Griechenland und kein Ende

Ja, es scheint Fakt zu sein. Politik in Griechenland wird derzeit nicht nur von und in der EU gemacht und zwar unter Aufsicht und Befehl der Troika der EZB, sondern auch und besonders in Berlin. Von Muddi! Und von Schäuble! Und von ihren Spiessgesellen und Erfüllungsgehilfen in den Vorstandsetagen der großen Bank- und Versicherungskonzerne und natürlich auch von den Großkoalitionären, die sich zur Zeit allerdings als Griechenlandversteher präsentieren.

Aber jeder weiss, dass sie es in Wirklichkeit garnicht so meinen! Genauso, wie sie es mit der Wahrheit nicht so ernst meinen und schon gar nicht mit der Realität! Denn selbst die früher mal „linke“ SPD mag kein Linksbündnis Syriza unter Tsipras, weil ihnen das zu ähm links wäre. Womöglich steckt dahinter ja so etwas wie Sozialismus, oder gar Kommunismus im Tarnanzug und von Ersterem hat sich die Sozialdemokratie schon vor langer, langer Zeit verabschiedet.

Ebenso von den Idealen des Klassenkampfes. Spätestens seit Gerhard Schröder Bundeskanzler und „Genosse der Bosse“ in Personalunion wurde, gibt es den einst propagierten Klassenkampf nicht mehr als Ziel der SPD.

Bestenfalls in Gestalt des umgekehrten Klassenkampfes, wenn man das unter der Umverteilung des Volksvermögens von unten nach oben verstehen will.

Es wird sogar so sehr klassengekämpft, das es auch dem schon reichlich neoliberalen Nuschelorakel der SPD, Altkanzler Helmuth Schmidt, zu bunt wird und er sich genötigt sieht, den moralischen Zeigefinger zu erheben und auf die drohende Spaltung der Gesellschaft hinzuweisen. Und das will dann schon mal etwas heissen!

Derweilen bewegt sich Muddi mit der Grazie einer Tunnelfräsmaschine und dem Charme einer oft benutzten Klobürste durch das lästige Dickicht der politischen EU-Kleinstaaterei und beschwört den finanziellen Untergang des Abendlandes herauf, wenn Griechenland den Euro verlässt! Nach aussen jedenfalls.

Hinter vorgehaltener Hand mauschelt man freilich schon, wie man den Schaden für die Konzerne, im Fall der Fälle, möglichst gering halten könnte. Im Zweifel stehen ja die deutschen und europäischen Steuerzahler für die Ausfälle gerade und voilá! Gerettet! Die Konzerne und ihre Profite jedenfalls!

Natürlich muss man dann im Gegenzug an der ein oder anderen Stelle ein paar Einsparungen vornehmen und. Ein, zwei Kürzungen vielleicht. Aber das liegt dann daran, dass „wir“ eben viel zu lange über „unsere“ Verhältnisse gelebt haben!

Meanwhile sind die Bürger, besorgt und verunsichert, wie das so ihre Art ist, erst einmal mit Pegida und der AfD beschäftigt und abgelenkt, so dass man sich eher darum zu sorgen scheint, ob man seinen Regenschirm zur montagabendlichen Patridiotendemo gegen die Islamisierung des Abendlandes mitnehmen sollte, oder eine Taschenlanpe, um sich selbst heim zu leuchten, wenn die Semperoper, das Brandenburger Tor, oder der Kölner Dom durch Abschalten der Beleuchtung in ein Dunkel getaucht werden, wie es dunkler selbst in den dunkelsten Analkanälen der ebenfalls sehr besorgten konservativen Politprominenz nicht sein könnte!

Die CSU versucht die AfD rechts außen zu überholen. Die CDU rauscht links an der SPD vorbei, die darob leicht indigniert darüber nachzusinnen scheint, wo sie nun eigentlich in diesem wirren Spektrum verwirrter Schwachköpfe überhaupt genau steht. Und die FDP präsentiert sich in der Zwischenzeit als Alternative zur Alternative für Deutschland zu etablieren. Obgleich sie das nicht nur ohne Sinn und Verstand, sondern auch ohne Gesicht und Profil versucht.

Aber so etwas ist in unserer heutigen Zeit sowieso nur überflüssiger Ballast und Eigenschaften wie Stromlinienförmigkeit, Gleitfähigkeit und Widerstandslosigkeit sind eindeutig mehr gefragt denn je. So kann man nämlich leichter da eindringen, wo´s warm (und braun) rauskommt, bei den Reichen und Mächtigen.

Widerstandsloses gleiten ist auf dem politischen Karrieresprungbrett zur alternativlosen Alternative für den dynamischen Egomanen und damit zur wichtigsten Disziplin geworden! Viel Spass dabei!

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Geld allein macht nicht glücklich? Dummes Geschwätz aber auch nicht!

Mein Gott, dieser Mann ist ein Heiliger – verzichtet auf 150.000 Euro jährlich und muss nun von nur noch 18.000 mageren Euronen im Monat sein kärglich Dasein fristen! Unter diesen bescheidenen Umständen kann man keiner anderen Philosophie mehr folgen, als der vom Gelde, das allein nicht glücklich machet! Schön, dass es noch solche Menschen gibt!

Da fühlen wir uns doch gleich politisch besser vertreten und vor allem können wir sicher sein, dass solche Leute wie er, Entscheidungen vollkommen unabhängig von wirtschaftlichen Interessen und ausschließlich im Sinne von Dir und mir, als den Vertretern des Durchschnittsbürgers in diesem Lande. Wer derart enthoben von allen wirtschaftlichen Sorgen auf seinem ledernen Fauteuill zu thronen pflget, kann sicher sein, den Kontakt zum Volke nie zu verlieren! Zwar pflegt man den Pöbel von ihnen fern zu halten, aber jene, denen er sein Ohr leiht, gehören gleichwohl auch irgendwie zum Volk. Jedenfalls dann mit vollster Hingabe, wenn es nicht um das Zahlen von Steuern betrifft!

Man muss schließlich willige Rosse nicht übertreiben und Steuern sind nur was für das Proletariat. Denen muss man ja auch erstmal beibringen, dass es beim Sparen immer unten anzufangen gilt. Denn wenn die Wirtschaft prosperiert, dann prosperiert auch der Geldadel und das ist ja auch gut so! Irgendjemand muss ja von Aufschwung und „neuem Wirtschaftswunder“ profitieren und das sollten sicher nicht Hinz und Kunz sein, vielleicht noch die Geissens, aber ansonsten…

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Das Leben is eins der schwersten, vier Wochen vor dem Ersten!

Tja, so ne Scheiße aber auch! Ein Professor verrechnet sich! Kann passieren, auch wenns noch so bescheuert aussieht. Ist er aber deswegen Schuld an der verheerenden Sparpolitik des IWF, der Troika und der EU, dem Diktat des ESM in Südeuropa? Nein, Schuld daran sind die Politiker, die ohne mit der Wimper zu zucken, eine Studie in ihre politischen Zwangsmaßnahmen einbauten, nur weil es ihnen gerade in den Kram gepasst hat! Und nun? Herr Sch(r)äuble, der sie sich auf die Zahlen in der Harvard-Studie des Prof. Rogoff stürzte und stützte, als sei´s das reinste, kapitalistische Evangelium, nehmen sie nun ihre falschen Entscheidungen zurück? Vielleicht sogar mit einem zaghaften Ausdruck des Bedauerns auf ihrem Gesicht, das mich stets an Gollum erinnert? Nein, ich glaube nicht. Sie werden weiterhin so tun, als sei nichts geschehen und als würden Sie und ihresgleichen keinerlei Schuld am Elend der Menschen tragen. Mögen Sie in der Hölle schmoren…

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Nicht genug unbelastete Leute in Griechenland, um eine Regierung zu bilden?

Aha, der neue griechische Finanzministrant, Ioannis Stournaras, hat damals den Beitritt seines Landes zur EU mitbverhandelt? Soll ich jetz lachen, oder doch besser losheueln wie ein Schloßhund? Wenn der Typ mitverhandelt hat, dann muss er auch in die landesweiten Betrügereien und Trixereien eingeweiht gewesen sein, mit denen sich Griechenland den Beitritt erschlichen hat – und nu soll ausgerechnet er die Fianzen retten?

Es ist schon erstaunlich. Nachdem die EU und allen voran die deutsche BundeskanzlerIn Frau Mäkel den „tapferen“ Griechen aufrichtig und von ganzem herzen zur Wahl einer konservativen Regierung gratuliert hatte, stellt sich nun heraus, dass es in diesem ganzen schönen Land offenbar nicht genug unbelastete und vor allem ehrliche Leute gibt, um eine Regierung zu bilden. Der Regierungschef, bis vor kurzem noch aus machtpolitischen Gründen ein strikter Gegner der EU-Sparauflagen und nun, zwar (schein)geläutert, aber dennoch nicht bereit wirklich zu sparen, erblindet vermutlich beim Anblick des griechischen Haushaltsdefizit (bezw. erlitt eine Netzhautablösung) und muss operiert werden. Das führte dazu, dass er die Troika nicht empfangen konnte, die ihm wohl ob seiner Unwillichkeit mal eben kräftig in den Arsch treten wollte, um ihn endlich auf Linie zu bringen…

Anschließend fällt sein designierter Fianzministrant, einer „der profiliertesten Finanzexperten seines Landes“ und ehemaliger Chef der größten Privatbank Griechenlands, vor der Vereidigung in Ohnmacht und muss ins Krankenhaus gebracht werden, wo er noch vom Krankenbett aus auf sein künftiges Amt verzichtet und dann stellt sich heraus, dass der stellvertretende Wirtschaftsminister zu jenen vornehmen und reichen Griechen gehöert, die lieber gar keine Steuern auf den Marshallinseln bezahlen, als Einkommenssteuern in der Heimat! Und weil er sich darob kompromittiert sieht (natürlich völlich zu Unrecht!), tritt er erschüttert zurück.

Wüsste man in griechischen Wirtschafts- und Politikerkreisen, was es mit Sepukku und Ehre auf sich hat, würden dort zu Hauf selbstgemeuchelte Politstrategen herum liegen, den Steuerbetrügern zur deutlichen Mahnung. Aber das wäre sicher zuviel verlangt. Eher hängen sich Rentner an den Straßenlaternen auf, weil sie von ihrer gekürzten Rente nich mehr leben können…

Es ist wirklich ein Bild des Jammers, dass die „neue“ griechische Regierung der Welt bietet und doch sind in Europa alle so froh, dass die linke Syriza keine Mehrheit bekommen hat, denn die hätte sowohl der EU, als auch dem korrupten Pack in Griechenland vermutlich die Ärsche aufgerissen und das hat ja wohl niemand ernsthaft gehofft!

Aber nun zeigt man es der EU erst richtich, indem man den Mann zum Finanzministranten macht, der den Beitritt Griechenlandes mit Lug und Trug, mit Beschiss und falschen Zahlen mit verhandelt hat! Darf ich sagen, dass ich zutiefst beeindruckt bin, von soviel Chuzpe?

 

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