Schützt den Wald!

Wenn es darum geht, über Waldschutz und den Kampf gegen die Vernichtung von Waldflächen zu reden, denkt jeder sofort an den Schutz des Regenwaldes im Tropengürtel unseres Planeten. An den Amazonas-Regenwald zum Beispiel, oder die Urwälder Zentralafrikas und Südasiens, in denen die letzten Oran Utans durch Brandrodungen im Auftrag der Palmölkonzerne vom Aussterben bedroht sind!

Dabei  brauchten wir garnicht so weit zu reisen, um gegen die Waldvernichtung zu kämpfen. Die Frevler sägen direkt vor unseren Haustüren die wertvollsten Buchenwälder, Eichen- und andere, seltene alte Wälder einfach ab und verscherbeln das Holz für´n Appel und´n Ei nach Asien, um Scheißhauspapier oder Essstäbchen daraus herstellen zu lassen!

Wälder sind nicht nur die Lungen unserer Erde. Wälder sind auch extrem wichtig, um Kohlenstoff in ihrer Biomasse zu binden und je rücksichtsloser die Waldvernichtung in den Tropen voran schreitet, desto mehr müssen wir unsere Wälder schützen und gerodete Flächen wieder aufforsten. Und dabei ist es nicht damit getan, irgendwelche schnell wachsenden Baumarten zu pflanzen, wie z. B. Fichten, Kiefern oder Pappeln, sondern solche, die langsam wachsen und sehr alt werden, Buchen eben und Eichen und dergleichen.

Aber alles, was langlebig ist in Wald und Flur, ist den Konzernen und vermehrt auch den Landesregierungen ein Dorn im Auge. Denn nur, was schnell in die Höhe schießt, kann man auch schnell zu Geld machen. Wenig Geld zwar, weil lediglich das geschlagene Holz billigst verscheuert wird und noch nicht einmal Lande weiter verarbeitet wird, aber das scheint den verantwortlichen scheißegal zu sein. Hauptsache es werden ein paar lumpige Euros in die klammen Kassen gespült, die allerdings genauso schnell wieder ausgegeben sind.

Besonders unangenehm fallen die Verantwortlichen für Wals und Umweltschutz in Bayern auf und aus diesem Grunde wurden dem bayrischen Forstministerium von Greenpeace am 12.4.2012 rund 2.000 Douglasien aus einem europäischen Schutzgebiet im Spessart auf, um zu demonstrieren, wie fahrlässig und unverantwortlich die bayrische Staatsregierung mit dem Eigentum der BürgerInnen umgeht!

In den bayrischen Breiten sind ursprünglich Buchen zu Hause, die einst weite Teile des Landes mit ihrem dichten Grün bedeckten und eine einzigartige biologische Vielfalt unter ihrem Blätterdach bargen. Heute steht dem Staat der Sinn nach industrielle verwertbaren Hölzern, ganz egal, ob die sich für die klimatischen Bedingungen oder den vorhandenen Boden eignen oder nicht. Also wird eifrig drauflos gepflanzt, nachdem man die letzten alten Buchen der Motorsäge geopfert hat! An die Zukunft der Wälder, das sich wandelnde, trockener und wärmer werdende Klima denkt man dabei nicht. Denn scheinbar gehen die Uhren in Bayern immer noch anders, als im Rest der Republik und was nicht sein kann (weil es der bayrischen Staatsregierung nicht in den Kram passt), das darf nicht sein…

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Den Wald retten – bis 2020?

Der WWF fordert in einem am 18.10.2009 erschienen Artikel („Waldschutz ist Klimaschutz – WWF fordert die Entwaldung bis 2020 zu stoppen“), die Vernichtung der Wälder müsse bis zum Jahr 2020 gestoppt werden. 20 Prozent des jährlichen Ausstosses an Treibhausgasen sei auf die weltweite Abholzung zurück zu führen.

Zwar weiss man seit langem, wie wichtig die Wälder für das Weltklima sind und vor allem für die Bindung von CO2 in Biomasse, aber das scheint einstweilen weder die Politik noch die Industrie und hier insbesondere die Holzkonzerne zu kümmern. Also sägt und brandrodet man was das Zeug hält. Diese Art des Umgangs mit unserer Umwelt sorgt dafür, dass 36 Fußballwälder Wald verschwinden – pro Minute. Das sind unfassbare 16 Millionen Hektar Wald jedes Jahr! Vernichtet, weil „Lebensmittel“konzerne Weideflächen für die riesigen Herden an Rindviechern brauchen, mit deren Fleisch sie Fastfood-Ketten wie McDonalds oder Burger King versorgen. Und so opfern die Rindviecher in den obersten Konzernetagen bedenkenlos den Regenwald in den tropischen Regionen dieser Erde für den Kommerz, während sie einige tausend Dollar oder Euro an Umweltschutzorganisationen spenden, oder in irgendwelche zweifelhaften Umweltprojekte investieren, um sich ein reines Gewissen zu erkaufen!

Ich stelle mir die Frage, ob im Jahr 2020 überhaupt noch ein nennenswerter Waldbestand vorhanden sein wird, den man erhalten kann! Obwohl jeder Idiot weiss, dass Bäume ungleich schneller gefällt werden, als sie nachwachsen können, selbst wenn man sofort im Anschluss an die Rodung mit Neuanpflanzungen beginnt, gibt es kaum Bestrebungen, die abgeholzten Flächen neu zu bepflanzen. Bei der Umwandlung von Wald in Weideland ist dies auch garnicht erwünscht. Bei der Gewinnung von Ackerland aus Regenwald, oder der Vernichtung des Waldes zu Gunsten von Plantagen für die Produktion von Biosprit, ist das Grundpoblem das gleiche – man vernichtet den Wald, um mit dem in Plantagen erzeugten Biosprit die Umwelt zu schützen? Was für ein Schwachsinn! Und es gibt wirklich Leute, sogar Wissenschaftler, die das wirklich glauben (oder zumindest vorgeben das zu glauben)!

Man vernichtet die Umwelt um die Umwelt zu schützen? Kann soviel Dummheit wirklich wahr sein?

Während die Wälder in den Industrieländern lange nicht so gefährdet sind wie die Regenwälder im Tropengürtel unserer Erde, den Umweltschutz-Organisationen sei Dank, gibt es genau dort, wo die artenreichsten Wälder dieses Planeten liegen die wenigsten Hemmungen diese dem Profit zu opfern! Korruption, Gier und das Streben nach Macht öffnen dem Raubbau an der Natur Tür und Tor! Genau dort, wo die meisten Menschen in bitterer Armut leben und am Existenzminimum vegetieren, haben die Konzerne leichtes Spiel. Sie winken mit dicken Dollarbündeln und man legt ihnen zu Füssen, was auch immer sie fordern. Aber das lindert nicht den Hunger. Im Gegenteil, es führt zu noch mehr Armut und Verzweiflung, weil die Dollars und Euros der Konzerne in den Taschen einer durch und durch verfaulten und korrupten Elite verschwinden. Und zu allem Überfluss nimmt man den einheimischen Bauern auch noch ihre Ernten und ihre Ackerflächen weg, damit die Menschen in den Industrieländern auch weiterhin 2/3 ihrer sogenannten lebensmittel in die Mülltonnen werfen können, bevor sie überhaupt auf dem Tisch gelegen haben! Ist das Gerechtigkeit?

Wer erwartet, das die Politik sich der Probleme annimmt, die die Menschheit global bedrohen? Niemand! Nicht umsonst ging vor Monaten der Spruch durch die Presse:„Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!“ Und so werden sich vom 18.-23. Oktober in Buenos Aires mehr als tausend Waldexperten aus Behörden, Unternehmen und Regierungen zum Weltforstkongress der Vereinten Nationen treffen und vermutlich mit den gleichen frommen Wünschen wieder auseinander gehen, wie die Klimaexperten im Dezember in Kopenhagen! Ausser Spesen wird wie immer nichts gewesen sein, man hat einen schönen Kurzurlaub verbracht, wo auch immer auf der Welt man sich sonst um seine Probleme schert und das war es dann auch schon!

Wenigstens einen Vorteil haben diese massenhaften saisonalen Wanderungen von Wissenschaftlern, Experten und Politikern – die Regierungen der Industriestaaten brauchen den kriselnden Fluggesellschaften nicht direkt mit Staatknete unter die Arme zu greifen. Sie schicken ihre „wichtigsten“ Vertreter (oder die, die sich dafür halten) per Jet in die Fremde um sich mit den einheimischen Prostituierten zu paaren zu treffen und schwer an der Rettung unserer Welt, unseres Klimas und der Bekämpfung der Armut zu arbeiten! Aber zu erwarten, man könne 110 Milliarden Euro für die Rettung des Weltklimas von der deutschen Regierung erhalten, anstatt sie der HRE in sämtliche Löcher zu stopfen, ist ja nun wirklich ein klein bisschen zu viel erwartet!

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