Wann, wenn nicht jetzt?

Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um aus der Atomkraft auszusteigen?

Eigentlich hätte man niemals diese Büchse der Pandora öffnen dürfen. Welches Leid wäre den Opfern erspart geblieben, die ungefragt der Meinung der „Experten“ vertauen mussten, die Atomkraft sei sicher? Besonnene und besorgte Menschen, die schon immer auf die Gefahren und die nicht beherrschbare Technologie hingewiesen haben, wurden jahrzehntelang als Öko´s, Spinner und Traumtänzer verunglimpft. Ihre Sorgen vor atomaren Katastrophen als Panikmache hingestellt!Viel lieber glaubte man den Beteuerungen der Wissenschaft und vor allem der Atomkonzerne, es könne nichts passieren, die Risiken seien zu vernachlässigen und ein GAU (der größte anzunehmende Unfall in einem Kernkraftwerk) derart unwahrscheinlich, dass man das sogenannte „Restrisiko“ eben einfach zu tragen habe!

Mit Wahrscheinlichkeiten ist das aber so eine Sache. Selbst wenn man beispielsweise das Auftreten eines GAU alle 10.000 oder auch 100.000 Jahre für wahrscheinlich hielte, so sagt diese Zahl nichts darüber aus, wann innerhalb dieses Zeitraumes die Katastrophe eintreten kann. Der Betrieb kann also über den gesamte Zeitraum unfallfrei ablaufen, muss er aber nicht! Genauso gut kann der Betrieb aber auch schon im ersten Jahr zur verheerenden Katastrophe führen! Der Grund dafür mag möglicherweise nicht in der Technik der atomaren Energiegewinnung liegen, aber er liegt mit Sicherheit in Bedingungen begründet, auf die der Mensch nur sehr begrenzt Einfluss auszuüben vermag!

Im Gegensatz zum Universum ist die menschliche Dummheit grenzenlos
(sehr frei nach Albert Einstein) und menschliches Versagen ist einer der Hauptgründe für das Versagen der „perfekt“ durchdachten und redundant (das heisst mehrfach) abgesicherten Technik der Atommeiler! Gleichwohl gibt es keine Möglichkeit ein Atomkraftwerk zu bauen, dass absolut sicher ist, nicht gegen Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Brände und erst recht nicht gegen menschliche Dummheit und Fanatismus! Und trotzdem ignoriert man geflissentlich seit Jahrzehnten die Gefahren, weil sich im Betrieb eines Atommeilers ungeheure Profitmöglichkeiten eröffnen! Bei Geld hört nicht nur die Freundschaft auf, sondern auch die Vernunft. Dafür ist die Politik der vergangenen Jahrzehnte ein Beispiel, das uns als Fanal dienen sollte, Profitinteressen niemals über die Sicherheit der Menschen zu stellen! Genau das aber wird getan!Die Risiken des Einsatzes der Atomkraft tragen nicht die Konzerne, die sich über märchenhafte Gewinne freuen, diese Risiken trägt die Gesellschaft, tragen die Menschen, besonders diejenigen, die gezwungenermaßen in unmittelbarer Umgebung atomarer Anlagen leben müssen. Keine Versicherung ist bereit, dieses Risiko zu tragen, so „undenkbar“ und statistisch unwahrscheinlich das Eintreten eines GAU oder Super-GAU angeblich ist! Die Folgen eines gravierenden Störfalles tragen nicht die Konzerne, es ist die Gesellschaft, sind die Bürger, die dafür aufkommen müssen!!!

Freilich finden sich heute auch Menschen, die sich gerne selbst als Atomkraftgegner bezeichnen, denen der jetzt aufflammende Kampf gegen die Atomenergie in Deutschland, Europa und weltweit nicht passt! Sie sind der Meinung, es wäre „pietätlos“, wenn man jetzt, angesichts der Katastrophe in Japan, die Abschaltung der Atommeiler in Deutschland verlange!

Aber wann, wenn nicht jetzt, soll man aus der Atomkraft aussteigen? Wie könnte man jetzt schweigen, wo doch für alle, die sehen wollen, so offensichtlich geworden ist, welch unberechenbare Risiken in der Nutzung der Atomkraft liegen? Die Folgen dieser atomaren Katastrophen sind nicht beherrschbar! Größere Gefahren birgt nur die hemmungslose Gier der Konzerne, denen die Folgen ihres Tuns völlig egal zu sein scheinen!

Ob Tepco, E.on, RWE, ENBW oder Vattenfall, die Namen sind verschieden, das Streben nach Profit ist dasselbe! Die kriminelle Energie ihrer Manager, das Kartell der gekauften Politiker, das alles zerstört die mühsam aufgebauten demokratischen Strukturen dort, wo sie noch vorhanden sind! Ein Atomstaat kann kein demokratischer Staat sein, er entwickelt sich in dem Bestreben, die Sicherheit „seiner“ Atomanlagen zu garantieren zu einer parlamentarischen Diktatur, die die Menschenrechte per Gesetz aushebelt und den Ausnahmezustand zur Normalität erklärt!

Wir müssen jetzt aussteigen, auch wenn die meisten anderen Staaten dem Einfluss und den Einflüsterungen der Atomlobby zu erliegen scheinen und lieber das Geld einstecken, dass man ihnen hinterher schmeisst, als logisch zu denken und kritisch zu urteilen! Einmal nur, wenigstens einmal, will ich es erleben, dass Deutschland das Richtige tut und zwar als erster und von mir aus auch als einziger Staat!

weiterführende Links:

und hier noch für die, welche es interessiert, die oben genannten Atomkonzerne so, wie sie sich selber sehen und natürlich auch nach außen hin präsentieren:

  • Tepco (Homepage des Unternehmens mit Sitz in Chiyoda, Tokio – wer sich das zu Gemüte führen will, sollte des Japanischen mächtig sein, sonst wird es ein wenich kompliziert).
  • E.ON AG (Homepage des Unternehmens mit Sitz in Düsseldorf).
  • RWE (Homepage des Unternehmens mit Sitz in Essen).
  • ENBW (Homepage des Unternehmens mit Sitz in Karlsruhe).
  • Vattenfall (Homepage des Unternehmens mit Sitz in Stockholm, Schweden).
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Wächst uns die Asse über den Kopf?

Nun haben sie es endlich geschafft, die Damen und Herren von der Atomlobby. Die Bundesregierung hat sich nun als gütiger und vor allem großzügiger Gönner geoutet und dem Steuerzahler mit der der Übernahme der Asse in die Obhut des Bundes auch gleich die horrenden Kosten der Sanierung und Schließung 2020 aufgebürdet (Das schreibt die netzeitung am 31.1.2009 unter „Bund übernimmt Schließungskosten – Atom“Sauhaufen“ Asse bleibt bis 2020 offen“! Na also, es läuft doch alles wieder so, wie man es gewohnt ist hierzulande!

Also bei mir kömmet da richtig Freude auf, wenn ich so sehe, wie sich die Regierung – me nothing you nothing – von der Atomindustrie über den Tisch ziehen lässt und dann noch damit hausieren geht, als handele es sich um einen gigantischen Erfolg im Namen des Umweltschutzes! Von Verursacherprinzip keine Spur mehr – die Atomindustrie steckt Milliardengewinne ein, preist sich selbst als Retter des Klimas und einer sauberen Umwelt und läßt den Staat und die Bürger für die Entsorgung ihrer hochgiftigen Hinterlassenschaften sorgen und zahlen!

Bin ich, sind die paar Atomkraftgegener die sich gegen den Wahnsinn aktiv engagieren eigentlich wirklich die einzigen, die das sehen? Lügen sich die restlichen Menschen in unserem Land, einschließlich der Regierung und Teilen der Opposition wirklich vor lauter Dummheit (oder ist es Verzweiflung?) selber in die eigene Tasche, um sich nicht der Realität stellen zu müssen?

Wie kann man ernsthaft glauben, man könnte ein sicheres Verfahren für die Entsorgung des hochradioaktiven Restmülls aus den Atommeilern finden, indem man ihn irgendwo in der Erde verbuddelt- sicher für die nächsten zehntausenden von Jahren? Genau das hat man behauptet, als die Asse für den Atommüll geöffnet wurde, obwohl schon damals die behauptete Sicherheit der Anlage nicht wissenschaftlich zu belegen war! Heute steht man vor den Trümmern des Salzstockes und ist froh, wenn er in den nächsten 6 Jahren noch nicht in sich zusammen fällt, damit man ihn wenigsten halbwegs regulär schließen kann und nicht fluchtartig verlassen muss! Kann es sein, dass unter solchen Umständen der Dreck da drinne – es handelt sich sicherlich zu 90% um Müll aus Atomkraftwerken, für dessen sichere Entsorgung  eigentlich die Atomindustrie zahlen und haften müsste – über einen jahrzehntausende dauernden Abklingprozeß „sicher“ ist? Sind unsere Nachkommen vor dieser Scheiße und der Verantwortungslosigkeit der Atomindustrie und der deutschen Regierung sicher? Wenn ja, für wie lange?

Mit der Änderung der Zuständigkeiten („Bundestag schafft Voraussetzung für Asse-Stilllegung“ auf tagesschau.de am 31.1.2009) ändern sich – flugs – die Verantwortlichkeiten und diejenigen, die man zur Kasse bitten wird, aber keineswegs die Gefahr die von dieser Art der „Endlagerung“ ausgeht. Wenn irgendwann in den nächsten 10 oder 20 Jahren die Radioaktivität durch Wassereinbruch in die verseuchten Stollen in die Umwelt gelangt, dann sperren wir vermutlich einfach ein paar hundert oder tausend Quadratkilometer unserer Heimat ab und ziehen einfach um – Deutschland ist ja so schön groß?

Oder vielleicht sollten wir der Radioaktivität sagen, dass sie in der Asse II sicher eingeschlossen und endgelagert ist und sich gefälligst an die Spielregeln zu halten hat!

Atomkraft und kein Ende…

…aus gegebenem Anlass möchte ich wieder einmal darauf hinweisen – ich weiss schon noch, dass meine letzten lästerlichen Meldungen zu diesem Thema noch nicht all zu lange her sind – wie sicher die Atomkraft ist.
Bei einer Havarie auf dem russischen Atom-Uboot „Nerpa“ (FocusOnline vom 9.11.2008) im Japanischen Meer haben bedauerlicherweise 20 Menschen ihr Leben verloren (tagesschau.de vom 9.11.2008. An Bord hatte sich in mehreren Sektionen des Schiffsrumpfes die Feuerlöscheinrichtung aktiviert und die betreffenden Bereiche mit Freon geflutet. Diese Chemikalie, eigentlich heisst sie Difluordichlormethan, soll bei einem Feuer an Bord den Sauerstoff entziehen und die Flammen löschen. Das Uboot war noch nicht einmal in Dienst gestellt und befand sich auf einer Testfahrt.
Aus diesem Grunde hier ein Link zu einem Artikel auf FocusOnline vom 9.11.2008, der eine Chronik ähnlicher Vorfälle in der Vergangenheit enthält.
Nun hilft es weder den ums Leben gekommenen Menschen, noch deren verzweifelten Angehörigen, dass keine Radioaktivität ausgetreten zu sein scheint. Angeblich wurde auch keine erhöhte Strahlung gemessen. Aber Fakt ist: Wenn ein konventionelles Uboot mit ebenso konventioneller Bewaffnung brennt und/oder anschliessend im Meer versinkt, geht von diesem nur eine „relativ“ geringe Gefahr für die Umwelt aus. Was aber passiert, wenn ein mit einem oder zwei Atomreaktoren bestücktes Uboot havariert, kann sich jeder halbwegs vernünftige Mensch selbst ausmalen. Eine Katastrohe für die Umwelt unabhängig davon, ob der Reaktor nun birst oder nicht!

weiterführende Links:

Leukämierisiko in der Nähe von Kernkraftwerken!

Kinder, die im Umkreis von Atomanlagen leben, erkranken häufiger an Leukämie, als andere Kinder. Dies berichtet sueddeutsche.de („Kernkraftwerke – Höheres Leukämierisiko“). Das allein wäre scho schlimm genug. Aber was noch wesentlich schlimmer ist, ist die Tatsache, dass die Strahlenschutzkommission keinerlei Zusammenhang mit Radioaktivität sieht. Da drängt sich mir als unbedarftem Beobachter die  banale Frage auf: „Wen soll die Strahlenschutzkommission eigentlich vor wem schützen? Die Bürger vor zu viel, oder überhaupt vor Strahlung aus Atomanlagen? Oder eher die Atomkonzerne und die verantwortlichen Politiker vor den (selbstverständlich haltlosen) Verdächtigungen und möglichen Schadenersatzansprüchen (vermeintlicher, denn wer will schon diesen augenscheinlichen Zusammenhang beweisen und es sich auf diese Art und Weise mit den Mächtigen dieser Republik verderben?) Opfer, die glauben, unter Strahlung zu leiden oder erkrankt zu sein?“

Augenfällig ist dieser oft behauptete, aber von den Verantwortlichen stets bestrittene Zusammenhang zwischen Atomanlagen und der Häufigkeit von Leukämieerkrankungen schon. Und es ist ja auch recht unwahrscheinlich, dass diese Häufung von Erkrankungen, vor allem bei Kindern, die im direkten Umfeld von Kernkraftwerken leben, einen anderen Grund haben könnte. Für mich ist das genauso wahrscheinlich, wie der ursächliche Zusammenhang zwischen dem Rauchen und Atemwegserkrankungen bis hin zum Lungenkrebs (daran zweifelt kaum noch ein vernünftiger Mensch). Aber was würde geschehen, wenn die Strahlenschutzkommission sich ihren Namen verdienen würde und diesen Zusammenhang endlich anerkennt? Die Atomindustrie müsste mit einer Flut von Klagen und gigantischen Schadenersatzforderungen rechnen und die Politik, die bar jeder Vernunft den Bau und Betrieb solcher kaum zu beherrschenden Monsteranlagen zugalassen hat, würde nicht nur ihr Gesicht, sondern die Macht verlieren. Es wäre in unserem Lande nie wieder möglich, ein Atomkraftwerk zu errichten und die bereits in Betrieb befindlichen müssten sicher schliessen! Wie viel wird noch vor uns, den Bürgern dieses Landes geheim gehalten aus lauter Angst vor der Wahrheit?

Nicht alles, was der Mensch  zu beherrschen glaubt, muss zum Einsatz gebracht werden. Atomkraft ist ersetzbar. Es gibt andere Möglichkeiten Energie zu erzeugen. Wir sind nicht auf diese gefährlichste aller Energiequellen angewiesen. Wenn man schon nicht um Gaias willen auf die Atomenergie verzichtet, so wenigstens um der Menschen, der Kinder willen!

weiterführende Links – hab ich gefunden bei BessereWeltLinks: