CSU fordert Verlängerung der Reaktorlaufzeiten!

Während in Frankreich ein atomarer Zwischenfall den andern ablöst – bei einer Havarie in einer Fabrik für Kernbrennstäbe im südfranzösischen Romans-sur-Isère wurden 800 Gramm Uran freigesetzt – versucht sich die CSU vor den Landtagswahlen in Bayern bei der Atomindustrie beliebt zu machen, indem sie sich für eine Verlängerung der Restlaufzeiten alter Atomreaktoren stark macht! Selbstverständlich haben die letzten Atomunfälle in Frankreich, wie üblich, keinerlei Gefahr für die Bevölkerung verursacht und in Deutschland könnte so etwas ja überhaupt nicht passieren, denn die Atomkraft ist sicher! Verzeiht mir bitte meinen sarkastischen Unterton, aber bei so viel politischer Dummheit und vorauseilendem Gehorsam gegenüber den Energiekonzernen und ihren Geldmaschinen (auch Atommeiler genannt!), kann ich einfach nicht anders!

Sicher, sicherer, Atomkraftwerk, heisst die Steigerung nach Meinung der deutschen Politiker und deshalb ist ja auch die Liste der Havarien in deutschen Atomanlagen so lang wie meine Einkaufsliste am Ende eines jeden Monats, nämlich etwa eineinhalb Meter!
Neben der CSU, der vor den Landtagswahlen in ihrem schwarzen Reich bereits der Arsch mit Grundeis geht, tutet die Union in das selbe Horn und bereitet sich darauf vor, die Bundesrepublik mit „Öko“-Atomenergie für die nächsten zwanzig oder gar dreissig Jahre zu beglücken. Das Rezept dafür lautet:

  1. Mache zuerst richtig Panik in der Bevölkerung, damit du sie ordentlich weich kochst („Die Energieversorgung für die Zukunft ist nicht gesichert, die Preise schiessen in ungeahnte Höhen, der Klimawandel muss gestoppt werden!)
  2. Ignoriere gekonnt die Sorgen in der Bevölkerung was die Sicherheit der Atomanlagen angeht, indem du die eingetretenden Atomunfälle entweder verschweigst, ignorierst oder – wenn es sich überhaupt nicht vermeiden lässt – herunterspielst und kleinredest (eine Gefahr für die Bevölkerung besteht selbstverständlich nie und zu keiner Zeit!)
  3. Rede nicht über den „unumkehrbaren“ und „unwiderruflichen“ Atomausstieg, sondern versuche die Bevölkerung mit volksverdummenden Äusserungen und Kommentaren und dem Geld der Energiekonzerne so zu verunsichern und zu verblöden, dass sie nach der nächsten Bundestagswahl den Ausstieg aus dem Ausstieg schweigend hinnehmen, weil sie denken, die Politik wisse schon was sie tue…

..das weiss sie aber keineswegs! Jedenfalls nicht, wenn sie der Atomkraft das Wort redet.
Sie bedient sich nur eines bewährten und probaten Mittels, um demokratische Entscheidungen, die nicht das gewünschte Ergebnis erbringen dadurch zu korrigieren, dass man so lange darüber diskutiert und abstimmen lässt, bis das gewünschte Resultat eintritt! Steter Tropfen höhlt den Stein so zu sagen!
Also unternehmt etwas dagegen. Erhebt Eure Stimme gegen den atomaren Wahnsinn und sagt hinterher nicht, Ihr hättet von nichts gewusst, wenn eines unserer sicheren Atomkraftwerke nach dem Muster von Tschernobyl durchgeht und radioaktiver Fallout unser Land verseucht und die Menschen ins Verderben reisst!
Hier noch ein Link für alle, die glauben, Atommüll könne auf Dauer sicher „endgelagert“werden. Unter der Überschrift „Bundesweite Demonstration gegen Gorleben; Atomdeponien saufen ab“, berichtet die Internetzeitung NGO-Online über die Zustände in den beiden „Endlagern“ Asse II und Morsleben und die sind verheerend schlecht!

Werbeanzeigen

Atomkraft? Na klar!

Wie ernst der Regierung in Deutschland der „Atomausstieg“ ist, zeigt sich gerade jetzt im Moment mit der sommerlochfüllenden Diskussion um die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke.
Allen voran die CDU/CSU mit ihren politischen Kapazitäten beginnt mit einer Vehemenz für die Atomlobby zu fighten, dass es einem Angst und Bange werden kann, ja werden muss!
Das Ergebnis dieses politischen Einsatzes zugunsten der Atomindustrie wird – wenn nicht ein Wunder geschieht – sicher die Verlängerung der Laufzeiten bis zum St. Nimmerleinstagsein, sondern auch der Neubau von Atommeilern in Deutschland. Dagegen gilt es Position zu beziehen, wenn wir nicht hinterher die Leidtragenden sein wollen! Aber das Vorgehen der Union ist typisch für das Demokratieverständnis in unserem Land. Warum? Ganz einfach! Wenn die Regierung beschließt, dass ein bestimmter Weg eingeschlagen werden soll, dann ist das eben so. Unabhängig von den Wünschen der Menschen und erst recht den Bedürfnissen der Natur und Mutter Erde! Nur wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, darf der „mündige“ Bürger abstimmen und seine Meinung kundtun – allerdings nur dann, wenn zu erwarten ist, dass das Ergebnis so ausfällt, wie die Regierung es wünscht! Ist dies nicht der Fall, wird wieder abgestimmt und wieder, bis endlich das erwünschte Ergebnis eintritt.
Ein nicht sehr leuchtendes Beispiel dafür ist die EU-Verfassung. In Deutschland und den anderen EU-Mitgliedsstaaten lässt man die Bevölkerung aus gutem Grund nicht darüber abstimmen, weil jeder weiss, wie das ergebnis ausfallen würde. Und die Iren, die ihre Meinung dazu eindeutig kundgetan haben, werden mehr oder weniger als unzurechnungsfähig bezeichnet, als Menschen, die nur aus Protest gegen die Verfassung gestimmt hätten und nicht aus Überzeugung. Aus diesem Grund will man die Abstimmung nochmal durchführen lassen, nachdem die Bevölkerung ausführlich „aufgeklärt“ (d. h. mit EU-Propagande zugemüllt worden ist, bis ihnen diese zu den Ohren wieder herauskommt!) wurde!
Ist das wirklich Demokratie? Nachdem die Politiker seit Monaten die Bevölkerung in einer Art konzertierten Aktion mit den Wünschen der Atomindustrie für eine Verlängerung der Reaktorlaufzeiten berieseln und nun auch noch die Mähr verbreiten, der Einsatz der Atomkraft sei nicht nur umweltfreundlich, sondern auch notwendig um die Energiepreise niedrig zu halten, kann man in den Nachrichten erfahren, dass nunmehr eine Mehrheit der Bevölkerung für eine intensive Nutzung der Atomenergie ist.
Wie schön! Keiner redet davon, welche Mengen an Energie und CO2-Emissionen vergeigt werden, wenn Uran gewonnen und transportiert wird. Niemand spricht von den ungeheuerlichen Folgekosten, die aufgebracht werden müssen, wenn abgebrannte Brennstäbe aufbereitet oder endgelagert werden müssen. Die Kosten dafür tauchen in keiner Rentabilitätsrechnung der Atomindustrie auf, denn die trägt die Allgemeinheit!
Ich kann mich erinnern, wie in den Siebzigern lauthals verkündet wurde, die Endlagerung von Atommüll sei durch Einlagerung in unterirdischen Salzstöcken auf Jahrzehntausende sicher! Wer das glaubt, ist ein Narr. Niemand kann behaupten, dass solche Endlagerstätten auf Dauer sicher sind. Genauso wenig wie Atomkraftwerke es sind! Nach den Statistiken der Atomlobby passiert ein GAU (ein sogenannter „Größter Anzunehmender Unfall“) vielleicht alle zehntausend Jahre, ist also nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen.
Warum aber bereits nach relativ kurzer Laufzeit, entgegen der berechneten statistischen Wahrscheinlichkeit, der Reaktor von Tschernobyl havarierte und eine Umweltkatastrophe unvorstellbaren Ausmasses für Mensch und Natur verursachte, scheint die Atomlobby nicht weiter zu interessieren. Genauso wie das Atomunglück von Three Mile Island in den USA. Diese Zwischenfälle sind nur zwei aus einer ganzen Reihe von kritischen Ereignissen, die bis in die 1940er Jahre zurückreichen und beweisen, dass nicht nur die Technik der Atomanlagen unsicher ist. Oft sind es aber auch die Menschen, die in diesen Anlagen arbeiten oder sie bedienen die Gefährdungsfaktoren! All diese Vorkommnisse sind offenbar immer noch nicht Warnung genug gewesen, von dieser riskantesten Form der Energiegewinnung endlich die Finger zu lassen! Die politisch Verantwortlichen lässt das alles ebenfalls völlig kalt. Ich möchte ja keine Behauptungen aufstellen, die sich nicht beweisen lassen, aber eine enge Verquickung zwischen Wirtschaft und Politik ist nicht von der Hand zu weisen und für meinen Geschmack ist diese Verbindung viel zu eng! Dagegen müssen wir uns wehren. Wer in den Aufsichtsräten der Energiekonzerne sitzt, darf nicht über die Gesetze entscheiden, die die Interessen der Mutter Erde und der Menschen wahren sollen!

Weitere Informationen:
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (nukleares Ereignis ist eine eher euphemistische Umschreibung für einen Unfall und wird einzig aus dem Grund verwandt, der Bevölkerung die wahren Gefahren der Atomernegiegewinnung zu verheimlichen!).
Strahlenkrankheit (wer sich schon immer gefragt hat, warum so viel Aufhebens um ein bisschen radioaktive Vertrahlung gemacht wird, der sollte sich hier mal informieren, wie überaus unangenehm die Folgen der Strahlenkrankheit sind!).
Liste der Störfälle in deutschen kerntechnischen Anlagen (wer meint, das deutsche Atomanlagen auf Grund des Verantwortungsbewußtseins der Betreiber besonders sicher seien, der kann sichmal diese Liste hier ansehen!).
Liste der Störfälle in europäischen Atomanlagen (auch auf europäischer Ebene ist die Sicherheit der atomaren Anlagen alles andere als selbstverständlich, hier wird ebenso geschludert und geschlampt wie überall auf der Welt!).
Milliardensubventionen für Atomindustrie (Greenpeace zeigt auf, wie hier und in Europa Politik gemacht wird – im Auftrag und auf Rechnung der Atomindustrie! Geld regiert die Welt und davon haben die Männer von der Atomlobby ja reichlich!).
Störfälle und der GAU – von Brunsbüttel bis Tschernobyl (eine Bilderserie von nt-v.de, die uns den Wahnsinn der Atomkraft vor Augen führt! Schaut Euch das an und urteilt dann selber, ob Ihr Energie wollt, die auf solche Art und Weise erzeugt wird!).

Die Atomkraft ist sicher – die Atomindustrie auch?

Sicher kennt Ihr Homer Simpson, den Vollidioten der in einem Atomkraftwerk in Springfield – wo auch immer/USA arbeitet. Solche Profis arbeiten anscheinend auch in den Atommeilern in Frankreich, aber wahrscheinlich auch in Deutschland und in allen andern Staaten, die unser Klima mit Hilfe der Atomkraft „retten“ wollen.
Wegen Sicherheitsmängeln wurde nun das Atomkraftwerk Tricastin von der Atomsicherheitsbehörde geschlossen, schreibt Spiegel-online. Etwas zu spät, würde ich da behaupten, denn bereits 2007 hatte die Behörde das Unternehmen Socatri “ wegen überhöhter Strahlung und Lecks zur Ordnung gerufen“. Man sieht deutlich, wie wirkungsvoll die Massnahmen sind, die eingeleitet wurden! Den Unternehmen, ich möchte das mal ganz salopp formulieren, sind die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung und das Geschwätz der Behörden scheissegal!
Auch Greenpeace berichtet unter der Schlagzeile „Atomaufsicht ordnet Stilllegung in Tricastin an“, nachdem bereits am 8.7.2008 bemängelt worden war, dass die Bevölkerung zu spät informiert worden sei!
Es wurden Lecks in Auffangbehältern bemängelt, bevor die Havarie stattfand. Die Behebung der Mängel wurde angeordnet – angeblich – passiert ist NICHTS! Die Atomindustrie setzt sich über staatliche Anordnungen schlicht hinweg, weil sie zu der Ansicht gelangt, sie seien unnötig! Man erhebt sich über die staatliche Autorität, von der man gerade in Frankreich nicht behaupten kann, sie sei atomfeindlich.
Was sagt uns das? Es zählen immer nur und nicht nur in Frankreich stets die Unternehmensinteressen, sonst nichts. Mögliche Opfer unter der Bevölkerung werden als Kollateralschäden billigend in Kauf genommen. Die Gewinnmaximierung geht also praktisch über Leichen, wenn das nötig ist! Schließlich sind 74 kg Uran, die in die umliegenden Flüsse gelangt sind, nun wirklich keine Kleinigkeit, oder doch?
Also, freut Euch auf die schöne neue Zukunft, da kommt was auf uns zu!
Lasst uns handeln, bevor es zu spät ist. Protestiert gegen die Atomindustrie und unterschreibt Petitionen, drückt Euren Unmut über die Pläne unserer Regierung aus, die den Atomausstieg wieder rückgängig machen will, allen voran die bayrischen Vorzeigedeutschen Beckstein und Huber! Zeigt ihnen wo der Hammer hängt!
Wer übrigens immer noch glaubt, Atomkraft sei sicher, der hat zwar möglicherweise Recht, aber er sollte stets daran denken, dass diese vielleicht sicheren, nichtsdestotrotz aber doch gefährlichen Atomanlagen von Menschen bedient, gewartet und repariert werden. Und Menschen sind keine Roboter, sie machen Fehler, das liegt nun mal in der menschlichen Natur. Manchmal sind sie auch einfach nur Idioten ud dann machen sie gefährliche Fehler. Aber die gefährlichsten Menschen sind die an der Spitze der Energiekonzerne, die behaupten die Atomenergie sei sicher und umweltfreundlich und die Idioten in ihren Anlagen beschäftigen!
Beispiel gefällig? Bitte sehr: „Brand in schwedischem Atomreaktor Ringhals unter Kontrolle“ von Greenpeace am 11.7.2008 veröffentlicht.
Das fuereinebesserewelt-Blog ruft zur Teilnahme an einer Aktion von Foodwatch auf, die seit Anfang des Jahres läuft und für einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser fordert. Nehmt bitte daran teil, füllt das Formular aus und tut Euren Unmut darüber kund, dass es einen solchen noch immer nicht gibt!

Die Atomkraft ist sicher – sicher!

Wie Yahoo soeben unter dem Titel „Radioaktive Flüssigkeit aus französischem AKW ausgetreten“ meldet, kam es im französischen Atomkraftwerk Tricastin zu einem Zwischenfall. Selbstverständlich bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung, obwohl die Brühe, die reichlich Uran enthielt, in mehrere Flüsse der unmittelbaren Umgebung floß. Mal sehen, was Greenpeace dazu in Kürze zu melden hat!
Ist doch wirklich erstaunlich, ich habe noch nie im Zusammenhang mit einer Havarie in einem Atommeiler von irgendeiner Gefährdung der Natur oder gar der Bevölkerung gehört! Ist das nicht merkwürdig?
Und hier ist er schon, der Link zur Greenpeace-Meldung, die sich ein ganz klein wenig anders liest.