Korrupt! Korrupt! Korrupt!

Wie wird man eigentlich so ein richtiges Schwein in der Politik? Korrupt, käuflich, bestechlich? Beginnt das schon, wenn man in die Politik einsteigt? Beginnt es, wenn man das Studium beginnt, oder seine Berufsausbildung? Ist es eine Frage der Werte, die keiner mahr hat, von denen aber alle reden? Ist Korrumpierbarkeit abhängig von politischer Gesinnung? Gibt es politische Einstellungen, die der Korruption weniger ablehnend gegenüber stehen und wenn ja, warum dürfen die dann in der Politik überhaupt aktiv sein? Warum, so frage ich mich, wundert sich sich Politik, edel und gut, wie sie nun mal ist, über die Politikverdrossenheit und ist es nicht doch mal Zeit für eine Revolution und einen kompletten Neuanfang???

Oder gibt es die Möglichkeit, dass sich Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, ja auch und besonders die Wirtschaft, aus sich selbst heraus erneuern können?

Zwei Herzen schlage, ach, in meiner Hühnerbrust! Das eine ist dankbar für die Freiheit, die uns nach dem Zweiten Weltkrieg geschenkt wurde, für eine Kindheit im Wirtschaftswunder in einer Fanilie, die von einer liebevollen, manchmal etwas überforderten, Mutter versorgt und zusammen gehalten wurde. Für einen treusorgenden, wenn auch bisweilen recht strengen, Vater, der alles tat, weas in seinen Kräften stand, um seiner Familie ein relativ sorgenfreies Leben zu ermöglichen.

Meine lieben Eltern haben mir beigebracht, was es heisst, ehrlich zu sein, zu seinem Wort zu stehen, niemanden zu betrügen und keine Gewalt auszuüben (obwohl letzteres in der Pubertät nicht immer einfach war und zwischendurch vergessen wurde!).

Gibt es das heute nicht mehr? Werden die Werte, auf die sich die Politik bezieht heutzutage durch das Privatfernsehen bestimmt? Heissen die Werte heute konsumieren um jeden Preis, Fast-Food-Fressen, soviel wie reingeht und schau immer dort zuerst, wo´s warm raus kommt, und sei es nur ein warmer Mastdarm?

Das Geld regiert nicht nur die einzelnen Länder, es regiert die ganze Welt! Wer kein Geld hat, ist nichts wert in diesem kapitalistischen System! Aber niemand unternimmt ernsthaft etwas gegen diese Entwicklungen – weil die gesamte Gesellschaft mittlerweile so korrupt und käuflich ist, dass sich überhaupt kein Mensch darüber noch Gedanken macht.

Aber weiterhin beherrschren hehre, warme Worte das politische Tagesgeschäft, obwohl jeder, der sich dafür interessiert, weiss, dass hinter den Kulissen ein Hauen und Stechen um die Fleischtöpfe der Macht stattfindet. Und weil es damit noch lange nicht genug ist, wechseln die Politiker nach ihrer Karriere in Amt und „Würden“ schneller in eine üppig dotierte Position in der Privatwirtschaft, als ein gewöhnlicher Sterblicher seine Unterhosen zu wechseln vermag!

Und dann will man uns allen Ernstes einreden, dies sei nur den ausgezeichneten Qualifikationen des Politikers zu verdanken und nicht seinen Kontakten, seinen Netzwerken und seinem Einfluss, den er zgunsten seines neuen Jobs geltend machen könnte? Sehen wir wirklich so dämlich aus?

Es gibt nicht den Willen in unserem Land, sich gegen diese Entwicklungen ernsthaft einzusetzen. Von keiner Seite! Aber was soll man auch erwarten von einer Politik, bei der alle Parteien vom Kapitalis- und Lobbyismus profitieren, die also aus naheliegenden Gründen kein Interesse daran haben können, dieses System abzuschaffen? Und was soll man erwarten von einer Bevölkerung, die ihren geistigen Horizont am Niveau der Sendungen privater Fernsehsender ausrichten und die Bedeutung ihrer unscheinbaren Existenz nicht daran gemessen sehen wollen, welchen Wert sie für die Gesellschaft haben (und sei es auch nur ein ideeller Wert!), als vielmehr am „Erfolg“ ihrer nuttig aufgemachten Kids bei DSDS.

Berücksichtigt man all diese Aspekte, bleibt einem wohl nicht wirklich viel mehr übrig, als einfach zu verzweifeln…

 

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Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen…

…kaum ist der Ölpreis radikal in den Keller gefallen (n-tv.de vom 15.12.2009), haben alle Politiker ihre Versprechen vergessen, das Klima unter angemessener Beteiligung der Schwerindustrie und Energiekonzerne retten zu wollen (natürlich letztendlich auf Kosten des Steuerzahlers, aber immerhin). Aber weil ein so tiefer Ölpreis wie derzeit nur einen kennt, der ihn bejubelt, nämlich den ohnehin geschröpften Autofahrer, versuchen nun alle an der Preisschraube zu drehen:

  • Die Ölproduzenten, weil sie nicht viel verdienen (mir steht das Wasser der Rührung in den Augen, wenn ich nur an die hungerleidenden Scheichs denke!).
  • Die Ölindustrie, weil sie auf die sinkenden Preise keine Zuschläge draufhauen und dies dann den Ölproduzenten in die Schuhe schieben kann (Auch hier bin ich den Tränen nahe, wenn ich nur an die darbenden Energiekonzerne vom Typ Shell, oder BP denke!).
  • Bundesregierung, die ob der sinkenden Preise für Heizöl und Treibstoffe mit wegbrechenden Steuereinnahmen in Milliardenhöhe zu rechnen hat, allerdings auf grund der niedrigen Rohölpreise flugs ihren Eid vergißt, daß Klima im Alleingang zu retten (Denn ohne die Steuergelder und ohne die Notwendigkeit – bei einem solch niedrigen Ölpreis muss noch genug Öl da sein, sonst wäre es nicht so billig, ist Frau Merkel vor der Industrie eingeknickt (netzeitung vom 15.12.2009) und verschleudert die Emissionsrechte für Treibhausgase zum Nulltarif).

Hier hätte man mal zeigen können, was die Versprechen zumindest der deutschen Politiker wert sind. Obwohl, man hat es ja gezeigt, sie sind nichts, absolut garnichts wert! Die CDU lästert über die rote Andrea aus Hessen, ob ihrer „Lüge“, mit den Linken nicht koalieren zu wollen? Vergesst es! Angela lügt, sie wolle das Klima retten und verkauft und verrät uns und die kommenden Generationen an die multinationalen Konzerne – nach ihr die Sintflut!

Was Merkel mit ihrem Verhalten erreichen will? Keine Ahnung! Wahrscheinlich weiss sie es selbst nicht. Den Eindruck kann man bei dem „Hü und Hott“ jedenfalls gewinnen! Greenpeace textete bereits am 12.12.2009 „Schwarzer Tag für die europäische Klimapolitik – Verantwortliche in Brüssel knicken vor Industrieinteressen ein

Das der Umweltgipfel in Posen in die sprichwörtlichen Hosen ging, brauche ich nicht extra erwähnen. Man konnte sich auf nichts einigen, will aber ab Ende 2009 in Kopenhagen endlich zu Potte kommen, denn…

…von jetzt an werde es ernst,

so der Chef des UN-Klimasekretariats Yvo de Boer zum Abschluß. Jetzt erst? Auf welchem Planeten leben die Herrschaften denn eigentlich? Unsere Mutter Erde kann es wohl nicht sein, sonst würden sie sicher ihre breiten Ärsche ein klein wenig schneller bewegen und in die der Konzernmanager kräftig hineintreten! Bislang dachte ich zwar, zumindest die Länder der westlichen Hemisphäre würden von Politikern regiert, die vom Volk gewählt wurden. Heute muss ich zu meinem großen Bedauern erkennen, dass die alte Weisheit Geld regiert die Welt nichts von ihrer Aktualität verloren hat! Man könnte auch angesichts des Überhand nehmenden Lobbyismus sagen: Wer gut schmiert der gut fährt, aber das wäre nicht fair!

Gibt es wirklich jemanden der sich über die Politikverdrossenheit und das geschwundene Vertrauen in unsere Politiker wundert?

Warum Politiker nicht die Interessen ihrer Wähler vertreten!

Haben Sie sich auch schon gefragt, warum die Politiker, die nach einer gewonnenen Wahl voller Eifer ihre neuen Posten und Ämter antreten, plötzlich genau das Gegenteil von dem tun, was sie vor den Wahlen versprochen haben? Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht, als ich volljährig wurde und das erste Mal zur Wahl gehen „durfte“. Damals glaubte ich noch, es sei meine demokratische Pflicht an Wahlen teilzunehmen, damit durch eine Stimme der Wohlstand, die Freiheit und die Demokratie in unserem Lande gesichert würde.
Heute schäme ich mich heute für meine Naivität, aber ich gestehe trotzdem, ich habe damals geglaubt, die Politiker, die sich zur Wahl stellten, seien ehrliche, aufrichtige Männer und Frauen, denen das Wohl unseres Volkes und Landes wirklich am Herzen liege. Wie sehr hatte ich mich doch getäuscht! Ein politischer Skandal jagte den nächsten. Bestechung, Vorteilnahme, Wirtschaftskrisen, steigende Energiepreise durch das Ölembargo und rasantes Wachstum der Arbeitslosigkeit. Ich begann mich zu fragen, warum ich den Eindruck hatte, das die Zustände in unserem Land immer schlechter wurden. Eine Antwort darauf fand ich freilich nicht!
Die Einsicht kam erst später, aber sie war umso überraschender. Mir wurde mit einem Schlag klar, dass die Politiker Menschen sind, die eigentlich nur lügen, wenn sie den Mund öffnen! Nun, ich will es lieber doch nicht ganz so krass ausdrücken. Politiker sind Menschen, die nur das sagen, was sie für wichtig halten und das muss nicht immer die reine Wahrheit sein.
Es ist eben alles relativ, auch die Wahrheit und die ist offenbar abhängig vom Blickwinkel, aus dem man sie betrachtet.
Aber wie gesagt, mich überkam die Einsicht in die Zusammenhänge in der Politik und das führte zu den folgenden Erkenntnissen:

  1. Politiker richten sich grundsätzlich alle nach der Weisheit des guten alten Konrad Adenauer, der da unbekümmert verkündete: „Wat interessiert mich mein Geschwätz von gestern!“
  2. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Wiedergewählt wird nur der, der den Wählern möglichst nicht wehtut, oder derjenige, der dafür sorgt, dass schmerzhafte Einschnitte in den Besitzstand der Wähler dem politischen Gegner angelastet werden können.
  3. An wirtschaftlichen Problemen und finanziellen Engpässen, an hoher Arbeitslosigkeit und unangenehmen Reformen sind immer die politischen Fehler der Vorgängerregierung schuld, niemals die frisch gewählte Regierung.
  4. Nachdem sogar das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat, der Wähler, der glaube die Politiker würden vor Wahlen die Wahrheit über ihre Pläne sagen, der sei selber schuld, wurde den Lügenbaronen Tür und Tor geöffnet. Seitdem überschlagen sich die unhaltbaren Versprechungen vor jeder Wahl.
  5. Wer als Politiker in ein Amt gewählt wurde, der trachtet zunächst einmal danach, seine Pfründe zu sichern und seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Man streckt schon mal die Fühler aus nach einem lukrativen Posten in einem oder sogar mehreren Aufsichtsräten eines nationalen oder internationalen Konzerns aus. Sobald dies geschehen ist, kann man natürlich nicht mehr die Interessen von Volk und Staat im Auge haben, sondern ausschließlich die Interessen der Wirtschaft. Schließlich will man es sich nicht mit seinen zukünftigen Arbeitgebern verderben!

Ganz egal, ob es dem durchschnittlichen Bürger schlechter und schlechter geht, er marschiert trotzdem weiter zur Wahlurne und wählt die, die er schon immer gewählt hat, weil das schon immer so war. Demütig hört er sich an, wenn die Politiker sagen, er jammere auf hohem Niveau, obwohl er an seinem eigenen Geldbeutel merkt, dass er sich vom gleichen Geld immer weniger leisten kann. Unwidersprochen nimmt er es hin, wenn ihm gesagt wird, er solle für seine Altersvorsorge mehr Eigenverantwortung zeigen, für seine Krankenversicherung mehr Eigenanteil bezahlen und dann gefälligst noch die Ökosteuer, Pflegeversicherung, Quellensteuer usw., usw. berappen – schließlich sei es ja so, dass „wir“ Jahrzehntelang über unsere Verhältnisse gelebt haben. Natürlich verschweigt man dabei, dass es nicht der Bürger, also der Wähler war, der über seine Verhältnisse gelebt hat, sondern die Politiker von denen er annahm, die wüssten, was sie da tun, wenn sie „regieren“!
Trotzdem trägt der Wähler die Verantwortung für die Fehler und Pannen der Politik und nicht die verantwortlichen Politiker, denn er war es ja, der die Regierung gewählt hat!
Wundert es unter diesen Umständen wirklich jemanden, wenn es in unserem Land, das zu einem der reichsten der Erde gehört, Politikverdrossenheit gibt? Das kann keiner ernsthaft behaupten, die Politiker tun es trotzdem und merken nicht, dass sie sich mittlerweile so weit von ihrem eigenen Volk entfernt haben, wie der Mond von unserer Mutter Erde!