Die Zukunft der Landwirtschaft?

Eine einfache Frage? Und doch so schwer zu beantworten! Die Gründe liegen auf der Hand, denn die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auf diesem Planeten sind begrenzt. Zwar weiss jeder, der sich auch nur ein klein wenig dafür interessiert, dass die Abholzung des Regenwaldes keine dauerhaft nutzbaren Ackerflächen hervorbringt – der Waldboden ist nämlich recht nährstoffarm und darum binnen kürzester Zeit durch die konventionelle Landwirtschaft völlig ausgelaugt. Das einzige was vermeintlich dagegen hilft, ist der massive Einsatz künstlicher Düngemittel, die praktischerweise aus erdölbasierten Chemikalien hergestellt werden, intensiver Einsatz von Maschinen (die natürlich auf Treibstoff angewiesen sind, welches natürlich auch aus Erdöl gewonnen wird!) und zu allem Überfluss auch noch nach dem Einsatz von Unmengen an Insektenvernichtungs- und Unkrautvertilgungsmittel verlangt. All das funktioniert aber nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist, mit dem die oftmals gentechnisch veränderten Feldfrüchte gewässert werden können. Und es sind Massen von Wasser dafür erforderlich.

Bedauerlicher- (oder logischer-) weise ist es aber so, dass ausgerechnet da, wo der Wald stirbt, weil ihn der Mensch abholzt um Ackerflächen, oder auch nur Weideland für die Produktion von Rindviechern für McDoof oder WürgerKing zu gewinnen, verschwindet der Regen und damit das Wasser. Die ursächlichen Zusammenhänge zwischen der Existenz der Wälder und dem Vorkommen von Wasser in Form von Flüssen, Seen und Regen, sind seit langem bekannt. trotzdem wird diese Erkenntnis konsequent ignoriert! Aber wen interessiert das schon? Die Politik ist nicht nur machtlos, sondern auch ohne jeden Willen, die weltweit immer problematischere Ernährungsfrage zu lösen und überlässt das Feld kampflos den großen Chemie-, Pharma und Gentechnikkonzernen. Aber auch die Energiekonzerne tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Verhältnisse nicht zu Gunsten der hungernden Menschen verändern. Nur hohe Rohstoffpreise, egal ob für Energie, Dünger, Saatgut oder egal was sonst noch, garantieren den Konzernen ihre enormen Gewinne!

Die Lösung sowohl für die Probleme des Umweltschutzes, als auch für die Abholzung unserer letzten relativ unberührten Wälder, könnte uns vielleicht die Umstellung der Landwirtschaft auf Vertical Farming eröffnen. Also die Erzeugung der von Menschen benötigten Nahrungsmittel mit Hilfe von Hochhäusern, in denen alle benötigten Produkte erzeugt werden könnten. „Ja, toll“, werden jetzt einige sagen,“die Städte sind jetzt schon derartig dicht bebaut, dass kaum noch Platz für Grünflächen bleibt, geschweige denn für kleine Wäldchen oder auch nur einzelne Bäume.“ Aber als ich neulich durch die Stadt Bruchsal spazierte, fiel mir mitten im Zentrum ein großes, leerstehendes Gebäude auf – ein ehemaligens Kaufhaus!

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Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal

Was ist so ein Kaufhaus? Oder besser gesagt, was ist es gewesen, als Kaufhäuser noch Leben in unsere Städte brachten? Genau, eine  meist über mehrere Etagen verteilte ,überdachte und beheizbare Verkaufsfläche, die möglichst groß sein sollte, um das Sortiment angemessen zu präsentieren! Heutzutage versuchen irgendwelche Marketing-Unternehmen kleine Teilflächen davon an noch kleinere Geschäfte zu vermieten oder verpachten, um wenigstens ein bisschen Geschäft zu machen. Erlebt habe ich das in meinem unmittelbaren Umfeld in Karlsruhe, Gaggenau, aber auch in Bruchsal usw., genau überall da, wo in den letzten Jahren und Jahrzehnten die großen Kaufhäuser einen stillen und einsamen Tod gestorben sind. Meist liegen diese Kaufhausleichen in den besten Innenstadtlagen und mir drängt sich beim Anblick dieser leerstehenden Gebäudekomplexe immer öfter die Frage auf, warum nicht wenigstens mal versuchsweise in einem solchen Gemäuer eine Vertical Farm errichtet wird?

  • Viel Fläche? Ist in der Regel vorhanden (Kaufhäuser sind stabil gebaut und die Raumhöhe meist so gewählt, dass bei den potenziellen Kunden keine Platzangst entsteht. Also sind sie auch dafür geeignet, landwirtschaftliche Produkte auf mehreren Ebenen je Stockwerk zu erzeugen)
  • Innenstadtlage? Die Lage ist meist eine Topadresse (Alle, besonders Politiker beklagen das Aussterben der Innenstädte durch das Verschwinden der Kaufhäuser. Für die Versorgung der Menschen in Städten ist aber nichts besser geeignet, als eine oder mehrere Vertical Farms direkt in ihrem Zentrum)
  • Infrastruktur, Strom-, Wasser-, Straßenanbindung? Alles vorhanden (Die Verteilung der Produkte ist auf Grund der Lage und der städtischen Infrastruktur überhaupt kein Problem. Aus Gründen des Umweltschutzes wäre es sogar möglich, direkt von den Vertical Farms aus mit Elektro-Transportern zu operieren)
  • Lagerflächen? Ausreichend vorhanden (Große Kaufhäuser besitzen relativ große Lagerkapazitäten. Diese waren notwendig, um genügend Waren zur Befriedigung der Kundenwünsche zu bevorraten. Durch kleinere Umbauten könnten diese durchaus so gestaltet werden, dass sie landwirtschaftliche Produkte über einen angemessenen Zeitraum frisch halten können)
  • Dachflächen zur Installation von Solar- und kleineren Windkraftanlagen? Ausreichend vorhanden (Mit Hilfe der modernen Technik ist es möglich, sowohl Sonnen-, als auch Windenergie zu gewinnen und diese entweder ins öffentliche Netz einzuspeisen, oder zur Reduzierung des eigenen Energiebedarfs zu nutzen!

     

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    Ehemaliges Kaufhaus Schneider in Bruchsal von der Fußgängerzone aus

  • Potenzielle Kunden? Sind in Form von Lebensmittelgeschäften und Stadtbewohnern prinzipiell in Massen vorhanden (die Kunden wohnen und arbeiten rund um die Vertical Farm herum – was kann besser sein?) Vermarktung der Produkte über Geschäfte, oder im Direkt-Marketing sollte kein allzu großes Problem darstellen!

Eine derartige Umnutzung dürfte bei weitem nicht so teuer kommen, wie ein kompletter Neubau. Diese Bauwerke, Sky Farms genannt, mögen vielleicht besser auf diese Aufgabe zugeschnitten sein, aber darum auch wesentlich teurer. Und die Gebäude stehen ja auch schon mitten in den Städten. Wo also bleiben die Investoren? Es ist wohl vermutlich immer noch interessanter – jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht – landwirtschaftliche Nutzflächen in den Ländern der Dritten Welt zu missbrauchen, um den in den Industrieländern als angemessen erachteten Überfluss an Nahrungsmitteln zu erzeugen!

Aber sehen wir einmal von der Möglichkeit ab, landwirtschaftliche Produkte in solchen Vertical Farms in den Innenstädten zu erzeugen, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, diese Farms gewinnbringend zu nutzen. Betreibt man gleichzeitig auch noch Aquakultur, kann man nicht nur Frischfisch in großen Mengen erzeugen, man kann auch noch die Fäkalien dieser Tiere für die Düngung der Pflanzen verwenden. Es entsteht ein Kreislauf, in dem jedes Teil vom anderen profitieren kann. Dies verringert den Einsatz von Düngemitteln und steigert gleichzeitig den Ertrag. Auch die Produktion von Muscheln, Krebsen und anderen Krustentieren ist denkbar. Natürlich müssen die Aufzuchtbedingungen der Tiere, welche in den Aquakultursystemen leben, artgerecht sein, soweit sich das irgendwie umsetzen lässt. Schließlich schont das nicht nur die Umwelt, sondern eröffnet uns auch die Möglichkeit, die Überfischung der Meere zu stoppen. Wenn genug Fisch aus Aquakultur kommt, erhalten die noch in Freiheit überlebenden Fischbestände vielleicht die Möglichkeit, sich von dem seit Jahrzehnten betriebenen Raubbau zu erholen.

Nichts darf es in solch einem Kreislauf geben, das nicht wieder verwertet werden kann. Aus Pflanzenresten kann Humus gewonnen werden! Ausreichend Belüftung, genügend Licht und fertig ist die Vertical Farm, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch sauberes und nährstoffreiche Nahrungsmittel erzeugt! Und im Gegenzug wird die Natur geschont, kann landwirtschaftliche Nutzfläche der Natur wieder zurückgegeben werden (vorausgesetzt, man überlässt sie nicht irgendwelchen Energiekonzernen, um dort Energiepflanzen in großtechnischem Massstab anzubauen).

Es ist für eine solche Art der Landwirtschaft nicht notwendig, gentechnisch veränderte Pflanzen oder gar Tiere zu nutzen. Die Anbau- und Zuchtbedingungen sind vollständig vom Menschen zu beeinflussen und absolut unabhängig von den Veränderungen der klimatischen Bedingungen oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Das benutzte Wasser wird ebenfalls in einem Kreislauf verwendet indem es durch die Fischtanks fließt und von dort in die Beete der Pflanzen gepumpt wird, um ihm die mitgeführten Hinterlassenschaften der Fische als Dünger zu entziehen. Durch die schiere Größe der in dieser Art der Landwirtschaft verwendeten Gebäude, bietet sich auch die Nutzung des in unseren Breiten regelmäßig in größeren Mengen anfallenden Regenwassers innerhalb des Systems an. Dieses Regenwasser lässt sich problemlos sammeln und per Rohrleitung entweder direkt durch einen Filter den Aquaponic-Tanks zuführen, oder in unterirdischen Tanks bis zur Nutzung zwischengelagern.

Je länger ich über diese Idee nachdenke, desto besser gefällt sie mir. Leider fehlt mir der finanzielle Background, um ein solches Projekt zu starten.

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Vertical Gardens/Vertikale Gärten (Teil 2)

Warum werden unsere Städte eigentlich nicht einfach grüner, lebendiger gemacht, wenn man doch genau weiss, welche Folgen für´s Mikroklima die vorherrschenden Betonwüsten in unseren Städten haben? Die Antwort darauf ist relativ einfach – es ist zu teuer! Warum? Nun, offene Flächen in Städten und Ballungszentren sind extrem rar und darum sehr teuer. Die Quadratmeterpreise sind eine echte Unverschämtheit! Nicht umsonst muss man ständig auf der Hut sein, dass die wenigen noch vorhandenen Grünflächen nicht doch irgendwann zu Bauland werden und auf Grund akuter Finanznot der ewig klammen Stadtkämmerer meistbietend an irgendwelche großen Konzerne verscheuert werden, die in bester Lage ein repräsentatives Gebäude errichten wollen – möglichst nahe an den Schaltstellen der Macht, damit man so unauffällig wie möglich Einfluss nehmen kann!

Das macht es aber ebenfalls unmöglich, heute noch bebaute Flächen wieder in Grünflächen umzuwandeln! Zwei Fakten haben wir also nun als wichtig und richtig erkannt! Wir müssen mehr Grün in unsere Städte holen und genau dafür stehen keine Flächen zur Verfügung! Klar ist auch, dass die wenigen vorhandenen Grünflächen so angelegt sind, dass sie für die Kommunen möglichst „pflegeleicht“ sind – d. h. meist riesige Rasenflächen, über die man dann und wann einen Trupp Landschaftsgärtner oder auch Hartz IV-Empfänger mit Rechen und Rasenmäher drüber jagen kann und die ansosnten keiner weiteren Pflege bedürfen! Die paar Bäume, die in diese sogenannten Parkanlagen stehen, sind natürlich nicht in der Lage, nennenswerte Mengen an CO2 zu binden. Dazu sind ganze Wälder notwendig und dafür ist in den Städten erst recht kein Platz vorhanden.

Aber wenigstens das Klima ließe sich verbessern, wenn man für mehr Grünzeug sorgen würde. Aber dabei darf es sich selbstverständlich nicht nur um Rasen handeln, denn der bindet nicht nur nichts, nein, der reinigt auch die staubhaltige und mit Feinstaub versetzte Luft der Innenstädte nicht wirklich wirksam. Dazu bedarf es einer Flora (und natürlich auch Fauna), die artenreich und widerstandsfähig ist! Aber wo soll man diese Pflanzen wachsen lassen, wenn schon keine freien Flächen in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen?

Die Antwort ist so einfach, wie genial – wir müssen vertikale Gärten anlegen! Wir müssen die Wände als Gärten nutzen und davon gibt es in jeder Stadt jede Mengen – hässliche, graue Wände in allen erdenklichen Formen und Höhen und sie werden in keinster Weise genutzt! Also muss das Motto heissen:“Die Zukunft liegt in der Senkrechten, in der Vertikalen!“ Wir müssen die Wände begrünen, um nicht nur sauberere Luft in unseren Städten zu erhalten, sondern auch noch eine abwechslungsreiche und dem Auge schmeichelnde Umgebung zu schaffen. Wie das genau aussehen könnte, ist bei Biotope City zu sehen, oder auch hier in dem Buch „Vertikale Gärten“, von Jacques Leenhardt, Mario Ciampi, Anna Lambertini. Mit knapp unter 60,- € wird dieses Werk nicht gerade zum Schleuderpreis vertrieben, aber es ist sicher lesenswert, zumal es in deutsch erschienen ist und über weit mehr als 200 Fotos verfügt! Schon das Bild auf dem einband lässt im Betrachter den Wunsch nach „mehr“, nach „viel mehr“ gedeihen!

Das Prinzip der Vertikalen Gärten, der Vertical Gardens ist als ein denkbar einfaches. Wo es keinen Platz gibt, einen Garten „anzulegen, muss man eben mit einer sehr kleinen Grundfläche Vorlieb nehmen und dann die Höhe als maßgebliche Größe hinzu nehmen. Man lehnt seinen Garten also quasi an die Wand und spart so eine Menge Platz. Das funktioniert natürlich auch innerhalb von Gebäuden. Ideen dazu finden sich unter unter anderem auch auch hier im Blog, wo ich sie in verschiedenen Artikeln bereits beschrieben habe! Aber die Möglichkeiten sind nahezu unbeschränkt und die Forschung widmet sich dem Thema auch sehr intensiv. Freilich haben vertikale Gärten auch einen entscheidenden Nachteil – sie sind nicht umsonst zu haben und und niemand will das Geld dafür aufbringen! Deshalb muss noch eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden, um eine grundsätzliche Änderung der Einstellung gegenüber der Natur herbei zu führen. Denn wer einen vertikalen Garten anlegt, weil er die Wandfläche besitzt, der tut ja nicht nur anderen damit etwas Gutes, sondern auch und vor allem sich selbst und seiner Immobilie. Wenn man mal davon ausgeht, dass die bisher für eine Fassadenbegrünung genutzten Kletter- und Schlingpflanzen (wie z.B. Efeu oder Wilder Wein) Die Fassaden eher schädigen, als sie zu begrünen, weil sie ihre Wurzeln naturgemäß in jede noch so kleine Ritze der Fassade zu drängen versuchen (sie sind nämlich sogenannte Lichtflüchter), können sie diese erheblich schädigen! Dazu kommt, dass die Rankgerüste in aller Regel nach wenigen Jahren von den sie bewachsenden Pflanzen verbogen und zerstört werden, sieht das ganze nicht mehr so schön aus. Schade, dass solche berankten Fassaden von Architekten konstruiert werden, die nicht den Hauch einer Ahnung davon haben, was sie damit den Pflanzen, wie auch dem Hausbesitzer antun. Werden Pläne mit fassadenbegrünten Außenwänden visualisiert, sehen sie immer hübsch, gepflegt und edel aus! Die Realität ist dann meist weit von den Plänen und den Wünschen des Investors entfernt! Und so stirbt die Fassadenbegrünung meist mit der ungedüngten und vor dem Haus in den Boden gepflanzten Ranke! Ein wahrhaftig traurige Anblick. Dass den Geldgebern unter solchen Umständen schnell die Lust an der stadtnahen Natur vergeht und sie die Würgepflanzen vor ihren Fassaden nach kurzer Zeit nicht als wichtig für das Stadtklima und als Bereicherung für die Menschen in den Städten ansehen, sondern als Schädlinge, die das Bauwerk angreifen und zerstören, kann man durchaus verstehen. Aber es geht auch anders, wie die Links hier in diesem Artikel und in meinem Post vom Sommer 2009 „Vertical Gardens/Vertikale Gärten“ zeigen.

Freilich ist nicht jeder im Besitz eines Hauses. Mancher lebt, so wie ich auch, zur Miete. Aber auch hier ist es möglich, mit günstig zu erstehendem Material aus dem Baumarkt, seine Wohnung zu begrünen und sich das ein oder andere Gemüse nicht nur auf der Fensterbank, sondern auch an der Wohnzimmerwand zu ziehen. Etwas handwerkliches Geschick ist dabei schon von Vorteil.

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Vertical Gardens/Vertikale Gärten

Ein sehr wichtiges, weil existentielles Thema ist die Reduktion der CO2-Emissionen, die dazu führen, dass sich unsere Atmosphäre in eine Art Treibhaus verwandelt. Das Ergebnis kann man heute schon beinahe täglich in den Nachrichten sehen: Unwetter bisher unbekannten Ausmaßes, enorme Niederschlagsmengen in kürzester Zeit, die von den steinharten, verfestigten und versiegelten Böden nicht mehr aufgenommen und schon garnicht gespeichert werden können. So reissen die Fluten den noch vorhandenen Boden mit sich fort und sorgen dafür, dass nur nackter Fels, unfruchtbar und ungeeignet für das Gedeihen von Pflanzen zurückbleibt!

Was wollen wir dagegen unternehmen? Oder besser gefragt, was können wir dagegen unternehmen? Nun,  so schwer ist es nicht, hier Lösungen anzubieten. Viel schwerer ist es, die Umsetzung dieser Lösungen und Lösungsansätze auch durchzusetzen. Seit Anfang Juni diesen Jahres lamentieren in Bonn mehr als 3.000 Delegierte aus 190 Nationen über die Rettung des Klimas. Besitzt irgendeiner von Euch genug Mumm, darauf zu wetten, dass sie sich einigen werden? Ich nicht! Greenpeace hat bereits reagiert, als die Konferenz startete, und 100 Jugendliche auf die Teilnehmer losgelassen, um ihnen klar zu machen, dass es um ihre Zukunft geht. Hier ist der Link zu der Petition unser Klima – unsere Zukunft!, die den Delegierten überreicht werden sollte! Seit Kyoto weiss man allerdings, was bei Konferenzen heraus kommt, an denen tausende von Politikern und Wissenschaftlern, und was weiss ich wer noch, teilnehmen – nichts außer noch mehr heißer Luft und die können wir nun wahrhaftig nicht gebrauchen!

Was also tun gegen die Erwärmung des Klimas durch CO2? Fakt ist, dass die Holzindustrie schneller und effektiver die letzten Urwälder vernichtet, als jemals zuvor und Fakt ist ebenfalls, dass die Ölindustrie sich in einer Art und Weise auf die letzten vermuteten Reserven stürtzt, dass einem Angst und Bange wird. Und keiner von diesen Umweltschweinen zeigt auch nur die Spur von Einsicht, oder gar Verständnis für die Ängste, Nöte und Rechte der Menschen, die davon betroffen sind („Peru: Indios geben ihre Blockade auf“, Artikel auf FAZ.NET vom 7.6.2009). Aber das ist noch lange nicht alles. Die Tierwelt stirbt, weil man ihr die Lebensräume entzieht, die Wälder sterben, weil man sie absägt, die Flüsse vergiftet und den Boden beiseite schiebt, um an die letzten Ressourcen zu gelangen!  Ich weiss, ich habe es schon unzählige Male erwähnt, aber jedesmal, wenn ich dieses Thema anschneide, rege ich mich dermaßen darüber auf, dass ich gänzlich aus der Fassung gerate und noch mehr ärgere ich mich darüber, dass es nach wie vor Menschen gibt, die der Meinung sind, die Erde ist ein Platz, der über unerschöpfliche Ressourcen verfügt und es sei scheißegal, wenn man alles, bis auf den letzten Rest dem Boden entreisst und der Gier der Konzerne überlässt!

Würden in dem gleichen Maß, wie der Wald gefällt wird, neue Bäume gepflnazt  und so die enormen Verluste ausgeglichen, wäre das Problem sicher nicht so groß, wie es sich uns heute darstellt. Aber bedauerlicherweise ist es nun einmal so, dass ein Baum, bis er ausgewachsen ist und Früchte trägt, so dass er sich selber fortpflanzen kann, bis zu mehreren hundert Jahren Zeit benötigt! Abgesägt ist er in 5 Minuten – ein Wunder der Natur, vernichtet in nur 5 Minuten! Aber der Ausgleich für den tragischen Verlust der Wälder, deren gigantische Biomasse unglaubliche Mengen an CO2 bindet, kann nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Wir müssen jetzt etwas tun! Nicht morgen oder gar erst übermorgen oder nächstes Jahr. Wir müssen sofort beginnen, oder unser wunderschöner blauer Planet wird in 50 Jahren nur noch eine ferne Erinnerung alter Leute sein!

In unseren Städten gibt es ein Potenzial an Flächen, dass bisher noch kaum ausgeschöpft ist. Die Dächer der Gebäude, die Wände und Fassaden der Häuser und Fabriken, die Plätze und „Parkanlagen“! Ja klar, es gibt hin und wieder ein paar Häuser, an denen ranken Efeu und Wilder Wein an Klettergerüsten herum, aber das war´s dann auch schon. Unten, wo sie aus den Kübeln oder aus dem Boden wachsen, pinkeln die Hunde dran und düngen das Ganze sehr stickstoffreich und der restliche Erdboden, der nicht zubetoniert worden ist, dient als Abfalleimer. Niemand ist zuständig, keinen interessiert´s. Deutschland ist bekanntermaßen ein Land, in dem alles reguliert und geregelt ist. Warum nicht mal eine sinnvolle gesetzliche Regelung schaffen, die die Hausbesitzer verpflichtet, wenigstens Teile der Fassaden und Dächer zu begrünen und/oder mit Solaranlagen zu versehen? Dabei müssen natürlich Kommunen und Behörden mit gutem Beispiel voran gehen, aber das ist auch schon der Haken – es kostet alles Geld und ja, in Zeiten wo alle verfügbaren, ebenso wie die nicht vorhandenen Geldmittel in die „systemrelevanten“ (das ist mein persönliches Unwort des Jahres!) Konzerne und Banken gepumpt werden müssen, hat der Staat nicht mal Geld, um in ein paar Energiesparlampen zu investieren.

Fassadenbegrünungen sind aber nicht nur schön und nützlich, weil CO2-bindend, sie sind auch insofern von nutzen, als sie die Heizkosten senken und das Raumklima verbessern können. Und sie sorgen für ein erheblich besseres Aussehen der Gebäude. Das Blattwerk wirkt gleichzeitig als Staub- und Schadstofffilter für die mit Abgasen belastete Luft der Innenstädte und dürfte so dazu beitragen, dass unsere Städte wieder wesentlich attraktiver werden! Und es gibt da einiges an Möglichkeiten. Schaut Euch mal die Homepage Vertical Garden by Patrick Blanc an. Hier sieht man, welches Potenzial in diesem Prinzip steckt. Das sind tolle Bilder!

Dieses Video zeigt den Typen, der hinter der Idee steckt und einige seiner Arbeiten in Paris…

Wände und Fassaden sind eher zu begrünen als  Dächer, die nicht immer die notwendige Statik aufweisen. Aber zumindest die Installation einer Solaranlage sollte auf keinem Dach ein allzu großes Problem darstellen. Aber auch eine teilweise Begrünung erfüllt schon ihren Zweck und trägt zur Bindung von CO2 bei. Jedes kleine bisschen hilft!

Ein Vertical Garden in Bordeaux

Ein weiterer Punkt, der sehr ärgerlich ist, sind die sogenannten Parkanlagen innerhalb der Städte. Diese sind sehr spärlich und mit irgendwelchem „pflegeleichten“ Gestrüpp bedeckt, dass ausser als Unterkunft für fette Stadtratten, kaum einen nachvollziehbaren Zweck erfüllt. Hier sollten die Stadtverwaltungen dazu gebracht werden, mehr und artenreichere Bepflanzungen vorzunehmen. Um Insekten ein Überleben in unseren Städten zu ermöglichen, sollte man auch davon Abstand nehmen, jeden freien Fleck mit Rasen einzusäen. Hier gibt es keine Blüten und auch sonst nix, woran sich das Auge oder die Insekten erfreuen können. Schnaken und Stechmücken, die einem während der lauen Sommerabende die schlechte Laune verderben, gibt es sowieso, ob wir sie nun wollen oder nicht. Also warum nicht aus jedem Park ein buntes blühendes Paradies machen? Bäume pflanzen in den Parks kann doch nicht so schwer sein, oder? Und warum keine Obstbäume? Warum kein Gemüse, dass sich selber aussät? Blumen, die ihre Samen dem Wind überlassen und sich so verbreiten? Hat man wirklich einen Grund, sich vor der Natur in den Städten zu fürchten? Ich glaube nicht! Denn so sehr wir auch gegen die Natur in unseren Betonwüsten ankämpfen, besiegen können wir sie nicht und auch nicht vollständig verdrängen. Also lassen wir ihr doch mehr Raum und treten ein klein wenig beiseite. Wenn wir dann ein bisschen regulierend eingreifen, können wir selbst in unseren Städten in der Natur und mit ihr leben!

Aber bewegen wird sich nur was in dieser richtung, wenn wir dazu übergehen, einen „Guerillakrieg“ zu führen. Einen „Green Guerilla Gardening War“. Nachts ausschwärmen und Seed Bombs schmeißen, wo man geht und steht und das so lange, bis die Stadtverwaltungen kapitulieren! Kämpfen um jeden einzelnen Baum, der gefällt werden soll, denn die Bäume sind unserer Freunde! Wir müssen die Grüne Revolution ausrufen und dafür sorgen, dass unsere Kinder und Enkel auf dieser Erde noch eine Zukunft haben!

weiterführende Links:

  • EasiestGarden .com (Ist eine Firma aus den USA, die Pläne und DVD´s verkauft. Hier gibt es auch ein Video zu sehen, das zeigt, wie man einen Hydroponic Vertical Garden bauen kann. Sieht ganz interessant aus)
  • Flowall – Pflanzenwand (ein kleines System aus Kunststoff zum an die Wand hängen. Sieht neckisch aus, ist aber meiner Meinung nach mit 49,- € recht teuer geraten. Aber wer Ideen sucht, die er in den eigenen vier Wänden umsetzen kann, holt sich eben ein paar Anregungen zur Inspiration)
  • Bio Tecture Ltd – „Green wall systems and vertical facade greening“ (Ein Unternehmen aus Großbritannien)
  • Grüne Welle (Seed Bombs/Seed Balls-Rezept der GartenPiraten)
  • GuerillaGardening-Forum (hier können sich GuerillaGärtner austauschen und Tips und Trick finden oder veröffentlichen. Is eigentlich in Englisch, es wird aber auch auf deutsch gepostet. schaut mal vorbei!)

Skyfarming und Vertical Farming

Bekanntlich ist nicht jeder Boden auf unserer Mutter Erde fruchtbar und zum Anbau von Nahrungsmitteln oder zur Viehzucht geeignet! Gleichzeitig darf man aber keinem Menschen sein ureigenes Recht auf Leben, Nahrung, sauberes Wasser, eben auf ein Leben unter menschenwürdigen Bedingungen absprechen. So muss es einer der Hauptaufgaben der Wissenschaft sein, Nahrungsressourcen für alle Menschen zu erschliessen, unabhängig davon, wo sie leben. Es gibt auch schon Pläne, wie man dieses Problem angehen könnte.
Eine Möglichkeit bietet das Skyfarming, ein Prinzip, dass ähnlich arbeitet wie das Vertikal Farming.
Auch dieses Video von YouTube gibt einen Einblick in die Funktionsweise eines solchen Farmhochhauses. Hauptproblem dürfte jedoch die Finanzierung eines solchen Projektes darstellen, besonders, wenn es in Ländern der Dritten Welt verwirklicht werden soll.
Ich persönlich gehe zwar davonaus, dass es die Aufgabe des Staates sein muss, die notwendigen Ressourcen zum Überleben seiner Bevölkerung bereit zu stellen, sei es nun Trinkwasser, Energie, oder Nahrungsmittel! Naturgemäß sieht das die kapitalistische Wirtschaftsordnung ein ganz klein wenig anders, was auch die Hauptursache für die ständig steigenden Preise ist. Hohe Nachfrage bedingt hohe Preise und – logischerweise – hohe Gewinne!
Man muss aber auch sehen, dass man mit der Lieferung von Lebensmittelspenden auf Kosten der Industrienationen, bzw. der Alimentation ganzer Völker durch die UNO einen Haufen Geld ausgibt, dass man auch anders sinnvoller einsetzen könnte. Eben um solche Skyfarming-Projekte zu finanzieren. Darüber sollte man mal intensiv nachdenken!
Wie ich gerade bei Spiegel-Online gelesen habe, hat man dort das Thema am 2.5.2008 ebenfalls aufgegriffen und in einem recht interessanten Artikel verarbeitet. Schaut Euch den Link mal an und seht, dass es zwar von staatlicher Seite wenig Vorbehalte gegen solche Projekte zu geben scheint, aber die Menschen sich für solcherart „industriell“ erzeugte Nahrungsmitteln nicht recht erwärmen können, obwohl – möchte ich an dieser Stelle mal behaupten – die meisten sowieso nicht wissen, wie und wo ihre täglichen Nahrungsmittel überhaupt erzeugt werden, denn sons twürden sie jeden Tag aufs Neue hektoliterweise ihr Frühstück auskotzen!