Über allen Gipfeln Ist Ruh’…

…In allen Wipfeln Spürest Du
Kaum einen Hauch;

Die Vögelein schweigen im Walde

Warte nur, balde Ruhest Du auch.

Dies schrieb einst der berühmte Johann Wolfgang von Goethe, nach einer Wanderung im September 1780, als er sein müdes Haupt in der Hütte auf dem Kickelhahn (was für´n niedlicher Name) zur Ruhe bettete, auf eine Holzplanke an der Wand. Er wanderte gern und oft im Thüringer Wald und er liebte den Wald und die Bäume, wie man seinen gefühlvollen Worten entnehmen kann!
Vermutlich war diesem Genie der deutschen Sprache und Universalgelehrten die Bedeutung der Wälder bewusst, ganz anders als heute, wo der Wald nur noch eine auszubeutende Ressource ist. Gnadenlos werden die Wälder in industriellem Maßstab abgeholzt und gewinnbringend vermarktet. Wo der Nachschub herkommt, interessiert niemanden!

Urwald am Altrhein bei Leopoldshafen

Besonders schlimm ist der Raubbau in den tropischen Regenwäldern, die sich einst als ein gigantisches Band um den gesamten Globus zogen und die ihnen von der Natur zugedachte Funktion als Lunge des Planeten erfüllten!
Aber der Mensch betrachtete die Natur schon immer gern als einen Feind, den es zu besiegen galt, um sich seiner Schätze bemächtigen zu können und so zog er aus und begann Krieg gegen den Wald zu führen, als wäre es möglich, einen Sieg zu erringen! Dabei scheint niemand zu begreifen, dass dies ein Krieg gegen unsere eigenen Lebensgrundlagen ist und hier kann man nur verlieren.
Aber die Tropen und die Regenwälder sind weit weg und die Gewinne, die durch das halblegale und illegale Schlagen von Tropenhölzer sind ähnlich verheißungsvoll und märchenhaft, wie der Drogenhandel und dementsprechend engagiert sich die eine gut organisierte Mafia im illegalen Holzeinschlag und dem Schmuggel in die Industriestaaten, wo man meint, nicht auf die Vorzüge tropischer Hölzer verzichten zu können und nicht verzichten zu brauchen. Schließlich ist Teak oder Mahagoni etwas, mit dem man den Nachbarn neidisch machen und seinem Hang zur Dekadenz nachgeben kann!
War es vor ein paar tausend Jahren noch eine relativ faire Auseinandersetzung zwischen Mensch und Baum, in der der Wald eine gute Chance hatte, die Versuche des Menschen, ihn zu vernichten, durch das Wachstum neuer Bäume mehr als auszugleichen, begann sich das Verhältnis zu Ungunsten der Wälder zu verschieben, als der Gebrauch von Stahlwerkzeugen, Sägen und letztlich der Motorsäge in Mode kam! Heute wird der Wald mit Hilfe großer, raupengetriebener Maschinen „geerntet, die in den Wald hineinfahren und die Bäume fällen, entrinden, ablängen und gleich auf geländegängige LKW verladen – alles in einem Arbeitsgang! Wie soll der Wald da eine Chance zur Regeneration haben?
Aufforstung kostet Geld! Was Geld kostet, schmälert den Gewinn! Also verlässt man sich darauf, dass die Gesellschaften der Industriestaaten, teils getrieben von schlechtem gewissen, teils getrieben von Angst vor der völligen Zerstörungund Verwüstung der Erde ihre Kröten springen lassen und damit Wiederaufforstungsprogramme bezahlen!
Oft ist es allerdings zu spät, denn wenn der Nährstoffarme Waldboden ohne jede Bedeckung durch Vegetation den Kräften von Wind und tropischem Regen ausgesetzt sind, beginnt die Erosion unaufhaltsam den entblößten Waldboden fortzuschwemmen. Zurück bleibt eine steinige, tote und trockene Wüste, auf der kein Strauch mehr wachsen kann! Landwirtschaft und Viehzucht ist ebenfalls nicht möglich. Im Gegenteil, die Haltung von Rindern und Schafen beschleunigt die Zerstörung des Bodens nur noch mehr, Landwirtschaft ist nur unter Einsatz großer Maschinen und enormer Mengen an Kunstdünger, Pestiziden und Herbiziden, sowie den „Spitzenprodukten“ so „sozial“ eingestellter Gentechnikkonzerne wie Monsanto, Bayer, oder Pioneer. Nicht umsonst ist Südamerika der weltgrößte Produzent gentechnisch veränderter Soja, die wiederum in aller Welt zur Tiermast eingesetzt wird!
In den letzten 8.000 Jahren soll der gesamte Waldbestand unserer Erde um 1/3 geschrumpft sein. Davon dürfte der Großteil in den letzten 30 Jahren gefällt und/oder in Rauch aufgegangen sein. Jahrhundertealte Bäume und jahrtausendealte Wälder, geopfert für die Profite der Kapitalisten! Die Folgen tragen wir alle und wie wir heute mehr als deutlich sehen, kümmert sich die Wirtschaft einen Scheiß um die Menschheit und deren Recht zu Überleben! die Vernichtung des Regenwaldes im Amazonasbecken, hat nach einer kurzen Phase der Erholung (und Erholung heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass sich der Waldbestand etwa erhöht hätte, sondern lediglich, dass die Geschwindigkeit der Abholzung über einen kurzen Zeitraum hinweg ein wenig gesunken ist!).
Im Parlament Brasiliens wird nun auch noch darüber diskutiert, ein neues Waldgesetz zu verabschieden, das diesen Namen sicher nicht verdient. Es müsste Abholzungsgesetz heißen und soll den „Wünschen“ und „Bedürfnissen“ der Agrarindustrie und der Holzkonzerne entgegen kommen und was das heißt, kann sich jeder selbst ausmalen – Abholzung, Rodung, Vernichtung, Zerstörung und Erosion. In besonderer Gefahr ist jetzt der letzte Rest des Küstenregenwaldes Brasiliens (Mata Atlantica), der einst nahezu die gesamte Küste säumte. Heute sind nur noch kärgliche 7% des einstigen Waldbestandes übrig geblieben und genau diese letzten Schutzgebiete sind den Konzernen ein Dorn im Auge. Zwar wollte Brasilien bis zum Jahr 2020 sowohl die CO2-Emissionen um 39%, als auch die Waldabholzung um 80% reduzieren, aber so wie es aussieht, wird sich die Geschwindigkeit der Entwaldung erst dann reduzieren, wenn der gesamte Wald vernichtet und nix mehr übrig ist! Von einer Verringerung der CO2-Emissionen braucht man in diesem Zusammenhang garnicht mehr reden.
Und so habe ich, als mich der Zorn gestern überkam, des ollen Goethens wunderbares Gedicht ein wenich umgeschrieben, scheint es mir doch in den erläuterten Zusammenhang so besser hiein zu passen…

Über allen Gipfeln ist Ruh´

Da, wo einst Wald war, spürest Du

Kaum einen Hauch;
Kein Vöglein im gerodetem Walde
Warte nur, balde verreckst Du auch.

weiterführende Links:

Bei den genannten Organisationen könnt Ihr Euch engagieren und an Aktionen teilnehmen, oder auch selber welche auf die Beine stellen. Auf jeden Fall gibt es jede Menge Möglichkeiten, gegen den Mainstream und für Natur und Umwelt zu kämpfen! Jede Stimme hilft!

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Pelikan reagiert auf Email-Protest!

Vor einigen Tagen, genauer gesagt am 9.6.2009, wurde ich via Der Waldblog auf eine Email-Aktion aufmerksam, die sich an den Pelikan-Konzern richtete. Grund war, dass für sogenannte Künstlerpinsel, Stiele aus Ramin gefertigt wurden. Dabei handelt es sich um ein Tropenholz, das artengeschützt ist. Ich gebe hier das Antwortschreiben von Pelikan auf meine Protest-Email als Zitat wieder, denn wir wollen ja neben allem Gemecker auch eines nicht vergessen – wenn auf Proteste reagiert wird und Einsicht zu erkennen ist, soll das auch honoriert werden!

Pelikan stellt sich der Verantwortung:

Stellungnahme zu Pinseln aus Ramin Holz

Wir bedanken uns für Ihre email. In den letzten Tagen erhielten wir ausgelöst durch die Sendung Report Mainz am 08.06.2009, eine Reihe von Anfragen unserer Kunden und Partner, die wissen wollten, was es mit der  Verwendung von Tropenhölzern durch Pelikan auf sich hat. Wir möchten Sie deshalb hierzu direkt informieren

Die Marke Pelikan steht für qualitativ hochwertige und sichere Produkte. Das gilt uneingeschränkt auch für alle unsere Pinsel, die intensiven Qualitätskontrollen unterliegen.

Richtig ist, dass in der Vergangenheit für die Produktion etlicher Pelikan Pinselschäfte aus Malaysia stammendes offiziell freigegebenes Quotenholz der Sorte Ramin verwendet wurde.

Für jede Ausfuhr des zu Pinseln verarbeiteten Ramin Holzes aus Malaysia liegen Ausfuhrgenehmigungen der zuständigen Behörde nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) vor. Das Material für die Pinselschäfte wurde dabei nicht aus wertvollem Stammholz, sondern ausschließlich aus Ästen und Reststücken gewonnen, die üblicherweise verbrannt werden.

Die Pelikan Pinsel wurden zollrechtlich ordnungsgemäß deklariert. Bei der Einfuhr wurde allerdings versäumt, die formell zusätzlich erforderliche Einfuhrgenehmigung nach der EG-Artenschutzverordnung einzuholen. Wir bemühen uns derzeit bei der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), um eine nachträgliche Genehmigung.

Dennoch haben wir aus dieser Diskussion gelernt und ziehen deshalb klare Konsequenzen.

Angesichts der ökologischen Grundausrichtung wird Pelikan zukünftig weder Ramin  Holz noch  jegliche andere Art von geschützten Tropenhölzern  zu Pinseln verarbeiten,  selbst wenn diese von der Artenschutzbehörde CITES freigegeben sind. Wir werden ausschließlich auf artenschutzrechtlich unbedenkliche Holzsorten zurückgreifen.  Zudem bieten wir auch Kunststoffpinsel mit spezieller Griffzone an.

Wir bemühen uns, diese neuen Produkte so schnell wie möglich in den Handel zu bringen. Bereits gefertigte Pinsel werden nach Genehmigung durch das Bundesamt für Naturschutz abverkauft.

Darüberhinaus streben wir auch eine Nachhaltigkeit der Produktionskette an und bemühen uns um eine FSC (Forest Stewardship Council ) Zertifizierung unserer Produkte.

Wir hoffen, dass wir Ihnen auf diesem Wege die Situation aufzeigen konnten und Sie auch weiterhin der Marke Pelikan Ihr Vertrauen entgegen bringen.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Simone Bahrs
European PR
fon: +49 (0) 511 6969-145
fax: +49 (0) 511 6969-266
e-mail:
simone.bahrs@pelikan.com


Pelikan Vertriebsgesellschaft mbH & Co.
KG, Germany, 30163 Hannover, Werftstraße 9
Domicile:Hannover
Register Court:District Court Hannover (HRA 24756)

Personally liable shareholder:Pelikan Vertrieb Verwaltungs GmbH
Domicile: Hannover
Register Court:District Court Hannover (HRB 51230)
Managing Directors:Peter Raijmann, Gunther Andrée, Arno Telkämper

Es kann vielleicht nicht schaden, wenn der ein oder andere sich noch an die Aktion mit anhängt (wurde übrigens angeleiert von Rettet den Regenwald e. V. ), um die nachhaltige Wirkung zu garantieren. Denn natürlich muss man dran bleiben und nach einer angemessenen Zeit auch überprüfen ob das, was versprochen wurde, auch eingehalten worden ist.

Einstweilen sage ich für meinen Teil erstmal Dank an die Initiatoren der Aktion, wie auch an Pelikan für die Reaktion!

Wir bleiben dran, denn die Umwelt geht uns nicht am Arsch vorbei!

weiterführende Links:

  • Rettet den Regenwald e. V. (die Seite zur Rettung der grünen Lungen unserer Gaia benötigen auch für viele andere Aktionen noch ein paar eifrige Unterstützer, die per Email ihren Unmut über die hemmungslose Ausbeutung unserer Ressourcen kundtun wollen. Es geht um unser aller Zukunft!)