Vertical Farming – Nahrung für die Zukunft der Menschheit?

Am Horn von Afrika herrscht Dürre! Somalia ist eines der am heftigsten von der verheerenden Trockenheit betroffenen Gebiete, in dem mehrere Regenzeiten hintereinander ausgeblieben sind. Täglich verhungern Menschen, fliehen zehntausende Hungernde in die ebenfalls nicht von üppigen Ernten gesegneten armen Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia.

Die Lage in den Flüchtlingslagern wird immer dramatischer, auch dort leiden die Menschen unter Mangelernährung, den unsäglichen hygienischen Zuständen und den Folgen des Hungers. die Industrienationen haben seit mehreren Jahren die Mittel gekürzt, mit denen die notleidenden Menschen unterstützt werden könnten und heute dürfen wir uns aus berufenem Politikermund anhören, es sei 5 vor 12!

Aktionismus ist angesagt und so erhöht die Bundesregierung prompt ihre „Hilfe“ auf 30 Mio. Euro, die EU insgesamt auf „satte“ 160 Mio. Euro. Angesichts der von der UN veranschlagten 1,6 Mrd. $ (Hungerkrise: „Horn von Afrika braucht 1,6 Mrd. $ Hilfe“ – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) ist dieser Betrag nachgerade lächerlich und entspricht von daher genau der Einstellung kapitalistisch geprägter Staaten wie dem unseren, die eher hunderte von Mrd. Euro als Rettungsschirm über die gebeutelten systemrelevanten Banken aufzuspannen bereit sind, als das Hungerproblem der Welt schnell, effektiv und vor allem nachhaltig zu lösen!
Denn eines scheint klar – Nahrung ist genug vorhanden, aber nicht so verteilt und vor allem nicht so preiswert, dass jeder Mensch sich das kaufen kann, was er zum Leben benötigt. Nahrung ist, dank des kapitalistischen Wirtschaftssystems, zum Spekulationsobjekt geworden. Wer sich die Preise nicht leisten kann, der hat eben, nach kapitalistischer Lesart, Pech gehabt!

Ein weiterer Aspekt in diesem System der knappen, aber teuren Nahrungsressourcen ist, dass die reichen Industriestaaten ihre eigenen Ackerflächen mehr und mehr für den Anbau hochprofitabler Energiepflanzen (für sog. Biosprit und Bioenergie) nutzen, um die angestrebten Ziele für die CO2-Einsparungen zum Schutze der Umwelt zu erreichen.

Um aber die Nahrungsversorgung sicher zu stellen, kaufen die reichen Länder gleichzeitig die Nahrungsproduktion in den Ländern der Dritten Welt auf, während große Agrarkonzerne überall in den armen und ärmsten Ländern dieser Erde die besten Ackerflächen auf Jahrzehnte hinaus pachten, oder gar kaufen (nachdem korrupte Regierungen die einheimischen Kleinbauern enteignet und vertrieben und so die gewachsene landwirtschaftliche Kultur zerstört haben) und diese Flächen so der Nahrungsproduktion für die armen Einheimischen entziehen (Geschäfte mit Ackerland: Investoren haben Landlust – Artikel auf FAZ.NET vom 18.7.2011). Hier werden Produkte angebaut, die sich teuer in den Industriestaaten vermarkten lassen, die sich die einheimischen Hilfsarbeiter aber nicht leisten können!

Ist das fruchtbare Land erst weg, verloren an die ausländischen Konzerne, roden die hungernden einheimischen Bauern die letzten verbliebenen Reste des tropischen Regenwaldes, um ein bisschen Ackerland zu gewinnen. Auslaugung und Erosion lassen die Erträge aber rasch sinken und nach wenigen Jahren müssen die Menschen weiter ziehen, noch tiefer in den sterbenden Urwald hinein. Und je mehr sie die Bäume fällen oder abbrennen und neuerdings mit Agent Orange vergiften, desto weniger Regen fällt und lässt das Land verdorren!

Was übrig bleibt eignet sich kaum noch als Weide und doch nutzen große Fleischkonzerne die dürren Halme um Rindviecher für WurgerKing und McDoof zu züchten. Wir fressen nicht nur unsere eigenen Haare vom Kopf, sondern auch die der Menschen in den Ländern der Dritten Welt. Und was übrig bleibt, verheizen wir in unseren Porsche Cayennes, wenn wir sonntags morgens zum Brötchenholen zu Backshop um die Ecke brettern – da ist Allradantrieb auf Extrembreitreifen und 560 PS unbedingt „state of the art“.

Somalia ist bei alledem aber sowieso außen vor. Zerrissen von einem furchtbaren Bürgerkrieg, der seit nahezu dreißig Jahren in dem Land tobt und der den gesamten Staat unregierbar gemacht hat, in dem Terror, Folter, religiöser Extremismus und Fanatismus an der Tagesordnung sind, in dem Warlords und dutzende fanatisierte Milizen (Horn von Afrika: Tödliche Konsequenzen – Artikel auf FAZ.NET vom 25.7.2011) gegeneinander und gegen alles kämpfen, was vermeintlich westlich ist, wo Kinder zu Mördern abgerichtet werden und das islamische Gesetz der Scharia mit seinen furchtbaren Körperstrafen selbst für die geringsten Vergehen herrscht, müssen die Menschen verhungern, weil sie selbst dann keine Nahrung anbauen könnten, wenn sie die Möglichkeiten dazu hätten!

Nahrungsmangel und extrem gestiegene Preise für Grundnahrungsmittel führten in den letzten Jahren schon häufiger zu Hungerrevolten und bürgerkriegsähnlichen Unruhen fast überall im Tropengürtel unseres Planeten!

Wie aber kann dieser verzweifelten Situation sinnvoll begegnet werden?

Ist der Plan der großen Agrarkonzerne eine tragfähige Lösung für die künftige Ernährung der Menschheit, der eine durch und durch industrialisierte Landwirtschaft unter Verwendung gentechnisch veränderten Saatguts (selbstverständlich patentrechtlich geschützt und für jede Aussaat neu beim Gentechnikkonzern ihres Vertrauens für teures Geld zu erstehen!), schwerer landwirtschaftlicher Maschinen (die natürlich jede Menge Energie benötigen und extrem teuer sind), Unmengen von Düngemitteln, Wasser (mit Hilfe von gigantischen Bewässerungsanlagen bis zur restlosen Versalzung der Böden in heißem Klima über den Ackerflächen versprüht!) und, weil sie so empfindlich sind, mit jeder Menge Herbi-, Fungi- und Pestiziden (bevorzugt dem von Monsanto hergestellten Unkrautvernichtungsmittel Roundup (ein wichtiger Bestandteil von Roundup ist Glyphosat), gegen das praktischerweise die von Monsanto gelieferten GVO-Saaten resistent sind!).

Dass bei dieser Art der „Landwirtschaft“ nicht nur die Ressourcen an Grundwasser geplündert werden und weitere Teile des Landes deshalb von Trockenheit heimgesucht werden und die ehemaligen Landbesitzer nun als billige Hilfskräfte für die Ernte der Agrarerzeugnisse missbraucht und ausgebeutet werden, oder (weil plötzlich landlos geworden) auf der Suche nach Arbeit und Auskommen für ihre Familien in die großen Städte ziehen und dort in gigantischen Slums in Dreck und Unrat, Not und Elend vegetieren müssen, sei hier nur am Rande erwähnt!

Ist das wirklich die „schöne neue Welt“, die wir uns erträumen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Gentech- und Agrarkonzerne weder die Ernährung noch die Gesundheit der Menschheit im Focus haben, sondern ihre (und nur ihre) Profitinteressen?

Der Planet kann eine solche Art der Landwirtschaft nicht lange verkraften. Monokulturen fördern Pflanzenkrankheiten, der Einsatz der riesigen Maschinen die Bodenverdichtung, was wiederum den Einsatz noch größerer Maschinen bedingt und noch tieferes Pflügen. Diese Art der Landwirtschaft geht auf Kosten des Planeten und der gesamten Menschheit! das Prinzip lautet dabei:

Den Profit für die Konzerne, die Folgen für die gesamte Menschheit! (das altbekannte kapitalistische Prinzip der Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten, mithin also dasselbe Prinzip wie das der Rettung der Banken in der weltweiten Finanzkrise!)

Wie aber sehen die Möglichkeiten aus, die Erzeugung von Nahrung für die stetig wachsende Zahl der Menschen auf der Erde in allen klimatischen Zonen sicher zu stellen? Kann man die Ernährung mit Vertical Farms sichern?

Vertical Farm

Was ist überhaupt Vertical Farming? Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Technik, Landwirtschaft in Gebäuden zu betreiben, wobei man die Umweltbedingungen mit Hilfe technischer Anlagen kontrollieren und sich damit von den klimatischen Bedingungen der Gebiete, in denen die Vertical Farms errichtet werden, unabhängig machen kann! entwickelt hat diese Idee der US-Professor Dickson Despommier von der Columbia Universität in New York City im Jahre 1999 mit einigen seiner Studenten. Und die Idee an sich ist einfach bestechend, finde ich!

Vertical Farming Energiegewinnung

Die Kontrolle der Bedingungen in Vertical Farms bezieht sich sowohl auf die Temperatur, als auch Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse usw. und lässt sich auch auf andere Bereiche ausweiten wie z. B. Kontrolle und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Ungezieferbefall. Dünge- und Pflanzenschutzmittel lassen sich effektiv nutzen und dosieren, Umweltkatastrophen bleiben weitestgehend ohne Einfluss auf die Nahrungserzeugung in den Vertical Farms.

Natürlich kommt auch hier Technik zum Einsatz und es werden auch große Mengen an Energie benötigt (die aber zumindest zum Teil in und mit der Vertical Farm gewonnen werden kann, indem man Sonnenkollektoren, Windkraftanlagen und aus Biomasse erzeugtes Biogas zur Stromgewinnung nutzt). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, Pflanzen ohne Erde (also in Hydrokultur, in einem Substrat wachsend) anzubauen und damit die Umwelt zu schonen. Die Technik ist theoretisch bereits weitgehend zur Nahrungserzeugung nutzbar. Weiterer Forschungsbedarf ist dennoch erforderlich um die Vertical Farms effektiver und energieeffizienter zu gestalten.

Vertical Farming

In solchen Vertical Farms könnten auch, wenn sie als aquaponisches System ausgelegt sind, neben der Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel, Fische gezüchtet und für die menschlichen Ernährung genutzt werden. Theoretisch kann eine Vertical Farm auch als Zuchtbetrieb für die Massentierhaltung genutzt werden. Aber nach meinen Vorstellungen widerspricht das dem Prinzip einer ausgewogenen und gesunden menschlichen Ernährung, sowie den Prinzipien des Tierschutzes, artgerechter Haltung und einem Leben ohne Leid für die Tiere, die der Ernährung der Menschen dienen sollen. Auch Tiere haben Rechte und dazu gehört ein Leben in Würde, in freier Natur und eben ihrer Art und ihrem Wesen gerecht. Das aber kann eine Haltung in Gefangenschaft niemals sein!

Wir können die monokulturelle Landwirtschaft in den Industriestaaten einschränken und die frei werdenden Flächen sinnvoll nutzen, beispielsweise um Wälder zu pflanzen, die dem Klimaschutz dienen. Wir können uns aus der Fläche zurück ziehen und der Natur mehr Raum geben. Aber wir müssen den Boden und die Nahrung der Spekulation entziehen. Das gelingt uns, wenn wir den Großteil der Nahrung in Vertical Farms anbauen, die wir so konzipieren, dass sie weitgehend geschlossene Systeme bilden, die die Umwelt nicht belasten und in denen die Ressourcen sparsam und schonend eingesetzt werden!

Vertical Farms sind teuer. Sie erfordern große Investitionen. Sie sind geeignet für reiche Länder, die über die entsprechende technische Infrastruktur und eine gesicherte Energieversorgung verfügen. Man kann sie mitten in den Ballungszentren der Städte errichten und erpart sich und der Umwelt so Transportwege über hunderte und tausende von Kilometern oder gar mit dem Flugzeug um die halbe Welt. aber genau da, wo sie am dringendsten benötigt würden, in den Hungergebieten der Erde, wo die größte Not, Dürre und Hunger herrschen, kann sie niemand finanzieren, nutzen oder unterhalten!

Um Menschen zu retten, die in Ländern wie Somalia (als Staat kann man dieses Gebilde aus rivalisierenden islamischen Milizen, Privatarmeen und religiöse Fundamentalisten wohl nicht mehr bezeichnen) dem Hungertod entgegendämmern, ist zunächst die Versorgung mit Nahrung und sauberem Trinkwasser gefragt. Die herrschenden Gruppen wollen westliche Hilfe nicht ins Land lassen, weil sie vermutlich gern selber als Retter in der Not dastehen wollen. Gibt man ihnen aber Geld um die Menschen zu versorgen, kaufen sie sicher Waffen damit ein! Tausende werden die rettenden Flüchtlingslager nicht mehr erreichen, elend verreckt auf der Flucht vor Hunger und Verzweiflung! Wie lange wollen wir dem Sterben noch zusehen? Bis es zu spät ist, so scheint es, denn es ist nicht 5 vor 12, nein, es ist bereits 5 NACH 12 und die Politik ist Schuld!!!

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Glas – alter Rohstoff mit Zukunft?

Es wird mal wieder Zeit, über die Möglichkeiten des wertvollen und zu hundert 100% recyclefähigen Rohstoffes Glas zu schreiben. In einem Artikel vom 7.5.2009 schrieb ich unter „Recycling, Rohstoffquelle der Zukunft“ über die hervorragenden Eigenschaften des Glases, das beim Recycling nicht – wie beispielsweise Kunststoff – nur zu einem kleinen Teil aus wiederverwerteten Stoffen bestehen kann, sondern zu 100%. Dabei sind die Eigenschaften genauso ausgezeichnet, als wäre das Glas frisch aus Quarzssand gewonnen worden. Eine Eigenschaft, die sonst kein anderer Stoff besitzt!

Glas ist ein sehr alter Rohstoff. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse des Glases stammen aus der Zeit von etwa 1600 v. Chr. Aber alt bedeutet – wenigstens in diesem Fall – keineswegs altmodisch. Während man Jahrunderte oder Jahrtausende Flüssigkeiten, insbesondere Wein, in Tonkrügen und Amphoren lagerte und transportierte, was sich vermutlich nicht unbedingt vorteilhaft auf den Geschmack der darin aufbewahrten Flüssigkeiten auswirkte, war Glas in den wenigen begüterten Häusern ein absoluter Luxusartikel, dessen hervorragende Eigenschaften man aber erst später zur Kenntnis nahm. Dies mag zum Teil daran gelegen haben, dass Glas so teuer war und damit nicht geeignet, um Güter des täglichen Bedarfs daraus herzustellen. Zum anderen war die Haltbarkeit, durch die noch recht primitiven Herstellungsmethoden, eher eingeschränkt. Erst später fand man Möglichkeiten, glas wirklich stabil zu machen, so dass man es auch da einsetzen konnte, wo man es vorher für unmöglich gehalten hatte.

Aber es gibt noch unzählige andere Möglichkeiten, Glas als Werkstoff einzusetzen, wobei seine spezifischen Eigenschaften ihm eine Sonderstellung einräumen. Glas lässt Licht durch, wenn dies gewünscht wird und wenn nicht, wird es eingefärbt, so dass bestimmte Bereiche des Strahlungsspektrums reflektiert oder herausgefiltert werden. Schon vor Jahrhunderten kamen schlaue Menschen auf die geniale Idee, Glas zum Bau von Gewächshäusern zu verwenden, um Pflanzen und Tiere in geographischen Regionen zu halten, in denen sie natürlicherweise garnicht vorkommen. Früher war das ein Privileg adliger Kreise, die sich den sehr teuren Werkstoff Glas leisten konnten. Mit der Zeit wurde die Herstellung von Glas immer billiger, was aber keinesfalls heißen soll, dass es sich hier um einen sprichwörtlich „billigen“ Stoff handelt.

Ein Nachteil der Glasherstellung ist der sehr hohe Energieverbrauch. Das liegt daran, dass zum Schmelzen des Quarzsandes enorm hohe Temperaturen notwendig sind, die jenseits von 1.400° C liegen. Aber einmal hergestellt, ist Glas leicht zu reinigen, weil seine Oberfläche sehr glatt ist und auch von agressiven Stoffen nur in geringem Umfang angegriffen wird. Angesichts der Tatsache, dass man Glas bei entsprechender Pflege nahezu unbegrenzt verwenden kann, ohne dass es seine guten Eigenschaften verliert, kann man den hohen Energeieinsatz bei der Herstellung leichter verschmerzen.

Nachdem ich mich mit den Eigenschaften von Glas sehr intensiv beschäftigt habe und mich diese überzeugten, habe ich meine Konsumgewohnheiten verändert. Während ich fürher – ja, ich bekenne mich schuldig – Wasser aus Plastikflaschen vom Discounter gesoffen habe, ziehe ich es heute vor, mir ein feines Mineralwasser aus der Glasflasche zu genehmigen, welches ich natürlich in einem stilvollen, dünnwandigen Glas mit Stiel (oh, da ist mir ein echter Kalauer gelungen, was?) genieße! Ja, sogar meinen Trinkwassersprudler habe ich weggeschmissen und mir einen zugelegt, zu dem es Glaskaraffen gibt. Es ist in beiden Fällen ein Unterschied wie Tag und Nacht, kann ich Euch sagen. Probiert es selbst aus und Ihr werdet mir zustimmen, wenn ich sage:“Wasser hat einen so edlen Geschmack, den kann man nur dann richtig geniessen, wenn man es aus einem Glas trinkt!“ Das gleiche gilt selbstverständlich auch für Bier und Wein. Wer will sich das schon freiwillig aus einem Plastikbecher in den Hals kippen?

Wo aber liegt die Zukunft des Rohstoffs Glas? Nachdem es als Getränkebehälter fast von der billigen und auch genauso aussehenden Plastikflasche oder der Blechbüchse verdrängt worden ist, wurde die Aufmerksamkeit des Verbrauchers durch die Hormonbelastung von Mineralwasser in Plastikflaschen beim Verbraucher wieder geweckt und eine kleine persönliche Meinungsumfrage beim Getränkemarkt meines Vertrauens, brachte eine gestiegene Nachfrage nach Wasser in Glasflaschen zum Vorschein – na bitte! Und da sage nochmal einer, die Verbraucher wollten immer nur den billigsten Mist!

Ich denke, in der Welt von morgen wird Glas, neben dem unvermeidlichen Beton, einer der wichtigsten Baustoffe überhaupt sein. Große Teile von Gebäuden – und damit meine ich nicht nur die Fenster – werden künftig aus Glas gebaut. Große Teile der Gebäude werden verglast und schaffen so einen Übergang aus der Natur in den geschlossenen Wohn- und/0der Arbeitsbereich. Das kann man sich als eine Art Mischung aus Gewächshaus und Büro- oder Wohngebäude vorstellen. Die einfallende Strahlung der Sonne heizt das Gebäude mit und dient gleichzeitig dazu, eine grüne Lunge innerhalb des Gebäudes zu schaffen. Das wird auch bitter nötig sein, wenn wir weiterhin wie die Raubsäue durch die Natur rasen und mit unserer grenzenlosen Gier die Umwelt zerstören. Vertical Farming in Hochhäusern wird dafür sorgen, dass wir auch morgen noch was zum reinbeißen haben werden, denn die Ackerböden gehen als Folge der industriellen Landwirtschaft unwiederbringlich verloren.

Es wird Fensterscheiben geben, die das einfallende Licht gezielt in die dahinter liegenden Räume leiten und so dafür sorgen, dass auch innerhalb der Häuser natürliches Licht herrscht. Gleichzeitig ist die Entwicklung von Solaranlagen absehbar, die durchsichtig sind und darum auf Fenster- und Glasflächen aufgebracht werden können. So kann Sonnenenergie gewonnen werden, während gleichzeitig Licht durch die Fenster in die Räume fällt. Auch aus der Raumfahrt dürfte Glas nicht wegzudenken sein. Besonders, wenn es darum geht, außerhalb der Biosphäre bewohnbare Habitate zu errichten, beispielsweise auf dem Mond. Aus welchem Material könnte man diese wohl besser bauen, als aus Glas? Auch auf unserer Erde denkt man bereits darüber nach, ganze Städte unter Glaskuppeln zu erbauen, um schädliche klimatische Einflüsse in einer sich rasant ändernden Welt beherrschen zu können und die Co2-Emissionen (und andere Treibhausgase wie z. B. Methan usw.) zu kontrollieren.

Das alles hat dann zwar nicht wirklich etwas mit einer natürlichen Umgebung zu tun, aber es ist immerhin eine Möglichkeit, die Bewohnbarkeit unseres Planeten zu garantieren und der Natur den Platz zu lassen, den sie braucht um zu überleben. Denn wenn wir Gaia das Lebensrecht streitig machen, und auf diesem Wege befinden wir uns gerade, dann müssen wir damit rechnen, dass uns der Planet das ziemlich übel nimmt und Massnahmen einleitet, die dafür Sorge tragen könnten, dass es uns als Spezies nicht mehr allzu lange gibt!

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Eine Farm in der Wohnung?

Viele Menschen beklagen sich darüber, dass die Preise für Lebensmittel ständig steigen und sie mokieren sich außerdem, dass ein Lebensmittelskandal den nächsten jagt. Natürlich gehöre ich auch zu denen und es ärgert mich maßlos, dass ständig in irgendwelchen landwirtschaftlichen Produkten Rückstände von Pestiziden gefunden werden, die Landwirtschaft immer mehr industrialisiert wird und die Genkonzerne nach der Macht über die Nahrungsproduktion greifen.

Natürlich habe ich mir einige Gedanken darüber gemacht, ob es richtig ist, einem System für die Produktion von Nahrungspflanzen das Wort zu reden, dass so gut wie keine Erde nutzt und daher dem System der Permakultur diametral gegenüber zu stehen scheint. Nach reiflicher Überlegung denke ich, dass man das tun kann! Meiner Auffassung nach gibt es nciht genug freien nutzbaren Boden, um die gesamte Menschheit mit Nahrung zu versorgen, die nach den Prinzipien der Permakultur erzeugt wurde. Darüber hinaus kann sich gar nicht jeder diese Nahrungsmittel leisten. Haben die Menschen aber nicht trotzdem ein Recht auf eine angemessene und gesunde Ernährung – und zwar ohne Gentechnik? Natürlich haben sie das. Niemand hat das Recht, Menschen Nahrung vor zu enthalten, egal aus welchem Grund. Also müssen wir jede zur Verfügung stehende Fläche für denAnbau nutzen. Wohnungen und Häuser sind bereits erbaut worden und versiegeln die Landschaft. Warum nutzen wir sie nicht, um wenigstens einen Teil der von uns benötigten Nahrungsmittel zu erzeugen?

Nicht jeder hat die Möglichkeit und das notwendige Grundstück dazu, um sofort auf Selbstversorgung im Rahmen einer Permakultur umzusteigen. Grundstücke sind teuer, besonders in Deutschland. Was die meisten Menschen jedoch zumindest leihweise bzw. mietweise ihr „Eigen „nennen können, ist eine mehr oder weniger große Wohnung. Eher weniger und meist auch mit nicht allzu teurer und aufwändiger Möblierung, aber immer mit so viel Platz darinnen, dass es für ein paar Zimmerpflanzen reicht. Warum, so muss ich mich dann fragen, pflanzt man nicht ein paar Kräuter und Gemüse in seiner Wohnung an? Bei irgendwelchen exotischen Zierpflanzen (ich meine jetzt mal nicht die oft aufwändig gehegten und gepflegten Hanfgewächse, mit denen man nach der Ernte sein Pfeifchen stopfen kann) bricht man sich schier einen ab, um sie am Leben zu erhalten, aber warum kommt niemand auf die Idee und legt sich seine kleine private Farm in der Wohnung an?

Ich meine, es muss ja nicht unbedingt ein voll ausgestattetes und technologisch auf dem neuesten Stand befindliches Gewächshaus sein. Aber mit ein paar Hilfsmitteln sollte doch die Anlage eines Gemüsebeetes, oder einer Salatpflanzung möglich sein. Warm ist es in einer Wohnung ja sowieso, denn wer will sich schon im Winter seinen Arsch abfrieren? Das Hauptproblem dürfte die zu trockene Luft und der Mangel an Licht sein. Aber auch dafür gibt es bestimmt Lösungen aus dem Baumarkt, die sich auch der Normalbürger leisten kann.

Bei meinen Recherchen im Internet stieß ich auf einige interessante Seiten, wo vom Equipment zur Zucht und dem sogenannten „growen“ von Hanfpflanzen, bis hin zum voll technisierten Zuchtapparat ohne Erde für professionelle Pflanzenanzucht (sogenannte Hydroponische Systeme oder hydroponic gardening), alles nur denkbare zu bestellen ist! Das kostet dann natürlich richtig Geld. Aber wer sich das sparen will, der wird auch fündig und kann sich die verschiedenen Pflanz- und Zuchtsysteme anschauen und die dazu nötigen Utensilien billig im Baumarkt erstehen, selber zusammen bauen und dann mit der Erzeugung von Nahrungspflanzen beginnen. Natürlich muss man bei der Pflanzenerzeugung ohne Erde, oder auch mit Substrat wie Blähton oder sonstigen Materialien, Düngemittel einsetzen, sonst nützt die ganze Arbeit nichts. Aber man hat es ja selbst in der Hand, wie viel man düngt, welche Methoden des Pflanzenschutzes man einsetzt usw. Auf jeden Fall spart man sich das Geld für Gemüse und Salate, von denen man im Supermarkt kaum je wirklich erfahren wird, woher sie kommen und unter welchen Umständen sie erzeugt wurden!

Diese Art des Nahrungsanbaus, ich will das jetzt mal einfach Homefarming nennen, ist das Prinzip des Vertical Farming, nur mehrere Stufen kleiner. Und was im großen Maßstab bereits geplant wird, nämlich den Anbau von Nahrungsmitteln und Energiepflanzen in Hochhäusern, sollte in kleinem und überschaubaren Maßstab noch viel einfacher funktionieren.

Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, mir mal nach eingehendem Studium der verfügbaren Informationen ein solches System versuchsweise zu konstruieren, um es dann in Betrieb zu nehmen. Mal sehen, wie´s funktioniert. Ich werde Euch mit den entsprechenden Berichten und eventuell Fotos versorgen!

Weiterführende Link:

Diese Auflistung ist nicht als vollständige und ultimative Liste zu verstehen. Ich habe Daten gesammelt und stelle sie hier zur Verfügung. Eine Bewertung stellt die Aufnahme in diese Liste nicht dar. Sie dient lediglich der Information. Zumeist sind die Informationen auf Englisch, da Hydroponic Gardening in den USA und Autralien sehr weit verbreitet ist. Ausreichende Englischkenntnisse sind also Voraussetzung zum Verständnis der Infos!

Ein Beispiel für eine Aquaponische Kultur, das ist noch eine Stufe „höher“ als die „einfache“ Hydroponische Kultur. Und hier dann gleich eine Bauanleitung für eine Aquaponische Kutlur, mit der Ihr Fische für Euren Speiszettel zächten könnt, welche Ihr dann zu Eurem selbst produzierten Gemüse und Salat verzehren könnt! Das Ganze billig und einfach, wie der Film im Titel beschreibt.

Urban Gardening

Beim Stöbern im Internet bin ich im Zusammenhang mit der Permakultur auf ein weiteres, äußerst interessantes Thema gestoßen, das sogenannte „Urban Gardening“. Permakultur stellt ja nicht nur eine Perspektive für Menschen dar, die auf dem Lande wohnen, und sich und ihre Familien wieder gesund ernähren möchten. Dieser Aspekt ist auch und gerade ein Thema für Menschen, die in der Stadt leben, weil sie dies aus den unterschiedlichsten Gründen eben müssen.
Da es sich dabei um den weitaus größten Teil der Menschen zumindest in diesem Lande handelt, stellt dieses Urban Gardening eine Möglichkeit dar, die industriell gefertigten Lebensmittel durch solche zu ergänzen, die in der eigenen Wohnung, auf dem Balkon oder vielleicht auch auf dem Dach gezogen wurden.
Natürlich gehört schon eine Portion guter Wille und Erfindungsreichtum dazu, denn unsere Wohnungen sind auf Grund ihrer konstruktiven Gestaltung als reiner Wohnraum nur unter einigen Schwierigkeiten zu Orten agronomischer Tätigkeiten umzugestalten. Wer meinen Artikel zum Thema „Skyfarming“ und „Vertical Farming“ gelesen hat und die Links verfolgt hat, der weiss aber auch, dass dies grundsätzlich möglich ist.
Und wer mag bezweifeln, dass ein Blättchen Basilikum aus eigenem Anbau auf der Fensterbank nicht besonders gut schmeckt, besser jedenfalls, als das geschmacklose Zeugs aus dem Gewächshaus?
Permakultur ist auch auf dem kleinsten Fleckchen möglich. Es ist nur wichtig, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, um erfolgreich daheim Ackern und Gärtnern zu können. Wo es zu dunkel ist, da schafft Licht. Wo es zu trocken ist, da wässert, wo es zu warm ist – und das ist in den meisten Wohnungen der Fall – da sät Pflanzen, die Wärme lieben! Denkt nach, lest entsprechende Bücher und lernt!
Nicht umsonst heißt es, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Und dieser Weg muss nicht immer aus hochtechnisierten Geräten und/oder teurem Equipment bestehen. Anstatt einer vollautomatisierten Bewässerungsanlage, tut es doch auch eine Gießkanne. Klagen gegen die widrigen Lebensumstände hilft nicht. Gejammer über zu hohe Lebensmittelpreise auch nicht. Tun hilft! Wenn es auch recht selten der Fall sein dürfte, dass man seinen kompletten Nahrungsbedarf aus Pflanzen decken kann, die man in der eigenen Wohnung oder auf dem Balkon gezogen hat, so sind sie doch eine echte Bereicherung eines jeden Speisezettels. Probiert es einfach mal aus!
Um Euch den Mund ein bisschen wässrig zu machen, hier ein paar Links zum Thema:

Hier sind einige gute Ideen und Links, die zu weiterführenden Informationen leiten, zu finden.
Wer sich ein wenig bemüht, der kann aus seiner Wohnung durchaus eine kleine Farm machen , und Kräuter, Gemüse und Obst selber anbauen.

Skyfarming und Vertical Farming

Bekanntlich ist nicht jeder Boden auf unserer Mutter Erde fruchtbar und zum Anbau von Nahrungsmitteln oder zur Viehzucht geeignet! Gleichzeitig darf man aber keinem Menschen sein ureigenes Recht auf Leben, Nahrung, sauberes Wasser, eben auf ein Leben unter menschenwürdigen Bedingungen absprechen. So muss es einer der Hauptaufgaben der Wissenschaft sein, Nahrungsressourcen für alle Menschen zu erschliessen, unabhängig davon, wo sie leben. Es gibt auch schon Pläne, wie man dieses Problem angehen könnte.
Eine Möglichkeit bietet das Skyfarming, ein Prinzip, dass ähnlich arbeitet wie das Vertikal Farming.
Auch dieses Video von YouTube gibt einen Einblick in die Funktionsweise eines solchen Farmhochhauses. Hauptproblem dürfte jedoch die Finanzierung eines solchen Projektes darstellen, besonders, wenn es in Ländern der Dritten Welt verwirklicht werden soll.
Ich persönlich gehe zwar davonaus, dass es die Aufgabe des Staates sein muss, die notwendigen Ressourcen zum Überleben seiner Bevölkerung bereit zu stellen, sei es nun Trinkwasser, Energie, oder Nahrungsmittel! Naturgemäß sieht das die kapitalistische Wirtschaftsordnung ein ganz klein wenig anders, was auch die Hauptursache für die ständig steigenden Preise ist. Hohe Nachfrage bedingt hohe Preise und – logischerweise – hohe Gewinne!
Man muss aber auch sehen, dass man mit der Lieferung von Lebensmittelspenden auf Kosten der Industrienationen, bzw. der Alimentation ganzer Völker durch die UNO einen Haufen Geld ausgibt, dass man auch anders sinnvoller einsetzen könnte. Eben um solche Skyfarming-Projekte zu finanzieren. Darüber sollte man mal intensiv nachdenken!
Wie ich gerade bei Spiegel-Online gelesen habe, hat man dort das Thema am 2.5.2008 ebenfalls aufgegriffen und in einem recht interessanten Artikel verarbeitet. Schaut Euch den Link mal an und seht, dass es zwar von staatlicher Seite wenig Vorbehalte gegen solche Projekte zu geben scheint, aber die Menschen sich für solcherart „industriell“ erzeugte Nahrungsmitteln nicht recht erwärmen können, obwohl – möchte ich an dieser Stelle mal behaupten – die meisten sowieso nicht wissen, wie und wo ihre täglichen Nahrungsmittel überhaupt erzeugt werden, denn sons twürden sie jeden Tag aufs Neue hektoliterweise ihr Frühstück auskotzen!