Kehrt in den USA endlich Vernunft ein?

Wer in Deutschland einen voller Verzweiflung ausruft: „Wann nimmt die regierung endlich Vernunft an“, der muss damit rechnen, dass man ihm antwortet“Wir sind Beamte, wir dürfen nichts annehmen!“ (und Vernunft am allerwenigsten!)

Nach dem grandiosen Wahlsieg Barrack Obamas bei den Präsidentschaftswahlen in den USA und seinem Versprechen des „Change“, scheint sich aber wirklich etwas zu bewegen.

Während in Deutschland angesichts der Finanzkrise und der sich daran anschließenden Rezession die Aktivitäten der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kniefall (man könnte auch sagen Kotau!) vor der Industrie und mit der Preisgabe der vielbeschworenen Klimaziele keine rechte Freude aufkommen mag, scheint es Obama mit seinem Wandel wirklich ernst gemeint zu haben. Erstaunlich für einen Politiker! Aber er ist ja angetreten, nicht nur als erster schwarzer Präsident des mächtigsten Landes der Erde, sondern als der erste, der es mit dem Umwelt- und Klimaschutz ernst zu meinen scheint!

Mit der Ernennung des 60 jährigen Steven Chu zum US-Energieminister (Meldung von n-tv.de am 16.12.2009), kommt ein waschechter Nobelpreisträger in die Regierungsmannschaft. Chu, ein Sohn chinesischer Einwanderer, ist Physiker und ein Spezialist für Klimaforschung und regenerative Energien. Das lässt doch hoffen!

Anders als in Europa, wo die Politik wie das Kaninchen auf die Schlange gelähmt in die USA schielt und sich nicht traut eigenständig irgend eine Entscheidung zu treffen, solange der neue Präsident noch nicht das Amt übernommen hat, macht man jenseits des großen Teiches bereits Nägel mit Köpfen. Obama hat erkannt, dass die USA sich aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern lösen müss. Auch die Gesellschaft müsse einen anderen Umgang mit Energie lernen – das ist ja immerhin mal etwas, man kann schon sagen, revolutionäres! George Dabbelju Bush währe nie auf solch fortschrittliche Gedanken gekommen, vertritt er doch bis zum heutigen Tage die Auffassung, die ganze Welt sei dazu verpflichtet, den Amerikanern ihren verschwenderischen Lebensstil zu ermöglichen, indem sie den USA die dafür benötigten Energiemengen zur Verfügung zu stellen habe. Und wenn dies nicht nach Wunsch läuft, sei zur „Wahrung der nationalen Sicherheit“ auch der Einsatz von Gewalt gerechtfertigt. Beispiel? Irak! Hier geht es weder um Menschenrechte (die treten die USA hier und woanders selbst mit Füßen!), oder Massenvernichtungswaffen (die hat man nämlich nirgends gefunden!), hier geht es um Öl und Geld, viel Geld! Seit Kriegsbeginn haben die Vereinigten Staaten 160 Milliarden $ in den „Wiederaufbau des zerstörten Irak“ gepumpt – Ergebnis gleich Null, denn nahezu das gesamte Geld landete natürlich in den Taschen amerikanischer Konzerne wie Halliburton (offizielle Homepage des Unternehmens. In dem Artikel bei Wikipedia sieht das Unternehmen nicht ganz so gut aus, wird hier doch deutlich, wie tief die Verquickung zwischen Wirtschaft und Politik in den USA ist).

Das von der noch amtierenden US-Regierung hauptsächlich die Interessen der Öl- und Rüstungsindustrie vertreten werden, mag daran liegen, dass der „Noch-Vizepräsident“ Dick Cheney von 1995 bis 2000 Vorstandsvorsitzender von Halliburton war. Oder ist das alles nur ein Zufall? Vielleicht auch nur üble Nachrede? Schließlich will Cheney immer nur das Beste – für sich und seinen ehemaligen Arbeitgeber!

Welcher Methoden sich Halliburton bei seiner weltweiten Expansion zu bedienen gedenkt, zeigt dieser „nette“ Artikel, den ich bei heise online (vom 12.11.2008) gefunden habe.

weiterführende Links:

  • Halliburton Watch Blog (Kämpft gegen die ungesunde Verquickung von Politik und Wirtschaft in den USA).
  • ASTM Action Solitarite Tiere Monde (Homepage der Organisation ASTM, die nach eigenen Angaben seit 1969 für die wirtschaftliche und soziale Emanzipation der Völker des Südens kämpft!).