Kleidung aus Müll?

Warum eigentlich nicht? Stellt sich nur die Frage, welchen und wieviel Sinn es macht, z. B. aus alten Plastiktüten das Rohmaterial zur Herstellung von Kleidung zu gewinnen?

Zuerst muss man dazu bemerken, dass es eigentlich ein Witz ist, ein paar hundert Plastiktüten so zu verspinnen, dass daraus so etwas wie Garn herzustellen ist. Betrachtet man die unglaublichen Mengen an Plastik, die mittlerweile im Meer schwimmen und setzt die paar recycelten Tüten dazu in Relation, dann kann man das ganze Zeug eigentlich sofort wieder dorthin schmeißen, wo man es hergeholt hat. Ins Meer, oder auf die Müllkippe! Aber wenn man diese Idee als einen recht geschickten Marketinggag einer jungen DesignerIn versteht, kann man der Sache schon einiges mehr abgewinnen.

Natürlich sind wir uns alle darüber im Klaren, dass diese Form des Upcycling keine Lösung für das gigantische Problem der Meeresverschmutzung u. a. durch Millionen von Tonnen Plastikmülls sein kann. Es ist allenfalls eine Randnotiz auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Lösung, die da nur lauten kann – kein Plastikmüll mehr in die Ozeane! Aber immerhin ist es ein bemerkenswerter Ansatz. Denn es macht ja durchaus Sinn, Materialien mehrfach zu nutzen, wenn ein aus einem bestimmten Rohstoff hergestelltes Produkt seinen Lebenszyklus durchlaufen und seinen Zweck, mehr oder weniger zufriedenstellend, erfüllt hat.

Bei Platiktüten ist es meist so, dass sie nach einmaliger Verwendung nicht mehr weiter verwendet werden (können) und darum sofort in den Abfall geworfen werden, nachdem man mit den Waren, die man darin transportiert hat, zu Hause angekommen ist.

Überhaupt ist das Upcycling nach der Erst- oder Zweitnutzung sicher deutlich sinnvoller und umweltverträglicher, als die „thermische Behandlung“ in der Müllverbrennungsanlage, die derzeit noch das Maß aller Dinge ist. Und für alle, die sich fragen, was denn Upcycling eigentlich sein soll, hier die einfache Antwort – man nutzt Abfallstoffe so, dass aus ihnen neue Produkte hergestellt werden können und diese Produkte dann höherwertig sind, als das ursprüngliche Produkt! Grundsätzlich keine schlechte Idee, wie ich persönlich finde.

Ein Aspekt steht noch im Raum, der bislang unbeantwortet ist. Wie sieht es beispielsweise mit der Schadstoffbelastung von Kleidungsstücken aus, die aus re-, bzw. upgecycelten Plastiktüten hergestellt werden? Wie sieht es mit der Produkthaftung aus, wenn es zu gesundheitlichen Problemen kommt? Wer ist dann dafür verantwortlich? Vermutlich derjenige, der aus upgecyceltem Kunststoff Kleidung herstellt. aber kann er wissen, was in den von ihm verwerteten Plastiktüten eigentlich wirklich drin ist?

Einen wirtschaftlichen Faktor sieht wohl außer den enthusiastischen Upcyclern selbst derzeit niemand darin, ausgesonderte Produkte zur Rückgewinnung von Rohstoffen zu nutzen. Okay, Metaal, Glas, Papier und dergleichen war schon immer eine Geschäftsidee, die sich große Unternehmen gern unter den Nagel rissen, um sich daran zu bereichern. Wäre das Recycling in absehbarer Zeit eine Sache, mit der man eine Menge Geld verdienen könnte, hätten sich die Rohstoffkonzerne längst in dieser Branche breit gemacht und kleine Recycler und Menschen, denen weniger der Profit am herzen liegt, als die Nachhaltigkeit, längst aus dem Markt gedrängt.

So lange der Rohölpreis nicht deutlich über hundert Dollar je Barrel liegt, wird es wohl auch keine Änderung in dieser Einstellung geben.

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Gesellschaftskritik

Da haben wir sei nun. Die Jugend, die unsere Schulen und Universitäten (in unser aller Auftrag?) heran gezogen haben. Jung, dynamisch, erfolglos, weil sie (dank PISA wissen wir darüber Bescheid!) kaum lesen und schreiben, nicht rechnen und schon garnicht still sitzen, oder problemorientiert arbeiten kann!

Eine Generation Ritalin, die von frühester Jugend, ja Kindheitsbeinen an, darauf dressiert ist, der chemischen Industrie ihr Vertrauen zu schenken und sich den Wonnen therapeutsch verordneter chemischer Kastration des Geistes hinzugeben.

Eine Jugend, die zwar problemlos 10 oder 15 Markennamen, sogenannte Labels, nennen kann, die auf ihren In-Klamotten zu finden sind, die sie unbedingt benötigen, um unter ihresgleichen gesellschaftlich akzeptiert zu werden, aber sicher nicht die Namen der letzten drei Bundeskanzler.

Wenigstens steig der Grad der Akademisierung im gleichen Mass, wie der Grad akademischer Unfähigkeit. Oder gibt es einen anderen Grund dafür, dass man nicht nur die laut beklagten fehlenden Facharbeiter nur allzu gern aus dem nahen und fernen Ausland impotieren möchte, sondern am Besten auch gleich deren akademische Eliten in erquicklicher Zahl, als würden die zur Entwicklung ihrer Heimatländer nicht gebraucht?

Denkt man betriebswirtschaftlich, ist es schon sehr verlockend, Fachkräfte und Akademiker im Ausland ausbilden zu lassen (auf Kosten ihrer Heimatländer) und dann zu importieren. Mit der Aussicht auf geringfügig höhere Einkommen!

Dafür proletarisiert man hierzulande die Akademiker, indem man sie schlecht bezahlt, befristet einstellt, oder gleich garnicht, so dass sie von den Hörsälen direkt in die Arbeitslosigkeit, oder prekäre Beschäftigung gedrängt werden können!

Es lebe der Kapitalismus, möchte man am liebsten ausrufen, aber die Worte bleiben einem dabei im geschwollenen Halse stecken!

Wer jetzt noch nicht erkannt hat, dass der Kapitalismus das System ist, dass den Menschen am hemmungs- und rücksichtslosesten ausbeutet und bei der Gewinnmaximierung (ohne auch nur mit der sorgfältig gezupften Augenbraue zu zucken) sprichwörtlich und tatsächlich über Leichen geht, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen!

Und doch tanzen nahezu alle Regierungen der westlichen Hemisphäre wie die Narren um´s güldene Kalb des Profits, während sie lauthals dessen Schlechtigkeit beklagen, obschon ihnen klar ist, klar sein muss, dass weder die natürlichen Ressourcen, noch die Rohstoffe, und auch nicht die Profite grenzenlos sind oder ins Unendliche gesteigert werden können!

Aber wer will das schon hören, wenn er ausgerechnet von denen hofiert und bezahlt wird, die er per Gesetz eigentlich reglementieren und deren exorbitante Gewinne er zumindest in Teilen (durch Steuern) vergesellschaften und nach unten umverteilen sollte?

Genau! Keine Sau!

Und deshalb wird sich an unserer Gesellschaft so lange nichts ändern, bis die Menschheit sich um den Zugang zu den letzten Rohstoffen und Ressourcen gegenseitig die Schädel einschlägt und eine kleine, stinkend reiche Elite die Gewinne nach Hause trägt, in ihre Banken!

Dann erst zeigt uns der Kapitalismus sein wahres, hässliches Gesicht und es wird noch viel hässlicher sein, als die Visage unserer KandesbunzlerIn, die man Muddi nennt! Es wird das Gesicht eines hässlichen Raubtieres sein!

Der Müllmann in uns!

Angeblich gehört der Wunsch Müllmann zu werden, neben dem Lokführer und dem Astronauten, zu den ersten Berufswünschen, für die sich Jungen im Kindesalter begeistern können. Jedenfalls war das zu meiner Zeit so, was – zugegebenermaßen – schon ein paar Jahre zurück liegt! Und irgendwie hat es etwas für sich, mit einem bestialisch stinkenden großen orangefarbenen Müllauto frühmorgens durch die Stadt zu fahren und beim Entleeren der Abfallbehälter einen Höllenlärm zu veranstalten. Früher war das natürlich viel einfacher als heute, denn da waren die Mülltonnen noch aus Metall. Aber da man den Müllmännern und -frauen einfach nichts gönnt,  schon gar keinen Spass bei der Arbeit, stellt man sie heute aus Kunststoff her!

Mittlerweile bin ich, wie man aus meinen sehnsüchtigen Rückblicken in die gute alte Zeit erraten kann, ein paar Jahre älter geworden. Mein berufliche Entwicklung ging natürlich andere Wege, als ich es mir vorgestellt habe. Müllmann bin ich jedenfalls nicht geworden.  Ganz im Gegenteil, Müllmann/Müllfrau ist heute jeder in unserem Lande. Das hat der Gesetzgeber so eingeführt, indem er die Bürger dazu verpflichtete, ihren Abfall sauber zu trennen, gesondert zu sammeln und ihn in Tonnen von unterschiedlichster Farbe zu entsorgen. Freilich kostet das Geld, und nicht wenig! Aber was tut man nicht alles für die Umwelt und den Schutz der Natur, nicht wahr?

Viele tun es! Manche mit mehr, andere mit weniger Ehrgeiz und wieder andere Menschen denken sich das berühmte Götz-Zitat und schmeißen alles in eine Tonne! Und so besteht ein Gutteil des Lebens eines deutschen Bundesbürgers in der Beschäftigung mit seinem Müll. Denn wer nicht richtig trennt, der muß mit Strafe rechnen, sofern man ihn denn erwischt! Und das wird umso schwieriger, je mehr Menschen im gleichen Haus wohnen wie derjenige, dem das „Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz – KrW-/AbfG)“ am Arsch vorbei geht! Da aber der Deutsche, an und für sich, ein sehr gehorsames Arbeitstier ist, macht er sich nach Feierabend und am Wochenende über seine Abfälle her, sortiert Metalle, Kunststoffe, Papier, vielleicht auch noch Holz, Kork und Kartonagen heraus und trägt diese in die zugehörigen Tonnen. Glas aber, muss er in einem Sonntagsausflug in seinen Bollerwagen packen und mittels eines Gewaltmarsches zum nächstgelegenen Glascontainer zerren – wo er dann meist mit rasch ansteigendem Blutdruck zur Kenntnis nimmt, dass er seine Schnapsflaschen und Marmeladengläser nur zwischen 9:00 und 19:00 Uhr einwerfen darf, aber nicht am Sonntag, weil das die Anlieger stören könnte. Was bleibt dann noch übrig von unserem Abfall? Richtig, der Restmüll und der Biomüll, wobei der Restmüll der Dreck ist, der tropft und stinkt und der Biomüll der organische Überrest unserer Mahlzeiten ist, der aber ebenfalls tropft und stinkt. Den Biomüll tragen wir sodann, voller Eifer und heimlicher Freude darüber, der Natur etwas zurück zu geben, auf den Komposthaufen im Garten, damit sowohl die Ratten, als auch die Fliegenlarven das abbekommen, was ihnen zusteht!

Restmüll und Wertstoffe werden für teures Geld von städtischen oder privaten Entsorgern abgeholt und einer „thermischen Behandlung“ (früher sagte man verbrennen dazu), im Fall des Restmülls und der Wiederverwertung, im Falle der Wertstoffe, zufgeführt werden. Da der Restmüll nun aber ein wertvoller Brennstoff geworden ist, der an die Verbrennungsanlagen verkauft werden kann, verdient der Entsorger also gleich zweimal daran.  Auch die Wertstoffe, nun als Rohstoffe für die Industrie deklariert, werden weiterverkauft und auch hier verdient der Entsorger zum zweiten Mal! So wird aus Dreck Geld, ein wahrhaft kapitalistisches Märchen.

Wir Deutschen sind natürlich stolz auf unser Entsorgungs- und Recyclingsystem.Teilweise auch zu Recht. Was aber mit Giftstoffen, wie z. B. PC-Schrott, Giften, Kunststoffen und Schlämmen, Lacken, Chemikalien, Stäuben aus Filteranlagen der Industrie oder gar atomaren Abfällen (und diese Aufzählung ist bei weitem nicht erschöpfend und nur beispielhaft) geschieht, ist weniger erwähnenswert. Man versenkt den Dreck in irgendwelchen alten Bergwerken wie beispielsweise der Asse (die mittlerweile von Salzlauge überschwemmt wird und deshalb am Absaufen ist) oder, was viel einfacher ist, als falsch deklarierte fracht in Länder dre Dritten welt verschoben wird, wo sie das Grundwasser vegiften, die Luft verpesten und Menschen krank machen! Und überall hat die weltweit operierende Müllmafia ihre Pfoten drin, in friedlicher Koexistenz mit Saubermännern  und Gutmenschen aus der Politik und der Wirtschaft und zu Nutz und Frommen aller, die daran teilhaben!

Freilich, so tiptop dieses Recyclingsystem auf dem Papier und in der Vorstellung der Politiker funktioniert, so unlogisch ist es in der Realität. Prinzipiell geht es hier überhaupt nicht um den Schutz der Umwelt und die Schonung der Ressourcen, sondern um das, was man als die Hauptaufgabe eines jeden kapitalistischen Systems bezeichnen kann – ums Geld machen! Ein bewährtes Sammelsystem wie SERO, wurde durch so dubiose Geldsammelvereine wie Duales System und der Grüne Punkt ersetzt, nicht weil es schlecht war, oder nicht funktionierte, sondern weil es ein Überbleibsel der alten, untergegangenen DDR war – also musste es auch Scheiße sein, ganz klar! Und überall, wo Bares winkt, sind auch klebrige Hände, die geschmiert und mit Scheinchen gefüllt werden wollen. Sonst würden wir nicht in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem leben!

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Wer schützt unser Klima?

Wer schon den ein oder anderen Artikel in meinem Blog Tempel der Gaia gelesen hat, der kennt vermutlich meine Einstellung zu der neuesten Mode der Politik und der Wirtschaft, allem, aber auch wirklich allem, einen monetären Wert bei zu messen. Ganz genau, ich halte nicht das Geringste davon! Dabei will ich nicht bestreiten, dass beispielsweise die Natur an und für sich einen Wert hat. Natürlich ist sie wertvoll, sogar sehr und zwar deshalb, weil wir ohne sie nicht überleben können auf unserer wunderbaren blauen Kugel. Dieser Wert ist meiner Meinung aber ein ideeller Wert und eben nicht monetär.

Das Problem der immer mehr aufkommenden Angewohnheit nur das zu schützen oder schützenswert zu finden, das einen in Dollar oder Euro messbaren Wert besitzt, ist eben jener Geldwert. Und wie´s der Teufel will, fand ich gestern diesen Artikel bei FAZ.Net, der sich dieses Problems widmet. Allerdings in einer etwas anderen Beziehung, als ich es mir wünschte. Nun, ich will kein Geheimnis daraus machen, dass ich die FAZ mittlerweile für ein recht reaktionäres Blatt halte, das sich zwar einen objektiven Anstrich zu geben versucht, letztendlich aber wohl mehr oder weniger ein Sprachrohr der Wirtschaft und der mit ihr verklüngelten politischen Kreise ist. Aber wie dem auch sei! Die Presse ist relativ frei in unserem Lande, wenn sie überwiegend das schreibt, was die Herrschenden zu hören wünschen und so kann man der FAZ nicht wirklich einen Vorwurf machen, wenn sie die Fragen des Umweltschutzes aus der ihr eigenen, freiheitlich-christlich unterwanderten Sicht betrachtet. Wem das nicht gefällt, der braucht´s ja nicht zu lesen. Ich tat es trotzdem, natürlich nur, um mich königlich darüber aufzuregen.

Der Artikel „Klimaschutz: Wie man Milliarden für die Atmosphäre verbrennt“ (FAZ.Net vom 14.9.2009) widmet sich den Anstrengungen des Klimaschutzes. Wer sich durch den Artikel liest und ein ganz klein wenig an Umwelt- und Klimaschutz interessiert ist, wird sich verwundert  die Äuglein reiben, wenn er liest

„Die deutsche und die europäische Klimapolitik können einem die Tränen in die Augen treiben“, klagt der Umweltökonom Joachim Weimann von der Universität Magdeburg.

Dass dem wirklich so ist, hielt ich immer für eine Folge verfehlter Umwelt- und Klimapolitik. Weil eben nicht genug dafür getan, weil regenerierbare Energien nicht genug gefördert und die Forschung dieser Technologien nicht genug unterstützt werden, wird wesentlich mehr CO2 ausgestossen, als der Umwelt zuträglich ist. Die FAZ sieht das ein bisschen anders und zwar von der ökonomischen Seite her. Man vertritt den Standpunkt, CO2 könne nur auf eine Art wirklich gespart werden…

…will man verhindern, dass eine Tonne CO2 in die Atmosphäre geblasen wird, kann man an der Leipziger Energiebörse ein Zertifikat für eine Tonne CO2 kaufen und dieses sperren, so dass die Industrie und die Stromkonzerne weniger CO2 ausstoßen dürfen. Ein solches Zertifikat kostet derzeit knapp 15 Euro, in der Spitze waren es vor drei Jahren 30 Euro – also ein Bruchteil der Kosten, die eine Solaranlage zur Einsparung derselben Menge verursacht.

So weit so gut, oder auch nicht. Man hört den weinerlichen Unterton, der lauthals darüber klagt, dass der „Wert“ dieser Zertifikate immer weiter fällt. Und weil es so schön ist, behauptet man gleich – natürlich untermauert von den Theorien der Ökonomen – die Förderung von umweltfreundlichen Technologien zur Energieerzeugung spare nicht nur keine einzige Tonne CO2, nein sie sei wegen der Subventionen dafür verantwortlich, dass der Preis der Zertifikate immer mehr sinke! Der Umweltökonom Christoph Böhringer von der Uni Oldenburg behauptet sogar…

Der Umweltökonom Christoph Böhringer von der Universität Oldenburg geht noch einen Schritt weiter: …“wenn wir die Erneuerbaren Energien zu viel subventionieren, sinkt der CO2-Preis so stark, dass davon die schmutzigsten Technologien profitieren.“

Das genau das möglicherweise auch der Knackpunkt des Zetifikatehandels ist, scheint dabei niemanden zu interessieren!

Naja! Das die Politik, aus welchen Gründen auch immer, nicht die Politik macht, die unserer Umwelt am meisten zugute kommt, mag daran liegen, dass die Wirtschaft durch die allgegenwärtigen Lobbyisten mit ihren prall gefüllten Geldsäcken, einen größeren Einfluss haben, als absaufende Eisbären, schmelzende Gletscher oder steigende Meeresspiegel. Die Wirtschaft ist an einem umfassenden Umweltschutz aus naheliegenden Gründen wenig bis garnicht interessiert. Erstens kostet er Geld, das dann eben beim Gewinn fehlt und zweitens sorgt er angeblich dafür, dass die davon betroffenen Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig sind. Und spo kommt man zu dem Schluss…

…“die Klimapolitik ist im Würgegriff der Bürokraten“, kritisierte Böhringer. Er plädierte dafür, den Markt stärker zu nutzen. Der Emissionshandel sei das richtige Instrument. Dabei entsteht der geringste Wohlstandsverlust, weil genau jene Unternehmen und Wirtschaftsbereiche ihre Produktion verringern, die hohe Emissionen und hohe Vermeidungskosten haben. Der Zwang zum Kauf von CO2-Zertifikaten treibt den technischen Fortschritt an und fördert Investitionen, um Emissionen zu reduzieren.

Für mich persönlich stellt sich dieses Problem ein wenig anders dar. Ich glaube, dass alles, was man nach einem Wert in Dollar oder Euro bewerten und beurteilen kann, auch gehandelt werden kann. Soweit würde mir wahrscheinlich sogar die FAZ zustimmen. Was aber einen pekuniären Wert hat, das wird auch auf dei ein oder andere Weise verkauft, wird zum Ziel von Spekulation und kurzfristigen Gewinnmitnahmen. Länder in finanzieller Not könnten sich gezwungen sehen, oder vielleicht auch gezwungen werden, ihre Anteile beispielsweise am Regenwald, CO2-Emissionen, die Meere, Rohstoffe und was auch immer an Spekulanten und/oder Konzerne zu verkaufen. Und was geschieht dann? Holzkonzerne zum Beispiel könnten Regenwald billig erwerben (wie sie es heute schon mit den Lizenzen zum Holzeinschlag tun, indem sie korrupte Beamten bestechen und Regierungsstellen schmieren) um diesen dann abzuholzen und zu Gartenmöbeln verarbeiten. Wer will sie daran hindern, wenn sie Eigentümer des Waldes sind? Alles was gehandelt wird, lädt zu Spekulation und zum Betrug ein. Die Finanzkrise, die wir angeblich bereits überwunden haben, ist ein „wunderschönes“ Beispiel. Glaubt wirklich jemand, die von Gier zerfressenen Bankster, die das gesamte Bankensystem mit ihrer Zockerei fast in den Ruin getrieben haben, würden vor der Umwelt oder dem Schutz der Atmosphäre haltmachen? Sobald die Preise für Zertifikate steigen, sobald der regenwald einen wirklichen Wert darstellt, wird er zum Ziel von hemmungsloser Spekulation werden. Die Atmosphäre interessiert nur, wenn man an den CO2-Zertifikaten Gewinn machen kann und zwar je mehr desto besser!

Sind wir bereit oder besser, sind wir in der Lage, diese Spekulationen zu verhindern und notfalls aberhunderte von Milliarden Dollars und Euros in ein marodes Zertifikatshandelssystem zu pumpen, wenn das Klima umkippt? sicher nicht! Aber den Spekulanten schmeissen wir es gern hinterher, damit sie – kaum ein Jahr nach dem Beinahezusammenbruch (oder der Fast-Kernschmelze, wie Steinbrück es formulierte), kennt die Gier des kapitalistischen System keinerlei Grenzen mehr. Nichts gelernt aus den Fehlern, oder sie bewusst ignoriert, frei nach dem Motto, wir fressen jetzt Kreide, bis die Krise vorbei ist und dann schneiden wir uns wieder ein Stück aus dem Kuchen heraus? Die andeutungsweise eingeführte Kontrolle durch den Staat, die in den Industrieländern mit den milliardenschweren Staatshilfen verbunden war, wir rasch wieder abgeschüttelt (schließlich ist sie nicht nur lästig, sondern hindert die Bankmanager auch daran das zu tun, was sie ihrer Meinung nach am besten tun können – Geld machen!).

Wer das Klima retten will, wer dafür sorgen will, dass es auch in 50 Jahren noch so etwas wie Regenwald auf diesem Planeten gibt, wer unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt hinterlassen will, der darf eines nicht tun – die Natur, das Klima, den Regenwald dem Zugriff der Spekulanten ausliefern! Der sogenannte freie Marktwirtschaft – andere sagen schlicht und einfach der Kapitalismus – lässt sich nicht nur nicht kontrollieren und versucht von daher sich jeder staatlichen oder sonstwie gearteten Kontrolle zu entziehen, er will auch alles zu Geld machen und Gewinn erzielen. Liegt der meiste Gewin darin die Luft zu verschmutzen, dann wird es getan. Liegt der vermeintliche Gewinn in der Abholzung des Regenwaldes, dann wird er diesem Streben geopfert ohne Gnade, ohne jede Rücksicht! Das Kapital, der Markt und die Konzerne wirtschaften nur im Eigeninteresse, nie zu Gunsten der Allgemeinheit. Wer sich der Hoffnung hingibt, der Markt reguliere das mit dem Umwelt- und Klimaschutz schon, nur weil ein paar CO2-Zertifikate auf den Markt geworfen werden, der gibt sich einem verhängnisvollen Trugschluss hin. Schließlich hat die Einführung der Strombörse in Leipzig auch sehr rasch dazu geführt, dass die Preise manipuliert und die Strommengen künstlich verknappt wurden, um den Preis hoch zu treiben!

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Flüchtlingselend in Afrika!

„Kongo-Flüchtlinge: Uno warnt vor humanitärer Katastrophe“ titelt Spiegel-Online am 22.2.2009 und weist einmal mehr auf das Elend der Flüchtlinge in dem vom Terror, Bürgerkrieg und hemmungsloser Gewalt zerrissenen Land in Zentral-Afrika. Gleich in mehreren verschiedenen Landesteilen gehen verfeindete Rebellengruppen, die kongolesische Armee und ausländische Truppen aus Ruanda, Uganda und sogar Sudan aufeinander los. Hier finden regelrechte Menschenjagden statt, wobei die Opfer fast immer und ausnahmslos Zivilisten sind, die sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen können und so zwischen die Fronten geraten.

Angeheizt werden die Kämpfe um Macht und Einfluss immer wieder auf´s Neue, durch häufig wechselnde Bündnisse der Kriegsparteien, wobei es letztlich nur um die Kontrolle der schier unermesslichen Rohstoffreserven des Landes geht, denn die sind für die Warlords so gut wie bares Geld. Die westlichen Konzerne gieren nach den wertvollen Ressourcen, die vorwiegend in der Herstellung von Handys Verwendung finden. Und es ist ihnen scheissegal, woher diese Rohstoffe kommen und wieviel Blut an den Händen derer klebt, die sich damit dumm und dämlich verdienen. Natürlich werden die Einkünfte immer auch dazu genutzt, die unterschiedlichen Kriegsparteien aufzurüsten, damit der Krieg und seine ertragreichen Geschäfte immer weiter laufen können! Bereits am 16.2.2009 erschien auf Spiegel-Online ein Artikel, der unter dem Titel „Apell an Handyfirmen: Menschenrechtler fordern Verzicht auf blutige Rohstoffe“ deutlich auf die Problematik hingewiesen hat. Ob der Krieg jemals ein Ende finden wird, so lange der Markt für die im Kongo geförderten Rohstoffe nicht ausgetrocknet wird, ist mehr als ungewiss. Von der, mit dem Abbau verbundenen, Umwelt-verschmutzung und Waldzerstörung garnicht erst zu reden, werden dort auch die Menschenrechte mit Füssen getreten. Über die Kindersoldaten („19 Länder und Konfliktgebiete – Einsatz von Kindersoldaten“ am 12.2.2009 auf n-tv.de), die gerade in diesem Konflikt eine Hauptrolle, sowohl als Opfer, wie auch als Täter spielen, oder über die Sklavenarbeiter, die unter unmenschlichsten Bedingungen zur Arbeit in Minen und Plantagen gezwungen werden, habe ich schon in dem Post „Versklavte Kinder? Es ist nicht zu glauben!“ geschrieben. Und immer findet man im Hintergrund einen großen Konzern, der glaubt, es sei alles erlaubt, was den Shareholder Value erhöhe!

Aber Kongo ist nur eines der Länder, das durch seine andauernden gewaltsamen Auseinandersetzungen für eine ständige Zunahme der Flüchtlingsströme verantwortlich ist. Weitere Staaten (soweit diese überhaupt die Bezeichnung Staat verdienen) sind:

  • Kongo (nachdem 1961 der kongolesische Präsident Lumumba im Auftrag der USA ermordet worden ist, ergreift 1971 Mobutu Sese Seko die Macht, die er bis 1997 inne hat und mit brutaler Gewalt durchsetzt. Er schuf in einem der reichsten Länder Afrikas – gemessen an seinen Bodenschätzen – eine Regierungsform, die man am besten mit dem Begriff Kleptokratie umschreiben kann. Nichtsdestotrotz wurde er auf Grund des Rohstoffreichtums des Kongo von den Mächtigen dieser Welt hofiert wie ein König. 1996-97 fand der 1. Kongokrieg statt, der durch die Invasion der AFDL unter Laurent Kabila, gemeinsam mit Truppen aus Ruanda und Uganda ausgelöst wurde. Kabila wird 1997 Machthaber im Kongo. Sein Versuch, den Einfluss seiner ehemaligen Verbündeten Ruanda und Uganda im Ostkongo zurück zu drängen, führt 1998 zum 2. Kongokrieg. Die Zahl der Opfer beider Kriege wird auf 4 – 5,4 Millionen geschätzt. Nach der Ermordung Kabilas 2001 folgt ihm sein Sohn als Herrscher über Kongo. 18.000 Mann der UNO-Friedenstruppe MONUC versuchen den Kongo zu stabilisieren. 2008 Kommt es im Ostkongo erneut zu schweren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen unter Laurent Nkunda)
  • Somalia (seit 1991 gibt es hier keine Zentralgewalt mehr. Das Land ist vom Bürgerkrieg zerissen und hunderttausende Menschen sind in die bitterarmen Nachbarländer Äthiopien und Uganda geflohen. Allein 1991/92 starben 300.000 Menschen. Ab 2000 greifen 55.000 äthiopische Soldaten in die inneren Kämpfe in Somalia ein und vertreiben die Islamisten aus der Hauptstadt).
  • Tschad (ist durch die Aufnahme von 200.000 Flüchtlingen aus Sudan in den Darfurt-Konflikt hineingezogen worden, da der Präsident des Tschad die Rebellen in Darfu unterstützt, die Regierung in Karthum wiederum unterstützt Rebellen im Tschad militärisch. Nach einer Offensive der rebellen bis in die Hauptstadt, fliehen 30.000 Menschen nach Kamerun)
  • Sudan (in der westlichen Region Darfur findet seit 2003 ein erbarmungsloser Bürgerkrieg statt, dessen Ziel offenbar die Ausrottung der christlichen Bevölkerung in dem Gebiet ist. Die Zentralregierung unterstützt offen die arabischen Rebellen, die mordend, verbrennend und vergewaltigend durch das Land ziehen. 2,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht, 300.000 starben bei den gewalttätigen Übergriffen. Dem sudanesischen Präsidenten Baschir wirft der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Völkermord vor)
  • Zentralafrikanische Republik (Von 1976-79 war das Land eine „Monarchie“ unter dem schwachsinnigen Despoten Jean Bedel Bokassa und leidet heute ebenfalls unter dem Krieg in Darfur. 78.000 Menschen fliehen außer Landes, über 200.000 sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor Chaos und Gewalt)
  • Uganda (seit 20 Jahren kämpfen im Norden Regierungstruppen gegen Rebellen. Bisher fanden dabei 10.000 Menschen den Tod. Der Rebellenführer Joseph Kony, will mit Hilfe seiner Lord´s Resistance Army LRA einen „Gottesstaat“ auf Grundlage der 10 Gebote errichten – mal was ganz Neues – und weil das alles noch nicht genug ist, entführt die LRA Kinder und missbraucht sie als Kindersoldaten und Sexsklaven. 2003 wurde vom Internationalen Stragerichtshof in Den Haag ein Haftbefehl gegen Joseoh Kony erlassen).
  • Nigeria (auf Grund des großen Ölreichtums haben westliche Ölkonzerne hier ihre dreckigen Finger im Spiel. Die Regierung Nigerias gilt als überaus korrupt. Die Umweltzerstörung im Rahmen der Ölförderung ist geradezu unvorstellbar, während die Menschen in den Fördergebieten unter furchtbarer Armut leiden. Sie haben keinerlei Anteil an dem Geld, dass die ausländischen Konzerne ins Land schaufeln und das in den Taschen der politischen „Eliten“ versickert! Auch hier kämpfen Rebellengruppen um die Unabhängigkeit von der Zentralregierung und gegen private „Sicherheitstruppen“ der Ölkonzeren, allen voran Shell!)
  • Simbabwe (Land des Hungers, Land der Cholera, regiert von dem Kleptokraten Robert Mugabe, der Hummer frisst, während sein Volk verhungert und sich die Seele aus dem Leib sch..sst. Die Inflation in Simbabwe hat, nach einer Meldung von n-tv.de am 9.10.2008 sagenhafte 231.000.000% erreicht!)

Ein Grund, wenn nicht der Hauptgrund, für die Kriege und das Elend in Afrika ist die für einen im Wohlstand aufgewachsenen Mitteleuropäer kaum vorstellbare Armut. Wo Armut ist, ist Krieg (Kriegerische Auseinandersetzungen in Afrika zwischen 1990 und 2005, haben Kosten in Höher von fast 200 Milliarden Euro verursacht. Das entspricht der Summe der internationalen Entwicklungshilfe für den gleichen Zeitraum – dies errechnete die Hilfsorganisation Oxfam)! Große westliche Konzerne beuten die Ressourcen des Landes aus, ohne jede Rücksicht auf die Umwelt, die Natur oder die Menschen zu nehmen. Afrika wird als Müllkippe für den Giftmüll (exemplarisch dafür mag der Falls tehen, den Spiegel-Online am  11.9.2006 unter „Elfenbeinküste: Sechs Tote und Tausende Erkrankte durch Giftmüll“ veröffentlichte) und Elektronikschrott („Greenpeace deckt auf:  Der geheime Weg des Elektroschrotts“, auf Greenpeace am 18.2.2009 veröffentlicht) der westlichen Industriegesellschaften missbraucht.

Daneben stellt die Seuche AIDS wegen der Armut und der mangelnden Bildung und Aufklärung die größte Gefahr für die Menschen und die Volkswirtschaften Afrikas dar. Millionen von Kindern sind AIDS-Waisen, die heimatlos und ohne Hoffnung in den Slums der Städte vegetieren, die täglich stehlen, oder sich prostituieren müssen, um wenigstens das nötigste zum Leben zu haben – leichte Opfer für die modernen Sklavenhändler!

Die Folgen der Armut in Afrika - Das AIDS-Desaster

Die Folgen der Armut in Afrika - Das AIDS-Desaster

Die Ausbreitung von AIDS in Afrika

Die Ausbreitung von AIDS in Afrika

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Hilfsorganisationen:

Was essen die Menschen der Zukunft?

So wie die Ressourcen und Rohstoffe auf der Erde unterschiedlich und nach Auffassung vieler Menschen ungerecht verteilt sind, verhält es sich auch mit den landwirtschaftlichen Nutzflächen, dem fruchtbaren Ackerland also!
Mit dem gleichen Recht, wie sich die Industrienationen fragen, warum zum Teufel die größten Rohölreserven ausgerechnet in der politisch unruhigsten Weltregion am Persischen Golf liegen, kann man fragen: wieso eigentlich nicht? Solche Fragen sind eigentlich müssig und sollten für die Menschen ein Ansporn sein, miteinander zu kommunizieren und friedlichen Handel zu treiben. Stattdessen führt man Krieg um die Ölreserven, fackelt dabei gleich noch einen großen Teil ab und im Gegenzug beglücken uns die islamischen Staaten, die auf den Ölfeldern sitzen, mit einer besonders militanten Form des Islamismus! Was für eine verrückte Welt!
So wie der Westen den Golfstaaten ihren Ölreichtum neidet, halten diese es für ungerecht, dass der Westen mit riesigen Flächen fruchtbaren Ackerlandes gesegnet ist. Eigentlich zeugen solche Eifersüchteleien von ausgesprochener Ignoranz und zeigen, dass kaum noch jemandem die Vielfalt pflanzlichen, tierischen und nicht zuletzt menschlichen Lebens bewusst ist.
So wie wir mit neiderfülltem Blick die Medienberichte aus der Golfregion verfolgen, die uns den märchenhaften Reichtum der Scheichs und die niemals stillstehenden Ölpumpen auf den riesigen Ölfeldern zeigen, schauen diese mit Unverständnis auf die zur Erntezeit goldgelben Weizenfelder, auf denen riesige Maschinen die Ernte einbringen um diese zur Nahrungserzeugung in die Fabriken zu transportieren. Niemand nimmt zur Kenntnis, dass dei industrielle Landwirtschaft des Westens genauso gefährlich und schädlich ist, wie die hemmungslose Ausbeutung der Ölfelder der Golfregion.
Riesige Konzerne erzeugen Saatgut, auf das sie ein Patent angemeldet haben und die es den Bauern unmöglich machen, aus den daraus gezogenen Pflanzen eigenes Saatgut zu gewinnen. Einheitssorten, gezogen in riesigen, maschinengerechten Monokulturen, gedüngt mit Massen von Kunstdünger und „geschützt“ vor Ungeziefer, Unkräutern und Pilzbefall durch große Mengen Insektizid, Pestizid und Fungizid, sind die Grundlage unserer Nahrungsmittel geworden. Jahrzehntausende alte Urwälder werden gerodet, ein paar Jahre lang Soja und Mais angepflanzt,um daraus Viehfutter herzustellen.
Die Einheitssorten, die industriell angebaut werden, werden von den Konzernen gezüchtet, patentiert und verkauft, die genau daraus sogenannte Lebensmittel ebenfalls in industriellem Maßstab erzeugen. Diese Sorten sind praktisch überall einsetzbar, vorausgesetzt, man düngt, bewässert und „schützt“ sie in ausreichendem Maß.
Noch im 19. und 20. Jahrhundert war dies ganz anders. es gab eine beispiellose Biodiversität. Für nahezu jede Gegend der Erde gab es spezifische Nutztiere und Nutzpflanzenarten, die an die Bedingungen einzelner Regionen angepasst waren und über Jahrhunderte oder Jahrtausende daraufhin gezüchtet wurden. Ihre spezifischen Eigenschaften waren ideal für die klimatischen Bedingungen in den jeweiligen Entstehungsgebieten. Verbrachte man solche Züchtungen in andere Gebiete, sanken naturgemäß die Erträge und sie wurden anfällig gegen Ungeziefer und Krankheiten.
Um jedoch die Nutzpflanzen leichter Maschinell zu säen, zu pflegen und zu ernten, kreuzte man die unterschiedlichen Arten miteinander, um ihre positiven Eigenschaften zu stärken – zunächst sicher beseelt von dem Wunsch, den Hunger auf der Welt zu besiegen. Bestimmte Standards wurden festgelegt, welche die Nutzpflanzen zu erfüllen hatten, um sie industriell verarbeiten zu können. Dann meldete man Patente auf die so gewonnenen Hybriden an, denen man die Eigenschaft der Selbstreproduktion weggezüchtet hatte und begann das Saatgut teuer zu verkaufen. Bauern, die sich darauf eingelassen hatten, wurden so von den Saatguterzeugern abhängig. Auf diese Weise drängte man regionale Sorten vom Markt, da sie zwar an die Region angepasst, aber längst nicht so ertragreich wie die Hybriden waren.
Aus diesen industriell erzeugten und in Fabriken verarbeiteten Rohstoffen wird ein großer Teil unserer „Nahrung“ erzeugt und fein säuberlich, aufwändig und einzeln verpackt an den Verbraucher verkauft. Man muss sich nicht wundern, wenn die Kinder heute keine Ahnung haben, dass Ketchup eigentlich aus Tomaten hergestellt wird und sie zwar Ketchup mögen, sich aber beim Verzehr von Tomaten übergeben müssen.
Dieser Trend zu industriell erzeugten Nahrungsmitteln wird sicher noch weiter zunehmen. Dies hat zur Folge, dass Menschen, die gesunde und natürliche Nahrung zu sich nehmen möchten, gezielt danach suchen und auch noch tief dafür in die Tasche greifen müssen. Bedauerlich, denn ausgerechnet die Menschen, die durch harte körperliche Arbeit eigentlich gezwungen sind, sich ausgewogen und gesund zu ernähren, können sich diese Lebensmittel in der Regel überhaupt nicht leisten. Um wie viel mehr trifft dies auf die Menschen in der sogenannten Dritten Welt zu?
Es stellt sich die Frage, ob es wirklich richtig ist, dass Konzerne Patente auf Pflanzen und Tiere, also auf Lebewesen anmelden können? Jeder Mensch sollte zumindest das verbriefte Recht auf freien Zugang zu Saatgut von alten Nutzpflanzenarten haben. Ob er das nutzt, sei seiner Entscheidung überlassen.
Wir müssen auch nach Möglichkeiten suchen, die eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen, die nicht die Böden auslaugt oder überdüngt und die die Diversität von Pflanzen und Tieren in all ihrer Vielfältigkeit erhält und unseren Nachkommen weitergibt.
Es sind intensive Forschungen und Versuche notwendig um die Grundlagen zu schaffen für:

  1. ökologische Landwirtschaft
  2. Nachhaltigkeit
  3. Permakultur/permanente Agrikultur
  4. artgerechte Tierhaltung
  5. Zucht und Erhaltung alter und regionaler Haus- und Nutztierrassen (mit Einlagerung von reproduzierbarem Genmaterial in einem Genpool).
  6. Zucht und Erhaltung alter Nutzpflanzen (mit Einlagerung von Samen in einem Genpool).

Führe Dein Leben selbstbestimmt – lass Dich nicht verführen!

weiterführende Links:

  • No Patents on Seeds (Organisation, die gegen die Gen- und Pharmakonzerne kämpft, die Patente auf Pflanzen und andere Lebewesen erwerben möchten, oder bereits erworben haben!)

Was kommt nach dem Öl?

Eigentlich sollte es für jede Menschen selbstverständlich sein, dass Gaias Ressourcen zwar genutzt, aber nicht verschleudert werden dürfen. Genau das aber geschieht derzeit mit allen Rohstoffen, insbesondere mit dem kostbaren Erdöl.
Kostbar ist es in der Tat, denn die gesamte Industrie, Wirtschaft und Logistik, sowie die Energiegewinnung, sind nahezu ausschließlich von fossilen Energieträgern abhängig, deren Endlichkeit nur noch eine Frage von ein oder zwei Jahrzehnten ist.
Man hat schlichtweg versäumt, vielleicht auch bewusst verhindert, dass Alternativen entwickelt wurden. Denn eines ist kein Geheimnis: mit einer knappen Ressource, die jeder will, weil er sie braucht, lässt sich mächtig Kasse machen! Und allein die Tatsache, dass neben den G8-Staaten die Schwellenländer China und Indien immer mehr Öl brauchen, garantiert auf lange Sicht traumhafte Gewinnspannen, zumindest bei den Mineralölkonzernen.
So wird verständlich, wenn auch nicht akzeptabler, dass Konzerne, die am Ölgeschäft verdienen, kein Interesse daran haben können, einen Energieträger zu fördern, der praktisch in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht. Dies trifft z. B. auf Wasserstoff zu, oder auf Brennstoffzellen, die aus Wasserstoff Energie gewinnen können.
Und Wasserstoff ist tatsächlich, gebunden in H2O in nahezu unbegrenzter Menge vorhanden. schließlich entsteht beim Verbrennen von Wasserstoff hauptsächlich Wasser, dass dem Kreislauf der Natur wieder zugeführt wird.
Ähnlich ist es auch mit anderen Bereichen. Anstatt seine Wirtschaft und Infrastruktur auf der vermeintlich unbegrenzten Verfügbarkeit endlicher fossiler Energieträger und Rohstoffe aufzubauen, muss dazu übergegangen werden, praktikable Alternativen zu den bekannten und bereits genutzten Rohstoffen zu entwickeln und in das Wirtschaftssystem zu integrieren.
Die wichtigste Ressource seit der industriellen Revolution, die mit der Erfindung der Dampfmaschine begann, ist Energie. Wer über die Energiereserven verfügt, beherrscht die Welt!
Darum muss man danach streben dieses Energiemonopol zu durchbrechen, indem man allen Ländern und Völkern die Möglichkeit gibt, freie Energien zu erzeugen und zu nutzen.
Überall da, wo es ein Monopol auf bestimmte Ressourcen gibt, sind die Preise so hoch, dass die Menschen einen großen, wenn nicht den größten Teil ihrer Arbeitskraft darauf verwenden müssen, die Kosten für diese Ressourcen zu erwirtschaften.
Um also in der Zukunft allen Ländern und Völkern eine Teilhabe am Fortschritt zu ermöglichen und den Menschen die Möglichkeit zu einem weitestgehend sorgenfreien Leben in Freiheit zu geben,ist es notwendig, vor allem Energie in praktisch jeder benötigten Menge frei verfügbar zu machen.
Dazu gibt es unterschiedliche Ansätze,die aber alle den Nachteil haben, zunächst große Investitionen in die notwendige Infrastruktur zu erfordern. Dies übersteigt aber die finanziellen Mittel der meisten Staaten, die heute an der Schwelle zum Industriezeitalter stehen. Einzig ein Teil der G8-Staaten wäre in der Lage, diese Investitionen zu tragen. Stattdessen beschränken sich deren Regierungen darauf, von ihren Bürgern Sparsamkeit beim Energieverbrauch zu verlangen, in der trügerischen Hoffnung, die vorhandenen Ölvorräte dadurch strecken zu können.
Die Tatsache aber, dass die so „eingesparten“ Mengen vom Ölhunger Chinas, Indiens und den USA mehr als aufgefressen werden, scheint dabei niemanden zu stören. Wirklich ernsthafte Versuche das knappe Öl wenigstens teilweise durch Wasserstoff zu ersetzten, werden gar nicht erst gemacht. Begründet wird dies damit, dass die Erzeugung von Wasserstoff zu energieintensiv sei.
Klar sollte aber auch sein, dass Verfahren zur Erzeugung von Wasserstoff in industriellem Maßstab ständig weiterentwickelt würden, um deren Effizienz in Bezug auf die Menge, oder der aufzuwendenden Energie zu erhöhen. Ein einziger Staat – Island – hat sich bisher dazu durch gerungen, seine Energiewirtschaft in absehbarer Zeit auf Wasserstoff umzustellen.
In Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland, glaubt man noch immer, das Problem der schwindenden Ölvorräte und der Erderwärmung durch sparsamere Autos, Windräder an der Nordseeküste und ein Verbot konventioneller Glühlampen lösen zu können!
Wer Ideen und Visionen hat, um den Energiebedarf der Menschheit zu befriedigen, ist aufgerufen diese mit uns zu teilen und zu diskutieren.