Der Taumelflug der Schmetterlinge

Was ich hier auf Spiegel-Online gefunden habe, hat mich doch ein ganz klein wenig nachdenklich gestimmt über Sinn und Unsinn von wissenschaftichen Untersuchungen, jedenfalls eines Teiles davon.

Unter der Überschrift „Robuste Insekten – Schmetterlinge fliegen auch mit der halben Flügelzahl“ wird am 12.1.2009 berichtet, der Forscher Benjamin Jantzen (von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh) und Thomas Eisner (von der Cornell University in Ithaca) hätten Kohlweisslingen das hintere Flügelpaar amputiert und siehe da – sie konnten immer noch fliegen! Warum das so ist, entzieht sich aber offensichtlich trotz der aufwändigen Versuche der Erkenntnis durch die Wissenschaft, denn sie vermuten, der Grund für die eigentlich zu große Flügelfläche läge darin begründet, dass unsere bunt beflügelten Freunde damit eben schneller fliegen könnten und dadurch Fressfeinden besser entgingen. Na toll, was für eine Erkenntnis. So was haut mich glatt vom Schlitten – und was gewinnt man mit solchen Forschungen?

Vielleicht spielt man mit dem Gedanken, gentechnisch veränderte Schmetterlinge freizusetzen, um durch die reduzierte Flügelfläche die Orkanhäufigkeit in den „zivilisierten“ Ländern des Westens signifikant zu senken. Denn bekanntlich sind die Flügelschläge des Schmetterlings laut Chaostheorie dafür verantwortlich, wenn andernorts ein Orkan losbricht. Das ist das, was man in der Chaostheorie als den Schmetterlingseffekt bezeichnet.

Also, wenn ihr mich fragt, würde ich diese Forschungsarbeit als annähernd so sinnstiftend und wichtig einstufen, wie jene wissenschaftliche Untersuchung, die einst zu ergünden versuchte, warum Männer immer Fusseln im Bauchnabel haben und warum deren Farbe denn fast immer blau oder schwarz ist!

Vielleicht sollte man auch einmal darüber nachdenken, dass Menschen, denen man die Beine amputiert hat (sofern sie den eingriff überleben) genauso wie Schmetterlinge, deren Flügel teilamputiert wurden, sich langsamer fortbewegen als vorher! Wen wundert`s? Wahrscheinlich ist jedoch auch, dass Wissenschaftler, denen das Gehirn entfernt wurde, immer noch ein Forschungsthema finden, über das sie wissenschaftliche Arbeiten verfassen sollen. Sei´s drum!

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