Die Büchse der Pandora!

Wer sich schon einmal, vielleicht auch nur zwangsweise in der Schule, mit griechischer Mythologie beschäftigten musste, hat schon von ihr gehört – der Büchse der Pandora! Für alle, die dieses Teil nicht kennen, oder denen die griechische Mythologie sonstwo vorbei geht, hab ich den Wikipedia-Link eingefügt, damit sie sich mal kurz informieren können. Aber was soll das Ganze, werdet Ihr Euch fragen und ich will Euch natürlich nicht allzu lange auf die Antwort warten lassen.

Seit kurzem warnt das Umweltbundesamt vor Produkten, die Nano-Partikel enthalten, weil man offensichtlich völlig unerwarteterweise gemerkt hat, dass diese Nano-Partikel in der Lage sind, die natürlichen Barrieren im Körper zu überwinden, z. B. die Blut-Hirn-Schranke! Und weil man nicht weiss, was diese winzig kleinen Partikel im Körper, aber auch in der Umwelt anrichten, warnt man nun die Verbraucher vor deren Nutzung.  Fakt ist, etwa 800 Unternehmen in Deutschland verarbeiten bereits Nano-Partikel und in etwa 600 Produkten, beispielsweise Nahrungsmittel, Kosmetika, aber auch in Kleidungsstücken, sind Nano-Partikel enthalten. Das Problem jedoch ist – es gibt keinerlei Kennzeichnungspflicht für Nano-Zusätze in Produkten jedweder Art! Keine Sau hat sich bisher dafür interessiert. Warnende Stimmen werden noch stets als Panikmache herabgewürdigt, Kritiker als fortschrittsfeindlich diffamiert! Die Industrie nimmt für sich das Recht in Anspruch alles aus zu probieren, wenn es nur dem Profit dient. Von Technikfolgenabschätzung vor der Nutzung neuer Technologien und ihren Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt, keine Spur. Was man nicht weiss (oder nicht wissen will!), macht einen nicht heiss, wie es scheint!

So steht der Verbraucher nun vor dem Dilemma, wie er sich vor etwas schützen soll, wenn es keine Kennzeichnungspflicht gibt, er also beim besten Willen nicht feststellen kann, was in den von ihm erworbenen Produkten eigentlich enthalten ist? Man ist ja von Staats wegen noch nicht mal in der Lage die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel durchzusetzen! Es bleibt ein schlechter Nachgeschmack bei der ganzen Geschichte. Die meisten Menschen haben bei neuer Technologie, die so verantwortungslos eingesetzt und verbreitet wird, ein sehr flaues Gefühl in der Magengrube. Ob Atomkraft, die der Mensch niemals sicher wird beherrschen können, Gentechnik, die die Konzerne für harmlos und segenbringend (jedenfalls für ihre Kassen) halten, oder eben die Nanotechnologie, kaum einer weiss bei der Einführung, welche Folgen dies haben wird. Trotzdem werden sie eingeführt nach dem Motto…

…solang es nicht verboten ist, ist es erlaubt und wenn wir nicht über die Folgen nachdenken, brauchen wir die Verantwortung für unser Handeln nicht zu tragen!

Der Staat ist gefragt, solche Experimente am Kunden  (quasi Menschenversuche am lebenden Objekt) von vorne herein zu unterbinden, indem die Einführung neuer Technologien erst dann erlaubt wird, wenn klar ist, welche Folgen die Nutzung für Mensch, Tier und Umwelt haben können! Und wenn diese Folgen auch beherrschbar sind! Aber der Staat hat wichtigeres zu tun, als sich um die Sicherheit und den Schutz seiner Bürger zu kümmern. Seine vordringlichste Aufgabe scheint es zu sein, den Konzernen bei ihrem Treiben nicht im Wege zu stehen und ihnen in voraus eilendem Gehorsam alle möglichen Probleme und lästige Einwände kleinkarierter Verbraucher vom Halse zu schaffen. Aber so  ist das nun mal! Die Büchse der Pandora ist geöffnet worden. Schließen kann man sie nicht mehr, also wird – ausser dem Aufruf des Umweltbundesamtes – vermutlich nicht viel mehr passieren. Wer sich mit Sonnencreme einreibt, die Nano-Partikel enthält, braucht sich hinterher nicht beklagen, wenn er an Krebs erkrankt, oder was auch immer. Schließlich hätte man ja darauf achten können, was in der Sonnencreme enthalten ist. Wie? Keine Ahnung, aber wen interessiert das schon?

weiterführende Links:

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Düngungsexperimente im Südatlantik vorerst gestoppt!

Am 16.1.2009 meldete Greenpeace, das vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung im Südatlantik geplante Düngungsexperiment sei auf Eis gelegt worden. Jedenfalls vorerst! Dieses Experiment ist besonders umstritten, da es in bisher nicht gekanntem Ausmaß in das extrem empfindliche Ökosystem Meer eingreift. Man wollte über einer Fläche von 300 qkm ca. 6 Tonnen gelöstes Eisen ausbringen, um die Algenblüte zu forcieren und so CO2 zu binden. Ein, nach dem Eindruck von Umweltschutzorganisationen geradezu schwachsinniger Versuch, ist man sich doch über mögliche darüber hinaus gehende Folgen völlig im Unklaren. Außerdem verstößt ein solcher Versuch gegen geltende internationale Umweltvereinbarungen, die solche Düngeversuche auf hoher See verbieten.

Solche Düngungsexperimente sind nur dann gestattet, wenn…

…eine angemessene wissenschaftliche Basis einschließlich einer Risikoabschätzung ebenso wie ein globaler, transparenter und effektiver Kontrollmechanismus vorhanden sind…

…das war im vorliegenden Fall natürlich nicht gegeben, warum auch? Auch Deutschland hält es nicht für notwendig, sich an internationale Vereinbarungen zu halten, soweit geht die Liebe zur Natur und vor allem die Vernunft nun doch nicht!

Genauso wie Greenpeace fordert der WWF (dieser sogar bereits zwei Tage vorher, am 14.1.2009 unter der Überschrift „Algengroßversuch dauerhaft stoppen – Meeresdüngung verletzt internationale Beschlüsse“) einen endgültigen Verzicht auf dieses riskante Experiment.

Das es aber andere Staaten gibt, die noch weniger zimperlich sind als Deutschland, zeigt der Artikel von Florian Rötzer bereits am 7.11.20087 auf heise-online. Da wird dann auch etwas klarer, um was es bei solchen Experimenten eigentlich wirklich geht, nämlich um…

…großflächige und profitorientierte Experimente, die auf den lukrativen Markt der Emissions-Zertifikate ausgerichtet und (man höre und staune, Anm. von mir) deren Folgen nicht geklärt sind.

Dies zeigt deutlich die Einstellung der damit befassten Unternehmen zu unserer Mutter Erde: Erst mal probieren, wenn´s schief geht, war´s keiner. Jedenfalls nicht wir! Risiko- und Technikfolgenabschätzung? Fehlanzeige, genauso wie das scheinbar auch in Deutschland gehandhabt wird.

weiterführende Links:

  • KlimaFa Ltd. (ungarisches Unternehmen, welches für die Industrie „streng geschützte Wälder“ um CO2 im Zuge des Kyoto-Klimaprotokolls zu binden, was auch immer das genau heissen mag. Die Homepage ist englischsprachig).
  • ONC Ocean Nourishment Corporation (australisches Unternehmen, das unter anderem Treibhausgase  für die Industrie binden will, wenn ich das richtig verstanden habe. Auch diese Homepage ist – naturgemäß – englischsprachig).
  • Planktos (Blog der Planktos Inc. auf blogspot.com, befasst sich wie KlimaFa und ONC mit profitorientierten Maßnahmen zur CO2-Reduzierung. Englischsprachig. Der letzte Eintrag datiert allerdings auf den 23.8.2007. Die zugehörige Unternehmens-Homepage www.planktos.com ist nicht mehr zu erreichen).
  • Hier ist die Homepage der in London ansässigen International Maritime Organization, die sich um den Schutz der Meere kümmert, indem sie zu verhindern sucht, dass man diese als Müllkippe missbraucht. Natürlich englischsprachig).

Grundsätzlich ist natürlich nichts verwerfliches daran, CO2 zu binden, indem man Wälder aus Bäumen pflanzt, die in die jeweilige Klimazone gehören. Je vielfältiger und artenreicher, desto besser. Die Frage sei aber erlaubt, ob es sinnvoll ist, dies durch profitorientierte Unternehmen durchführen zu lassen, deren einziger Daseinszweck das Erzielen von Gewinn und nicht der Schutz der Umwelt ist? Und dann noch durch Unternehmen, die andere Unternehmen durch ihre Arbeit aus deren Verantwortung zur Reduktion von CO2-Emissionen zu entlassen – durch Geld? Das kann nicht gut gehen! Das riecht nach einem neuen Betätigungsfeld für die Mafia, wenn Ihr mich fragt!

Man erschleicht sich mit Hilfe der Mafia das Recht im tropischen Regenwaldgürtel ganze Wälder abzuholzen und bezahlt dann die Mafia dafür, dass sie in anderen Regionen Wälder neu anpflanzt, damit das ganze dann CO2-neutral ist? Oder die energieintensive Schwerindustrie bezahlt mafiöse Strukturen dafür, das sie Wälder pflanzt um CO2 zu binden? Ich will damit nicht sagen, dass die bereits existierenden Unternehmen in irgendeinem Zusammenhang mit der Mafia stehen. Dies soll lediglich ein Hinweis darauf sein, dass dies möglich ist, wenn sich heraus stellt, dass es sich hierbei um ein attraktives Geschäftsmodell handelt – die Mafia sucht ja immer nach Investitionsmöglichkeiten für ihr Schwarzgeld, warum also nicht dort? Und wer kann schon so großflächige Maßnahmen wie das Anlegen von Wäldern kontrollieren? Man hat ja jetzt noch nicht den illegalen Holzeinschlag in den Tropenwäldern im Griff, sondern überlässt ihn den gierigen Griffeln der Holzmafia.