Tschernobyl und kein Ende

Heute feiern wir! Und dafür gibt es einen Grund. Ein Jubiläum quasi. Denn vor nunmehr 30 Jahren flog der Reaktor in Tschernobyl in die Luft und verseuchte ein Gebiet so groß wie Polen. Obwohl das ja eigentlich unmöglich war, weil die Wahrscheinlichkeit so verschwindend gering war (und nach Aussage der Atomkraftbefürworter noch immer ist), dass eine solch verheerende Havarie nur alle 10.000 Jahre – oder so – möglich ist.

Nun gut, dann haben wir also die nächsten zehntausend Jahre Ruhe? Brauchen wir keine Angst vor einem Atomdesaster mehr zu haben, weil wir das ja sowieso nicht erleben werden? Jedenfalls nicht persönlich, weil wir dann schon längst tot sind (und weil wir auf Grund des unter das Existenzminimums abgesenkten Rentenniveaus bereits deutlich vorher verhungert sein werden)? Das Problem mit der Wahrscheinlichkeit ist halt, dass nicht nur in zehntausend Jahren das nächste Atomkraftwerk in die Luft fliegen muss, sondern dass dies auch schon morgen (und woanders) passieren kann. Aber lassen wir uns davon nicht irre machen. Glauben wir einfach dem Geschwätz der Wissenschaftler, die die Kernenergie für eine sichere Sache halten, weil sie dafür bezahlt werden. Und sicher ist sie ja auch – todsicher.

Also feiern wir am 26. April das 30-jährige „Jubiläum“ von Tschernobyl und den dreißigsten Geburtstag des atomaren Desasters. Sicher werden wir nicht allein sein. Ehrwürdige Wissenschaftler, mit stolz geschwellter Brust in blendend weißem Laborkittel feiern sicher mit und beteuern ein um´s andere Mal, dass man das so ja nie hatte voraus sehen können und dass letztlich alles nicht nur unmöglich, sonden außerdem eine äußerst unglückliche Verkettung unglücklicher Umstände gewesen sei, die noch dazu durch menschliches Versagen ausgelöst und aus dem wohl kalkulierten Ruder gelaufen war. Ganz genau so, wie zum Beispiel die unsinkbare Titanic, die eigentlich garnicht hätte sinken können, nein dürfen, wenn nicht menschliches Unvermögen dazu gekommen wäre. Aber das kann man ja mathematisch nicht ausreichend genau kalkulieren, weswegen man es erst garnicht versucht. Oder es doch zumindest so manipuliert, dass dieses Risiko vertretbar erscheint.

Wieviele Kinder wurden missgebildet geboren und starben unter Qualen nach einem mehr oder weniger kurzen und dennoch kaum erträglichen Leben als Zombies der nuklearen Apokalypse? Wie viele Menschen erkrankten in der Folge an Krebs und siechten dahin, bis sie jämmerlich verröchelten, ohne dass die Regierung jemals die Verantwortung dafür übernommen hätte und sich um die Heilung und wo das nicht (oder nicht mehr) möglich war, wenigstens um eine Linderung der Leiden und eine angemessene Versorgung der Opfer und Hinterbliebenen gekümmert hätte?

Nun ja, man hängte den mutigen Männern und Frauen, die mit lumpigen Blechschaufeln bewaffnet in die havarierten Reaktorblöcke geschickt wurden, um die hoch radioaktiven Abfälle, den Schutt und die Brennstäbe zusammen zu schaufeln mit Orden aus purem Blech und überließ sie anschließend der Strahlenkrankheit. Das Gebiet um den Reaktor wurde großflächig zur Sperrzone erklärt und im Nachhinein gesehen ist das ja ein wahres Glück gewesen. Jedenfalls für den bald im Ostblock eingezogenen Kapitalismus. Denn so kann man heute für satte 80 € pro Nase einen Tagesausflug in die Stadt am Prypjat machen, zum sich gruseln. Das schafft wenigstens ein paar Arbeitsplätze und der morbide Charme der Ruinen ist sicher eine passende Kulisse für jeden Zombiestreifen.

Was das Thema Wahrscheinlichkeit in Theorie und Praxis angeht, so können wir, um das ganze dumme Geschwätz der Energiekonzerne auf der ganzen Welt zu entlarven, noch kurz auf ein paar weitere mehr oder weniger große Havarien verweisen, die nach der Wahrscheinlichkeit auch noch nicht hätten passieren dürfen – und trotzdem eintraten…

  • am 28.3.1979 kam es im Atomkraftwerk Three-Miles-Island bei Harrisburg in Pennsylvania/USA zu einer partiellen Kernschmelze. Die Katastrophe wurde mit INES 5 eingestuft (INES von International Nuclear and Radiological Event Scale). Es gibt 7 INES-Stufen, wobei INES 7 die höchste Stufe ist, mit der katastrophale Unfälle in atomaren Anlagen eingeschätzt werden. Ursache war menschliches Versagen!
  • am 26.4.1986 ereignete sich im Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine/UdSSR ein katastrophaler Unfall (oder ein Super-GAU), der nach INES 7, also der höchsten Stufe eingestuft wurde – mit den oben geschilderten katastrophalen Auswirkungen. Aber das war noch nicht alles. Bereits im Jahr 1982 hatte es eine Havarie der Stufe INES 5 gegeben. Hier, wie auch bei dem genannten Super-GAU, waren neben technischen und konstruktiven Mängeln in erster Linie menschliches Versagen die Ursachen!
  • am 11. März 2011 kam es im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi in Japan infolge eines Seebebens mit anschließendem Tsunami zu einer katastrophalen Havarie der gesamten Atomanlage wegen Stromausfalls. Das Unglück wurde zunächst in INES 5 eingestuft, musste später aber auf INES 7 erhöht werden.

Dies sind nur die allerschwersten atomaren Katastrophen der letzten Jahrzehnte weltweit. Die komplette Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen kann auf Wikipedia eingehend studiert werden. Wer sich das antut, kann sich wirklich nur verwundert die Augen reiben, ob der Dummheit der menschlichen Spezies. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung menschlichen Versagens, oft gepaart mit technischer Unzulänglichkeit und am Anfang mit schlichtem Unwissen und bodenlosem Leichtsinn. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass die Folgen zum einen durch ein totalitäres System zu verantworten waren, zum anderen durch den Kapitalismus und das damit verbundene grenzenlose Profitstreben.

Die Propaganda der Energiewirtschaft machte aus der hochgefährlichen Atomenergie eine „saubere“, „effiziente“ und „umweltfreundliche“ Form der Energiegewinnung und verschwieg geflissentlich, dass a.) die Entwicklung, der Bau und der Betrieb von Atomkraftwerken staatlich gefördert und damit hoch subventioniert wurde, b.) die Gewinne des künstlich verbilligten Atomstroms in die Kassen der Konzerne flossen und c.) die finanziellen Risiken (für Rückbau, Entsorgung, Wiederaufarbeitung und Endlagerung), sowie die Folgen für Gesundheit und Umwelt auf die gesamte Gesellschaft abgewälzt wurden und werden!

Gerade heute, wo regenerative Energien immer konkurrenzfähiger werden und die Bundesregierung (zumindest in Deutschland) den Atomausstieg, nach langem Hin und Her und gegen den verzweifelten Widerstand der Energiekonzerne, bis zum Jahr 2022 beschlossen hat, versuchen sich die Energiekonzerne aus ihrer finanziellen und gesellschaftlichen Verantwortung für ihre atomaren und radioaktiv verseuchten Hinterlassenschaften zu stehlen, in der Regel durch betriebswirtschaftliche Tricks!

In anderen Ländern ist man lange noch nicht so weit, sondern baut eifrig weiter aus, was sich als verheerender Fehler der technologischen Entwicklung erwiesen hat – mit genau denselben Begründungen wie das die Energiewirtschaft in Deutschland jahrzehntelang auch getan hat. Die Unfälle, die sich bis heute ereignet haben und deren Folgen über die Jahrzehnte und bis in die ferne Zukunft hinein kaum einer abzuschätzen vermag, werden bagatellisiert und geleugnet. Noch jeder Energiekonzern behauptet bis heute, steif und fest den Stein der Weisen gefunden zu haben (nämlich das sichere Atomkraftwerk) und noch immer verweist man auf die „Wahrscheinlichkeit“, die es nur einmal alle zehntausend Jahre zulasse, dass es zu einem schweren Unfall in einem Atomkraftwerk kommen könne. Und man verschweigt mit einer ans Unverschämte grenzenden Frechheit, dass dieser Unfall (auch nach der Wahrscheinlichkeit) schon morgen geschehen kann und nicht erst in zehntausend Jahren.

Wieviele Menschenleben wird es noch kosten, bis man bereit ist zuzugeben, dass die Entwicklung und der Bau von Atomkraftwerken ein fataler fehler war? Wieviele weitflächige Gebiete müssen noch zur Sperrzone werden, bis klar wird, dass unsere Erde ein Planet mit Grenzen ist? Nur zwei Dinge scheinen grenzenlos zu sein auf unserem Planeten – die Gier nach Profit und die menschliche Dummheit!

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Radioaktivität ist (h)armlos?

Na is das nich toll? Vögel können nich nur nich lesen, dass der Luftraum über Tschernobyl gesperrt is, sie sind (dank der Radioaktivität) auch noch größér und gesünder als ihre Artgenossen, die ohne die segensbringende radioaktive Strahlung auskommen müssen! Wir warten gespannt auf den ersten Siedlertreck schwerkranker Menschen die, gesponsort von der ukrainischen Regierung, zur Genesung und zum Wiederaufbau in die einstens viel zu vorschnell verlassene vermeintliche Todeszone turückkehren! Radioakivität ist harmlos! Atomenergie ist sauber und sicher! Weg mit dem Ausstieg aus dem Ausstieg, aus dem Ausstieg…

Dank der freien und unabhängigen Presse wissen wir ja auch schon, dass die atomare Katastrophe in Fokuhila/Japan keinen Anstieg der Krebserkrankungen zur Folge hat. Kein Grund also, die sowieso schon arg gebeutelten Kraftwerksbetreiber auch noch mit den horrenden und völlig überflüssigen Kosten für die Stilllegung, Sanierung und den Rückbau der Atomruinen zu belasten!

Und während man in Japan die übrigen stillgelegten Meiler wieder ans Netz nehmen will, sorgt man sich schon garnicht mehr über die radioaktive Verseuchung des Pazifik, des Grundwassers und der ständig woanders leckenden Sammelbecken für die strahlende Brühe in Fukushima! In Tschernobyl hingegen freut man sich über gesunde, wenn auch leicht überdimensionierte Vögel am Himmel! Wir sind ja so bescheiden geworden. Oder war das richtige Wort doch „bescheuert“?

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23 Jahre nach Tschernobyl!

Fast ein halbes Jahrhundert ist die Katastrophe von Tschernobyl jetzt her. Damals führte eine Verkettung von technischem Versagen und menschlicher Verantwortungslosigkeit zu einer Reaktorschmelze mit katastrophalen Folgen für Menschen und Umwelt in weiten Teilen der Ukraine, Weißrußlands und Rußlands. Zeit zum Gedenken an den atomaren Super-GAU vom 26. April 1986, bei dem 500 mal mehr Radioaktivität freigesetzt wurde, als beim Abwurf der Atombombe über Hiroshima. Tausende und abertausende Menschen leiden bis heute an den Spätfolgen von Verstrahlung, die sie durch den radioaktiven Fallout erlitten haben, oder durch die Arbeiten zum Einschluß des havarierten Reaktors in einem „Sarkophag“ aus Beton und Blei.

Der ukrainische Staatschef Juschtschenko spricht auf einer Gedenkveranstaltung von 25.000 Opfern der Reaktorexplosion („23 Jahre Super-Gau – Tränen in Tschernobyl“, Artikel auf n-tv.de vom  26.4.2009) und straft damit die Lobbyisten der Atomindustrie in Deutschland und Europa Lügen die behaupten, an den Folgen der radioaktiven Verseuchung sei nicht ein einziger Mensch gestorben! 2,3 Millionen Ukrainer leiden bis heute an den Folgen der Reaktorkatastrophe. Fehl und Mißbgeburten mit schwersten Behinderungen sind in der Ukraine und Weißrußland bis heute an der Tagesordnung und der radioaktiven Verseuchung weiter Landstriche durch den atomaren Fallout zuzuschreiben.

Sasha, ein Junge aus Tschernobyl. Würde ein Atomlobbyist ins Gesicht sagen, dass Atomkraft sicher ist?

Sasha, ein Junge aus Tschernobyl. Würde ein Atomlobbyist ihm ins Gesicht sagen, dass Atomkraft sicher ist?

218.000 Quadratkilometer Landfläche wurde mit mehr als 37.000 Becquerel (37 kBq) Cs-137 pro m² radioaktiv belastet. Auch 23 Jahre nach dem Unglück ist die 30-Kilometer-Sperrzone um das Kernkraftwerk noch immer nicht bewohnbar. Und das wird auch noch auf Jahrzehnte so bleiben! 70% des verseuchten Gebietes liegen in Rußland. Aber Rußland ist ja bekanntlich groß genug. Kiew,

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Miss Atom-Wahl in Rußland!

Während die Atomindustrie in Deutschland um ihren „guten Ruf“, den „Schutz der Natur“, die „Rettung des Klimas“ (sie nennen sich ja selbst gern  die ungeliebten Klimaschützer) und (das behaupten natürlich nur die bösen Zungen der dummen Atomkraftgegner) nicht zuletzt um ihre fetten Profite kämpft, macht man in Rußland einen auf Öffentlichkeitsarbeit und lässt das schönste Gesicht, die strahlende Schönheit, der Atomindustrie wählen. Das zu der Wahl auch die ungezählten Opfer der atomaren Störfälle antreten dürfen, um sich beispielsweise in der Katagorie „attraktivster leukämiekranker ehemaliger Mitarbeiter“ oder „radioaktiv verseuchte Mutter mit den meisten behinderten Kindern“ küren zu lassen, ist allerdings nur ein übles Gerücht!

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Sind Atomkraftgegner Idioten?

Ich weiss, dies ist eine sehr provokante Frage, aber sie drängt sich einem unwillkürlich auf, wenn man die Vorgänge zu diesem Thema der letzten Zeit Revue passieren lässt.

Der Winter ist kalt, die Russen drehen den Gashahn zu und plötzlich stehen alle – vor allem die Politiker – auf der Seite der Atomenergie. Oder sollte man besser sagen, auf Seiten der Atomkonzerne? Die Meldungen über einen weit massivere Klimaerwärmung überall auf unserer Mutter Erde macht die Runde und plötzlich rechnet man die hohen CO2-Emmissionen bei der Gewinnung von Uran und der Herstellung von Brennstäben, sowie dem Transport von und zu den Atommeilern weg und präsentiert uns (hokuspokus) die „saubere und umweltfreundliche Atomenergie“. Die Gefahren, die von den radioaktiven Brennelementen und dem hinterher „auf ewig“ sicher zu entsorgenden und endzulagernden hochaktiven Abfall, werden verschwiegen. ebenso die Kosten dafür.  Das hat natürlich seinen Grund. Die Kosten für die Endlagerung wurden erst kürzlich dem Steuerzahler auf´s blaue Auge gedrückt und drum redet man nicht so gern darüber. Denn dieses Jahr ist Superwahljahr und da kann man sich negative Presse nicht leisten. Aber mich juckt das überhaupt nicht! Ich presse gerne negativ und bohre mit den Fingern in den Wunden der Politik und Industrie!

Die Atomindustrie hat übrigens – welch merkwürdiger Zufall – sofort den Zug der Zeit erkannt und bezeichnet sich nun – in der Art eines missratenen Sohnes misshandelten Märtyrers – als „ungeliebter Klimaschützer“ (kernenergie.de – eine Propagandaseite der Atomindustrie)!

Ja wie jetzt? Die Betreiber von Atomkraftwerken und Aufbereitungsanlagen gefährden in höchstem Masse nicht nur die Umwelt und die Menchen bereits bei der Gewinnung spaltbaren Materials undder Herstellung der Brennstäbe. Sie stellen eine ganz massive Gefährdung für unseren Planeten dar. Zwar rechnet man uns immer wieder vor, dass sich ein Super-GAU nur alle 30.000 Jahre eintrete, aber sie verschweigen, dass dies in 30.000 Jahren sein kann – oder auch morgen! Statistisch gesehen spielt das ja überhaupt keine Rolle.

Natürlich sind die Anlagen hochtechisiert und möglicherweise auch bis zu einem gewissen Grad sicher. Aber niemand ist in der Lage, einen Störfall für alle Zeiten auszuschließen. Das können auch die Erzeuger anderer Arten von Energien nicht. Aber was passiert, wenn z. B. ein Windrad auseinanderfällt? Richtig, es ist kaputt und möglicherweise werden Menschen dabei verletzt oder sogar getötet. Wenn die Filteranlage eines Kohlekraftwerkes versagt, sind die Auswirkungen schon wesentlich gravierender auf Menschen und Umwelt.Wie die Auswirkungen aussehen, wenn ein Atommeiler ausser Kontrolle gerät, kann man am Beispiel Tschernobyl überdeutlich sehen. Die Umwelt ist auf Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte verseucht und muss evakuiert werden. Bis dahin werden unzählige Menschen kontaminiert und sterben einen elenden und langsamen Krebstod. Kinder werden im Mutterleib geschädigt und kommen tot oder schwerstbehindert zur Welt, um nach einem kurzen Leben im Leid elend zu verenden!

Auch in deutschland, diesem so reichen Land, gibt es kein Gesetz, welches die Betreiber von Atomanlagen verpflichtet, die von ihren Anlagen ausgehenden Gefährdungen und die Folgen von Unfällen ausreichend zu versichern. Gibt´s den großen Knall, haben die Anwohner eben Pech gehabt. Ihre Immobilien sind nichts mehr wert, wenn man sie nicht verkaufen kann, ihr Gesundheitszustand interessiert sowieso niemand mehr, genauso wenig wie sie jemand nach ihrer Meinung fragte, als man ihnen die Atomanlagen vor die Haustür gebaut hat. Und das Beste daran ist zweifellos: Die Atomkonzerne, die jedes Jahr viele Milliarden Euro mit der Erzeugung ihrer „umweltfreundlichen und sauberen Energie“ verdienen, haben sich von der Verpflichtung freigekauft, die Kosten für die Entsorgung ihrer kontaminierten Abfälle tragen zu müssen. Weil sie sich als unzuverlässig erwiesen haben und der Staat wohl nicht in der Lage ist, die sichere Endlagerung zu gewährleisten, hat er die Entsorgung radioaktiver Abfälle in die eigenen Hände genommen – auf Kosten des Steuerzahlers versteht sich!

Der Ausstieg aus dem Ausstieg wird, je nach Ausgang der Bundestagswahlen im Herbst diesen Jahres, schneller kommen, als uns lieb ist. Die Schweden haben vorgemacht wie es geht. Der Ausstieg aus einem Ausstieg, der nie vollzogen wurde, ist dort in vollem Gange („Energiepolitik – Schweden will neue Atomkraftwerke bauen“, Artikel bei sueddeutsche.de vom 5.2.2009). Wie es in Frankreich mit der Atomkraft und der Sicherheit aussieht, weiss mittlerweile auch jeder, der es wissen will (Greenpeace berichtet am 30.1.2009 unter der Überschrift: „Sarkozy lässt zweiten EPR in Frankreich bauen“).

Soviel zum Thema saubere Kernenergie und die Atomkraftgegner sind Idioten. Wir müssen uns dagegen wehren. Ich werde meine Familie und die Enkel, die ich mal haben möchte, nicht der Geldgier und den Gewinnbetrebungen der Atomindustrie opfern. Werdet aktiv gegen den Atomwahnsinn. Engagiert und organisiert Euch gegen kurzsichtige Politik und wirtschaftliche Interessen. Ihr seid das Volk! Erhebt Eure Stimmen! Wehrt Euch!

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Leck im Atommeiler Biblis B…

…meldet am 19.1.2009 Greenpeace in seinen Nachrichten unter „Leck im AKW Biblis B – na und?“. Das passt den Atomkonzernen natürlich ganz und gar nicht ins Konzept, jubeln sie doch die Atomenergie gerade mal wieder in den höchsten Tönen zur „saubersten“ und „sichersten“ und natürlich „umweltfreundlichsten“ Form der Energieerzeugung hoch! Und weil ja alles so sicher und technisch auf dem neuesten Stand ist, wartet man einfach ab, bis die im Januar sowieso fällige Revision ansteht. Vom Herunterfahren des Reaktors zur Behebung des Schadens keine Spur!

Und weil man alles so schön im Griff hat, inspiriert das Leck die  „besonders zuverlässigen“ Betreiber zu einer (passt auf, jetzt kommt ein geniales Wortspiel!) Leck-mich-am-Arsch Einstellung, nach dem Motto: Wird schon nix passier´n und wenn doch, isses nich uns´re Schuld! Versichert gegen die Folgeschäden eines Super-Gau ist sowieso niemand, weil das keiner bezahlen könnte, von wollen kann eh keine Rede sein.

Aber wir sollten uns nicht verschaukeln lassen von den Betreibern. denen sind nicht sie Energieversorgung zu günstigen Preisen, oder gar der Umwelt- und Naturschutz wichtig. Schon garnicht der schutz unserer Mutter Erde. Ich will euch sagen, was denen wichtig ist – der Gewinn ihrer Unternehmen und die Dividenden der Aktionäre, sonst nix. Auch wenn mir wohlmeinende zeitgenossen jetzt wieder vorwerfen werden, ich sei technikfeindlich (was nicht stimmt, sonst säße ich nicht hier vor meinem PC und schriebe an meinem Blogpost) oder ich inge irgendwelchen Weltverschwörungstheorien nach. Nein, das stimmt absolut nicht. Ich weise nur darauf hin, dass der Sinn eines Unternehmens nicht der Schutz der Umwelt oder der Menschen ist, sondern die Gewinnmaximierung! Und Atommeiler sind nun mal echte Geldmaschinen, solange sie laufen. Wenn man sie herunterfahren muss, weil eine revision ansteht, oder irgend so ein lästiger, unbedeutender Schaden repariert werden muss, kosten die Teile aber richtig viel Geld (nämlich das Geld, das verloren geht, wenn man den Strom nicht teuer verkaufen kann, weil er nicht erzeugt werden kann!). Also lässt man es eben. So ein kleines Leck wird schon nicht so schlimm sein, oder?

Problem ist aber folgendes: Meist führt eine kleine und „unbedeutende“ Störung, die falsch eingeschätzt wurde und „eine  Verkettung unglücklicher Umstände“ zu den großen bis katastrophalen Havarien. In der Regel werden Störfälle von den verantwortlichen Betreibern absichtlich als ungefährlich eingestuft, weil sie befürchten müssen, unerwünschten Besuch von Kontrolleuren zu erhalten. Die könnten dann „unglückliche Umstände“ entdecken, die man getrost als Fahrlässigkeit, Nachlässigkeit oder sogar Dummheit einstufen kann. Und das macht sich in den Leitständen eines Atommeilers nun garnicht gut. Homer Simpson, das Sinnbild für den verantwortungslosen, weil dummen und zudem mangelhaft ausgebildeten Mitarbeiter am falschen Ort, ist offensichtlich überall anzutreffen. Vor allem in den Zentralen der Atomkonzerne! Da hilft auch das feigenblatt nicht wirklich viel, wenn sich beispielsweise RWE „intensiv“ und mit viel Staatsknete (das versteht sich von selbst) an Projekten für regenerative Energien beteiligt.

Zur Wiederauffrischung hier einige Links, die zeigen, welche Folgen der leichtsinnige Umgang mit den Gefahren der Atomenergie hat:

  • „Konzernspielchen mit AKW-Laufzeiten“ (Artikel auf Greenpeace vom 20.10.2008).
  • „Chronik: Störfälle in Atomkraftwerken“ (Artikel auf stern.de vom 5.6.2008). Hier sind nur die gravierendsten Störfälle aufgelistet.
  • Das Reaktorunglück von Tschernobyl (Planet Wissen vom 12.4.2006).
  • Strahlenkrankheit (auf MSN Encarta).
  • kernenergie.de (eine Propagandaplattform der Atomkonzerne und hier, beispielhaft der Abschnitt über die Endlagerung des radioaktiven Drecks – die Kosten dafür tragen die Abfallversursacher: im Wesentlichen die Energieversorgungsunternehmen, aber auch die öffentliche Hand (warum eigentlich auch die öffentliche Hand, wenn die Gewinne die Energieversorger für sich behalten?).
  • Hier ein Flyer der zeigt, wie sich die Atomkraftwerksbetreiber selber sehen – als „ungeliebte Klimaschützer“ (das Pamphlet ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten!).

Das Risiko für die Nutzung der Atomenergie ist einfach zu groß, als dass man sie als zukunftsträchtig und umweltfreundlich einstufen könnte. Wenn Störfälle auftreten, können die Folgen derart katastrophal und verheerend sein, dass kein Versicherer bereit wäre, diese Schäden zu versichern – aber wir sollen den Energiekonzernen gestatten, ihre Meiler überall im Land zu bauen, damit mit sie auf Kosten unserer Gesundheit und der Gesundheit unserer Kinder und Enkel und ungezählter Generationen nach uns ihre Gewinne einfahren können? NIEMALS!

CSU fordert Verlängerung der Reaktorlaufzeiten!

Während in Frankreich ein atomarer Zwischenfall den andern ablöst – bei einer Havarie in einer Fabrik für Kernbrennstäbe im südfranzösischen Romans-sur-Isère wurden 800 Gramm Uran freigesetzt – versucht sich die CSU vor den Landtagswahlen in Bayern bei der Atomindustrie beliebt zu machen, indem sie sich für eine Verlängerung der Restlaufzeiten alter Atomreaktoren stark macht! Selbstverständlich haben die letzten Atomunfälle in Frankreich, wie üblich, keinerlei Gefahr für die Bevölkerung verursacht und in Deutschland könnte so etwas ja überhaupt nicht passieren, denn die Atomkraft ist sicher! Verzeiht mir bitte meinen sarkastischen Unterton, aber bei so viel politischer Dummheit und vorauseilendem Gehorsam gegenüber den Energiekonzernen und ihren Geldmaschinen (auch Atommeiler genannt!), kann ich einfach nicht anders!

Sicher, sicherer, Atomkraftwerk, heisst die Steigerung nach Meinung der deutschen Politiker und deshalb ist ja auch die Liste der Havarien in deutschen Atomanlagen so lang wie meine Einkaufsliste am Ende eines jeden Monats, nämlich etwa eineinhalb Meter!
Neben der CSU, der vor den Landtagswahlen in ihrem schwarzen Reich bereits der Arsch mit Grundeis geht, tutet die Union in das selbe Horn und bereitet sich darauf vor, die Bundesrepublik mit „Öko“-Atomenergie für die nächsten zwanzig oder gar dreissig Jahre zu beglücken. Das Rezept dafür lautet:

  1. Mache zuerst richtig Panik in der Bevölkerung, damit du sie ordentlich weich kochst („Die Energieversorgung für die Zukunft ist nicht gesichert, die Preise schiessen in ungeahnte Höhen, der Klimawandel muss gestoppt werden!)
  2. Ignoriere gekonnt die Sorgen in der Bevölkerung was die Sicherheit der Atomanlagen angeht, indem du die eingetretenden Atomunfälle entweder verschweigst, ignorierst oder – wenn es sich überhaupt nicht vermeiden lässt – herunterspielst und kleinredest (eine Gefahr für die Bevölkerung besteht selbstverständlich nie und zu keiner Zeit!)
  3. Rede nicht über den „unumkehrbaren“ und „unwiderruflichen“ Atomausstieg, sondern versuche die Bevölkerung mit volksverdummenden Äusserungen und Kommentaren und dem Geld der Energiekonzerne so zu verunsichern und zu verblöden, dass sie nach der nächsten Bundestagswahl den Ausstieg aus dem Ausstieg schweigend hinnehmen, weil sie denken, die Politik wisse schon was sie tue…

..das weiss sie aber keineswegs! Jedenfalls nicht, wenn sie der Atomkraft das Wort redet.
Sie bedient sich nur eines bewährten und probaten Mittels, um demokratische Entscheidungen, die nicht das gewünschte Ergebnis erbringen dadurch zu korrigieren, dass man so lange darüber diskutiert und abstimmen lässt, bis das gewünschte Resultat eintritt! Steter Tropfen höhlt den Stein so zu sagen!
Also unternehmt etwas dagegen. Erhebt Eure Stimme gegen den atomaren Wahnsinn und sagt hinterher nicht, Ihr hättet von nichts gewusst, wenn eines unserer sicheren Atomkraftwerke nach dem Muster von Tschernobyl durchgeht und radioaktiver Fallout unser Land verseucht und die Menschen ins Verderben reisst!
Hier noch ein Link für alle, die glauben, Atommüll könne auf Dauer sicher „endgelagert“werden. Unter der Überschrift „Bundesweite Demonstration gegen Gorleben; Atomdeponien saufen ab“, berichtet die Internetzeitung NGO-Online über die Zustände in den beiden „Endlagern“ Asse II und Morsleben und die sind verheerend schlecht!