Lest euch schlau – und handelt!

Vor einiger Zeit fand ich einen interessanten Blog, der sich einem meiner Lieblingsthemen widmet – der Permakultur. Es handelt sich um PermaculturePower, in dem sich sehr viel interessante Postings zum Thema finden lassen.

Eine besonders wichtige Ressource fand ich in dem Artikel „100 Best Permaculture & Homesteading Books: The Ultimate Reading List for Sustainable Living“, welcher am 5.12.20122 veröffentlicht wurde und eine dicke Liste Literatur über die Permakultur umfasst. Zwar sind die Werke in englisch geschrieben, aber mit etwas gutem Willen und dem Google-Übersetzer, kann man äußerst wichtige Informationen extrahieren und in seinen Projekten umsetzen.

Die Liste findet Ihr auch direkt unter Permaculture Media Blog und darin enthalten sind echte Klassiker von Masanobu Fukuoka, Bill Mollison und David Holmgren. Einige sind im Vottext zu lesen, andere als kostenlose eBooks down zu loaden, insgesamt mehr als 60 Stück. Also greift zu und informiert euch. Fangt an, Eure Umgebung nachhaltig zu verändern und Euch von der industriellen „Nahrungsmittel“produktion abzukoppeln. Mit Eurem Geld könnt Ihr doch sicher besseres anfangen, anstatt es bis zum letzten Cent den großen Konzernen in den gierigen Rachen zu schmeissen, um deren großtechnisch erzeugten Genfraß zu erwerben und Euch daran krank zu essen, oder?

Die neue Kolonialisierung der Welt!

Was macht man, wenn die Landwirtschaft in einen Industrie- oder Schwellenland nicht in der Lage ist, die Bevökerung zu ernähren? Man sucht sich neue Ackerflächen, ganz einfach! Aber wo? Noch einfacher! Man sucht sie da, wo am wenigsten Widerstand zu erwarten ist, nämlich in den Ländern der Dritten Welt! (Welternährung: Kampf um das Korn von morgen, Artikel auf Focus Online vom 8.1.2010!)

Es ist ja nicht so, dass es in den Industrieländern keine Landwirtschaft mehr gäbe. Nein, im Gegenteil. Man bewirtschaftet die Ackerflächen zwar nicht nach ökologischen Gesichtspunkten, aber man bewirtschaftet sie immerhin. Man erzeugt allerdings keine Nahrungsmittel, denn für die kriegt man nciht genug Geld. Die Preise sind zerfallen, seit man begonnen hat, Nahrungsmittel aus Ländern der Dritten Welt einzuführen, die dort von Menschen erzeugt werden, die sich die eigenen Produkte nicht leisten können. Sie sind zu teuer!

Wäre die landwirtschaftliche Fläche im eigenen Land oft durchaus ausreichend, um die notwendige Menge an Nahrungsmittel zu erzeugen, die die Bevölkerung ernährt, sieht man aber in aller Seelenruhe zu, wie die Kleinbauern und Familienhöfe vernichtet und von ihrem Land vertrieben werden.  Dann gelangt das Ackerland in die Hände großer landwirtschaftlicher Unternehmen oder gar Konzerne und dient fortan der Erzeugung von Biosprit oder anderen Nutzpflanzen, die einen hohen Gewinn versprechen. Das Ganze verkauft man dann den Wählern als Umweltschutz! Das es doch nicht ganz so einfach ist, erkennt der, der sich fragt, woher eigentlich das Getreide kommt, aus dem der Bäcker in aller Frühe das leckere Brot oder die Brötchen backt, die wir mit unseren überdimensionierten Geländewagen täglich vom Bäcker holen. Oder den Reis, mit dem wir uns den Magen voll schlgen, ohne mit der Wimper zu zucken, während wir vor der Fernsehglotze sitzen und in den Nachrichten Bilder von hungernden Menschen betrachten, die Supermärkte plündern, weil sie sich die Grundnahrungsmittel nicht leisten können! Würden wir dann auf unsere wohl gefüllten Teller schauen, sähen wir den Reis der Hungernden auf unseren Tellern liegen. Denn die Produzenten verkaufen ihn lieber nach Europa oder Amerika, wo die Menschen mehr bezahlen können, als in den Ländern der Dritten Welt, wo er erzeugt wird!

Und weil die Landwirtschaft in den Industrieländern zum Sterben  verurteilt ist, so unproduktiv und unrentabel wie sie ist, kauft man riesige Landflächen in Staaten, die zwar relativ viel Fläche besitzen, aber keine ausgeprägte industrielle Landwirtschaft. Die einheimischen Kleinbauern werden enteignet und von ihrem Land vertrieben. Sie führen dann ein Leben als entrechtete Pachtbauern, die sowohl das Saatgut von großen ausländischen Konzernen kaufen müssen (oft auf Kredit), als auch die dafür notwendigen Mengen an Dünger und Unkrautvernichtungsmitteln. Sind sie pleite, werden sie gewaltsam vertrieben und das Land gerät ganz in den Einflussbereich der westlichen Konzerne!

Wir sollten uns klar darüber werden, dass diese Welt mittlerweile derartig von den Interessen der Konzerne dominiert wird, dass nichts anderes mehr zu zählen scheint, als der Profit. Dem ist man bereit alles unter zu ordnen, denn jeder Politiker, egal, für welche Partei er im Parlament sitzt, muss an die Zeit nach der Politik denken. Da will er dann natürlich nicht zum Hartz IV-Empfänger mutieren, sondern seinen verwöhnten Hintern in einem weichen Ledergestühl breit drücken, wie sie zu Hauf in den Vorstandsetagen der großen Konzerne stehen. Da kann man es sich natürlich nicht mit den mächtigen Herren (Frauen gibt´s da so gut wie garnicht!) verderben, die die Wirtschaft kontrollieren, die die Lobbyisten mit ihren eurogefüllten Lederköfferchen in die Ministerien der demokratisch gewählten Regierungen schicken, um „beratend“ tätig zu werden! Nein, man ist ihnen zu Willen, kriecht ihnen in den Arsch und freut sich dann im Anschluß auf einen sorgen- und vor allem arbeitsfreien, aber dennoch bestbezahlten Job in irgendeinem Verwaltungsrat!

Und weil das so ist, eröffnen die Politiker den Konzernen die Möglichkeit, das Land und die Landwirtschaft nach ihren Vorstellungen zu formen, sie zu industrialisieren und wenn es nicht so einfach möglich ist, wie früher, als man fehlendes Land einfach zu besetzen pflegte (denkt and den „Lebenraum im Osten“, nach dem nicht nur Hitler und die NSDAP, sondern auch die Industrie sich so sehr sehnte, dass sie dafür den II. Weltkrieg vom Zaune brachen), öffnen die Politiker den Konzernen nun froen Mutes die Türen zu den Regierungen der Staaten der Dritten Welt und schafft ihnen dadurch die Möglichkeit, an die begehrten Ackerflächen zu kommen. Und die Regierungen dort, korrumpiert durch das Geld der Konzerne und die Abermillionen an „Entwicklungshilfe“, die jedes Jahr die Taschen der sogenannten Eliten in der Dritten Welt zum Bersten füllen, verschachern das Land ihrer eigenen Bürger und lassen aufbegehrende Bauern, die sich gegen den Landraub wehren, von der eigenen Armee zusammenschießen! Dies ist nichts anderes, als die Fortsetzung der Kolonialisierung der Welt mit anderen, moderneren Mitteln. Und dazu sind nicht einmal Diktaturen notwendig. Dies betreiben Staaten, die sich demokratisch nennen, oder jedenfalls eine demokratische Verfassung haben. Die – das muss man allerdings eingestehen – ihre Seelen, sofern man bei einem Staat überhaupt davon sprechen kann, dem Kapitalismus, also den Konzernen verkauft haben!

Waren es früher die imperialistisch ausgerichteten europäischen Staaten, die nach „dem Platz an der Sonne“ strebten – wie man im 19. Jahrhundert zu sagen pflegte – und überall auf der Welt Kolonien erwarben, die sie mit brutalster Gewalt und himmelschreiendem Unrecht ausplünderten. Ungezählte Menschenleben fielen der Gier der Europäer zum Opfer. Nicht von ungefähr waren auch damals große Konzerne die Haupttriebfeder des Kolonialismus, sie waren auch die einzigen Nutznießer der rücksichtslosen Plünderung der Ressourcen in den Kolonien.

Heute geht die neue Kolonialisierung ohne den Umweg über den Staat, ebenfalls von großen Konzernen aus, die sich – ganz nach dem biblischen Gebot – die Erde untertan machen. Und dabei sind sie genauso rücksichtslos und auf Gewinn bedacht, wie es damals bereits der Fall war. Es sind nicht mehr die Staaten, die die Politik machen und die Kontrolle über die Ressourcen dieser Erde besitzen, es sind die Konzerne, die uns beherrschen werden, wenn wir sie nicht daran hindern!

Die Selbsverständlichkeit, mit der sich die Industrie- und die reichen Erdölstaaten, bzw. die großen Konzerne einfach Ackerland da kaufen, wo die Menschen sowieso schon schrecklichste Not leiden, ist in Wahrheit eine bodenlose Unverschämtheit. Man nimmt den armen Ländern die einzige Möglichkeit, sich durch Entwicklung ihrer Landwirtschaft nachhaltig und auf Dauer selbst zu ernähren, indem man ihnen einfach die guten Ackerböden raubt und sie der Nutzung der Menschen zu Gunsten der Gewinnbestrebungen der Konzerne vorenthält! Das muss um jeden Peis verhindert werden, denn es ist Unrecht!

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Permakultur als Lebensprinzip – Teil2

Wer sagt eigentlich, ausser den Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftlern, dass die Welt zum Spielball von Konzernen werden muss? Wieso ist eine Wirtschaft nur dann erfolgreich, wenn sie immer weiter wächst, obwohl jedermann weiss, oder wissen könnte, dass ein endloses Wachstum aus den bekannten Gründen garnicht möglich ist? Trotzdem sind Konzerne immer nur „profitabel“, wenn sie wachsen. Geht das nicht auf Grund von Marketing, oder anderer Massnahmen, dann werden die Konkurrenten aufgekauft, um deren Kinden übernehmen zu können. Sie wachsen und dehnen sich immer mehr aus und gehen zu Grunde. Dann treten andere Konzerne auf und machen genau die gleichen Fehler, weil niemand bereit ist aus den gemachten Fehlern zu lernen. An den Unis wird immer noch die Mähr vom grenzenlosen Wirtschaftswachstum, von Marketing und Marktdurchdringung gelehrt, weil man immer noch nicht begriffen zu haben scheint, dass es eine Ökonomie nach dem Wachstumswahn geben muss.

Doch wo sollen die Ideen herkommen, wenn jeder Konzern nur auf Expansion bedacht ist? Will man wirklich einfach die komplette Wirtschaft an die Wand fahren, wenn man völlig überraschend und vor allem urplötzlich fest stellt, dass es kein Öl mehr gibt? Wieso wird immer noch globalisiert auf Teufel komm raus, obwohl man längst erkannte, dass dies die Welt in den Abgrund führt? Die einzigen Gewinner dabei sind die multinationalen Konzerne, die sowohl die Ressourcen als ihr Privateigentum betrachten, als auch die Ressource Mensch als eine beliebig manipulierbare Masse betrachten, die nur dadurch eine Existenzberechtigung hat, weil sie als Arbeitskräfte benötigt werden, oder auch nicht und darum nach belieben geheuert und gefeuert werden können!

Natürlich gehen heute noch alle davon aus, dass Konzerne notwendig sind, um alle möglichen Güter in großen Mengen zu produzieren und sie den Verbrauchern billig zu verkaufen. Schließlich hat man es so gelernt und man ist es so gewohnt. Die Konzerne erzeugen Waren, die sie „billig“ verkaufen, ohne für die Folgen ihrer Produktion und der Produkte selbst verantwortlich zu sein. D. h. die Konzerne stecken den Kaufpreis ein, ziehen den Aufwand für die Rohstoffe und die Arbeitslöhne ab und verteilen den Gewinn an das Management und die Aktionäre. Der Verbraucher freut sich über ein vermeintliches Schnäppchen und wenn es irgendwann (eher früher als später, denn ein dauerhaftes Produkt kann nicht im Sinne der Konzerne sein, wenn sie – wie wir nun wissen – auf ständig steigende Verkaufszahlen angewiesen sind) kaputt geht, oder einfach nur aus der Mode kommt, fliegt es auf den Müll. Ob es hier nun verrottet, oder – weil es aus Plastik hergestellt ist – die Umwelt schädigt und, von Tieren verschlungen, für ein qualvolles Sterben verantwortlich ist, interessiert niemanden mehr. Am allerwenigsten die Manager des Konzerns, aus dessen Fabrikationshallen es stammte. Wenn´s erst mal verkauft ist, liegt auch die Verantwortung für die Auswirkungen auf die Umwelt und Flora und Fauna nicht mehr beim Konzern. Jedenfalls nach Ansicht der Konzerne! Das Ergebnis kann man schon seit einigen Jahren und Jahrzehnten immer deutlicher überall sehen. Gigantische, immer weiter wachsende Mülldeponien, die das Grundwasser gefährden (die irrsinnig teuren Maßnahmen, die notwendig sind, um eine solche Deponie abzudichten und zu verhindern, dass die austretenden Gifte ins Grundwasser gelangen, tragen nicht die Konzerne, die diese Produkte erzeugt haben. Die Kosten trägt der Steuerzahler, ganz egal, ob er die Produkte gekauft und/oder benutzt hat). Die Konzerne liefern auch Gifte, Dünger, Insektizide, Pestizide, Herbizide und Fungizide, damit die industrielle Landwirtschaft die Saaten auf den Äckern damit behandeln kann, die diese eigentlich nicht in dem Maße bräuchten, wenn nicht das Saatgut auch von den Konzernen käme (weil man die Äcker und Felder ohne Gnade und ohne Sinn und Verstand mit Chemiekalien besprüht, gelangen diese Gifte natürlich auch in die Umwelt, in das Grundwasser und in die Luft und gefährden Mensch, Natur und Tier).

Aber weil das noch nicht alles ist, ist ein enormer Einsatz an Energie und schweren Maschinen notwendig, denn ohne diesen Einsatz gedeihen die Einheitssorten auf den Äckern nicht mehr. Darum streben die Konzerne auch nach der Patentierung von Saatgut und Lebewesen (noch sind es heute nur Nutztiere wie Schweine, Rinder und Schafe, aber bald vielleicht schon Menschen?), denn so können sie die Kontrolle über die Menschen ausüben und die Regierungen unter Druck setzen. Alles um des schnöden Mammons willen! Also werden die Ölquellen ausgebeutet, Länder und Völker unterdrückt, erpresst und missbraucht. Die Energiekonzerne streichen märchenhafte Gewinne ein und versuchen die Entwicklung alternative Energieträger zu behindern. Während so weiterhin CO2 in die Luft gepumpt wird, weil man an der Verbrennung fossiler Energieträger in großen, zentralen Kraftwerken als einzige Möglichkeit der Energiegewinnung betrachtet, geht unser Klima vor die Hunde, vertrockenen ganze Staaten und saufen Inselgruppen und Küstengebiete unter dem steigenden Meeresspiegel ab!

Das sind nur ein paar Beispiele dessen, was der Kapitalismus, die Ökonomie und die Konzerne für diese Welt und die Menschheit bedeuten, was sie für Folgen haben, die wir heute zu beherrschen versuchen, während die Verursacher weder für die Folgen herangezogen werden (jedenfalls nicht in einem angemessenen Rahmen), noch jemand sie daran zu hindern vermag, unserer Welt durch ihre Gier vollends den Rest zu geben!

Welchen Lösungsansatz findet hier das Prinzip der Permakultur? Nun, es ist eigentlich relativ einfach und nennt sich „Selbstbegrenzung“! Allerdings ist dies kein Ding, das bei den heute ide Märkte beherrschenden Großkonzernen auf offene Ohren stösst. Denn Selbstbegrenzung bedeutet, auf ständiges Wachstum bewusst zu verzichten und Bescheidenheit an den Tag zu legen. Dies kann aber nur funktionieren, wenn man den Konzernen Fesseln anlegt, die sie daran hindern, ausschließlich zu ihrem eigenen Wohl zu wirtschaften. Diese Fesseln muss der Staat den Konzernen auferlegen, was allerdings nicht zu erwarten ist. Denn Politik und Wirtschaft sind mittlerweile derart miteinander verquickt, dass unabhängige Entscheidungen von der Politik zu Gunsten der Bürger nicht zu erwarten sind!

Man sieht überdeutlich, dass es enormen Drucks von Seiten der Bürger bedarf, um die Politik zu einem Handeln zu zwingen, dass auf die Bedürfnisse der Umwelt und der Menschen eingeht und nicht ausschließlich auf die Bedürfnisse wirtschaftlicher Interessengruppen.

Ein erster schritt wäre die Einführung von Kreislaufsystemen in der Wirtschaft und ihren Produktionsprozessen, die darauf angelegt sind, die Ressourcen zu schonen und bereits verbrauchte Ressourcen durch Recycling wieder zurück zu gewinnen und zwar zu 100%. Gleichzeitig ist es notwendig, die Produktionsprozesse so zu gestalten, dass es keine Belastungen der Umwelt gibt! Wenn solche Maßnahmen von Seiten des Gesetzgebers drohen, reagiert die Wirtschaft in aller Regel sehr schnell mit einer „freiwilligen Selbstverpflichtung“ (was nichts anderes ist als ein Versuch, gesetzliche Vorgaben von vornherein zu verhindern und sich dann nicht an die eigenen „freiwilligen Selbstverpflichtungen“ zu halten!) bei der Hand.

Wir als Verbraucher können den Konzernen dadurch Schaden zufügen, indem wir nicht bei ihnen kaufen. Gehen wir, statt in den Supermarkt, zum Biobauern in der Nähe und decken uns mit Lebensmitteln ein, von denen wir wissen, dass sie nicht mit Gentechnik belastet sind. Weigern wir uns, zu McDoof oder zu WürgerKing zu gehen und dort Hamburger zu verschlingen, die von Rindern stammen, welche auf Weiden gehalten werden, die man durch Brandrodung des Regenwaldes gewonnen hat! Fahren wir kleine Autos, wenn es schon sein muss. Wer als technische Verlängerung seines Penis einen Porsche Cayenne S/Turbo zur Bäckerei oder zum Zigarettenautomaten dreschen muss, ist ein armes Würstchen. Aber nur um die schwindende Potenz zu kompensieren, gibt es sicher auch noch andere Möglichkeiten, als 30 Liter Super plus auf 100 Kilometer zu verheizen!

Wir müssen umdenken und wir müssen unsere Meinung kund tun. Wir müssen dort einkaufen, wo wir sicher sein können, dass die Produkte, die wir erwerben und verzehren, ökologisch verträglich erzeugt werden. Qualität hat ihren Preis, eine saubere Natur und eine gesunde Umwelt nicht – sie sind unbezahlbar! Wir müssen aufhören diesen ganzen verdammten Plastikmist zu kaufen, der überall angeboten wird. Die Krönung sind die Plastikflaschen, in denen Getränke verkauft werden und auf die man Pfand erhebt, um sie einer „Wiederverwertung“ zuzuführen. Diese Wiederverwertung erschöpft sich dann in einem Einschmelzen der Plastikflaschen und ihrer Beimischung bei der Herstellung irgendwelcher minderwertiger Produkte. Wir müssen die Politik unter Druck setzen, bis sie nicht mehr anders können, als den Willen des Volkes zu erfüllen!

Niemand hat das Recht, die Ressourcen der Erde zu plündern und dafür die Gewinne einzustecken, aber beim Schutz unserer Lebensgrundlagen die Kosten für sein Handeln der Allgemeinheit aufzubürden. Gewinne privatisieren und Verluste und Kosten sozialisieren, dass ist nicht im Sinne einer gerechten Gesellschaftsordnung. Das ist Unrecht, das wir nicht hinnehmen dürfen! Wir müssen uns dieser Konsumgesellschaft verweigern!

Jeder kann dazu beitragen, indem er sich bei allem, was er tut, oder kauft, überlegt, ob und in wieweit das ökologisch sinnvoll ist. Jeder muss sich Gedanken darüber machen, wie wir unsere Umwelt erhalten können. Denn jeder von uns trägt durch sein persönliches Verhalten auch eine persönliche Verantwortung für den Einfluss, den er auf seine Umwelt und auf die Natur ausübt!

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Permakultur als Lebensprinzip – Teil1

Da ich nun schon einmal dabei bin, wollen wir uns nun ganz dem Prinzip Permakultur zuwenden und dieses System, dass sich auf alle Bereiche des Lebens bezieht, einer genauen Betrachtung unterziehen.

Warum haben wir die Probleme mit dem Klima, der Ernährung und den schwindenden Ressourcen auf unserer Erde, die uns heute so schlimme Kopfschmerzen bereiten? Der Anfang aller unserer Probleme liegt vermutlich in der Zeit, als die Menschen sich von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern (weiter-)entwickelten. Ob das wirklich eine Weiterentwicklung war, müssen wir hier und jetzt nicht diskutieren und auch nicht abschliessend beantworten. Es steht uns nicht zu und es liegt auch nicht in unserer Macht, diese einmal eingeschagene Entwicklung zurück drehen zu wollen. Aber es liegt in unserer Macht, die derzeitige Entwicklung in eine neue Richtung voran zu treiben, die uns als Spezies ein Überleben auf Dauer auf diesem Planeten ermöglicht.

Dazu müssen wir zuerst erkennen, dass die Entwicklung, wie sie derzeit vonstatten geht, eine falsche ist. Schuld daran ist ein Wirtschaftssystem, dass von einer unendlichen Verfügbarkeit sämtlicher irdischer Ressourcen ausgeht und keine Grenzen bei deren Ausbeutung kennt und diese auch garnicht akzeptieren würde. Denn geht ein Rohstoff auf diesem Planeten zur Neige, so ist das für die Industrie überhaupt kein Anlass, nach neuen Rohstoffen zu suchen, die den alten, schwindenden, ersetzen können. Je seltener ein Rohstoff wird, desto höher ist der Preis, den die Konzerne für ihn verlangen können. Und das tun sie auch. Die gesamte Wirtschaft ist darauf ausgerichtet, möglichst hohe Preise für Rohstoffe und Produkte zu erwirtschaften und das geht am besten, wenn der Rohstoff, oder das Produkt knapp ist. Wie wahr diese Behauptung ist, zeigt sich an den Versuchen von Konzernen, eine Marktführerschaft anzustreben. Diese ermöglicht es den Konzernen, die Preise zu diktieren. Und wer die Preise diktiert, der senkt sie nicht, sondern erhöht sie und presst diejenigen aus, die auf die davon betroffenen Rohstoffe und Produkte angewiesen sind. Ein deutliches Beispiel dafür ist der Markt für Energie, der von wenigen riesigen Konzernen dominiert wird, die die Preise bestimmen. Sinken die Preise  für Rohöl, aus welchen Gründen auch immer, wird entweder die Produktion gedrosselt, große Mengen eingelagert, oder Spekulanten kaufen Massen von Öl auf, um sie wieder auf den Markt zu werfen, wenn die Preise hoch sind. Aber sie werden stets so hoch gehalten, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien immer unrentabel erscheint.  Schließlich scheut man die „astronomischen“ Investitionen. Wer investiert, der verdient nicht, jedenfalls nicht jetzt sondern bestenfalls in der Zukunft!

Was sagt uns die Permakultur zu dem Thema Energie? Nun, sie sagt das, was sie prinzipiell zu allen anderen Problemen des gegenwärtigen Wirtschaftssystems sagt – Kreislaufwirtschaft! Kreislaufwirtschaft bedeutet, dass alles, was in irgendeinen Produktionsprozess eingebracht wird, sich nicht auf einer Einwegstraße bewegen darf, sondern nach dem Ende seines Lebenszyklus dem Stoffkreislauf des Planeten wieder zugeführt werden muss. Und zwar zu 100%! Und genau das trifft beim Verheizen von fossilen Treib- und Brennstoffen in Kraftwerken, Heizungen und Fahrzeugen keinesfalls zu. Es trifft eigentlich auf überhaupt kein Produkt zu, das in großindustriellem Maßstab hergestellt wird und genau das ist die Krux. Massenproduktion in automatisierten Fabriken, Verkauf an möglichst viele Verbraucher zu einem vorgeblich günstigen Preis und schließlich die Entsorgung nach dem Ende der Nutzungsdauer auf Kosten der Allgemeinheit. Natürlich gibt es heute, besonders in Deutschland verscheidene Rücknahmesysteme und die Verpflichtung der Hersteller (zumindest von Elektrogeräten) diese wieder zurück zu nehmen und sie dem Recycling wieder zuzuführen. Schön und gut. Aber die Frage ist doch, warum Kunststoffflaschen mit Pfand belegt werden, damit man diese wieder einsammelt, einschmilzt und sie bei der Produktion neuer Kunststoffflaschen oder anderer Kunststoffprodukte wieder nutzt? Der Energieaufwand und die Tatsache, dass diese Kunststoffflaschen letztlich aus erdöl hergestellt werden, sollte diese Art der Nutzung eigentlich verbieten. Und wenn man Getränkeflaschen aus Kunststoff (die übrigens auch noch Weichmacher, Hormone und andere chemische Zusatzstoffe an ihren Inhalt abgeben) schon mit Pfand belegt, warum dann auch nicht alle anderen Kunststoffverpackungen? Shampooflaschen, Folien in denen Obst und Gemüse verpackt werden, sämtliche anderen Verpackungen für Wurst und Käse (die teilweise sogar einzeln eingepackt werden, so dass die Verpackung rein rechnerisch gesehen deutlich teurer sein dürfte als der Inhalt), Verpackungen für Süssigkeiten, Blisterverpackungen usw. die wandern in den Abfall. Natürlich heißt er in dem Fall Wertstoff, aber in Wahrheit ist es nichts anderes als Müll. Kunststoffe sind nur dann wiederverwertbar, wenn sie absolut sortenrein recycelt werden. Das was in der Wertstofftonne landet, ist bestenfalls als Brennstoff für die Müllverbrennungsanlagen geeignet, oder als Exportartikel in die ärmsten Länder der Dritten Welt!

Permakultur fordert ohne wenn und aber ein Kreislaufsystem. Ein Produkt wird aus einem erneuerbaren Rohstoff hergestellt und nachdem es nicht mehr genutzt werden kann, weil es defekt ist, muss es zu 100% dem Kreislauf wieder zugeführt werden! Und das betrifft alle Komponenten des Produktes und nicht nur Teile davon! Um so ein sinnvolles System der Nutzung von Rohstoffen und deren Rückführung in den Rohstoffkreislauf zu garantieren, sind gesetzliche Vorgaben notwendig und der Wille, diese auch konsequent um zu setzen. Aber bereits da stossen wir an Grenzen. Denn der Staat sieht sich nicht in der Lage, der Industrie und den Konzernen verbindliche Vorgaben darüber zu machen, wie diese ihre Produkte zu gestalten haben, um die Umwelt weder zu belasten, noch sie zu zerstören. Das oft verwendete Argument, mit dem sich die staatlichen Stellen vor ihrer Verantwortung zu drücken pflegen lautet: Wettbewerbsverzerrung! Und damit kann man praktisch alles totschlagen, was die Konzerne daran hindern könnte, ihren Gewinn zu steigern. Nichts ist so undemokratisch und unsozial, wie ein Unternehmen und ganz besonders ein Konzern! Daher wird die Wirtschaft nie freiwillig Rücksicht auf die Belange des Klimaschutzes und auf unsere Erde nehmen!

Gesetze können umgangen werden. Das beweisen uns die Konzerne jeden Tag auf´s Neue mit geheimen Preisabsprachen, Aufteilung von Märkten und dem Drang zur Monopolisierung. Eines aber versteht jeder Konzernchef – die Sprache des Geldes! Bleibt das Geld auss, d. h. schrumpfen die Umsätze und Gewinne, fangen die Unternehmen an sich zu bewegen. Sie beginnen andere Unternehmen (meist direkte Konkurenten zaufzukaufen, um ihren Kundenkreis zu vergrößern und mehr Druck auf die Märkte ausüben zu können. Das dafür notwendige Geld müssen sich die Unternehmen von Banken leihen, was sie in Abhängigkeiten treibt, die zu ihrem Untergang führen können, wenn sie nicht im gleichen Maße wie sie expandieren, ihre Umsätze steigern können!

Dies ist eine Chance, die sich den Menschen bietet. Verweigern wir uns den Konzernen als Kunden, behalten also unser sauer verdientes Geld und legen es unter unsere Kopfkissen, so können wir ihr Verhalten maßgeblich beeinflussen – in unserem Sinne. Natürlich können wir uns nicht von heute auf morgen jedem Konzern verweigern. Es bedarf schon einiger Vorbereitungen, um die durch den Boykott entstehenden vermeintlichen Verluste an Gütern und sogenannter Lebensqualität zu vermeiden. Energie ist ein wichtiger Faktor. Aber wenn wir nicht bereit sein wollen, Energie zu fast jedem Preis von den Monopolisten der Branche zu kaufen, müssen wir selber zu Energieerzeugern werden! Reduzieren wir gleichzeitig unseren Verbrauch, schädigen wir die Energiekonzerne gleich doppelt. Viele kleine regionale Energieerzeuger sind ein Gräuel für die großen Konzerne, verlieren sie doch dadurch die totale Kontrolle über die Menschen und die Energieversorgung! Dann werden Atomkraftwerke so überflüssig wie der sprichwörtliche Kropf und in letzter Konsequenz bleibt nix anderes übrig, als sie wegen der hohen Kosten abzuschalten.

Genau das ist das Prinzip der Permakultur. Energie erzeugen, ohne die Erde zu plündern, aus Energiequellen zu schöpfen, die unerschöpflich sind. Viele kleine Kraftwerke (Windräder, Biogasanlagen, Wasserkraftwerke oder Solaranlagen) ersetzen ein großes Kraftwerk und machen die zentral erzeugte und kontrollierte Energie überflüssig und damit auch die von den Konzernen bevorzugten riesigen, hochkomplizierten, anfälligen und sehr gefährlichen Anlagen. Auf Sonnenenergie aus riesengroßen Solaranlagen in Afrika (Strom aus der Wüste: Ein guter Plan? Artikel auf Zeit Online vom 31.8.2009), die über weite Strecken und durch neu zu errichtende Stromnetze transportiert werden müsste, kann so verzichtet werden. Die einzigen, die von dieser Technologie einen Nutzen hätten, sind die Konzerne. Wir würden dabei nichts anderes tun, als die Abhängigkeit von den Ölquellen des Nahen- und Mittleren Ostens gegen eine Abhängigkeit von den Solaranlagen in Nordafrika zu tauschen!

Dieses Prinzip der Permakultur, der Kreislaufwirtschaft, lässt sich grundsätzlich in jedem Bereich umsetzen. Es erfordert nur ein wenig Nachdenken und die Erkenntnis, dass es so nicht weiter gehen kann und darf! Lasst uns der Globalisierung mit seinem immer größer immer weiter, immer mehr, immer billiger, eine konsequente Regionalisierung entgegen setzen, die auf Selbstbesgrenzung, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, regenerative Energien und gesunde, ökologische Nahrungserzeugung baut!

Permakultur als Weg des Widerstands – The Beginning!

Zugegeben, die Überschrift mag irritieren, denn für gewöhnlich sind die Anhänger der Permakultur-Bewegung in der Mehrzahl durchaus friedensbewegte Menschen und jeglicher Art von Gewalt stehen sie ablehnend gegenüber. Aber Widerstand muss nicht zwangsläufig mit Gewalt verbunden sein. Man kann seinen Widerstand gegen das bestehende System auch dadurch zum Ausdruck bringen, dass man sich ihm entzieht! Nach einigen Diskussionen, die ich in meinem Social Network führte, habe ich mich davon überzeugen lassen, dass der Ausbruch aus diesem System, dass uns dazu zwingt durch ständig steigenden Verbrauch die Konzerne zu alimentieren und damit genau das zu unterstützen, was einem eigentlich zutiefst zuwider ist – Raubbau, industrielle Landwirtschaft, Massentierhaltung, Energieverschwendung, Umweltzerstörung und den menschengemachten Klimawandel, möglich ist und zwar durch Verweigerung!

Es ist sicher nicht der Sinn des Lebens, nach Geld und Macht zu streben, nach Konsum und Luxus, auch wenn uns die Werbung dies täglich einzutrichtern versucht. Es kann auch nicht der Sinn sein, mehr zu besitzen, als man zum Überleben, ja für ein recht sorgloses Leben braucht, während andere Menschen, an anderen Orten dieser Welt, nicht einmal das lebensnotwendige besitzen und Hunger leiden müssen. Freilich ist es bequem, wenn man konsumieren will, seinen Geldbeutel einzustecken, oder seine Kreditkarte und im nächsten Shoppingtempel seinen Bedarf zu decken. Oder das, was man dafür hält. Die Industrie hat e mittlerweile geschafft, die Menschen in den westlichen Industrieländern soweit von der Produktion von Nahrungsmitteln und Kleidung abzukoppeln, dass diese die bestehenden Zusammenhänge gar nicht mehr sehen können. Fragt man heute Kinder, wo die Milch herkommt, die sie morgens in ihre Kornflakes schütten, kann man sicher sein, dass einen die Antwort vermutlich doch ein wenig überraschen dürfte, wenn sie lautet:“Vom Aldi!“ Dass für die Gewinnung von Milch (wenn sie die überhaupt im Rahmen ihrer Ernährung erhalten) ursächlich auch Kühe benötigt werden, die ihr beschissenes und qualvolles Leben nicht auf frischer grüner Au fristen dürfen, sondern in Massentierhaltung unter Einsatz von Tiermehl und Medikamenten, ist den wenigsten bekannt und interessiert auch nicht!

Es ist bekannt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien, besonders wenn deren Eltern auf den Bezug von Hartz IV angewiesen sind, nicht besonders ausgewogen ernährt werden. Das liegt zum einen an der Höhe der Zahlungen, zum anderen wohl auch an der Unkenntnis oder Ignoranz der Betroffenen. Wer in den Städten und Ballungszentren unseres Landes aufwächst, hat durchaus Probleme, in seiner Jugend mal eine Kuh, eine Ziege oder gar ein Schaf mit eigenen Augen zu sehen. Das ist aber auch kein Wunder, gibt es doch in unseren Städten nirgendwo die Möglichkeit solche Tiere in einer halbwegs intakten Umgebung zu erleben und das Geld für eine Eintrittskarte in den städtischen Zoo ist oftmals auch nicht vorhanden. Also glauben die Menschen, sie seien auf die Produkte der Nahrungsmittelkonzerne angewiesen, weil sie ja nicht in der Lage sind, ihre Nahrung selbst zu erzeugen. Aber das ist nicht ganz richtig. Natürlich kann man etwas tun. Man muss es nur wollen. Und man muss die Politik dazu zwingen, ebenfalls etwas zu tun. Aber bevor man von anderen verlangt, sie sollen ihr Verhalten ändern und sich mehr den Bedürfnissen der Menschen und weniger den Wünschen der Konzerne widmen, sollte man mit gutem Beispiel voran gehen und selbst aktiv werden. Aber wie?

Der erste und wichtigste Punkt ist – Widerstand! Widerstand gegen die Ausbeutung der Menschen und noch mehr Widerstand gegen die Ausbeutung von Tieren. Die einzigen Tiere, die sich in unseren Städten sauwohl fühlen und sich dem entsprechend vermehren, sind Ratten. Und die werden mittlerweile so groß wie Kaninchen. Aber sind wir Menschen diesem Ungeziefer ählich? Nein, sind wir nicht! Aber trotzdem teilen wir uns mit diesen Viechern den Lebensraum und sie leben von dem, was wir auf die Straße werfen oder im Müll entsorgen. Und das ist eine ganze Menge. Man schmeisst sogar brauchbare Lebensmittel in den Müll, anstatt sie bedürftigen Menschen kostenlos zu überlassen. Holt man sich Lebensmittel aus dem Müll (sogenanntes Diving, Mülltauchen oder Containern) macht man sich sogar strafbar! Denn in unserer Gesellschaft ist Müll zu „wertvoll“, als dass man ihn hungernden Menschen überlassen würde!

Was also tun? Die Situation ist ziemlich verfahren. Die Politiker kümmern sich nur dann um „ihre“ Wähler, wenn mal wieder ein Wahltermin heran rückt. Dann plötzlich interessiert man sich für die Sorgen und Nöte der einfachen Menchen, nur um sie nach der Wahl möglichst rasch wieder zu vergessen. Dann sind plötzlich wieder andere Prioritäten von Belang – die Interessen der Wirtschaft z. B. ja und auch der eigene Arsch, den man nach der Wahl gern im Trockenen geparkt wissen möchte, falls mal schlechte Zeiten kommen! Das ganze nennt man dann Sachzwänge, denen man sich unter zu ordnen habe und die leider verhindern, dass man das tut, was man vor der Wahl den Bürgen hoch und heilig versprochen hat.  Bei jeder Wahl läuft das nach dem selben Muster ab und trotzdem lassen sich die Menschen immer wieder auf´s Neue von den selben Leuten verarschen!

Wie können wir diesem System zeigen, was wir von ihm halten? Wie können wir unsere eigenen Lebenssituation verbessern und unserem Leben einen echten Sinn geben? Alkohol? Drogen? Nein, die Lösung ist viel einfacher und vor allem gesünder für Euch und Eure Kinder – entzieht Euch dem Wirtschaftssytem, werdet autark innerhalb Eurer Regionen und lasst die Konzerne an ihren Massenprodukten zu Grunde gehen!

Die Lösung heisst Permakultur, permanente Agrikultur! Baut Eure Lebensmittel und alles, was ihr braucht selber an, lasst die Natur für Euch arbeiten und führt ein Leben, auf das Ihr stolz sein könnt! Öffnet Euch neuen Ideen, mit deren Hilfe Ihr in der Lage sein werdet, Euch und Eure Familien selbst zu versorgen. Geht das Wirtschaftssystem ein, weil keiner mehr kauft, dann wird sich auch die Politik ändern, ändern müssen! Ihr seid diejenigen, die Macht ausüben können. Boykotiert die Unternehmen, die Arbeitsplätze abbauen, die Mitarbeiter rausschmeissen und die die Ressourcen plündern und die Umwelt verschmutzen! Bewegt Euch und macht was. Schliesst euch zu Kooperativen zusammen oder gründet Vereine, die sich die Prinzipien der Permakultur auf die Fahnen geschrieben haben! Bildet Euch weiter, fragt diejenigen um Rat, die schon nach diesen Prinzipien arbeiten und dann legt los. Pachtet Grundstücke nahe der Städte und bearbeitet diese. Zeigt, was Ihr davon haltet, dass die Städte zur Beute von Immobilienspekulanten werden und bekämpft die Betonwüsten mit Guerilla Gardening. Werft SeedBombs auf jedes freie Fleckchen Erde innerhalb Eurer Städte und verschreibt Euch den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und der Kreislaufwirtschaft! Macht euch unabhängig vom Preisdiktat der Konzerne und von Lebensmitteln, die mehr Konservierungsstoffe und Chemikalien enthalten, als Nährstoffe. Meidet industrielle erzeugte Lebensmittel, die Euch und Eure Kinder krank machen. Macht selber was!

Engagiert Euch für regionale Währungen, schliesst Euch Tauschringen an. Überall da, wo Ihr auf gleichgesinnte Menschen trefft, solltet Ihr Euch zusammen schliessen und danach streben, Euer Leben in Autarkie zu führen, unabhängig von dem Gefasel der Politik und unabhängig von der Massenproduktion der Konzerne! Do-it-yourself heisst die Devise. Und alles was ihr selbst macht, herstellt, produziert, ist ein Schlag ins Gesicht der Politik und der Wirtschaft. Denn daran haben diese Geier keinen Anteil, weder in Form von Profit und Handelsspannen, noch in Gestalt von Steuern und anderen Zwangsabgaben. Enthaltet dem Staat die Mehrwertsteuer vor, indem Ihr das, was Ihr braucht, so gut als möglich selber herstellt. Warum kauft Ihr Obst und Gemüse im Supermarkt? Ihr könnt einfach Apfelbäumchen wachsen lassen (regional angepasste Sorten), oder Birnenbäume. Ihr könnt Bohnen aussäen und Rettich, es gibt so viele Gemüse, die sich praktisch selbst aussäen und man braucht sie nur zu ernten, wenn sie reif sind! Sie schmecken in aller Regel wesentlich besser, als die Einheitssorten aus dem Supermarkt und doch geht ihr immer wieder dort hin und kauft das Zeug. Ihr flucht und schimpft gegen gentechnisch veränderte Organismen und doch kauft Ihr Produkte, von denen Ihr keinen blassen Schimmer habt, wo die herkommen und ob die nun frei von Gentechnik sind oder nicht! Wer sich keinen Garten leisten kann und auch sonst keinen reichen Onkel hat, der ihm ein paar kleine Äcker hinterlassen könnte, der soll sich mit anderen Menschen zusammen tun und Flächen pachten. Macht aus den Landschaften rund um Eure Städte ein Paradies, ein Schlaraffenland!

weiterführende Links:

Hunger!

Eine der Geißeln der Menschheit ist der Hunger. Weltweit verhungern jeden Tag Menschen, vor allem Kinder in den Ländern der sogenannten Dritten Welt (eine . Die Gründe sind unterschiedlich. Meist hängt die Unterernährung der Bevölkerung eines Landes mit geographischen, meterologischen oder anderen (z. B. logistischen) Bedingungen zusammen, die dafür sorgen, dass nicht genug Nahrung im eigenen Land erzeugt werden, oder die Verteilung vorhandener Nahrungsmittel nicht sichergestellt werden kann. Aber selbst da, wo genug Nahrung vorhanden wäre, kommt es im Zuge der Finanz- und Wirtschaftkrise immer öfter vor, dass Menschen  in Ermangelung eines  ausreichend hohen Einkommens nicht in der Lage sind, die notwendigen Lebensmittel zu kaufen.

Einer der Gründe, warum in den Dritte-Welt-Ländern die Landwirtschaft nicht leistungsfähig genug ist, liegt in der Tatsache begründet, das diese Länder meist in den tropischen Breiten der Erde liegen und entweder von Regenwäldern bedeckt sind, oder aber im Wüstengürtel liegen (der zeichnet sich bekanntermassen durch einen starken Mangel an Niederschlägen und Oberflächenwasser in Form von Seen und Flüssen aus). An und für sich gesehen wäre das kein größeres Problem, wenn nicht die ursprüngliche einheimische Landwirtschaft in diesen Ländern zu großen Teilen von der industriellen westlichen Form der Landwirtschaft verdrängt worden wäre. Zusammen mit den Segnungen der westlichen Medizin und der enormen Geburtenrate in diesen Ländern, ergibt sich eine explosionsartig wachsende Bevölkerung, die mit den herkömmlichen Methoden der Landwirtschaft nicht mehr und mit der industriellen Landwirtschaft nur unter hohem finanziellen Aufwand ernährt werden könnte.

Einheitliches, gentechnisch verändertes Saatgut (von Monsanto, Pioneer, Bayer oder BASF usw.), Kunstdünger, Hochleistungsnutztiere (Rinder, Schweine, Schafe usw.) sowie die dazu notwendigen schweren Maschinen, die leider nicht mit Urin angetrieben werden, sondern mit teurem Dieseltreibstoff. So sieht die industrielle Landwirtschaft aus. Wer sie betreiben will, der braucht viel Geld um all das zu bezahlen.

Weil das Geld nicht vorhanden ist, vergibt man „großzügig“ Kredite an kleine Bauern, die einen großen Teil der Ernte abliefern müssen, um den Kredit zu bezahlen. Fällt die Ernte aus, weil das Wetter nicht mitspielt, oder die Gensaat von Ungeziefer befallen und aufgefressen wird, stehen die Bauern vor den Trümmern ihrer Existenz. Die großen Konzerne können sich dann das ganze Land unter den Nagel reissen und in eigener Regie bearbeiten.

Während die verarmten Bauern dann auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, die aus den reichen Industrieländern stammen wo sie unter Zahlung von Subventionen erzeugt werden (und zwar in solchen Mengen, dass sie dort nicht verbraucht werden können!). D. h. also, die Industrieländer ernähren mit subventionierten Nahrungsmitteln Menschen in den Ländern der Dritten Welt, die wegen des Geschäftsgebahrens der Großkonzerne nicht mehr in der Lage sind, selbst Nahrung in ausreichender Menge anzubauen. Dabei muss erwähnt werden, dass ein guter Teil der sogenannten Entwicklungshilfe, der in die „Entwicklung“ der Landwirtschaft investiert wird, in den Taschen der Großkonzerne landet. Business as usual also!

Man will den Entwicklungsländern nicht wirklich helfen, sonst würde man ihnen helfen, ihre alten landwirtschaftlichen Methoden wieder einzuführen und sie weiter zu entwickeln. Man könnte nachhaltige Landwirtschaft fördern, die sich an den jahrhundertealten Traditionen und Erfahrungen orientiert. Man könnte die Menschen davon überzeugen, dass es sinnvoller ist Permakultursysteme zu schaffen und auch unorthodoxe Methoden der Landwirtschaft einführen, die ohne Dünger und Bodenbearbeitung auskommen (siehe die natürliche Kandwirtschaft des Masanobu Fukuoka). Was macht man jedoch? Man liefert diese armen Menschen einer Technologie aus, die auf der Verschwendung von Energie, dem Einsatz von Maschinen und jeder Menge „Pflanzenschutzmitteln“ beruht und abhängig ist von der Gnade der großen Konzerne!

So hat jeder was davon, nur nicht die Menschen, in den Entwicklungsländern! Letztlich ist alles nur eine Frage des Geldes. Wer keins hat, der hat eben auch nix zu essen. Wenn man es mal aus der Sicht der Konzerne betrachtete, würde man von einem Prozess des „Gesundschrumpfens“ sprechen. Und in dieser Ausdrucksweise findet sich dann nichts menschliches mehr, was einem vielleicht Gewissensbisse verursachen könnte. Genauso machen´s die Konzerne in den Industrieländern, wenn sie Personal abbauen, sie schrumpfen sich gesund – auf Kosten der Menschen. Aber wen interessiert das schon? Shareholder Value, CostCutting, Dividenden, sonst zählt nichts und schon gar kein Menschenleben in den Entwicklungsländern!

Als wäre das noch nicht genug, bauen die Großkonzerne auf dem „erworbenen“ Land dann Palmölplantagen und andere Energiepflanzen an. Würden sie Lebensmittel erzeugen, könnte man dafür noch ein gewisses Verständnis aufbringen. Aber damit ist nicht annähernd so viel Geld zu machen, wie mit „Bio“sprit. Darum haben die Menschen in den betreffenden Ländern einmal mehr Pech gehabt. Und weil das alles immer noch nicht reicht (der Energiehunger der westlichen Industriestaaten ist mit Öl kaum, mit „Bio“sprit garnicht zu stillen), rodet man die letzten Regenwälder – die Lungen unserer Mutter Erde – um noch mehr Platz für Plantagen, Energiepflanzen und Weideflächen für die Rindviecher von McDonalds und Burger King zu schaffen. Wohlgemerkt bringt ja auch das Holz der Regenwälder, die ja sonst „ungenutzt“ (das ist für jeden Konzernmanager ein Graus und für jeden Angehörigen der Holzmafia geradezu unerträglich) in der Gegend herum stehn und nur Platz wegnehmen würden, noch ein paar Euro ein!

Was wir also als „sauberen“ Biosprit in unsere Autos tanken, ist eigentlich das Brot, dass die Menschen in der Dritten Welt essen sollten. Denkt mal drüber nach!

Und während hier die Kinder zu fett sind, streitet man sich darüber, wer das frische Obst und Gemüse bezahlen soll, dass man ihnen kostenlos in der Schule anbieten will („Länder wollen Schulobst nicht zahlen – Bundesrat schickt EU-Projekt in Vermittlungsausschuss“; Artikel auf heute.de vom 10.7.2009). Darum bleiben sie einstweilen erstmal übergewichtig, weil solange niemand die Kosten trägt, gibts nichts und schon garnicht umsonst. Bleibt nur zu hoffen, dass man hier nicht gentechnisch verändertes Obst und Gemüse verteilt, weil vielleicht Monsanto und Konsorten auf die glorreiche Idee kommen, die Aktion zu sponsorn!

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Landwirtschaft von morgen (Teil3)

Des weisen Masanobu Fukuokas Credo war:

Jeder kann 1.000-Quadratmeter-Bauer werden!

1.000 Quadratmeter, die auseichend sind, um eine Familie mit dem zu versorgen, was sie zum Leben braucht. Vielleicht können es an dem ein oder anderen Ort auf dieser Erde etwas mehr sein, je nachdem, wie fruchtbar oder gebirgig oder steinig der Boden ist. Aber in aller Regel sind 1.000 qm ausreichend.

Betrachten wir einmal, wie Fukuoka sich das Leben als 1.000-Quadratmeter-Bauer vorstellte und wie er selbst es lebte, als Beispiel für andere Menschen, die ihn in seinem fruchtbaren Obstagrten besuchten und einige Zeit bei ihm lebten und arbeiteten, um von ihm zu lernen. Masanobu Fukuoka sagte von sich selbst immer, er sei kein Lehrer. Aber vermutlich war er viel zu bescheiden um einzugestehen, dass die Menschen, die seine Bücher lasen und auch heute noch lesen oder die, welche zu ihm nach Japan reisten, um eine zeitlang in seinem Garten zu leben, ihn als einen solchen betrachten. Er versuchte die Menschen Bescheidenheit zu lehren und Selbstbeschränkung, ohne an Lebensqualität zu verlieren. Seine Bücher sind eine Schatzkiste des Wissens und der Weisheit vieler Jahrzehnte eines erfüllten Lebens.

Ihr seht, ich bewundere diesen kleinen und unscheinbaren Mann, der seinen Beruf als Pflanzenpathologe aufgab, um Bauer zu werden. Diesen Schritt zu wagen, dazu gehört nicht nur Mut, sondern auch viel Vertrauen in die Natur und das göttliche Wesen der Mutter Erde. Er hatte dieses Vertrauen und er hat immer versucht sein Wissen weiter zu geben, damit die Menschen aus seinen Erfahrungen lernen können und die Versorgung der Menschheit mit gesunder Nahrung auch in der Zukunft sicher zu stellen, trotz einer weiter wachsenden Zahl von Menschen! Aber er wies auch immer darauf hin, dass es falsch sei, sich von ihm Patentrezepte zu erwarten, die universelle Gültigkeit hatten. Fukuoka erklärte den Menschen immer, sie müssten die Natur beobachten und dann die notwendigen Schlüsse daraus ziehen, welche Pflanzen gut zusammen gedeihen, wann der richtige Zeitpunkt der Aussaat ist und wie man dafür sorgt, dass der Boden nicht auslaugt.

Fukuoka lebte in einem großen Obstgarten, den er später mit seinem Sohn teilte, weil er die Bewirtschaftung im Alter nicht mehr allein schaffte. Unter den Bäumen laufen Hühner frei herum. Überall wächst halbwildes Gemüse (mehrjähriges, das sich selber aussät, wenn man nicht alles aberntet), z. B. der Daikon-Rettich. Der Boden ist mit Klee bedeckt, der die Erde schützt und alte Reissorten werden angepflanzt. Hier wird nicht gepflügt, oder die Erde gewendet. Es wird auch kein Kunstdünger oder zubereiteter Kompost ausgebracht, noch Schädlingsbekämpfungsmittel oder andere Gifte und Chemikalien versprüht. Dies ist das, was Masanobu Fukuoka als die „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ bezeichnete. Es wäre fatal, dieses „Nichts-Tun“ mit Faulenzen gleich zu setzen. Die wahre Bedeutung des Begriffes liegt darin, dass man nicht viel mehr tun muss, als zu säen und zu ernten. Alles andere macht die Natur für den Bauern. Mehr ist auch garnicht nötig. Unkraut jäten ist überflüssig. Man bedeckt den Boden mit Klee der, zusammen mit Wintergetreide, in die reifende Reissaat gestreut wird. Nach der Ernte des Reises, liess ihn Masanobu Fukuoka drei Tage trocknen, bevor er ihn drosch und das Stroh dann anschließend ungeschnitten über den Feldern verteilte. Auch Hühnermist, so er welchen zur Hand hatte, verteilte er dann über dem Stroh. Anschließend formte er Tonkügelchen mit Reissamen, verteilte diese vor Neujahr auf dem Stroh und die Arbeit (dies ist seine „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ für seinen Garten in Japan gewesen) bis zur nächsten Ernte war erledigt. Mit dieser Methode erntete er jedes Jahr nahezu 22 Büschel (entspricht etwa 1.170 Pfund Wintergetreide) und etwa 22 Büschel Reis auf 1.000 qm. Fukuoka war sicher, die Erträge auf bis zu 33 Büschel je 1.000 qm steigern zu können. Diese Menge liegt im Bereich der Erträge, die mit teuren Hybridsaaten unter Einsatz großer Mengen Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Energie (für die Maschinen) zu erzielen sind. Aber um welchen Preis? Masanobu Fukuoka erklärte, die Arbeit von ein oder zwei Leuten reiche aus, um auf 1.000 qm Feldfrüchte anzubauen.

Sieht man sich dieses System an, so kommt man zu dem Schluss, dass es sich um Permakultur in ihrer reinsten Form handelt, um „permanente Agrikultur“ eben. Fukuoka ging ganz gezielt einen anderen Weg, als ihn die Verfechter der industrialisierten Landwirtschaft beschreiten. Die tun dies und tun das, spritzen hier und jäten da, düngen fleißig und pflügen was das Zeug hält! Fukuoka dachte nach, beobachtete die Natur und ihre Zusammenhänge und ließ dann weg, was er für überflüssig hielt. So reduzierte er nicht nur die Arbeit, sondern senkte auch die Ausgaben! Und im Ergebnis gaben ihm nicht nur seine Erträge recht, sondern auch die hervorragende Qualität seines Bodens, die voller nützlicher Insekten, Bakterien und anderer Lebewesen war, vom Regenwurm bis hin zum Maulwurf oder Kaninchen. Seine Grüne Philosophie zerstört nicht die Natur, den Boden und vernichtet auch nicht die Tiere, die zusammen ein stabiles System bilden, dass nicht von Krankheiten oder Schädlingsbefall vernichtet werden kann.

Schädlinge oder Krankheiten treten zwar überall auf, aber sie werden nur dort zu einer Bedrohung, wo Pflanzen in Monokultur angebaut, wo Tiere im KZ in Massentierhaltung gefoltert werden. Jeder sollte versuchen, sich ein Stück Land zu pachten/kaufen um darauf die Nahrung anzubauen, die er zur Ernährung seiner Familie benötigt. In der Stadt ist dies natürlich nicht so einfach. Auf dem platten Lande und in den Vororten ist es dagegen schon einfacher, ein Äckerle oder einen größeren Garten zu ergattern. 1.000 qm kosten zumindest in Pacht ja nun nicht gerade die Welt, wenn man sich kein Bauerwartungsland ausgesucht hat, das man nach kurzer Zeit wieder räumen muss. Ein Kleingarten in einer Anlage ist aber in aller Regel zu klein. Die Grundstücksgrößen liegen hier bei etwa 300 qm (jedenfalls hier in Baden) und die Verpflichtung, eine Hütte darauf zu stellen, schmälert den Grund noch zusätzlich. Außerdem hat der ein oder andere seine Probleme mit der unvermeidlichen „Vereinsmeierei“ in solchen Kleingartenverinen.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es den bösen Nachbarn nicht gefällt!

Also, werdet 1.000-Quadratmeter-Bauern und macht Euch unabhängig von schwankenden Nahrungsmittelpreisen. Baut gentechnikfreie Saaten an und erzeugt genfreie Nahrung. Dann braucht Ihr nicht auf die Ehrlichkeit der Lebensmittelkonzerne à la Néstle zu vertrauen oder darauf, dass Müller seine Kühe nicht mehr mit Tierfutter mit Genpflanzen füttert. Dann habt Ihr es selbst in der Hand und mit dem gesparten Geld könnt Ihr vernünftigeres anfangen. Vielleicht habt Ihr dann sogar den ein oder anderen Euro übrig, den Ihr für wohltätige Zwecke spenden wollt. Oder steckt ein paar Euros in Guerilla Gardening-Aktionen in Eurer Stadt und sorgt dafür, dass die Natur zurückkehrt in die Betonwüsten!

Landwirtschaft von morgen (Teil2)

Masanobu Fukuoka wurde am 2.2.1913 in Japan geboren und machte eine Ausbildung zum Mikrobiologen. Irgendwann entschied er sich, Bauer zu werden und schuf eine Synthese aus herkömmlicher Landwirtschaft und buddhistischen, sowie daoistischen Ideen, die er – in Ermangelung eines besseren Namens – Nichts-Tun-Landwirtschaft nannte. Das Grundprinzip seines Handelns lautete…

…die Natur ist in der Lage, sich selbst zu erhalten, sie bedarf menschlicher Eingriffe nicht.

Die von ihm geschriebenen Bücher gehören zu den Standardwerken der Permakultur. Besonders wichtig ist ihm der spirituelle Aspekt der Landwirtschaft, die er als eine Art Gottesdienst versteht. Er vertrat die Ansicht, gesunde Nahrung könne nur auf gesunden Böden erzeugt werden und dazu sei weder künstlicher Dünger, noch chemische Pflanzenschutzmittel notwendig. Die Natur befinde sich in einem Gleichgewicht, sagte er. Treten Schädlinge und Krankheiten oder Pilze in größeren Mengen auf, sei dieses Gleichgewicht gestört. Wenn man die Natur und die natürlichen Vorgänge beobachtet, kann man die Ursachen erkennen und behutsam gegensteuern. Dann heilt sich die Natur selbst und stellt das Gleichgewicht wieder her.

Die Arbeit in dem von ihm bewirtschafteten Garten in Japan, liess er die Natur für sich erledigen. Er beschränkte seine eigenen Arbeit nahezu zur Gänze auf das Aussäen der richtigen Samen zur richtigen Zeit und auf die Ernte der Früchte. Er verwendete keinen Pflug und auch sonst keine Maschinen zur Bodenbearbeitung, außer einer Art Sichel, mit der er die Ernte bis ins hohe Alter eigenhändig einbrachte.

1988 erhielt Masanobu Fukuoka den Ramon Magsaysay Award, einen alternativen Nobelpreis, für seine Arbeit zum Wohle der Menschheit.

Fukuoka-san erkannte auch durch Beobachtung in der Natur, dass nicht die Wüste sich ausbreitet und dadurch der Regen ausbleibt, was die Bäume zum Absterben bringt. Er erkannte, dass die Ausbreitung von Wüsten das Ergebnis des Verlustes der Wälder ist. Wenn die Wälder fallen, bleibt der Regen aus und erst dann entsteht Wüste und breitet sich aus! Dieser Vorgang lässt sich jedoch umkehren, indem man Bäume sät und so dafür sorgt, dass wieder Wälder entstehen können. Wälder sind eine Grundvoraussetzung für ein feuchtes und fruchtbares Klima. Sie halten mit ihren Wurzeln den Boden fest und speichern im Wurzelwerk große Mengen Wasser, das über die Blätter in die Atmosphäre abgegeben wird, wo in Form von Wolken und Regen die kostbare Feuchtigkeit wieder an die Erde und die Pflanzen zurück gegeben wird. Der Kreislauf des Wassers entsteht wieder auf´s Neue!

Wir beobachten die Natur viel zu wenig. Das war einer der Hauptkritikpunkte, die Fukuoka den Wissenschaftlern vorhielt. Die sind nämlich der Meinung, sie bräuchten alles nur in immer kleinere Teile zerlegen, diese dann zu erforschen und „schwuppdiwupp“ würden sie alles verstehen, von der einfachen Amöbe, bis hin zur komplexen wunderschönen Blüte, die ganze fantastische Welt eben. Aber dem ist nicht so. Dem ist bei Weitem nicht so.

Trotz all der Technik, all der superschnellen Computer, der Rasterelektronenmikroskope, können die Wissenschaftler noch immer keine einfache Pflanze konstruieren. Sie müssen einen Samen aussäen, ihn keimen und wachsen lassen!

Ja, klar, solche Konsorten wie die von Monsanto können Gene in die Pflanzen einbauen und sie verändern. Sie verändern sie, damit sie ein Patent darauf anmelden können, dass sie in die Lage versetzt die Bauern, die diese Pflanze anbauen wollen zu erpressen, sie abhängig von „ihrem“ Saatgut und den „Pflanzenschutzmitteln“, sowie dem Kunstdünger machen, die sie für viel Geld gleich dazu verkaufen. Allerdings sind sie nach wie vor nicht in der Lage, Pflanzen komplett und vollständig selber zu konstruieren, zu schaffen. Sie sind nicht Gott, obwohl sie das vielleicht denken mögen. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Pflanzen zu nehmen, die es bereits seit ewigen Zeiten gibt, die von Menschen über hunderte, möglicherweise tausende von Jahren aus Wildformen herausgezüchtet wurden, verändern ein paar Gene und melden ein Patent an!

Warum, so frage ich diejenigen, welche die Gentechnik befürworten, gibt es heute nur noch ein paar wenige Hybridsorten des Getreides im konventionellen Anbau? Weil die so gut sind? So perfekt an alle möglichen geographischen, geologischen und metereologischen Bedingungen angepasst? Nein, das sind sie nicht! Sie sind empfindlich, sie brauchen Unmengen an Wasser, sie brauchen Dünger, sie brauchen Pestizide, Herbizid, Fungizide und Insektizide. Die kosten natürlich eine Menge Geld und sorgen dafür, dass Monsanto keine Probleme mit der Weltwirtschaftskrise hat – denn die Menschen müssen immer essen. Jeden Tag müssen Menschen essen und es werden immer mehr Menschen, die essen wollen und die bescheren Monsanto und seinen Konkurrenten märchenhafte Gewinne.

Früher, es ist noch gar nicht so lange her, gab es regional angepasste Sorten, robust, widerstansfähig und unempfindlich. In trockenen Gegenden gediehen Sorten, die an diese Bedingungen angepasst waren. In feuchtem Klima gediehen Sorten, die damit gut zurecht kamen. Sie mögen eventuell nicht so hohe Hektarerträge hervorgebracht haben, aber die Ernten waren ziemlich sicher und regelmäßig. Außerdem konnte der Bauer einen Teil der Ernte einbehalten und im nächsten Jahr wieder aussäen, ohne dafür an Monsanto, Pioneer, Bayer und BASF Lizenzgebühren zahlen zu müssen!

Diese Zeiten sind fast vorbei, denn es gibt nicht mehr sehr viele dieser alten und robusten Sorten von Nutzpflanzen. Genau das aber ist das Ziel der Konzerne – die totale Kontrolle über die Nahrungserzeugung ermöglicht die totale Kontrolle über die Menschen!

Der Weg, den Mosanobu Fukuoka vorschlägt, geht in eine andere Richtung. Er führt fort von der Kommerzialisierung und Patentierung der Pflanzen. Er nutzt eine alte Reissorte in seinem Garten, den er seit Jahrzehnten bewirtschaftet, ohne auch nur einmal zu pflügen, oder gar zu düngen. Fukuoka bekämpft keine Schadinsekten, oder Krankheiten, sondern schafft Verhältnisse, die die Natur in die Lage versetzen, sich selbst zu helfen. Dazu nutzt er Mischkulturen, die erwähnten alten Sorten und Bodenbedeckung durch Kleesaat.

Nach der Ernte des Reises, der in seinem Ertrag mit dem moderner Hybridsorten nahezu gleichauf liegt, aber ungleich weniger Arbeit und Aufwand erfordert (daher der Name Nichts-Tun-Landwirtschaft) bringt er das ausgedroschene Stroh wieder auf den Feldern aus.

Masanobus Fukuokas Art der Landwirtschaft beruht auf der Beobachtung der Natur, nicht auf Wissenschaft und Gentechnik. Das reicht aus, um Erträge zu erzielen, die fast genauso hoch sind wie die der unverhältnismäßig teueren modernen Hybridsorten. Seine Sorge galt sets dem Menschen und er suchte nach Möglichkeiten, seine Ernährung dauerhaft zu sichern, selbst unter schwierigen Bedingungen. Was ihn immer verwundert hat, war die Tatsache, dass seine Erfolge wohl anerkannt wurden. Aber Wissenschaftler, die sein System der Landwirtschaft erforschen wollten, sah er so gut wie keine. Kein Wunder, kann man die Bedingungen seines Gartens nicht im Labor nachstellen, sondern nur in der Natur und zu der hat die Wissenschaft schon immer ein gepaltenes Verhältnis gehabt – bis heute!

Masanobu Fukuoka

Masanobu Fukuoka

Es gilt also den Weg fort von der modernen industrialisierten Landwirtschaft zu suchen, zurück zu den Ursprüngen, aber nicht in die Vergangenheit. Beobachtung der Natur ist nicht gleichzusetzen mit Rückschritt. Lernen aus der Erfahrung unserer Ahnen ist der Weg des Wissens und der Weisheit. Machen wir uns diesen Schatz zu Nutzen und sorgen wir dafür, dass das Saatgut frei bleibt. Damit alle Menschen genug zu Essen haben, auch in Zukunft!

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weiterführende Links:

Landwirtschaft von morgen (Teil1)

Wie wir in den letzten Jahren mehr als deutlich gesehen haben, gibt es Grund zu der Annahme, dass in der Zukunft die Versorgung der Menschheit mit gesunder Nahrung nicht gesichert ist. Jedenfalls nicht mit den Methoden, wie man es bisher getan versucht hat – mit der industriellen Landwirtschaft. Zwar ist es in unseren Breiten seit einigen Jahrzehnten zu keiner größeren Versorgungskrise mit Lebensmitteln oder gar einer Hungersnot gekommen. Aber die Versorgung der Bevölkerung mit einer ausreichenden Menge an Nahrung wurde in den letzten Jahren verstärkt auf Kosten der Menschen in den Ländern der Dritten Welt sichergestellt.

Die Natur findet einen Weg

Die Natur findet einen Weg

Die vollmundigen Versprechen der Chemieindustrie und der Genkonzerne, mit Hilfe gentechnisch veränderter Nutz- und Nahrungspflanzen die Ernährungsprobleme der Menschheit lösen zu können, haben sich als völlig haltlos erwiesen. Sie dienten lediglich dem Ziel, der Agrarindustrie den Markt zu öffnen, kleine Bauern in den Ruin zu treiben und sich auf dem Wege der Patentierung von Pflanzen und Tieren, die Kontrolle über die Nahrungsressourcen der Menschheit zu sichern. Zusammen mit dem Einsatz von Monokulturen, chemischen Giften wie Pestiziden, Fungiziden, Insektiziden und Herbiziden, sowie dem Einsatz ungeheurer Mengen fossiler Energie und gigantischer Maschinen, haben die Agrarkonzerne die Produktion und Verteilung von Nahrungsmitteln in ihre schmutzigen Hände bekommen. Die Folgen sehen wir täglich in den Nachrichten. Millionen Menschen in den Ländern der Dritten Welt hungern. Kinder sterben jeden Tag zu hunderten oder gar tausenden an den Folgen katastrophaler Fehl- und Mangelernährung. Die Äcker und Felder sind verseucht, weil alljährlich Unmengen von Chemikalien auf und über landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. Flüsse, Seen und Brunnen trocknen aus, weil das gesamte Wasser zur Bewässerung verwendet wird. Und weil das alles noch nicht genug ist, verkaufen die Konzerne die so gewonnenen Nahrungsmittel selbstverständlich da, wo sie das meiste Geld verdienen können – in Europa, Nordamerika und Japan! Was die Menschen in den Ländern der Dritten Welt essen, interessiert die Manager der großen Konzerne nicht im geringsten. Shareholder Value ist das einzige was zählt! Menschenleben haben in dieser Art des wirtschaftens keinen Wert!

Die Politik, völlig abhängig von Wohl und Wehe der Wirtschaft, sieht diese Zusammenhänge nicht, will sie offenbar gar nicht sehen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sie die Augen vor der Realität verschließt und ernsthaft glaubt, diese Art der industriellen Landwirtschaft sei die einzig richtige Art unsere Nahrungsversorgung in der Zukunft zu sichern. Alternativen werden nicht in Betracht gezogen, geschweige denn mit öffentlichen Forschungsgeldern gefördert. Dafür sorgt die allgegenwärtige Agrarlobby. Forschungsgelder fließen nahezu zur Gänze in Programme der großen Agrar-, Chemie- und Gentech-Konzerne. Druck und Geld, das in der anderen Richtung von den Agrarkonzernen in die Taschen der Politik fliesst, sorgt dafür dass in der Beziehung keine Unklarheiten aufkommen und vor allem kein Sinneswandel. Ansonsten müsste jeder halbwegs klar denkende Mensch merken, dass eine solche Landwirtschaft, die ihre eigenen Grundlagen vernichtet und zudem noch auf Kosten anderer Menschen praktiziert wird, keine Zukunft haben kann!

Eine Landwirtschaft, die das Land, die Erde, die Gaia zerstört, hat keine Zukunft!

Ist es wirklich so vermessen zu glauben, dass es eine andere Art der Landwirtschaft gibt? Ist jeder Mensch, der die Ideen eines Masanobu Fukuoka zumindest intensiver Studien und Versuche  für wert erachtet, tatsächlich ein „Esoteriker“ (ich gebrauche das Wort hier mal ganz im Sinne von Spinner, Ökodepp, wie das bei Politikern so üblich ist, wenn man jemanden diskreditieren will) und nicht mehr? Und das nur, weil er der Meinung ist, die Erde sei ein lebendiger Organismus?

Menschen die in Ländern leben, die von Natur aus als sehr fruchtbar angesehen werden können müssen Hunger leiden, weil beispielsweise der Reis, der auf ihrem Land angebaut wird, ins Ausland exportiert wird, um Gewinne zu erwirtschaften. Das gab es so lange nicht, wie der größte Teil des Landes von Kleinbauern bewirtschaftet wurde, die mit den Erzeugnissen ihres Landes die eigenen Familie ernährten und eventuelle Überschüsse auf den Markt brachten. Natürlich weiss auch ich, dass es zu allen Zeiten und in allen Teilen der Welt, besonders der Dritten Welt Großgrundbesitzer gab, die die Pächter „ihres“ Bodens bis auf´s Blut ausbeuteten. Aber die Tatsache, dass aus den Großgrundbesitzern heute Großkonzerne geworden sind, hat an der Aubeutung nichts geändert. Sie wurde allerdings professionalisiert!

Die Bauern in Europa, speziell in Deutschland werden von Großkonzernen unter Druck gesetzt, die die vorbehaltlose Unterstützung der Regierung geniessen. Man redet den kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben ein, nur schiere Größe sei die Garantie für ein rationelles und rentables Arbeiten. Maschineneinsatz und die Verwendung von Chemikalien zwingen die Bauern in eine Kostenspirale, der sie nicht mehr entkommen können, wenn sie erst einmal darin gefangen sind. Saatgut, Maschinen, Energie, Chemikalien, alles muss für teures Geld von großen Konzernen gekauft werden! Produkte aus konventioneller landwirtschaftlicher Erzeugung werden aber nur schlecht bezahlt, weil die Verbraucher wissen (oder zumindest ahnen) dass diese von der Qualität her niemals auf dem Niveau ökologisch erzeugter Produkte liegen können.

Trotzdem scheint von offizieller Seite niemand auf die Idee zu kommen, dass dieser Weg der falsche, vielleicht sogar eine Sackgasse sein könnte. Warum sonst steckt die Regierung jedes Jahr -zig Millionen Euro in die Erforschung „neuer“ industrieller Landwirtschaftstechniken und so gut wie gar nichts in alternative Anbaumethoden? Zumal die Steuergeschenke (ich nenne sie mal einfach so), die den großen Konzernen in den Arsch geschoben werden, damit sie ihre eigenen industriellen Anbaumethoden weiter entwickeln, ohne dass sichtbare Gegenleistungen erbracht werden – aber da bin ich mir nicht ganz sicher, denn ich bin ein böser Mensch, der in Politikern nur opportunistische, selbstsüchtige und egoistische Menschen sieht, die nichts ohne Gegenleistung tun. Jedenfalls nicht für die Wirtschaft. Dort sorgt ihr fürsorgliches Tun dafür, dass sie sich nach ihrer politischen Karriere bequem zur Ruhe setzen können – gegen eine angemessene Aufwandsentschädigung versteht sich. Und damit das alles auch reibungslos klappt, fängt man mit dieser Tätigkeit bereits an, wenn man noch Mandatsträger ist (nur böswillige Menschen wie ich sehen darin allerdings in jedem Fall einen heftigen Interessenkonflikt, aber Politiker selber sind nicht so zimperlich!). Ich frage mich wirklich, wie Menschen so einfältig und uneinsichtig sein können. Mir ist natürlich klar, dass es nicht ganz einfach ist, eigene Fehler einzugestehen, wenn man diese bemerkt. Vor allem wird es problematisch, wenn andere die Fehler bemerken und einen darauf hinweisen. Da schalten die meisten Menschen gern auf stur. Ich auch. Aber ich halte mich für jemanden, der sein Handeln regelmäßig überprüft, seine Entscheidungen reflektiert und dann hin und wieder bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen. Diese Eigenschaft hat sich im Laufe der Evolution bei Politikern wohl ausgemendelt (heisst das so?). Sie sind von Natur aus perfekt, die Entscheidungen grundsätzlich fehlerfrei und die Bürger nur zu dämlich, um die wunderbare politische Arbeit der Politiker zu würdigen oder gar zu verstehen!

Wie sieht die Landwirtschaft von morgen aus? Ist es die vollautomatisierte industrielle Landwirtschaft, oder die natürliche Landwirtschaft, die sich auf regionale Nutzpflanzenarten stützt? Die Art der Landwirtschaft,  die in Jahrhunderten der Auslese Sorten hervorgebracht hat, die an die unterschiedlichsten geographischen, geologischen und metereologischen Bedingungen angepasst sind? Oder liegt unsere Zukunft in riesigen Monokulturen, in denen Einheitssorten von Hybridpflanzen angebaut werden, unterstützt durch künstliche Bewässerung, unter Einsatz von Gentechnik, Kunstdünger, Chemikalien, Energie und Maschinen? Die Ernährung der Menschheit in den Händen einiger weniger gigantischer Konzerne? Die Politik ist davon überzeugt, dass es so ist, weil die Agrarindustrie dies behauptet. Aber es ist nicht richtig, einigen Konzernen die Kontrolle über die Nahrung und andere wichtige Ressourcen zu überlassen. Selbst wenn deren Manager behaupten, sie hätten das Wohl der Menschheit im Sinn, so ist doch deren vorrangigste Aufgabe die Erzielung von Gewinnen! Daran gibt es nichts zu rütteln. Es wäre vermessen zu glauben, die Konzerne hätte irgendein Interesse daran, Menschen zu helfen, die nicht für die Hilfe bezahlen können. Und 2/3 der Menschheit sind nicht in der Lage die Produkte zu bezahlen, die die Industrie auf ihre Kosten erzeugt! Einen Ausweg aus dieser Misere werden wir nur finden, wenn wir die Macht der Konzerne beschneiden und ihnen Grenzen aufzeigen, die sie nicht übertreten dürfen. Die Erzeugung von Nahrung muss in der Hand vieler kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe verbleiben, deren oberste Priorität der Erhalt der Ressourcen Erde, Wasser, Natur und vor allem des Waldes sein muss.

Meiner unmaßgeblichen persönlichen Meinung nach, sind die Ideen des Masanobu Fukuoka, den ich für einen sehr bedeutenden Lehrer der Menschen halte, eine hervorragende Basis, auf der wir eine neue Welt aufbauen können. Eine Welt, in der Menschen nicht hungern müssen, weil ihnen die Rindviecher der Reichen das Getreide, den Mais oder die Sojabohnen wegfressen. Landwirtschaft ist gemeinsam und mit der Natur möglich, ohne Chemie, ohne Maschinen und (das will schon gar keiner glauben) ohne viel Arbeit. Beobachten wir die Natur und lernen wir von ihr. Wir müssen sie uns nicht untertan machen, um unsere Nahrung zu erzeugen. Wir müssen sie verstehen und ihre Möglichkeiten nutzen! Wenn das die Politiker nicht begreifen, weil sie es nicht begreifen wollen, werden sie eines Tages vor den Scherben ihrer verfehlten politischen Entscheidungen stehen und sich dafür verantworten müssen! Aber wir können und wollen nicht so lange warten, bis es zu spät ist! Lasst uns vorher was tun und die Welt verändern. Dafür lohnt es sich zu arbeiten.

Von Nullen regiert?

Am 3.4.2009 berichtete die Netzeitung unter der Überschrift „Nullen allein machen nicht satt“ zum Ausklang des G20-Gipfels, wie man sich – wieder einmal – auf nichts konkretes einigen konnte. Außer ein wenig Larifari, damit man nicht ganz den Anschein erwecke, man habe sich nur zu freundschaftlich-belanglosem Palaver getroffen. Was war nun das Ergebnis? Hat es sich gelohnt, dass dafür ein Mensch in London sterben musste? Der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß, sagte resigniert…

…“Mal wieder wurden auf einem Gipfeltreffen große Summen verkündet, aber was zählt ist das ernsthafte und dauerhafte Bemühen um ein faires globales Wirtschafts- und Finanzsystem»…

…und…

…«Nullen allein machen nicht satt!»

Nachdem ich ein wenig darüber nachgedacht habe, komme ich nun zu dem Schluss, dass dieser Mann absolut recht hat. Natürlich machen Nullen allein nicht satt. Ganz besonders dann nicht, wenn sie in der Mehrzahl in der Politik und der Wirtschaft anzutreffen sind und zwar in der Funktion des hauptberuflichen Bedenkenträgers und des Zockers!  Eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus und so verstehen sich die Politiker als die Wasserträger der Wirtschaft und die Wirtschaft hat es gern, wenn man ihr den Arsch küsst und die Stiefel leckt! Das braucht natürlich kein Politiker ohne Gegenleistung zu tun. Die warmen Sessel in den Vorstandsetagen sind schon bereitet, darinnen man sich nach getaner Arbeit „zum Wohle des Volkes“ gemütlich breit machen kann.

Und so sieht Politik – nicht nur hierzulande – dann auch aus! Lange, viel zu lange, haben wir uns darauf verlassen, dass die Politiker das, was sie als Amtseid eblegen, nämlich, dass sie Schaden vom deutschen Volk abwenden und seinen Nutzen mehren wollen, auch wirklich ernst nehmen. Nun wurden wir eines besseren belehrt. Diejenigen, die das Desaster der „Finanzmärkte“ verschuldet haben, die Banker die das Geld hemmungslos verzockt haben, ohne einen Funken Unrechtsbewusstsein oder eine Spur der Reue und die Politiker, die sich der Illusion hingegaben, der Markt reguliere sich selber, verteilen großzügigst das Geld des Steuerzahlers, ohne mit der Wimper zu zucken! Und ohne wirksame Kontrollmechanismen zu installieren! Würde man tatsächlich auf die Wirksamkeit der „Selbstreinigungskräfte“ des Marktes vertrauen, hätte man die Banken, die sich selbst in den Ruin getrieben haben, Pleite gehen lassen. Stattdessen erklärte man sie zu systemrelevanten Institutionen und verpulvert für ihre Rettung das Geld der Steuerzahler!

Dem Bürger gaukelt man vor, er könne mit einer „Umweltprämie“ in Höhe von 2.500 € das Klima retten, wenn er sein „altes“ Auto verschrotte und sich ein neues Fahrzeug zulege! Natürlich ist diese Umweltprämie an keinerlei Umweltauflagen für das neue Auto gebunden, denn sonst könnten die deutschen (Premium-) Hersteller ihren Laden gleich dicht machen. Denn Autos mit geringem Spritverbrauch und niedrigem CO2-Ausstoss, sind nicht gerade die Stärke der deutschen Hersteller! Was viel wichtiger wäre als das zweifelhafte Vergnügen jede – noch so unwichtige – Besorgung mit Hilfe eines Autos erledigen zu können, nämlich die Versorgung der Weltbevölkerung mit bezahlbaren Lebensmitteln, interessiert kein Schwein, solange die eigenen Bevölkerung genug zum beissen hat. Und noch ist das der Fall, obwohl es auch in der westlichen Hemisphäre immer mehr Menschen gibt, die sich aus eigener Kraft nicht mehr ernähren können. In den USA bespielsweise sind mehr als 32,2 Millionen Bürger auf Lebensmittelhilfe angewiesen (Artikel auf n-tv.de vom 3.4.2009 „Lebensmittelhilfe in den USA – Jeder zehnte Bürger bedürftig“). Und auch wer hier in Deutschland auf Hartz IV-Niveau angelangt ist, kann ein Lied davon singen, wie man sich mit diesen paar Kröten, die einem monatlich als Almosen auf´s Konto überwiesen werden, ausgewogen ernähren kann!

Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen zu essen und zwar in ausreichender Menge und guter Qualität. Aber das ist überall auf der Welt genauso. Und weil die großen Genkonzerne mit ihrem patentierten Saatgut das vollmundige Versprechen, den Welthunger zu besiegen, wenn man nur gentechnisch veränderte Nahrungspflanzen anbaut, nicht halten konnten und dies auch in Zukunft nicht schaffen werden, hat man nun begonnen, die besten Böden in den Ländern der Dritten Welt aufzukaufen (sueddeutsche.de in einem Artikel vom 1.4.2009 unter „Nahrungsmittelkrise – Die Erde wird knapp“), um die schwindende Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen in Europa und Nordamerika auszugleichen. Ist das gerecht? Ist das einfach nur Kapitalismus? Oder ist es die Kapitulation vor der Macht der Großkonzerne? Wir fressen unsere Äcker kahl und zerstören sie mit Unmengen künstlicher Düngemittel und dem massiven Einsatz von giftigen Chemikalien (und die Regierung subventioniert nach altbewährtem Muster den Raubbau an unseren Ressourcen. Das Thema ist der Politik so heikel, dass die Agrarsubventionen bis vor kurzem noch streng geheim waren – Artikel bei greenpeace vom 24.9.2008 „Agrarsubventionen: Die Transparenz kommt viel zu spät“). Wir lassen es zu, dass große Konzerne die Regenwälder abholzen um Plantagen für Biospritpflanzen anzulegen, damit wir auch morgen noch mit unseren SUV´s zum Bäcker Brötchen holen fahren können. Und weil das alles immer noch nicht genug ist, nehmen wir den Menschen in der Dritten Welt auch noch den letzten Rest fruchtbare Ackerlandes ab, um unsere eigenen Bedürfnisse – die mittlerweile weit über dem liegen, was  zu einem guten Leben notwendig wäre – zu befriedigen!

Wie egal zumindest der deutschen Regierung der Zustand der Ackerböden in unserem Lande ist, zeigt schon die Tatsache, dass mehrere Millionen Euro jedes Jahr in die Erforschung herkömmlicher industrieller Anbaumethoden gepumpt werden – natürlich zum Wohle der großen Chemiekonzerne. Die Summe (als solche eigentlich gar nicht zu bezeichnen), die für die Forschungen auf dem Gebiet alternativer Anbaumethoden oder gar der Permakultur, sind vernachlässigbar! Da hier nicht viel Geld zu holen ist, weil nur wenige kleine oder gar keine Maschinen eingesetzt werden, weil keine Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die sehr teuer sind und nicht zuletzt, weil kein teures, gentechnisch verändertes Saatgut eingekauft werden muss, an dem nur die Chemie- und Genkonzerne verdienen, ist diese Art der Landwirtschaft sowohl für die Konzerne, als auch die Politik uninteressant!

Wer jetzt immer noch behauptet, die Politik habe das Wohl der Menschen im Sinn, der ist möglicherweise unbelehrbar! Die…

…Bürger sind für die Politiker diejenigen, die sie beim Regieren stören…

…und damit sie nicht vergessen, für wen sie ihre Posten bekleiden, dürfen wir nicht aufhören, ihnen unsere Meinung zu sagen und ihnen auf die schmutzigen Finger zu klopfen! Also denkt dran: „Wer schweigt hat schon verloren!“ Um noch einmal auf die Bemerkung des Herrn Preuß zurück zu kommen. Nullen machen wirklich nicht satt, aber wir haben es auch satt, von ihnen regiert zu werden.