Es lebe hoch das Umweltarschloch des Jahres 2013!

Warum heisst denn dieser Preis, den der NABU alljährlich an besonders rückständige Umweltfrevler aus Wirtschaft und Politik verleiht eigentlich Umweltdinosaurier-Preis? Wäre es nicht ehrlicher und auch nicht ganz so euphemistisch, wenn man das Umweltarschloch verleihen würde? Naja, den Preis wollte dann sicher keiner haben, aber den Dino holt sich bestimmt auch so gut wie keiner ab!
Also schlage ich hiermit vor, ab sofort das Umweltarschloch an die Umweltarschlöcher des Jahres zu verleihen, und zwar an die selten dämlichen Arschlöcher von der Einwechpullenlobby in Wirtschaft und Politik! Hurra! Hurra! Hurra!

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Ist Saufen eigentlich sinnstiftend?

Was haben der Spritverbrauch deutscher Autos und Muddi gemeinsam? Eigentlich nix! Der Spritverbrauch „unserer“ hochtechnisierten Autos wird konsequent und systematisch schön gerechnet, damit selbst die dicksten Dickschiffe aus dem Hause Daimler, BMW, Audi und/oder Porsche zu sparsamen Kleinwagen der Energieeffizienzklasse „A“ werden. Um Muddi attraktiv und ihre Politik alternativlos zu finden, muss man sie sich ebenso konsequent und zielgerichtet schönsaufen…

So betrachtet kann Alkoholismus auch seine Guten Seiten haben. Nüchtern sind ja sowohl diese Regierung, als auch das, was sie uns als zukunftsorientierte und nachhaltige Politik verkaufen will, nicht zu ertragen.

Alle wundern sich, dass in Deutschland immer mehr Menschen wegen psychischer Erkrankungen immer früher in Vorruhestand gehen müssen? Schaut Euch doch diese Politik an und die Verwunderung darüber dürfte sich in Erstaunen verwandeln, warum es immer noch so wenige sind!

Man kann abver auch auf den Gedanken kommen, warum im Berufsleben die Menschen wegen psychischer Erkrankungen Frühverrentet werden, in der Politik, ganz besonders in jener der konservativen und liberalen Prägung aber eine der Grundvoraussetzungen dafür zu sein scheint, um richtig mitmischen zu dürfen?

 

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Das Total(e) Gas-Desaster

Mehr als 50 Tage hat es gedauert, bis es dem französischen Energiekonzern Total endlich gelang, das Gasleck auf seiner Nordsee-Bohrinsel „Elgin“ mit Schlamm zu verschließen!

Zuerst hatte man das Leck 4.000 m unter dem Meeresspiegel gesucht und – wen wundert´s? – nicht gefunden, denn es befand sich 25 m über der Wasseroberfläche! Und so tat man zunächst das, was alle großen Konzerne in solchen Fällen zu tun pflegen, man wiegelte ab, redete schön, kurz man log, dass sich die Pipelines bogen. Die Realität sah ein wenig anders aus, denn täglich strömten mindestens 200.000 Kubikmeter giftiges Gas aus.

 Da der wind die Gasschwaden glücklicherweise von der Borhinsel fort trieb und nicht auf sie zu, kam es zu keiner schweren detonation. Denn den hochqualifizierten Ingenieuren gelang es nicht, die brennende Gasfackel auf der Plattform zu löschen. Man wartete also, bis sie von selbst erlosch und hoffte auf den Wettergott!

Während Umweltschützer das augetretene Methangas, das 20 mal klimaschädlicher ist, als Kohlendioxid, als eine Katastrophe für das Klima betrachten, scheinen Flora und Fauna der Nordsee bislang noch nicht nachhaltig geschädigt worden zu sein (das behaupten zumindest die schottischen Umweltbehörden!). Total beklagt in erster Linie Kosten von ca. 300 Millionen Euro, die durch die Gas“panne“ verursacht worden seien!

Dieser Vorgang wirft ein bezeichnendes Licht auf die Machenschaften der Ebergiekonzerne, die auf Teufel komm raus Gas und Öl suchen und fördern, ohne Rücksicht auf Verluste. Die ohnehin nicht besonders scharfen Sicherheits- und Umweltbestimmungen werden lediglich als lästige Behinderungen bei der Erwirtschaftung von Profiten betrachtet und umgangen, wo es nur eben geht! Kontrollen finden wohl auch nur sporadisch statt.

Man wagt sich stets weiter vor und immer wieder auch über die Grenzen des Machbaren und Kontrollierbaren hinaus, in der vagen Hoffnung, es würde schon nichts passieren. Und wenn doch, dann kann man sich darauf verlassen, dass die betroffenen Staaten schon irgendwie helfend eingreifen, aus lauter Angst, die Lebensgrundlagen der Bevölkerung könnten ruiniert werden! Manchmal merkt es ja auch keiner, wenn so etwas geschieht, oder man merkt es viel zu spät. Oft will es auch niemand wissen, wie bei der Ölsuche in Afrika, wo man protestierende Anwohner einfach erschießen kann, ohne dass sich jemand groß darüber aufregt. Oder wo einfach nur ein paar tausend Quadratkilometer Mangrovenwald verseucht werden und absterben. Kein Hahn kräht danach, wenn ein paar hundert oder tausend Schwarze wegen verseuchtem und versifftem Grundwasser erkranken, oder vergiftete Fische aus den Lagunen ziehen. Das ist alles so weit weg und es ist ganz einfach, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen, anstatt zu handeln!

Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen mahnen den Schutz der Meere und der Umwelt schon seit langem immer wieder an und weisen auf das verbrecherische Verhalten der Konzerne bei der Suche nach fossilen Energieträgern hin! Aber niemanden scheint es zu interessieren, dass die Meere eine wichtige Quelle für die Ernährung der Menschheit sind, die sowieso unter der Rücksichtslosigkeit profitorientierter Ausbeuter und der Überfischung zu leiden haben und zu allem Überfluss auch noch als billige Müllkippe für verantwortungslose Konzerne und Staaten missbraucht werden. Vielerorts fließen auch noch die Abwässer und Fäkalien menschlicher Ansiedlungen und ganzer Städte unbehandelt und ungefiltert ins Meer.

Schiffe entledigen sich ihres Mülls und Altöls, Tanker verklappen Säuren und Gifte im Wasser und auch sonst wird ins Meer gekippt, was man an Land schon lange als gefährlich erkannt und verboten hat. Und in den Meeresgebieten, die noch halbwegs intakt sind, ziehen gigantische Kreuzfahrtschiffe ihre Kreise, schippern abertausende sensationsgeiler Passagiere durch die Gegend und verpesten die Luft mit ungeheuren Mengen an Kohlendioxid und Schwefel, die ihre, mit billigstem Fuselöl betriebenen Maschinen, ausstoßen und wühlen mit ihren riesigen Schiffsschrauben den Untergrund auf! Hauptsache, man ist beim Whalewatching dabei gewesen, oder zwischen den Eisbergen der Antarktis herumkutschiert worden…da kann man zuhause was erzählen und sich seines ökologischen Bewusstseins rühmen…

 

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Über allen Gipfeln Ist Ruh’…

…In allen Wipfeln Spürest Du
Kaum einen Hauch;

Die Vögelein schweigen im Walde

Warte nur, balde Ruhest Du auch.

Dies schrieb einst der berühmte Johann Wolfgang von Goethe, nach einer Wanderung im September 1780, als er sein müdes Haupt in der Hütte auf dem Kickelhahn (was für´n niedlicher Name) zur Ruhe bettete, auf eine Holzplanke an der Wand. Er wanderte gern und oft im Thüringer Wald und er liebte den Wald und die Bäume, wie man seinen gefühlvollen Worten entnehmen kann!
Vermutlich war diesem Genie der deutschen Sprache und Universalgelehrten die Bedeutung der Wälder bewusst, ganz anders als heute, wo der Wald nur noch eine auszubeutende Ressource ist. Gnadenlos werden die Wälder in industriellem Maßstab abgeholzt und gewinnbringend vermarktet. Wo der Nachschub herkommt, interessiert niemanden!

Urwald am Altrhein bei Leopoldshafen

Besonders schlimm ist der Raubbau in den tropischen Regenwäldern, die sich einst als ein gigantisches Band um den gesamten Globus zogen und die ihnen von der Natur zugedachte Funktion als Lunge des Planeten erfüllten!
Aber der Mensch betrachtete die Natur schon immer gern als einen Feind, den es zu besiegen galt, um sich seiner Schätze bemächtigen zu können und so zog er aus und begann Krieg gegen den Wald zu führen, als wäre es möglich, einen Sieg zu erringen! Dabei scheint niemand zu begreifen, dass dies ein Krieg gegen unsere eigenen Lebensgrundlagen ist und hier kann man nur verlieren.
Aber die Tropen und die Regenwälder sind weit weg und die Gewinne, die durch das halblegale und illegale Schlagen von Tropenhölzer sind ähnlich verheißungsvoll und märchenhaft, wie der Drogenhandel und dementsprechend engagiert sich die eine gut organisierte Mafia im illegalen Holzeinschlag und dem Schmuggel in die Industriestaaten, wo man meint, nicht auf die Vorzüge tropischer Hölzer verzichten zu können und nicht verzichten zu brauchen. Schließlich ist Teak oder Mahagoni etwas, mit dem man den Nachbarn neidisch machen und seinem Hang zur Dekadenz nachgeben kann!
War es vor ein paar tausend Jahren noch eine relativ faire Auseinandersetzung zwischen Mensch und Baum, in der der Wald eine gute Chance hatte, die Versuche des Menschen, ihn zu vernichten, durch das Wachstum neuer Bäume mehr als auszugleichen, begann sich das Verhältnis zu Ungunsten der Wälder zu verschieben, als der Gebrauch von Stahlwerkzeugen, Sägen und letztlich der Motorsäge in Mode kam! Heute wird der Wald mit Hilfe großer, raupengetriebener Maschinen „geerntet, die in den Wald hineinfahren und die Bäume fällen, entrinden, ablängen und gleich auf geländegängige LKW verladen – alles in einem Arbeitsgang! Wie soll der Wald da eine Chance zur Regeneration haben?
Aufforstung kostet Geld! Was Geld kostet, schmälert den Gewinn! Also verlässt man sich darauf, dass die Gesellschaften der Industriestaaten, teils getrieben von schlechtem gewissen, teils getrieben von Angst vor der völligen Zerstörungund Verwüstung der Erde ihre Kröten springen lassen und damit Wiederaufforstungsprogramme bezahlen!
Oft ist es allerdings zu spät, denn wenn der Nährstoffarme Waldboden ohne jede Bedeckung durch Vegetation den Kräften von Wind und tropischem Regen ausgesetzt sind, beginnt die Erosion unaufhaltsam den entblößten Waldboden fortzuschwemmen. Zurück bleibt eine steinige, tote und trockene Wüste, auf der kein Strauch mehr wachsen kann! Landwirtschaft und Viehzucht ist ebenfalls nicht möglich. Im Gegenteil, die Haltung von Rindern und Schafen beschleunigt die Zerstörung des Bodens nur noch mehr, Landwirtschaft ist nur unter Einsatz großer Maschinen und enormer Mengen an Kunstdünger, Pestiziden und Herbiziden, sowie den „Spitzenprodukten“ so „sozial“ eingestellter Gentechnikkonzerne wie Monsanto, Bayer, oder Pioneer. Nicht umsonst ist Südamerika der weltgrößte Produzent gentechnisch veränderter Soja, die wiederum in aller Welt zur Tiermast eingesetzt wird!
In den letzten 8.000 Jahren soll der gesamte Waldbestand unserer Erde um 1/3 geschrumpft sein. Davon dürfte der Großteil in den letzten 30 Jahren gefällt und/oder in Rauch aufgegangen sein. Jahrhundertealte Bäume und jahrtausendealte Wälder, geopfert für die Profite der Kapitalisten! Die Folgen tragen wir alle und wie wir heute mehr als deutlich sehen, kümmert sich die Wirtschaft einen Scheiß um die Menschheit und deren Recht zu Überleben! die Vernichtung des Regenwaldes im Amazonasbecken, hat nach einer kurzen Phase der Erholung (und Erholung heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass sich der Waldbestand etwa erhöht hätte, sondern lediglich, dass die Geschwindigkeit der Abholzung über einen kurzen Zeitraum hinweg ein wenig gesunken ist!).
Im Parlament Brasiliens wird nun auch noch darüber diskutiert, ein neues Waldgesetz zu verabschieden, das diesen Namen sicher nicht verdient. Es müsste Abholzungsgesetz heißen und soll den „Wünschen“ und „Bedürfnissen“ der Agrarindustrie und der Holzkonzerne entgegen kommen und was das heißt, kann sich jeder selbst ausmalen – Abholzung, Rodung, Vernichtung, Zerstörung und Erosion. In besonderer Gefahr ist jetzt der letzte Rest des Küstenregenwaldes Brasiliens (Mata Atlantica), der einst nahezu die gesamte Küste säumte. Heute sind nur noch kärgliche 7% des einstigen Waldbestandes übrig geblieben und genau diese letzten Schutzgebiete sind den Konzernen ein Dorn im Auge. Zwar wollte Brasilien bis zum Jahr 2020 sowohl die CO2-Emissionen um 39%, als auch die Waldabholzung um 80% reduzieren, aber so wie es aussieht, wird sich die Geschwindigkeit der Entwaldung erst dann reduzieren, wenn der gesamte Wald vernichtet und nix mehr übrig ist! Von einer Verringerung der CO2-Emissionen braucht man in diesem Zusammenhang garnicht mehr reden.
Und so habe ich, als mich der Zorn gestern überkam, des ollen Goethens wunderbares Gedicht ein wenich umgeschrieben, scheint es mir doch in den erläuterten Zusammenhang so besser hiein zu passen…

Über allen Gipfeln ist Ruh´

Da, wo einst Wald war, spürest Du

Kaum einen Hauch;
Kein Vöglein im gerodetem Walde
Warte nur, balde verreckst Du auch.

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Bei den genannten Organisationen könnt Ihr Euch engagieren und an Aktionen teilnehmen, oder auch selber welche auf die Beine stellen. Auf jeden Fall gibt es jede Menge Möglichkeiten, gegen den Mainstream und für Natur und Umwelt zu kämpfen! Jede Stimme hilft!

Online-Petition gegen Agro-Gentechnik!

Liebe Freunde und Leser von Tempel der Gaia. Bis zum 19.4.2011 ist noch Zeit, sich dieser Petition anzuschließen, deren Ziel das Verbot von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft ist. Unter der Pet-ID 16941 könnt Ihr gerne Online teilnehmen, nachdem Ihr Euch kurz registriert habt! Petitions-„Profis“ nutzen die Möglichkeit der Online-Petition regelmäßig und werden oft von Social-Networks und Freunden auf laufende Petitionen aufmerksam gemacht. Oder sie erfahren selber von wichtigen anstehenden Petitionen zu Themen, die sie beschäftigen und die ihnen viel bedeuten.

Die laufende Petition wurde vom NABU veröffentlicht, mit der Bitte um (recht zahlreiche) Unterstützung! Dieser Bitte schließe ich mich ausdrücklich an und habe – selbstverständlich – bereits die Petition unterzeichnet!

Petitionen sind wichtig. Warum? Weil sie die Parteien und auch die Regierung dazu zwingen, sich mit Themen und Themenkomplexen zu befassen, die ihnen auf die Nerven gehen, oder auf den Sack, je nachdem! Und da eine Petition von jedem, absolut jedem, eingebracht werden kann, nutzen wir diese Möglichkeit der politischen (und für die Politik meist unbequemen) Teilhabe gern und oft und zwar für Themen, die die Regierung am liebsten unter den Teppich kehren möchte, weil sie sich bereits diversen Lobbyvereinigungen und Interessenvertretern angedient und unterworfen haben!

Also Leute, macht bitte mit und zwar recht zahlreich! schaut euch mal die umfangreiche Liste der laufenden Petitionen an und unterstützt das, was Ihr für unterstützenswert haltet. Oder diskutiert eifrig mit, wenn Ihr den Eindruck habt, da macht jemand aus ner Mücke einen Elefanten (oder wie heißt das Tier mit dem langen Hals?). Ich danke Euch von Herzen für Eure geschätzte Unterstützung.

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Die stille Invasion!

In einem Artikel auf n-tv vom 13.7.2009 (WWF: Gefahr für heimische Arten: Einwanderer setzen sich durch) wird einmal mehr auf die Bedrohung einheimischer Tierarten durch Invasoren aus fremden Gefilden aufmerksam gemacht. Dieser Bedrohung hat man den Namen „stille Invasion“ gegeben, da sie lautlos, aber nichts desto weniger tödlich für viele einheimische Arten verläuft. In den Ballastwassertanks großer Ozeanriesen überqueren unzählige Lebewesen die Meere und werden am Zielort der Schiffe mit dem abgepumpten Ballastwasser in die Freiheit entlassen. Hier treffen diese fremden Wesen auf einheimische Arten, die nicht im geringsten auf diese Eindringlinge vorbereitet sind und sich darum auch meist nicht zur Wehr setzen können. Ein Beispiel dafür ist die chinesische Wollhandkrabbe, die in Konkurrenz zu einheimischen Fischarten trat und durch ihre ungehemmte Ausbreitung (sie hat so gut wie keine natürlichen Feinde) die Flora und Fauna fließender Gewässer bedroht. Aber sie ist bei weitem nicht die einzige Art, die im Rahmen einer groß angelegten, selbstverständlich vom Menschen zu verantwortende biologische Invasion fremde Lebensräume erobert.

Da sich diese Invasion unter Wasser abspielt, entgeht sie meist dem Auge des aufmerksamen Beobachters. Ganz im Gegensatz zu der nicht minder erfolgreichen Pflanzeninvasion sogenannter Neophyten. Die meisten kennen z. B. die mächtige Herkulesstaude oder Riesenbärenklau, deren gefährliches Gift die menschliche Haut verätzen und gegen Sonnenlicht extrem empfindlich macht. Schwerste Verbrennungen sind die Folge, die sehr langsam heilen und gräßliche Narben hinterlassen. Oder das indische Springkraut, dass immer mehr Flussufer überwuchert und alle anderen einheimischen Pflanzen verdrängt. Dazu kommt, das dieser Eindringling den Boden durch sein Wurzelwerk lockert, was bei hohem Wasserstand zu einer enormen Erosion führt.

Der WWF und andere Umweltschutzorganisationen weisen seit längerer Zeit auf dieses Problem der Verschleppung fremder Arten hin. Technische Möglichkeiten dies zu verhindern, sind entwickelt worden und einsatzbereit. Allerdings fehlt sowohl der politische Willen, als auch die Möglichkeit die Reedereien zum Handeln zu zwingen, die ihre Schiffe unter Billigflaggen fahren lassen. Aber es wäre absolut ausreichend, solchen Schiffen die Einfahrt in die Gewässer der Europäischen Union zu untersagen, die nicht mit Anlagen ausgerüstet sind, die beim Ablassen des Ballastwasser die darin befindlichen Lebewesen zu töten. Aber wir ahnen alle, dass hier mal wieder andere, pekuniäre Interessen vorrangig sind. Sonst wäre eine Lösung dieses Problems bereits ernsthaft angegangen worden.

Betrachten wir diese Invasionen einmal als einen Hinweis darauf was passiert, wenn Tier- und Pflanzenarten in eine Umgebung gelangen, in der sie von Natur aus nicht hingehören, so müssten wir eigentlich sofort hellhörig werden, wenn von Gentechnik die Rede ist! Pflanzen und Tiere, erst einmal eingeschleppt, können nicht mehr zurückgeholt, oder vernichtet werden. Sie verbreiten sich explosionsartig und verdrängen die einheimischen Arten und können uns auf diese Weise sogar im schlimmsten Fall die Lebensgrundlagen entziehen. Kleines Beispiel? Bitte sehr – Mnemiopsis leidyi, eine Rippenquallenart, wurde in den 80er Jahren in den Ballastwassertanks von Frachtschiffen ins Schwarze Meer eingeschleppt. Binnen weniger Jahre vermehrte sie sich derartig (es gab logischerweise keine natürlichen Fressfeinde), dass die Fischerei im Schwarzen Meer nahezu zusammenbrach!

Das gleiche passiert, wenn ein gentechnisch veränderter Organismus, ein sogenannter GVO, freigesetzt wird. Man kann ihn nicht mehr zurück holen. Handelt es sich dann um einen Organismus, der eigenes Gift produziert um Schädlinge abwehren zu können, wie z. B. der Genmais MON810 von Monsanto (der sein eigenes Gift gegen den Maiszünsler produziert), breitet auch der sich in der Umwelt aus. Niemand kann garantieren, dass sich daraus im Rahmen von Mutationen durch Einkreuzung anderer Sorten nicht irgendwann ein giftiges Monster entsteht, dass beisüielösweise dem Riesenbärenklau ähnelt? Aber die Politiker und vor allem die Manager der Genkonzerne sehen überhaupt nicht die geringste Gefahr dabei. Das macht nicht nur mir Angst!

weiterführende Links:

  • WWF – Deutschland (Umweltschutzorganisation – Am 11.September 1961 in der Schweiz gegründet).
  • BUND für Umwelt und Naturschutz (Umweltschutzorganisation – Zitat: Am 20. Juli 1975 gründen Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und 19 weitere Natur- und Umweltschützer in Marktheidenfeld den Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland. Zum Vorsitzenden wird Bodo Manstein gewählt. 1977 erfolgt die Umbenennung des Verbandes in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND).
  • Nabu – Naturschutzbund Deutschland e. V. (Umweltschutzorganisation – Zitat: Der NABU wurde 1899 in Stuttgart von Lina Hähnle (1851-1941) als „Bund für Vogelschutz“ (BfV) gegründet).
  • Greenpeace (Umweltschutzorganisation – Zitat: Seit 1971 setzt sich Greenpeace für den Schutz der Lebensgrundlagen ein. Gewaltfreiheit ist dabei das oberste Prinzip. Die Organisation ist unabhängig von Regierungen, politischen Parteien und wirtschaftlichen Interessengruppen. Greenpeace arbeitet international, denn Naturzerstörung kennt keine Grenzen).
  • Natur: Das Fremde in unserem Garten (Artikel auf FocusOnline 4.5.2009).

Illegale Holzimporte in die EU

Überall auf der Welt verschwinden die Wälder. Der Amazonas-Regenwald, das Gebiet mit der wohl größten Artenvielfalt auf diesem Planeten, stirbt – abgeholzt, niedergebrannt, zu Weideland „umgewidmet“, damit McDonalds und Konsorten darauf ihre Rindviecher züchten, die sie dann als Hamburger verbraten. Oder man macht daraus Plantagen für Biospritpflanzen (Artikel bei tagesschau.de am 11.3.2009 „Palmöl-Gewinnung mit fatalen Folgen – wie Klimaschutz zum Urwald-Killer werden kann“), wie das momentan groß in Mode ist – grün ist die vorherrschende Farbe dieser Plantagen, aber Artenvielfalt? Fehlanzeige! Aber wen interessiert das hier in Europa, speziell in Deutschland außer ein paar bescheuerten Umweltschützern? Ganz genau, niemanden! Oder sollte ich mich doch in denMenschen geirrt haben? WWF-Deutschland berichtet am 30.3.2009 unter „Über 90% der EU-Bürger fordern Verbot gegen illegale Holzimporte“ und das ist es, was besonders verwunderlich ist. Wenn man beispielsweise in Deutschland im Dezember dabei überrascht wird, wie man sich „günstig“ einen Weihnachtsbaum im Wald besorgt, quasi direkt an der Quelle, muss man damit rechnen, dass einem der Förster kurzerhand die Eier abschneidet, oder eine Ladung Schrot in den Hintern schießt (außerdem kann man Bekanntschaft mit einen deutschen Gericht machen, wegen Waldfrevels oder so). Die Einfuhr illegal gefällten Tropenholzes hingegen, steht nicht unter Strafe! Kein Schwein kümmert es, dass die Holz-Mafia märchenhafte Gewinne macht, indem sie der Welt die grüne Raucherlunge amputiert. Wie groß die Bedeutung der Regenwälder für das Erdklima ist, bestätigt auch die Wissenschaft „Klimafaktor Regenwald“. Die Vernichtung des Regenwaldes wirkt sich verheerend auf das Klima der gesamten Erde aus. Dies kann man den dort aufgeführten nackten, kalten Zahlen entnehmen. Je mehr Wald verloren geht, desto weniger CO2 wird in Form von Holz gespeichert und so seiner schädlichen Auswirkungen auf das Klima beraubt. Jeder weiss es, jeder schimpft, keiner tut was dagegen?

BaumwurzelBaumwurzel

Es ist ja auch ziemlich verlockend, wenn man Gartenmöbel aus Tropenholz auf seine Terasse stellen kann, die zu Spottpreisen in den Baumärkten angeboten werden. Wer was auf sich hält (und das sind nun mal in unserem Lande Hinz und Kunz) stellt sich das Zeug in seinen Garten, selbst wenn der nur die Größe eines Handtuchs hat. Haste was, biste was (das denkt hoffentlich der vor Neid erblassende Nachbar)! Woher das Holz kommt, aus dem die Möbel oder auch Tür- und Fensterrahmen hergestellt werden, will keiner wissen. Es gibt ja genug Wald. Und auf die paar Bäume kommts nicht an, oder doch? Schaut mal auf dem Waldblog von Gerhard Zirkel vorbei und schaut Euch an, wie die Wälder in den Tropen heute aussehen. Lesenswert ist auch das Waldportal. Auf beiden Seiten könnt Ihr Euch aktiv in den Kampf für die letzten Wälder einbringen und an Aktionen teilnehmen. Ich fand übrigens auf dem Waldportal dieses kleine aber feine Zitat:

„Erst ignorieren sie Dich.

Dann lachen sie über Dich.

Dann bekämpfen sie Dich.

Dann gewinnst Du.“

(Mahatma Gandhi)

Das es der Wald in Deutschland auch bitter nötig hätte, dass man ihn schütze und ihn vor den schwefligen und giftschwangeren Ausdünstungen der Industrieschlote bewahre, konnte man unlängst beim NABU lesen, der über den Waldzustandsbericht 2008 referierte („Wald im Stress – Waldzustandsbericht 2008 zeigt: Eiche so krank wie nie“). Wir haben also auch in unserem eigenen Land genug Probleme, die zu lösen die ein oder andere unpopuläre Entscheidung gegen die Konzerne und ihre Gewinnbestrebungen erfordern würde – aber keine Angst, Ihr Manager, soviel Mumm besitzt die Politik nicht! Noch nicht!

Also wird einstweilen nicht passieren, garnichts, denn die Industrie droht mit dem Abbau von Arbeitsplätzen, sobald man ihrem unkontrollierbaren Treiben Zügel anlegen will und außerdem ist sie sowieso der Meinung, die Krise sei…

…eine große Wachstumschance für die Zukunft…

so konnte man es jedenfalls bei tagesschau.de lesen („Industrie und Regierung optimistisch – Krise als Chance für den Klimaschutz?“). Und jeder denkende Mensch weiss aus Erfahrung, wenn die Industrie optimistisch ist, dann ist höchste Vorsicht geboten! Schließlich gehen jedes Jahr weltweit 13 Mio. ha Wald verloren – abgeholzt von der Mafia, abgefressen von den unzähligen Rindviechern und der Rest verbrannt um Weide- und „Ackerland“ zu schaffen. Das entspricht laut fuereinebesserewelt-Blog einer vernichteten Fläche von 36 Fußballfeldern – PRO MINUTE („Der Tag des Waldes“ 21.3.2009)! Zum gleichen Anlass forderte WWF-Deutschland „Zum Tag des Waldes: WWF fordert mehr Schutz der globalen Waldgebiete“.

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