Das endlose Elend mit TTIP

Als ich heute morgen das Fernsehen einschaltete, geriet ich, Zufall oder nicht, sofort in die Präsentation der geleakten TTIP-Papiere durch Greenpeace und sah sofort meine schlimmsten Befürchtungen, die ich und die meisten anderen kritisch denkenden Menschen bis heute gehegt hatten, umgehend bestätigt!

Mir, und sicher auch einigen anderen Leuten, ist ofort klar geworden, warum sowohl diese Papiere, als auch die gesamten Verhandlungen geheim bleiben sollten! Sie zerstören unsere sowieso schon in Auflösung begriffene Demokratie und ignorieren vollkommen unsere Rechte und Interessen als Verbraucher, ja sogar unsere Menschenrechte. Hier wird ganz klar der jetzt offengelegte Versuch unterneommen unsere (relativ) hohen Standards auf allen wirtschaftlich in irgendeiner Form interessanten Gebieten, nicht nur zu senken, sondern so konsequent abzusenken, dass sie als solche nicht mehr zu erkennen wären. Und der Grund liegt ausschließlich in der Tatsache begründet, dass US-amerikanische Großkonzerne, eifrig unterstützt von ihrer Administration, nach neuen Märkten und Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte suchen, ohne auf irgend jemandes Interessen und Befindlichkeiten rücksicht zu nehmen!

Wie ich auf diese Idee komme? Ich will es gleich so kurz wie möglich erläutern. In der gesamten 240-jaährigen Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, hat es nch nicht einen einzigen Vertrag mit einem anderen Land gegeben, der die Belange der US-Wirtschaft nicht berücksichtigt hätte und diese etwa im Ausgleich mit den Interessen anderer Staaten gar zurück genommen hätte: Nach wie vor gilt in Amerika das Mott: America first! Und das betrifft alles, was der Meinung amerikanischer Politiker nach die nationalen Interessen der USA berührt. Und was würde diese mehr berühren, als die Profite amerikanischer Konzerne zu mehren? Die USA führen Krieg in den Staaten des mittleren Ostens, um ihren Einfluss auf die Ölquellen der Welt zu sichern. Die USA führen Stellvertreterkriege in Afrika und Asien, um Rohstoffe zu kontrollieren, die sie als strategisch erachten und nicht zuletzt wollen die Amerikaner den Absatz ihrer (und nur ihrer) Waren sicher stellen. Denn was hätte amerikanische Außenpolitik und Politik überhaupt für einen Sinn, wenn sie nicht amerikanischen Interessen diente?

Schaut man sich die sogenannten „Verhandlungspositionen“ an, welche in den TTIP-Papieren niedergelegt sind, wird sofort klar, dass hier Positionen aufgebaut wurden, die keine anderen Möglichkeiten zulassen, als die Aufgabe der europäischen Verhandlungspositionen zugunsten US-amerikanischer Wirtschaftsinteressen. Ist ja kein Wunder, dass die Verhandlungs“partner“ auf europäischer Seite – und natürlich auch nicht die Profiteure aus den USA – nicht wollen, dass das jemand mitbekommt, bevor die Verhandlungen abgeschlossen, in trockenen Tüchern also, und unumkehrbar geworden sind.

Wir können an einigen Beispielen sehen, wohin zum Beispiel die sogenannten privaten „Schiedsgerichte“ führen werden, die ja „Streitigkeiten“ zwischen US-Konzernen und jenen Staaten „schlichten“ sollen, die wegen wirtschaftlicher Differenzen (womöglich der Verabschiedung von Gesetzen, die den Profitinteressen von US-Konzernen nicht genehm sind oder gar entgegen stehen) angerufen werden können. So der Plan! Angeblich! Rumänien zum Beispiel hatte nach dem Abschluß eines Investitionsschutzabkommens (ähnlich den Investitionsschutzgarantien die bei TTIP vorgesehen sind) einem kanadischen Bergbaukonzern Abbaulizenzen für die Gewinnung von Gold im Tagebau erteilt, die nach Protesten von rumänischen Gerichten wieder kassiert wurden! Dabei spielten Umwelt- und Naturschutz, sowie die Interessen der Betroffenen in dem Gebiet eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nun hat der kanadische Konzern den Staat Rumänien vor einem in Amerika ansässigen Schiedsgericht auf Schadensersatz für entgangene Gewinne verklagt. Es steht ein Schadenersatz von etwa 4 Milliarden US-$ im Raum! Und das ist schon ein Wort für ein Land wie Rumänien!

Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass das in anderen Ländern Europas anders ablaufen wird, wenn Regierungen souveräner Staaten Gesetze erlassen, die mit US-Interessen nicht kompatibel sind? Glaubt andererseits jemand, dass Konzerne aus der EU auch nur den Hauch einer Chance hätten, vor Schiedsgerichten in Amerika ihre Interessen durchzusetzen? Wenn dem so wäre, stünden die Schiedsgerichte nicht im TTIP-Vertrag. Wir haben eine unabhängige Justiz (jedenfalls halbwegs unabhängig) und wir haben juristische Traditionen, die teilweise über Jahrhunderte gewachsen sind, bzw. von den Völkern auf der Straße blutig erkämpft werden mussten!

Wir haben es nicht nötig uns vollkommen an die USA und deren Wünsche auszuliefern und ich werde für meinen Teil nicht auf dem Sofa sitzen bleiben und abwarten, ob sich die USA dazu bequemen gelegentlich auch den Interessen ihrer „Partner“ entgegen zu kommen. Darauf werden wir vergeblich warten. Und ich will, wenn ich in den Supermarkt gehe, auf den Verpackungen der Produkte nachlesen können, was und in welcher Menge darin enthalten ist. Dabei spielt es zunächst einmal keine Rolle, ob die Deklarationen der Wahrheit entsprechen (tun sie das nicht, dann ist das, unabhängig von der Gesetzgebung eine kriminelle Handlung, die mit der Härte unserer Gesetze zu ahnden ist!). Ich will auch keine gentechnich veränderten Organismen in unserer Umwelt verteilt wissen. Denn so kühl-technokratisch sich die Forderung der Amerikaner nach dem wissenschaftlichen Nachweis der Schädlichkeit, bzw. der Gefährlichkeit gentechnisch veränderter Organismen auch anhört. Wenn sie erst einmal in die Umwelt gelangt sind, lassen sich die GVO´s nicht mehr zurück holen, selbst wenn man plötzlich den wissenschaftlichen Nachweis in Händen hält, dass GVO´s eben doch nachweislich schädlich und potenziell gefährlich sind! Aber genau das wissen auch die Amerikaner! Und darum dreht sich´s in diesem TTIP-Vertrag!

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Friss und/oder stirb!

Prof. Dr. M. Onsanto hat in einer groß angelegten Studie heraus gefunden, dass Mais fressende Kühe weniger Methan ausstossen als jene, die mit Gras gemästet werden. Dabei hat sich rein zufällig die Maissorte MON 810 ausgezeichnet und hier ganz besonders dann, wenn sie mit dem Pestizid Roundup Ready behandelt wurde, dem die EU-Umweltkommission bekanntlich in Kürze den blauen Umweltengel für die herausragenden ökologischen Eigenschaften von Glyphosat verleihen will!

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Er will doch nur ernten!

Naja, wenn er soviel gesät hat, dann muss er irgendwann auch mal ernten. Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis. Das es allerdings in erster Linie Unfrieden ist, den er gesät hat, aus dem sich dann durch Unfähigkeit und Schlamperei, Dummheit und Arroganz ziemlich viel Scheisse entwickelt hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. Er will sicher keine Scheisse ernten. Also stellt sich die Frage, WAS er dann ernten will? Eine fette Pension? Einen gut dotierten Posten im militärisch-industriellen Komplex? Dieser Bilanzbuchhalter konservativen Politikversagens sollte eigentlich die Kröte sein, an der sich Muddi final verschluckt…

Jeder noch so dämliche Bauer (und die haben ja angeblich immer die größten Kartoffeln) ist sich im Klaren darüber, dass die Ernte, unabhängig, von der Menge des Saatguts, durchaus noch von anderen Faktoren beeinflusst wird. Zum Beispiel, ob man die Saat ordentlich gießt, ob man jätet, oder ob man ihr mit Roundup (made by Monsanto) den Rest gibt. Nur bis zu unserem Herrn Minister sind selbst diese Binsenweisheiten noch nicht vorgedrungen, was womöglich ein paar tiefgreifende Schlüsse auf seine persönliche Einstellung zulässt!

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Die Netzfreiheit oder wie der Informationsfluss erdrosselt werden soll!

Marktwirtschaft ist Scheisse, wenn sie den Zugang der Menschen zu Nahrung, Energie, Wohnraum, Kleidung und Information einschränkt! Genau dies versucht derzeit die Telekom!

Was hat der Staat für einen faktischen und praktischen Nutzen, wenn er es lediglich als seine originäre Aufgabe betrachtet, die politischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, das Unternehmen (vorzugsweise die großen bis sehr großen Konzerne) „günstig“ produzieren, Arbeiter scham- und hemmungslos (vor allem aber auch folgenlos) ausbeuten können und uneingeschränkten Zugang zu Märkten erhalten, um ihre Profite zu maximieren und die Gier der Aktionäre zu befriedigen, sowie derart an Einfluss zu gewinnen, dass sie die Politik erpressen und unter Druck zu setzen imstande sind, um die Voraussetzungen dann immer weiter zu ihren Gunsten zu verändern?

Das geschieht derzeit überall in den Industrieländern. Die Drosselung des Internets ist daher nur ein Sympthom für die Beschneidung der Freiheit der Menschen und die Erlangung der Kontrolle.

Der Staat aber schöpft Steuern bei den Einkommen seiner Bürger ab, sofern diese nicht genug verdienen, um sich ihrer Steuerpflicht durch Flucht vor dem Finanzamt zu entziehen und verwendet das Geld – nicht dafür, die berechtigten Interessen der Bürger und des Staates zu vertreten, sie zu schützen und ihre Existenz zu sichern, sondernum die Bedingungen für die weirtschaft zu verbessern (und zwar ausschließlich für diese)und gibt damit immer mehr von seiner Entscheidungsfreiheit, seinem Gestaltungsspielraum ab, also vom Primat der Politik über die wirtschaftlichen Interessen!

Dass das nicht auf Dauer gut gehen kann, will derzeit niemand sehen. Aber wenn wir genau hinschauen, dann können wir, trotz der heftigen Dementis der Politik, die sich natürlich frei von jeder Schuld sieht und noch nicht einmal den Ansatz eines Schuldbewusstseins besitzt! Kriminelle Energie natürlich auch nicht, gar keine Frage!

Aber im neoliberalen System der freien Marktwirtschaft, (das Wort „frei“ steht hier für frei von Skrupeln und jeder sozialen Verantwortung) gibt es keinen Platz für Zauderer, verschrobene Sozialromantiker und sonstige Utopisten, die sich dem Fortschritt in den Weg stellen wollen!

In der „schönen“ neoliberalen Welt des Scheins dreht sich alles um Umsatz, Profit und die Erringung einer marktbeherrschenden Stellung, um den „freien“ Markt und die Preise zu kontrollieren. Wieso sollte man Rücksichten nehmen? Man reduziert einfach alles auf einen imaginären Wert, wie zum Beispiel die Wälder und ihre Fähigkeit CO2 zu absorbieren und in der Biomasse zu binden und dafür im Gegenzug Sauerstoff zu produzieren, oder man verteilt großzügig Luftverschmutzungsrechte in Gestalt von CO2-Zertifikaten, wirft sie auf einen Markt, den es nicht gibt und wundert sich, warum die Dinger nichts wert sind und die Unternehmen fleissig weiter die Luft verpesten? Hat man einer ressource einen Wert zugemessen, kann man sie handeln, also auch kaufen, verkaufen, damit spekulieren, manipulieren und damit ist der eigentliche Sinn des Ganzen, nämlich das Klima zu schützen schon wieder am Arsch des Propheten angekommen!

Großkonzerne wie Monsanto beispielsweise versuchen seit Jahrzehnten ihre Dreckpfoten auf die Nahrungsressourcen der Menschheit zu legen und sich Patente auf Saatgut und Leben zu sichern, um die gesamte Menschheit zu zwingen, Lizenzgebühren dafür zu bezahlen, dass sie Nahrungspflanzen anbauen um überleben zu können. Andere wiederum, wie der „Nahrungsmittel“gigant Nestlé, sichern sich den Zugriff auf die Trinkwasserreserven der Erde, um Wasser in Flaschen teuer zu verkaufen – an die, die es sich leisten können, weil sie die Meinung vertreten, sauberes, trinkbares Wasser könne kein Menschenrecht und dürfe schon garnicht kostenlos sein! Veolia Water, Suez Environnement und Thames Water heissen die großen Unternehmen, die den Teil des Markte für Trinkwasser, Versorgung und abwasserentsorgung dominieren, der bislang privatisiert, d. h. der Gier der Wirtschaft geopfert wurde und ein Ende ist nicht abzusehen.

Nach dem Untergang des Staatsozialismus feiert der Manchesterkapitalismus fröhliche Urständ! Der Neoliberalismus breitet sich weltweit, besonders in den Industriestaaten aus und sorgt dafür, dass staatliche Infrastruktur, bereits bezahlt und unterhalten mit dem Steuergeld der Bürger, für einen Appel und ein Ei an Privatunternehmen verschleudert wird, oft sogar noch mit staatlich garantierten Mindesteinnahmen, für die dann ebenfalls der Steuerzahler aufkommen muss, wenn der Markt (mir verbiegt sich jedesmal das Keyboard, wenn ich das Wort „Markt“ zu schreiben gezwungen bin) ihn nicht hergibt, warum auch immer.

Aus diesem kühlen Grunde werden Verträge, die zum Zwecke der Privatisierung abgeschlossen werden, auch in aller Regel geheim gehalten. Was das ganze aber mit dem sogenannten freien Markt zu tun haben könnte, entzieht sich meinem Verständnis und wird wohl auf ewig das Geheimnis der verantwortlichen Politiker (und/oder der Lobbyisten) bleiben!

Aber ich bin etwas abgeschweift vom eigentlichen Thema, der Freiheit des Internet und des freien Zugangs zu Informationen, und so möchte ich noch den ein oder anderen Satz dazu loswerden.

Information, also Wissen, ist eine Ressource, und zwar eine sehr wichtige, wenn nicht die wichtigste Ressource überhaupt. Jeder sollte uneingeschränkten Zugang dazu haben und es kann nicht sein, das ein Konzern sich das Recht heraus nimmt, diesen Zugang einzuschränken und ihn nur denen zur Verfügung stellt, die dafür bezahlen (können!). Wird das erlaubt, nützt alles boykottieren nichts mehr, denn selbst wenn die Kunden von der Telekom zu anderen Anbietern wechseln, werden diese, etwas später versteht sich, diese Option ebenfalls ziehen und sich die Einnahmen aus dieser Quelle nicht nehmen lassen wollen.

Das Merkwürdige ist, dass dann der Markt funktioniert, wenn es ums Abkassieren geht. Wenn der Markt den Preiswettbewerb anheizen und für sinkende Preise sorgen soll, funktioniert er nicht, weil die Konzerne sofort damit beginnen, ihn auszuhebeln, Monopole zu bilden und Preisabsprachen zu treffen, Kartelle gründen! Wir müssen uns also mit allen Mitteln und jetzt gegen die Beschränkung des freien Zugangs zum Netz und seinen Informationen wehren und gegen die Konzerninteressen kämpfen, als ginge es um unser Trinkwasser, unsere Nahrung, oder was auch immer!

Die Freiheit des freien Marktes hat dort ihr Ende, wo es um lebensnotwendige Ressourcen geht! Aber das muss die Politik erst noch begreifen und bei dem derzeitigen IQ im Bundestag, den Parteizentralen und in den Vorstandsetagen der Konzerne, darf bezweifelt werden, dass dies in absehbarer Zeit der Fall sein könnte. Die einen können nicht, weil sie zu doof sind (oder zu gierig), die andern wollen nicht, weil sie einfach nur geldgeil sind…

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Der WWF als Gralshüter des Umwelt- und Naturschutzes?

Des öfteren wurden schon Vorwürfe laut, der WWF (Artikel auf Wikipedia), der sich den Schutz der Tiere, der Umwelt und der Natur auf die aristokratischen Fahnen geschrieben hat, habe sich mit Großkonzernen eingelassen und an einen Tisch gesetzt. Unter anderem soll auch Monsanto dazu gehört haben und solche Umweltverbrecher wie Coca Cola, Unilever und Shell. Jedenfalls schreibt dies der Journalist Wilfried Huismann in seine neuesten Buch unter dem Titel „Schwarzbuch WWF – dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda„.

Und die Behauptung, der WWF zeichne sich insbesondere dadurch aus, dass er sich Konzernen und der Industrie an den Hals werfe, ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. Schließlich stammt ein Großteil seiner elitären Führungszirkel aus der Wirtschaft! Was Wunder, dass es da Verbindungen gibt, die offenbar nicht ganz koscher sind. Und nicht zuletzt lebt der WWF vornehmlich von großzügigen Spenden aus Kreisen der Wirtschaft und brüstet sich als Schirmherr so zweifelhafter Aktivitäten wie z. B. der seit etwa 2002 in mehreren Kampagnen laufenden Krombacher „Klimaschutz“-Projekten nach dem Motto „Saufen für den Regenwald“!

Bisweilen fallen Repräsentanten des WWF auch in der Öffentlichkeit unangenehm auf. Sein Ehrenpräsident, König Juan Carlos von Spanien, auch bei der Jagd nach Frauen kein Kostverächter, stürzte bei der Großwildjagd auf Elefanten in Afrika und brach sich seine altersschwache Hüfte. Das kann man zwar unter dem Kapitel ausgelcihende Gerechtigkeit verbuchen udn muss nicht gerade vor Mitleid mit diesem alten Sack zerfliessen, aber es wirft ein bezeichnendes Licht auf die Einstellung der führenden Repräsentanten des WWF zu den von ihm „geschützten“ Umwelt und Natur!

Natürlich will sich der WWF gegen solch schlechte PR wehren und dabei ist ihm wohl jedes Mittel recht! Denn die Folgen könnten katastrophal für den World Wildlife Fund For Nature sein, wenn ihm die Wirtschaft ihre Zuneigung und die üppigen Zuwendungen streicht…

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7 Milliarden?

Seit vorgestern sind wir 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten! Was will uns diese Zahl eigentlich sagen? Was wollen uns diejenigen, die uns auf dieses Ereignis, dass ja eigentlich keineswegs etwas besonderes ist, sagen? Ich meine, warum flattert diese Meldung durch diverse Pressemitteilungen, teils gar als Horrormeldung, verbunden mit der Frage, wieviele Menschen die Erde überhaupt vertrage und wie man die alle ernähren könne?
Eigentlich ist es müssig, überhaupt ein Wort darüber zu verlieren, angesichts der Tatsache, dass wenige Tage zuvor und in (un)schöner wiederkehrender Regelmäßigkeit über die schwindende Zahl der Deutschen, oder anderer europäischer Völker, ausgiebig lamentiert wird! Und genau in diesem Zusammenhang drängt sich mir die Frage nach dem „Warum“ und „Wieso“ auf!
Ich meine, 7 Milliarden Menschen, das sind 7.000 Millionen hungrige Mäuler, die ein Recht darauf haben, gestopft zu werden und zwar mit guter, biologisch einwandfreier und nachhaltig erzeugter Nahrung, nicht mit Fastfood-Scheiße nach dem Muster Big Mac und/oder Whopper zum Zwecke der Gewinnmaximierung amerikanischer (und auch nichtamerikanischer anderer) Großkonzerne!
7.000 Millionen Menschen haben ein verdammtes Recht darauf, gekleidet zu werden und zwar nicht in den Müll und die weggeworfenen alten Klamotten exaltierter Disco-Tussis oder Homeboyhosen tragender Möchtegern-HipHopper aus den Großstädten der westlichen Industrie- und Wegwerfgesellschaft, die von Konzernen in Containern gesammelt und dann teuer in die Länder der Dritten Welt weiter verkauft werden!
Es gibt 7 Milliarden Menschen, die ein Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, nicht zu einer Brühe, die man in unseren Breiten nicht einmal in die Kläranlagen einleiten dürfte, weil sie durch eine Gebirgslandschaft aus hunderte Metern hohen Müllbergen geflossen und mit Gift, Bakterien und Viren kontaminiert ist, die dafür verantwortlich sind, dass diejenigen, die auf Grund ihrer Armut dazu gezwungen sind, diese Brühe zu trinken, sich die Seele aus dem ausgemergelten Leib scheissen müssen!
7 Milliarden Menschen, die ein Recht auf eine menschenwürdige Behandlung durch ihre Regierungen haben und auf ebenso menschenwürdige Behausungen und die doch nichts anderes bekommen, als Not, Hass, Gewalt und Elend! Kinder, die elend verrecken, weil ihre Mütter so verhungert sind, dass sie ihnen keine Milch geben können! Kinder, die von skrupellosen Machthabern und Warlords zu Mördern abgerichtet und in sinnlosen Kriegen ebenso sinnlos verheizt werden! Kinder, Männer und Frauen, die unter erbärmlichsten Bedingungen wie Sklaven gehalten und ausgebeutet werden in Bergwerken, Steinbrüchen und Fabriken, die sexuell misshandelt, vergewaltigt, benutzt und zur Prostitution gezwungen werden, weil sie sonst nicht die geringste Chance haben, in dieser Welt zu überleben!
7.000 Millionen Schicksale, deren größter Teil in Verhältnissen leben muss, die für uns hier unvorstellbar sind! Und doch macht man sich hierzulande „Sorgen“ um die Tatsache, dass es „nur“ noch 80 Millionen Deutsche gibt und ihre Zahl weiter abnimmt, (während es gleichzeitig immer mehr Menschen in anderen Teilen der Welt gibt)!
Man hört deutlich aus den Berichten – und dem, was zwischen den Zeilen zu lesen steht für den, der es sehen will – heraus, dass die Deutschen (die aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen so ungeheuer wertvoll für diesen Planeten zu sein scheinen, vielleicht aber auch nur in den verschrumpelten, wertkonservativen Gehirnen hiesiger Politiker) sich vermehren sollten, die übrige Menschheit ihren Paarungstrieb aber gefälligst zu zügeln habe, da nicht alle Menschen in dem gleichen „Wohlstand“ leben könnten, wie wir es hier, in Europa und Amerika (zumindest in dessen nördlichem Teil) zu tun pflegen! Aber ist es überhaupt „Wohlstand“, wenn der einzige Massstab, mit dem man ihn vermeintlich messen kann, die Menge der verbrauchten und weggeworfenen Erzeugnisse ist?
Mit welchem Recht wird eigentlich von anderen Menschen gefordert, dass sie sich nicht vermehren dürften, damit wir unseren „Wohlstand“ sichern können? Sind wir eigentlich noch zu retten, ob solcher Arroganz? Ist das nicht eine ganz besonders perfide Art von Rassismus?
Nicht nur jeder Einzelne ist gefragt, sich selbst zu beschränken und zu lernen, in Bescheidenheit, Demut und auch Dankbarkeit für den „Wohlstand“, den wir als selbstverständlich betrachten zu leben! Und wir sind in der Pflicht, intensiv nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir diese Welt so gestalten können, dass alle Menschen, die dieser Planet beherbergt, in menschenwürdigen Verhältnissen leben können!
Die Zeiten, in denen wir uns das Ziel setzen, den Hunger zu besiegen (womöglich mit Hilfe einer unkontrollierbaren Gentechnik und einer sich selbst völlig überschätzenden Chemieindustrie), oder die Zahl der Hungernden zu halbieren (indem man letztlich an diesem kapitalistischen System nichts verändert und die Hungernden sich selbst überlässt, bis sie sich selbst durch Verhungern halbiert haben), sind vorbei! Wir müssen das System grundlegend ändern, für eine gerechte Verteilung der vorhandenen Lebensmittel sorgen und allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser gewähren! Das gebietet allein die Menschlichkeit, von der es auf dieser Welt und vor allem in diesem kapitalistischen System nicht mehr allzu viel zu geben scheint!
Es ist die Aufgabe von Staaten, nach diesem System zu suchen und zu streben, nicht die Aufgabe von Konzernen und weltweit operierenden Großunternehmen. Deren Aufgabe ist es nämlich Gewinne zu erwirtschaften, um die Gier ihrer Inhaber und Aktionäre zu befriedigen. Es ist nicht ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass alle Menschen gleiche, angemessene Chancen bekommen und sich nach ihren Fähigkeiten zu entwickeln!
Banken sind viel wichtiger als Menschen geworden. Sie sind systemrelevant. Menschen dagegen nicht, davon gibt es genug, vor allem genug Hungerleider!
Die Politik scheint völlig verdrängt und vergessen zu haben, warum es sie gibt und was ihre Aufgaben sind. Es ist nicht primär die Schaffung günstiger Bedingungen für die Wirtschaft und eine Entfesselung der Märkte, oder die Hilfe zur Gewinnmaximierung, bei gleichzeitiger Sicherung eigener, persönlicher Bedürfnisse (früher nannte man das etwas unschön Käuflichkeit). Die Aufgabe der Politik ist die Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschen, die in ihrem Verantwortungsbereich leben (meist leben müssen, weil sie niemand nach ihrer Meinung gefragt hat!). Dazu gehören die Versorgung mit ausreichender und gesunder Nahrung, Zugang zu sauberem Wasser, Schutz der Umwelt, Befriedigung kulturelle Bedürfnisse, die Absicherung im Krankheitsfall, bei Arbeitslosigkeit, die Versorgung im Alter und dergleichen Dinge mehr! Um das zu tun, ist eine stabile und verlässliche Infrastruktur notwendig, nicht das Verschleudern des Gemeineigentums an private Unternehmen zum Zwecke der Gewinnerzielung! Auch kann ein Staat nicht wie ein Unternehmen organisiert und geführt werden, aber das scheinen nur die wenigsten bisher begriffen zu haben! Unternehmen schmeissen unproduktive, für den Profit unwichtige Mitarbeiter raus und erwartet, dass die Gesellschaft deren Versorgung und Alimentierung auf ihre Kosten übernimmt. Staaten können das (eigentlich) nicht machen (uneigentlich tun sie´s aber doch), auch wenn einige sozial-darwinistische und markthörige Politiker dies glauben. Und doch versucht man „unproduktive“ Menschen aus der Alimentation der Gesellschaft hinaus zu drängen und ihnen die Schuld an ihrer Situation in die ausgelatschten Schuhe zu schieben. Dabei klagt man lauthals über die sich öffnende Schere zwischen arm und reich, während man ohne mit der Wimper zu zucken, die Reichen entlastet, den ärmeren (und bedeutend größern) Rest der Bevölkerung aber, der sich vielleicht 20% des Volkseinkommens teilen muss, für alle Kosten dieses Systems haftbar macht!
7.000 Millionen Menschen leben also jetzt auf diesem Planeten, die ein Recht darauf haben, wie wir zu leben…Halleluja, kann ich da nur sagen!

Vertical Farming – Nahrung für die Zukunft der Menschheit?

Am Horn von Afrika herrscht Dürre! Somalia ist eines der am heftigsten von der verheerenden Trockenheit betroffenen Gebiete, in dem mehrere Regenzeiten hintereinander ausgeblieben sind. Täglich verhungern Menschen, fliehen zehntausende Hungernde in die ebenfalls nicht von üppigen Ernten gesegneten armen Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia.

Die Lage in den Flüchtlingslagern wird immer dramatischer, auch dort leiden die Menschen unter Mangelernährung, den unsäglichen hygienischen Zuständen und den Folgen des Hungers. die Industrienationen haben seit mehreren Jahren die Mittel gekürzt, mit denen die notleidenden Menschen unterstützt werden könnten und heute dürfen wir uns aus berufenem Politikermund anhören, es sei 5 vor 12!

Aktionismus ist angesagt und so erhöht die Bundesregierung prompt ihre „Hilfe“ auf 30 Mio. Euro, die EU insgesamt auf „satte“ 160 Mio. Euro. Angesichts der von der UN veranschlagten 1,6 Mrd. $ (Hungerkrise: „Horn von Afrika braucht 1,6 Mrd. $ Hilfe“ – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) ist dieser Betrag nachgerade lächerlich und entspricht von daher genau der Einstellung kapitalistisch geprägter Staaten wie dem unseren, die eher hunderte von Mrd. Euro als Rettungsschirm über die gebeutelten systemrelevanten Banken aufzuspannen bereit sind, als das Hungerproblem der Welt schnell, effektiv und vor allem nachhaltig zu lösen!
Denn eines scheint klar – Nahrung ist genug vorhanden, aber nicht so verteilt und vor allem nicht so preiswert, dass jeder Mensch sich das kaufen kann, was er zum Leben benötigt. Nahrung ist, dank des kapitalistischen Wirtschaftssystems, zum Spekulationsobjekt geworden. Wer sich die Preise nicht leisten kann, der hat eben, nach kapitalistischer Lesart, Pech gehabt!

Ein weiterer Aspekt in diesem System der knappen, aber teuren Nahrungsressourcen ist, dass die reichen Industriestaaten ihre eigenen Ackerflächen mehr und mehr für den Anbau hochprofitabler Energiepflanzen (für sog. Biosprit und Bioenergie) nutzen, um die angestrebten Ziele für die CO2-Einsparungen zum Schutze der Umwelt zu erreichen.

Um aber die Nahrungsversorgung sicher zu stellen, kaufen die reichen Länder gleichzeitig die Nahrungsproduktion in den Ländern der Dritten Welt auf, während große Agrarkonzerne überall in den armen und ärmsten Ländern dieser Erde die besten Ackerflächen auf Jahrzehnte hinaus pachten, oder gar kaufen (nachdem korrupte Regierungen die einheimischen Kleinbauern enteignet und vertrieben und so die gewachsene landwirtschaftliche Kultur zerstört haben) und diese Flächen so der Nahrungsproduktion für die armen Einheimischen entziehen (Geschäfte mit Ackerland: Investoren haben Landlust – Artikel auf FAZ.NET vom 18.7.2011). Hier werden Produkte angebaut, die sich teuer in den Industriestaaten vermarkten lassen, die sich die einheimischen Hilfsarbeiter aber nicht leisten können!

Ist das fruchtbare Land erst weg, verloren an die ausländischen Konzerne, roden die hungernden einheimischen Bauern die letzten verbliebenen Reste des tropischen Regenwaldes, um ein bisschen Ackerland zu gewinnen. Auslaugung und Erosion lassen die Erträge aber rasch sinken und nach wenigen Jahren müssen die Menschen weiter ziehen, noch tiefer in den sterbenden Urwald hinein. Und je mehr sie die Bäume fällen oder abbrennen und neuerdings mit Agent Orange vergiften, desto weniger Regen fällt und lässt das Land verdorren!

Was übrig bleibt eignet sich kaum noch als Weide und doch nutzen große Fleischkonzerne die dürren Halme um Rindviecher für WurgerKing und McDoof zu züchten. Wir fressen nicht nur unsere eigenen Haare vom Kopf, sondern auch die der Menschen in den Ländern der Dritten Welt. Und was übrig bleibt, verheizen wir in unseren Porsche Cayennes, wenn wir sonntags morgens zum Brötchenholen zu Backshop um die Ecke brettern – da ist Allradantrieb auf Extrembreitreifen und 560 PS unbedingt „state of the art“.

Somalia ist bei alledem aber sowieso außen vor. Zerrissen von einem furchtbaren Bürgerkrieg, der seit nahezu dreißig Jahren in dem Land tobt und der den gesamten Staat unregierbar gemacht hat, in dem Terror, Folter, religiöser Extremismus und Fanatismus an der Tagesordnung sind, in dem Warlords und dutzende fanatisierte Milizen (Horn von Afrika: Tödliche Konsequenzen – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) gegeneinander und gegen alles kämpfen, was vermeintlich westlich ist, wo Kinder zu Mördern abgerichtet werden und das islamische Gesetz der Scharia mit seinen furchtbaren Körperstrafen selbst für die geringsten Vergehen herrscht, müssen die Menschen verhungern, weil sie selbst dann keine Nahrung anbauen könnten, wenn sie die Möglichkeiten dazu hätten!

Nahrungsmangel und extrem gestiegene Preise für Grundnahrungsmittel führten in den letzten Jahren schon häufiger zu Hungerrevolten und bürgerkriegsähnlichen Unruhen fast überall im Tropengürtel unseres Planeten!

Wie aber kann dieser verzweifelten Situation sinnvoll begegnet werden?

Ist der Plan der großen Agrarkonzerne eine tragfähige Lösung für die künftige Ernährung der Menschheit, der eine durch und durch industrialisierte Landwirtschaft unter Verwendung gentechnisch veränderten Saatguts (selbstverständlich patentrechtlich geschützt und für jede Aussaat neu beim Gentechnikkonzern ihres Vertrauens für teures Geld zu erstehen!), schwerer landwirtschaftlicher Maschinen (die natürlich jede Menge Energie benötigen und extrem teuer sind), Unmengen von Düngemitteln, Wasser (mit Hilfe von gigantischen Bewässerungsanlagen bis zur restlosen Versalzung der Böden in heißem Klima über den Ackerflächen versprüht!) und, weil sie so empfindlich sind, mit jeder Menge Herbi-, Fungi- und Pestiziden (bevorzugt dem von Monsanto hergestellten Unkrautvernichtungsmittel Roundup (ein wichtiger Bestandteil von Roundup ist Glyphosat), gegen das praktischerweise die von Monsanto gelieferten GVO-Saaten resistent sind!).

Dass bei dieser Art der „Landwirtschaft“ nicht nur die Ressourcen an Grundwasser geplündert werden und weitere Teile des Landes deshalb von Trockenheit heimgesucht werden und die ehemaligen Landbesitzer nun als billige Hilfskräfte für die Ernte der Agrarerzeugnisse missbraucht und ausgebeutet werden, oder (weil plötzlich landlos geworden) auf der Suche nach Arbeit und Auskommen für ihre Familien in die großen Städte ziehen und dort in gigantischen Slums in Dreck und Unrat, Not und Elend vegetieren müssen, sei hier nur am Rande erwähnt!

Ist das wirklich die „schöne neue Welt“, die wir uns erträumen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Gentech- und Agrarkonzerne weder die Ernährung noch die Gesundheit der Menschheit im Focus haben, sondern ihre (und nur ihre) Profitinteressen?

Der Planet kann eine solche Art der Landwirtschaft nicht lange verkraften. Monokulturen fördern Pflanzenkrankheiten, der Einsatz der riesigen Maschinen die Bodenverdichtung, was wiederum den Einsatz noch größerer Maschinen bedingt und noch tieferes Pflügen. Diese Art der Landwirtschaft geht auf Kosten des Planeten und der gesamten Menschheit! das Prinzip lautet dabei:

Den Profit für die Konzerne, die Folgen für die gesamte Menschheit! (das altbekannte kapitalistische Prinzip der Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten, mithin also dasselbe Prinzip wie das der Rettung der Banken in der weltweiten Finanzkrise!)

Wie aber sehen die Möglichkeiten aus, die Erzeugung von Nahrung für die stetig wachsende Zahl der Menschen auf der Erde in allen klimatischen Zonen sicher zu stellen? Kann man die Ernährung mit Vertical Farms sichern?

Vertical Farm

Was ist überhaupt Vertical Farming? Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Technik, Landwirtschaft in Gebäuden zu betreiben, wobei man die Umweltbedingungen mit Hilfe technischer Anlagen kontrollieren und sich damit von den klimatischen Bedingungen der Gebiete, in denen die Vertical Farms errichtet werden, unabhängig machen kann! entwickelt hat diese Idee der US-Professor Dickson Despommier von der Columbia Universität in New York City im Jahre 1999 mit einigen seiner Studenten. Und die Idee an sich ist einfach bestechend, finde ich!

Vertical Farming Energiegewinnung

Die Kontrolle der Bedingungen in Vertical Farms bezieht sich sowohl auf die Temperatur, als auch Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse usw. und lässt sich auch auf andere Bereiche ausweiten wie z. B. Kontrolle und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Ungezieferbefall. Dünge- und Pflanzenschutzmittel lassen sich effektiv nutzen und dosieren, Umweltkatastrophen bleiben weitestgehend ohne Einfluss auf die Nahrungserzeugung in den Vertical Farms.

Natürlich kommt auch hier Technik zum Einsatz und es werden auch große Mengen an Energie benötigt (die aber zumindest zum Teil in und mit der Vertical Farm gewonnen werden kann, indem man Sonnenkollektoren, Windkraftanlagen und aus Biomasse erzeugtes Biogas zur Stromgewinnung nutzt). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, Pflanzen ohne Erde (also in Hydrokultur, in einem Substrat wachsend) anzubauen und damit die Umwelt zu schonen. Die Technik ist theoretisch bereits weitgehend zur Nahrungserzeugung nutzbar. Weiterer Forschungsbedarf ist dennoch erforderlich um die Vertical Farms effektiver und energieeffizienter zu gestalten.

Vertical Farming

In solchen Vertical Farms könnten auch, wenn sie als aquaponisches System ausgelegt sind, neben der Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel, Fische gezüchtet und für die menschlichen Ernährung genutzt werden. Theoretisch kann eine Vertical Farm auch als Zuchtbetrieb für die Massentierhaltung genutzt werden. Aber nach meinen Vorstellungen widerspricht das dem Prinzip einer ausgewogenen und gesunden menschlichen Ernährung, sowie den Prinzipien des Tierschutzes, artgerechter Haltung und einem Leben ohne Leid für die Tiere, die der Ernährung der Menschen dienen sollen. Auch Tiere haben Rechte und dazu gehört ein Leben in Würde, in freier Natur und eben ihrer Art und ihrem Wesen gerecht. Das aber kann eine Haltung in Gefangenschaft niemals sein!

Wir können die monokulturelle Landwirtschaft in den Industriestaaten einschränken und die frei werdenden Flächen sinnvoll nutzen, beispielsweise um Wälder zu pflanzen, die dem Klimaschutz dienen. Wir können uns aus der Fläche zurück ziehen und der Natur mehr Raum geben. Aber wir müssen den Boden und die Nahrung der Spekulation entziehen. Das gelingt uns, wenn wir den Großteil der Nahrung in Vertical Farms anbauen, die wir so konzipieren, dass sie weitgehend geschlossene Systeme bilden, die die Umwelt nicht belasten und in denen die Ressourcen sparsam und schonend eingesetzt werden!

Vertical Farms sind teuer. Sie erfordern große Investitionen. Sie sind geeignet für reiche Länder, die über die entsprechende technische Infrastruktur und eine gesicherte Energieversorgung verfügen. Man kann sie mitten in den Ballungszentren der Städte errichten und erpart sich und der Umwelt so Transportwege über hunderte und tausende von Kilometern oder gar mit dem Flugzeug um die halbe Welt. aber genau da, wo sie am dringendsten benötigt würden, in den Hungergebieten der Erde, wo die größte Not, Dürre und Hunger herrschen, kann sie niemand finanzieren, nutzen oder unterhalten!

Um Menschen zu retten, die in Ländern wie Somalia (als Staat kann man dieses Gebilde aus rivalisierenden islamischen Milizen, Privatarmeen und religiöse Fundamentalisten wohl nicht mehr bezeichnen) dem Hungertod entgegendämmern, ist zunächst die Versorgung mit Nahrung und sauberem Trinkwasser gefragt. Die herrschenden Gruppen wollen westliche Hilfe nicht ins Land lassen, weil sie vermutlich gern selber als Retter in der Not dastehen wollen. Gibt man ihnen aber Geld um die Menschen zu versorgen, kaufen sie sicher Waffen damit ein! Tausende werden die rettenden Flüchtlingslager nicht mehr erreichen, elend verreckt auf der Flucht vor Hunger und Verzweiflung! Wie lange wollen wir dem Sterben noch zusehen? Bis es zu spät ist, so scheint es, denn es ist nicht 5 vor 12, nein, es ist bereits 5 NACH 12 und die Politik ist Schuld!!!

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