten Form handelt, um „permanente Agrikultur“ eben. Fukuoka ging ganz gezielt einen anderen Weg, als ihn die Verfechter der industrialisierten Landwirtschaft beschreiten. Die tun dies und tun das, spritzen hier und jäten da, düngen fleißig und pflügen was das Zeug hält! Fukuoka dachte nach, beobachtete die Natur und ihre Zusammenhänge und ließ dann weg, was er für überflüssig hielt. So reduzierte er nicht nur die Arbeit, sondern senkte auch die Ausgaben! Und im Ergebnis gaben ihm nicht nur seine Erträge recht, sondern auch die hervorragende Qualität seines Bodens, die voller nützlicher Insekten, Bakterien und anderer Lebewesen war, vom Regenwurm bis hin zum Maulwurf oder Kaninchen. Seine Grüne Philosophie zerstört nicht die Natur, den Boden und vernichtet auch nicht die Tiere, die zusammen ein stabiles System bilden, dass nicht von Krankheiten oder Schädlingsbefall vernichtet werden kann.

Schädlinge oder Krankheiten treten zwar überall auf, aber sie werden nur dort zu einer Bedrohung, wo Pflanzen in Monokultur angebaut, wo Tiere im KZ in Massentierhaltung gefoltert werden. Jeder sollte versuchen, sich ein Stück Land zu pachten/kaufen um darauf die Nahrung anzubauen, die er zur Ernährung seiner Familie benötigt. In der Stadt ist dies natürlich nicht so einfach. Auf dem platten Lande und in den Vororten ist es dagegen schon einfacher, ein Äckerle oder einen größeren Garten zu ergattern. 1.000 qm kosten zumindest in Pacht ja nun nicht gerade die Welt, wenn man sich kein Bauerwartungsland ausgesucht hat, das man nach kurzer Zeit wieder räumen muss. Ein Kleingarten in einer Anlage ist aber in aller Regel zu klein. Die Grundstücksgrößen liegen hier bei etwa 300 qm (jedenfalls hier in Baden) und die Verpflichtung, eine Hütte darauf zu stellen, schmälert den Grund noch zusätzlich. Außerdem hat der ein oder andere seine Probleme mit der unvermeidlichen „Vereinsmeierei“ in solchen Kleingartenverinen.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es den bösen Nachbarn nicht gefällt!

Also, werdet 1.000-Quadratmeter-Bauern und macht Euch unabhängig von schwankenden Nahrungsmittelpreisen. Baut gentechnikfreie Saaten an und erzeugt genfreie Nahrung. Dann braucht Ihr nicht auf die Ehrlichkeit der Lebensmittelkonzerne à la Néstle zu vertrauen oder darauf, dass Müller seine Kühe nicht mehr mit Tierfutter mit Genpflanzen füttert. Dann habt Ihr es selbst in der Hand und mit dem gesparten Geld könnt Ihr vernünftigeres anfangen. Vielleicht habt Ihr dann sogar den ein oder anderen Euro übrig, den Ihr für wohltätige Zwecke spenden wollt. Oder steckt ein paar Euros in Guerilla Gardening-Aktionen in Eurer Stadt und sorgt dafür, dass die Natur zurückkehrt in die Betonwüsten!

Werbeanzeigen

Die Philosophie des Nichts-tun!

Nachdem ich wieder einige Zeit damit zugebracht habe, Masanobu Fukuokas Werke zu lesen, bin ich nun so weit, mal wieder ein paar Worte darüber zu verlieren. Was machte ihn eigentlich aus, diesen wunderbaren kleinen Mann, den ich gerne Sensei nennen möchte, obwohl er selber sich nie als Lehrer verstand. Er beobachtete die Natur und folgte dem, was er erkannte. Sein Weg war  der Weg des „Nichts-tun“. Und das war und ist ein ganz anderer, als der den die meisten Bauern und die Agrar-Industrie bis heute für den richtigen halten.

Wie funktioniert die industrielle Landwirtschaft?

„Moderne“ Bauern folgen den „Lehren“ der industriellen chemischen Landwirtschaft, die ihnen vorgaukelt, man könne den Hunger der Welt besiegen, indem man immer stärkere, immer größere und immer teurere Maschinen einsetzt, gentechnisch veränderte Pflanzen auf den Äckern in riesigen Monokulturen sät (denn riesige, gleichförmige Äcker mit gleichmäßig in perfektem Abstand zueinander gesäte Pflanzen sind mit den riesigen Maschinen leichter und vor allem schneller zu bearbeiten), diese in regelmäßigen Abständen mit giftigen Chemikalien besprüht (um Pilze, Unkräuter, Schädlinge und was auch immer), um die Ernte zu sichern, die Äcker mit riesigen Mengen Wasser bewässert, damit die Ernte nicht verdorrt (weil auch Pflanzen angebaut werden, die eigentlich gar nicht für die jeweiligen geographischen Bedingungen geeignet sind) und – um das Ganze abzurunden – jede Menge Kunstdünger auf die Felder verteilt, damit die Pflanzen groß und „stark“ werden.

Das bei dieser Art der Bodenbearbeitung die Erde auf den Äckern immer mehr verdichtet wird, versteht sich zwar von selbst, aber um dem entgegen zu wirken, setzt man einfach vor jeder Aussaat wiederum Maschinen ein, die die Scholle aufbrechen, durchlüften, „Unkräuter“ vernichten, aber auch Nützlinge und vermeintliche Schädlinge zerteilen und töten. Die feinkrumige und poröse obere Bodenschicht wird dadurch jedoch keineswegs lockerer, sondern immer mehr verdichtet. Regen kann die Nährstoffe, die darin noch vorhanden sind auswaschen, oder den Boden sogar ganz wegspülen. Das Ergebnis sind unsagbar arme und ausgelaugte Böden. Und die gibts schon über weite Strecken auf unserer Welt.

Weil aber ausgelaugte Böden nicht mehr viel hergeben, versucht man die immer geringere Fruchtbarkeit durch immer höher dosierten Kunstdünger auszugleichen und kippt immer mehr Wasser mit Hilfe aufwändiger Bewässerungsanlagen auf die Felder und freut sich, dass immer noch was wächst. Das die Qualität dabei vor die Hunde geht, braucht nicht gesondert erwähnt zu werden. Ebenfalls klar ist, dass es so nicht weiter gehen kann. Irgendwann ist die Grenze dessen, was der Boden an Chemie, Dünger und mechanischer Bearbeitung vertragen ertragen kann, erreicht. Dann gibt es keine Steigerung der Erträge mehr. Dann ist Schluß mit lustig!

Weit entfernt sind wir heute nicht mehr von diesem „Point of no Return“. Millionen Menschen hungern schon oder immer noch, hunderttausende verhungern jedes Jahr, weil die Böden, auf denen sie versuchen Ackerbau zu betreiben nichts mehr hergeben, oder dafür völlig untauglich sind. Rücksichtsloser Einsatz von Düngemitteln und giftigen Chemikalien „zum Schutz der Ernte“, hat ihn nahezu steril gemacht. Riesige Monokulturen laugen die Böden aus und verursachen Schädlingsinvasionen ungeahnten Ausmasses. Übertriebener Einsatz von Bewässerungstechnik führt zur Versalzung.

Kann Gentechnik den Hunger beenden?

Die Probleme überall auf der Welt gleichen sich. Hochgezüchtete Nutzpflanzen, mit extrem hohem Wasserbedarf, die auf unbearbeiteten Böden gar nicht mehr gedeihen können und auf den ständigen Einsatz von Pestiziden und Herbiziden angewiesen sind, bestimmen heute den Anbau. Sie wurden gezüchtet von großen Saatgutunternehmen, die sich davon Gewinn versprachen (es war nicht ihre Intention, den Hunger audf der Welt zu bekämpfen, sondern Geld zu verdienen). Dieses speziell gezüchtete und gebeizte Saatgut ist teuer und ein normaler Bauer in einem Land der Dritten Welt ist nicht in der Lage dieses Saatgut zu kaufen. Tut er es doch, ist er gezwungen auch noch die notwendigen Spritz- und Düngemittel zu kaufen, die eben derselbe Konzern herstellt und verkauft, der auch das Saatgut erzeugt. In der Folge verschulden sich die Bauern enorm und geraten dadurch in eine immer weiter abwärts führende Spirale der Abhängigkeit. Schließlich werden sie von ihren Ländereien vertrieben und Großgrundbesitzer im Auftrag der Konzerne nehmen die Äcker in Besitz.

Aber das ist noch nicht das eigentliche Ziel der Konzerne. Das wollen sie nun durch den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen erreichen. Diese Pflanzen sind resistent gegen das aus dem selben Hause stammende Sortiment an Pflanzenschutz- und Spritzmitteln, was zur Folge hat, das immer größere Mengen auf die Felder versprüht werden, ohne das die Saat daran zu Grunde geht, wie es eigentlich sein müsste. Im Gegenteil, sie speichert die Gifte in ihren Samen und allen anderen Teilen der Pflanze. Und der Mensch nimmt diesen Dreck dann mit den daraus hergestellten „Nahrungsmitteln“ zu sich.

Regionale Arten, wie sie früher überall verbreitet waren, sterben aus, oder werden von den Konzernen mit Hilfe von Patenten zu deren Eigentum und dürfen weder frei angebaut, noch vermehrt werden. Es sei denn, man entrichtet Lizenzgebühren für den Anbau. Gentechnisch veränderte Pflanzen gehören sowieso den Konzernen und wer sie einmal auf seinen Feldern und Äckern angebaut hat, der wird sie nur schwer bis überhaupt nicht mehr los. Und ob er sie nun haben will oder nicht, die Konzerne sind der Meinung, ihnen stehe die Lizenzgebühr zu, selbst wenn der Bauer die Genpflanzen weder ausgesät hat, noch überhaupt haben will. Es genügt allein schon deren Anwesenheit auf den Feldern des Bauern. Ist das etwa gerecht? Aber auch das ist noch nicht genug. Die Konzerne streben nach der totalen Kontrolle der Nahrungsmittelerzeugung, indem sie an der sogenannten Terminator-Technologie forschen. Diese Technologie führt dazu, das gekauftes, gentechnisch manipuliertes Saatgut nicht mehr in der Lage ist, keimfähige Samen hervor zu bringen. So unterbindet man wirksam und dauerhaft, die Versuche der Bauern, aus der Ernte Saatgut zu gewinnen. Die Samen sind unfruchtbar und können, das ist das perfide daran, durch den Einsatz eines speziellen Spritzmittels (natürlich gegen teures Geld bei den Saatgutkonzernen zu erwerben!) für die nächste Aussaat keimfähig gemacht werden!

Dies ist kein Weg den Hunger zu bekämpfen oder zu beenden. Es ist ein Weg, die gesamte Nahrungserzeugung zu kontrollieren und ungeheure Gewinne zu machen.

Ist natürliche Landwirtschaft eine Lösung der Probleme?

Es ist zumindest einen Versuch wert, oder nicht? Masanobu Fukuoka zeigt uns mit seinem Weg der „Nichts-tun-Landwirtschaft“ eine Möglichkeit auf, wie wir uns zumindest aus der Abhängigkeit der großen Saatgutkonzerne befreien können. Es hat sich gezeigt, dass es nicht sinnvoll ist, Einheitssorten von Nutzpflanzen (egal ob Hybride oder gentechnisch verändert) überall auf Gaia, unter allen nur denkbaren klimatischen Bedingungen anbauen. Der technische Aufwand und die Notwendigkeit des Einsatzes von Dünger, Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmitteln ist unverhältnismäßig hoch und damit teuer.

Die Lösung ist der Anbau regionaler und an die klimatischen Bedingungen durch jahrhundertelange Zucht und Auswahl angepasster Sorten. Diese haben sich zwar als nicht so ertragreich erwiesen, wie die neuartigen Hybridsorten, aber sie sind kräftig und gesund und bedürfen nicht der dauernden Hege und Pflege.

Kombiniert man das ganze dann mit den Lehren Masanobu Fukuokas, ergeben sich völlig neue Perspektiven. Folgen wir den tiefen Einsichten des Fukuoka Sensei, erkennen wir, dass er recht hat, wenn er sagt: „Wieso muss der Boden bearbeitet werden, bevor man die Saat ausbringt? In der Natur wird nicht gepflügt und geeggt, gefräst oder umgegraben. Der samen fällt auf den Boden, wird vielleicht ein wenig in die oberste Schicht  hinein gedrückt und das war´s dann schon. Alles andere geschieht von ganz allein. Man kann das sogenannte Unkraut solange von den keimenden Pflanzen fern halten, bis sie kräftig genug geworden sind, dass sie mit den Wildkräutern allein fertig werden, ganz einfach dadurch, dass man den Boden mulcht! Eine beeindruckend schlichte, ja geradezu simple Methode, um eine Ernte zu erzielen. Denn es ist fast die einzige Tätigkeit, die nach Fukuoka Sensei erforderlich ist – das Mulchen

Fukuoka Sensei vermeidet auch den Anbau in Monokultur, sondern er nutzt die unzähligen Vorteile der Mischkultur. Bisweilen baut er Getreide oder Reis (sogar im Trockenanbau) unter Bäumen an. Natürlich erübrigt sich dann der Versuch, die Ernte mit Hilfe großer Maschinen einbringen zu wollen – aber so what?

Er nimmt einfach die Natur zum Vorbild für ein sich selbst erhaltendes System, mit dem Nahrungsmittel angebaut werden können.

Ein Wald zum Bespiel. Niemand hat den Boden, auf dem er gedeiht, jemals gepflügt. Ein Samenkorn fand den Weg dahin und als die Umgebungsbedingungen stimmten, keimte es und wuchs heran. In seinem Schatten keimten andere Samen von unzähligen Pflanzen und allmählich entstand ein Wald. Niemand kam auf den Gedanken, hier düngen zu müssen. Die Fruchtbarkeit des Bodens entstand aus dem Wald selbst heraus. Bäume starben, Blätter fielen im Wechsel der Jahreszeiten zu Boden, verrotteten und bildeten über Jahrtausende und Jahrmillionen hinweg eine Humusschicht, die dem Wald alles gab, was er zum Überleben brauchte. Die Natur hat es so eingerichtet, dass Samen, die zur Erde fallen, nicht in den Boden eingebracht werden müssen. Es reicht, wenn sie zu Boden fallen und sie werden keimen. Nur der Mensch glaubt, er müsse den Boden bearbeiten und damit das „besser“ machen, was Gaia für gut befunden und darum geschaffen hat. Aber mal ehrlich, kann wirklich irgend etwas besser sein als das, was die Natur erschuf? Der Mensch westlich-industrieller Prägung ist dieser Meinung. Darum schafft er durch sein Eingreifen in die Ökologie Bedingungen, die anschließend den Einsatz von Chemikalien, Dünger, Maschinen und Bewässerung notwendig machen, um überhaupt etwas ernten zu können. Das es dessen eigentlich nicht bedarf, zeigt dieTatsache, dass Fukuoka mit seiner Methode der natürlichen Landwirtschaft nahezu die gleichen ha-Erträge  (bis zu 1.700 kg Reis erzeugt Fukuoka Sensei, gegenüber 1.700-2.500 kg Reis in der industriellen Landwirtschaft – aber mit was für einem Aufwand?) erwirtschaftet, wie die moderne industrielle Landwirtschaft, allerdings mit wesentlich weniger Aufwand.

Ist das nicht eine lebenswerte Idylle? So möchte ich auch leben können. Oder ist dies hier wirklich der richtige weg, der Weg der Industrialisierung der Landwirtschaft. Der Erzeugung von Überschüssen, nur um sie anschließend weg zu schmeißen? Glaubt wirklich jemand, dass das Problem der Unterernährung durch den Einsatz von Gentechnik gelöst werden kann? Nein, es gibt keinen Mangel an Nahrungsmitteln, es gibt nur ein Verteilungsproblem und das Problem, dass sich viele Menschen die teuren Produkte nicht leisten können!

weiterführende Links:

Gentechnik-Konzerne:

Angriff der Borkenkäfer

Die Yahoo-Nachrichten melden unter der Überschrift „Borkenkäfer drängt Fichtenbestand im Harz zurück“ den Vormarsch des Baumschädlings im Nationalpark Harz. Die Bäume des Parks, der als Monokultur angelegt wurde, haben schwer mit der Insektenplage zu kämpfen, die besonders erwachsene Bäume ab 60 Jahren befällt.
Angeblich haben die Experten die Situation im Griff. Das jedenfalls behauptet die Umweltministerin Petra Wernicke von der CDU. Hört sich ein wenig an wie das berühmte Pfeifen in der Dunkelheit um sich selber ein bisschen Mut zu machen. Hilft zwar nichts, aber schaden tuts auch nicht!

Die Möglichkeiten der Permakultur! (4.Teil)

Ja, ich weiss, ich will jetzt langsam mal auf den Punkt kommen. Wo liegen denn nun die Möglichkeiten, sich mit Hilfe der Permakultur eine lebenswerte Zukunft für sich, seine Familie und auch andere Menschen zu schaffen?
Nicht jeder hat die finanziellen Mittel, sich einfach einen Bauernhof zu kaufen, sein Gemüse und Obst selbst zu ziehen und Fleisch von glücklichen Kühen auf eigener Weide zu essen. Aber sicher hat fast jeder die Möglichkeit einen kleinen Garten oder sogar einen Acker zu pachten. Man muss nur ein wenig suchen, nachfragen, seine nähere Umgebung in Augenschein zu nehmen und nach verwahrlosten Grundstücken zu suchen. Wenn man dann Anwohner fragt, wem die gehören, oder beim Katasteramt Auskünfte einholt, sollte es nicht allzu schwer sein, ein geeignetes Gelände zu finden, auf dem man seinen Traum vom naturnahen Leben verwirklichen kann.
Schon in der Vorbereitungsphase kann man sich mal ganz grob damit beschäftigen, was man überhaupt machen will. Soll es der komplette Selbstversorgerhof sein oder doch lieber nur der Erholungs- und Relaxgarten, den man auch nebenbei zur Erzeugung von gesundem, ungespritzten Obst und Gemüse nutzen möchte? Dazu ist es von Vorteil, wenn man sich die schon in anderen Artikeln erwähnten Bücher von Bill Mollison, David Holmgren, John Seymour und Masanobu Fukuoka kauft und von ihren Schilderungen faszinieren und zum Träumen bringen lässt. Es ist nicht unbedingt ein Nachteil, wenn man der englischen Sprache mächtig ist, wenn ich das mal so salopp formulieren darf. Denn die allermeiste Literatur zum Thema ist in Englisch geschrieben und oftmals nicht in deutscher Übersetzung erhältlich.
Dann heisst es eigentlich nur noch: Grundstück her, Planung machen und loslegen!
Die Möglichkeiten sind nahezu unerschöpflich, am Größten natürlich, wenn man das unglaubliche Glück hat, günstig einen kleinen Bauernhof zu erstehen oder zu pachten. Dem naturnahen Glück steht dann nichts mehr entgegen, als ein Haufen Arbeit und die tiefe Befriedigung, sich und Gaia etwas gutes zu tun.
Stellen Sie sich vor, wie Sie nach ökologischen Grundsätzen Ihr Grundstück bewirtschaften und wie wunderbar die Früchte Gaias Ihnen munden können. Wenn Sie sich vorstellen, dass sie ohne Verwendung von Kunstdünger, Schädlingsbekämpfungsmitteln und vielleicht sogar ohne viel Arbeit und Umgraben beispielsweise nach der Methode des Masanobu Fukuoka witschaften und die Natur die Arbeit machen lassen, ist das doch eine sehr verlockende Aussicht, oder nicht?
Machen Sie Gaia zu Ihrer Verbündeten. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen die intensive Beobachtung der Naturvorgänge und Zusammenhänge bieten. Bekämpfen Sie vermeintliche „Plagen“ nicht unter Einsatz chemischer Mittel. Führen Sie keinen Vernichtungsfeldzug mit ABC-Waffen gegen Mutter Erde. Im Krieg sind solche Kampfstoffe verboten, in der Landwirtschaft werden sie ohne Bedenken ständig eingesetzt und wir alle nehmen sie mit der täglichen Nahrung aus dem Supermarkt zu uns!
Es gibt nichts, was nicht mit natürlichen Mitteln geregelt werden könnte. sind Insekten oder anderes Getier, wie z. B. Schnecken, zu einer Plage geworden, liegen die Ursachen sicher in einem Fehler, den der Mensch begangen hat.Darum ist es sinnlos, die chemische Keule auszupacken und den „Schädling“ zu vernichten. Er wird wieder kommen, weil die Ursachen nicht beseitigt sind, die sein Erscheinen heraufbeschworen haben. Tauchen Schnecken auf und fressen alles kahl, so liegt das daran, dass deren natürliche Fressfeinde fehlen, weil sie keinen Unterschlupf mehr in „Gärten“ finden, die nur aus kurz geschorenem Zierrasen und schnurgeraden Blumenbeete bestehen. Säen Sie Wildblumensamen in den Rasen hinein, lassen sie ihn verwildern und leasen Sie sich ein paar Indische Laufenten. Die nehmen es locker mit jeder Schneckenplage auf. Auch Igel helfen Ihnen dabei die Früchte Ihres Gartens selber zu genießen und sie nicht zwangsweise den nimmersatten Schnecken zu überlassen.
Gegen eine Insekteninvasion können Sie auch etwas unternehmen. praktizieren Sie Mischkultur. Das heißt, pflanzen Sie verschiedene alte Gemüse– und Obstsorten in direkter Nachbarschaft nebeneinander, so dass diese sich mit ihren individuellen Eigenheiten ergänzen und gegenseitig schützen können. Monokulturen sind der Tod der Fruchtbarkeit unserer Äcker! Es gibt unzählige Fachbücher, die sich mit dem Thema Mischkultur befassen und Ihnen ausführlich erläutern, welche Pflanzen sie kombinieren können und welche sich besser nicht ins Gehege kommen sollten.
Wer einmal den Unterschied geschmeckt hat zwischen einer gentechnisch veränderten, wässrigen Tomate aus dem Treibhaus, und einem sonnengereiften, selbstgepflückten und taubedeckten „Liebesapfel“, der wird nichts anderes mehr essen wollen. Probiert es am Besten selbst aus!