Willst Du eine Tüte, Alter?

Es ist schon erstaunlich, dass man alle umweltpolitischen Massnahmen (sofern man die Einführung einer Bezahlpflicht für Plastiktüten überhaupt als umweltpolitische Massnahme bezeichnen kann) über den Geldbeutel der Bürger zu steuern versucht.

Ich meine, es wäre sicherlich furchtbar, wenn man die Herstellung, den Handel mit und den Verkauf von Plastiktüten einfach verbieten würde! Die Konzerne allüberall in Europa würden (natürlich völlig zu Unrecht) notleidend, denn die Gewinne aus dem Verkauf der Plastiktüten an die Einzelhändler und von denen an die Kundschaft (ja, sowas gibt es schon) sind märchenhaft! Wo sonst gibt es schon so dämliche Kunden, die dafür, dass sie mit den bunt bedruckten Plastiktüten auch noch Werbung für den Laden machen, in dem sie gerade eingekauft haben, auch noch Geld bezahlen? Außer bei Apple vielleicht?

Die Forderung, Plastiktüten müssten Geld kosten, damit weniger davon auf dem Müll landeten, ist abstrus! Plastiktüten kosten in aller Regel heute schon Geld, das weiss derjenige, der selber einkaufen gehen muss, weil er sich keinen Einkaufsknecht leisten kann, am allerbesten! Aber nichts ist so einfach, als so zu tun, dass man die Umwelt und die Natur schützen möchte und dafür einfach in die Tasche eines anderen zu greifen, wie es die Regierung tut?

Ihr wollt saubere, regenerative Energien, um das Klima zu schützen? Sorry, aber das wird teuer (denn die Energiekonzerne wollen zwar auch weiterhin richtig gut Geld verdienen, aber bitte sehr keinerlei Risiko tragen, oder gar in Netze und anderen Firlefanz investieren!)!

Ihr wollt auch weiterhin Auto fahren? Dann aber bitte schön müsst ihr auch bereit sein, mehr dafür zu bezahlen (Katalysatoren, schwefelarme Spritsorten, effektivere Motoren, die Ksten nehmen kein Ende und wer sich die neueste Technik nicht leisten kann, sorry, der hat eben Pech und muss noch mehr bezahlen, wie z. B. mehr Kraftfahrzeugsteuern, Fahrverbote in Innenstädten und die daraus resultierenden Kosten für die Öffis)!

Ihr wollt keine saubere und sichere Atomenergie? Ja, dann habt ihr ein Problem, denn die Energiekonzerne, die damit jahrzehntelang die dicke Kohle geschaufelt haben, wollen sich nicht an den Kosten für Stilllegung der alten Meiler, den Rückbau und die ebenso sichere Endlagerung der radioaktiven Abfälle beteiligen (das ist schließlich Sache der Kunden, die genauso lange von dieser wunderbaren und unerschöpflichen Energiequelle – jedenfalls was die Einnahmen aus Sicht der Konzerne betrifft – „profitiert“ haben und vor allem des Steuerzahlers!)!

Früher und gelegentlich auch noch heute (allerdings bedeutend seltener, als uns suggeriert wird) pflegte sich „Unternehmertum“ durch eine gewisse Risikobereitschaft auszuzeichnen, die auch ein gewissen Mass an Einkommen rechtfertigte. Wer das Risiko trägt, kann im Zweifelsfall auch alles oder einen großen Teil seines Vermögens verlieren. War er also bereit, dieses Risiko einzugehen, so rechnete er sich eine Erfolgschance aus und wenn er dieses als akzeptabel einschätze, dann konnte er im Falle eines Erfolgs die Früchte sowohl seiner Arbeit, als auch seiner Risikobereitschaft ernten.

Damit ist es allerdings heute vorbei. Man ist zwar bereit Risiken einzugehen und zwar JEDES Risiko, aber keinesfalls die Folgen, falls die Erwartungen sich nicht erfüllen. Dagegen nimmt man (aus garnicht so unerfindlichen Gründen) die Gewinne gerne mit, wie es so schön heisst!

Man hat schließlich noch ein gewichtiges Pfund, mit dem man wuchern kann, wenn man es versteht. Große Banken beispielsweise sind „systemrelevant“, d. h. wenn sie pleite gehen, dann reissen sie ganze Volkswirtschaften, ganze Staaten mit in den Abgrund…sagen sie und jedermann in der Regierung glaubet es gerne! Also rettet man die Banken, hebt drohend den Zeigefinger der Moral und lässt sie weiter machen wie bisher!

Große Konzerne verweisen gerne auf die Zahl ihrer Beschäftigten, die man doch nicht in die Arbeitslosigkeit schicken wolle, egal wie bescheuert sich die Geschäftsführung auch verhalten, wie sehr sie aich auch verkalkuliert haben mag! Denn auch Arbeitslose sind Wähler und wer möcht schon gern tausende von Wählerstimmen riskieren, wenn man doch zumindest nach außen hin den Anschein erwecken kann, man hätte alles nur menschenmögliche getan? Ein Politiker jedenfalls nicht!

Und man darf ja auch nicht vergessen, dass eine politische Karriere nicht ewig dauert. Einmal das Maul zu früh und/oder am falschen Ort aufgerissen und schon kann es vorbei sein. Vielleicht hat man aber auch nur auf´s falsche Pferd gesetzt und plötzlich lässt einen die eigene Seilschaft fallen, wie die sprichwörtliche heisse Kartoffel, dann ist man froh um jeden Konzern, bei dem man es sich zu zeiten von Amt und Würden nicht verdorben hat. Denn wer möchte schon, wenn er erst einmal daran gewpöhnt ist, auf all die vielen kleinen, wenn auch recht unbedeutenden und die eigene unabhängige Meinung keinesfalls beeinflussenden Annehmlichkeiten verzichten, die einem die verschwiegenen Lobbyisten jedweder Couleur zu gewähren pflegen, angefangen von üppigen Buffets mit exostischen Kostbarkeiten, über allerlei elektronischen Schnickschnack, kostengünstig bis kostenfrei für Testzwecke zur Verfügung gestellt, bis hin zum exzessiven Besuch im Puff?

Im vorliegenden Fall dürfen wir einmal mehr davon ausgehen, dass die Bundesregierung, in Form des Bundesumweltamtes und unter der weisen Führung des Jockel Flasbarth, vermutlich mit „massiver Unterstützung“ durch die übergewichtige Gestalt ihres Bundesumweltministers Altmaier, nach dem bewäührten Prinzip des allen Wohl und keinem Wehe (außer dem Steuerzahler vielleicht, nein, sogar ganz sicher!)und unter maßgebendem Einfluss der entsprechenden Lobbyverbände, zwar den Anschein umweltpolitischer Aktivität erwecken möchte, aber dennoch nicht zu viel des Guten will. So werden also auch weiterhin Plastiktüten in ungeheuren Mengen und gegen gute Bezahlung an den Einzelhandel geliefert und von diesen dann (gegen Bares, versteht sich) an den Kunden weiter gegeben werden. Was daran nun wirklich neu sein soll, mag jeder für sich entscheiden. Für mich zeigt dieser Plan jedoch eines ganz klar: Die Bundesregierung hat keine Ahnung von Umweltpolitik (und wie man sich weiter denken kann, auch keinerlei spürbares Interesse), aber davon jede Menge!

weiterführende Links:

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Umweltschutz ist wichtig für die Deutschen!

Das hatten sie wohl nicht erwartet, die Jungs und Mädels vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt, oder doch? Ich meine, was soll diese Umfrage, ob den Deutschen der Umweltschutz wichtig ist? Umweltschutz ist elementar für das Überleben der Menschheit. Was wäre denn jetzt gewesen, wenn 91% gesagt hätten:“ Umweltschutz? Geht mir doch glatt am Arsch vorbei!“ Den Göttern sei Dank, war es anders herum. 91% finden, Umweltschutz ist wichtig (das meldete dpa am 11.12.2008).

Und obwohl den Menschen in Deutschland der Umweltschutz in der Mehrheit wichtig ist, tut die Regierung so, als hätte sie nicht nur alle Zeit der Welt, um den Klimakollaps zu verhindern, sondern auch gar keine große Lust mehr zur Rettung des Klimas! Leider ist sie in der CDU, die ja genauso wie die CSU einen direkten Draht zum „Lieben Gott“ hat, aber bedauerlicherweise nicht zu Gaia. Sonst könnte sie mal bei unserer Mutter Erde vorsprechen und ihr klar machen, dass die mit der Klimaerwärmung mal schön so lange Pause machen soll, bis die weltweite Finanzkrise überwunden ist!

Wie erfrischend anders geht man da im Moment in den USA zur Sache. Barrack Obama ernennt nicht nur einen ausgewiesenen Klimaspezialisten zum Energieminister, sondern beruft gleich noch einige hochkarätige Wissenschaftler in den Beraterstab des zukünftigen Präsidenten – ebenfalls alles ausgewiesene Spezialisten für´s Klima. Hier scheint man wirklich mal Nägel mit Köpfen…äh…Klimapolitik mit Nägeln…nee, Klimapolitik mit Köpfen und zwar sehr klugen Köpfen machen zu wollen.

Natürlich ist es längst überfällig, dass die USA endlich mal ihren übergewichtigen Arsch bewegen. Viel zu lange haben die Amis Energie verschleudert, als seien sämtliche Reserven nur dazu da, den „Lebensstandard“ der Amerikaner zu halten. Und wie um das zu bestätigen, nimmt der scheidende Präsident Bush die Kraftwerke von der Kontrolle durch die US-Umweltschutzbehörden (Meldung der International Business Times vom 19.12.2008) aus, was den Ausstoß von CO2 betrifft – gut nicht wahr? Aber gegen Dummheit kämpfen selbst die Götter vergebens. Barrack Obama hoffentlich nicht!

Und bis Obama nun im Januar inauguriert ist (…oder wie auch immer das richtig heisst, es ist mir eigentlich auch vollkommen egal…), will sich unsere scheinheilige Klimakanzlerin nun auch nicht einen Millimeter bewegen, weder was die Finanzkrise, noch was den Klimaschutz betrifft.

Als Gerhard Schröder in seinen Zeiten als Kanzler so etwas machte, kreischte die Opposition „er sitze das Problem aus“, während Schröder behauptete, er pflege die „Politik der ruhigen Hand“! Heute ist die Opposition an der Macht und nun ist das Abwarten der Merkel natürlich auch eine Politik der ruhigen Hand (Politik der leeren Hand würde es besser treffen!) und die Opposition spricht wieder vom Aussitzen!

Es wäre ja wirklich unerträglich, wenn man mal diesseits des Atlantik selber eine Entscheidung träfe und diese dann ohne wenn und aber auch umsetzte. Wäre Frau Merkel jetzt ein Mann, würde ich sagen, unser Bundeskanzler hat keine Eier! Aber da ich ein netter Mensch bin und es auch bleiben möchte, obwohl ich mich manchmal schon einer recht deftigen Ausdrucksweise befleißige (das weiss ich natürlich selber), möchte ich den Mantel des Schweigens und der Nächstenliebe über Frau Merkels Eier(…stöcke) breiten.

weiterführende Links:

  • der komplette Text der Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Umweltbewußtseinsstudie 2008 (Es wäre nicht schlecht, wenn man genau wüsste, was überhaupt gefragt wurde, aber da schweigt des Sängers Höflichkeit).
  • BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (viele schöne Worte und viel blablabla, aber nicht wirklich was handfestes, brauchbares für die Umwelt, wenn Ihr mich fragt!)
  • Umweltbundesamt (hier gilt dasselbe wie beim BMU, schick gemachte Propagandainstrumente, die eine heile Welt vorgaukeln und dem Betrachter weissmachen wollen, die regierung hätte alles im Griff – auf dem sinkenden Schiff!).