Vorsicht Satyre!

Wie wir soeben erfahren haben, zeigt sich der bayrische Innenminister Herrmann schwer erschüttert, in Bezug auf die Einreiseerlaubnis für Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland! Obschon er sich seit heute morgen die verquollenen Augen aus dem Schädel gestiert hat, konnte er am Münchner Hauptbahnhof bislang nicht einen einzigen wunderbaren Neger entdecken! „Aber lauter Weiber mit Kopftuch san dabei“, sagte er versehentlich zu einem zufällig anwesenden Journalisten. Sein Sprecher dementierte sofort die falsch verstanden und aus welchem Zusammenhang auch immer gerissene Behauptung und lehnte Konsequenzen strikt ab.

Herrmann will sich in den nächsten Tagen mit Ficktor Orban in Budapescht treffen, um in einer konzertierten Aktion dem Flüchtlings- und Asülantenunwesen den Garaus zu machen! „Notfalls mit der verbalen Brechstangen“, wie er weiter zitiert wird. Auch gegen diese böswillige Unterstellung schritt der Sprecher des ehrenwerten Ministers sofort ein und stellte Strafantrag gegen den Journalisten beim Münchner Volksgerichtshof. Wir werden die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten und eventuelle Äußerungen des Herrn Ministers auch fürderhin gern aus dem Zusammenhang reißen, um einen passenderen Rahmen zu konstruieren…
Grausames Ende des Satyrn.

Ach ja, Herr Herrmann, nur so am Rande. Sie als Christ, zumindest bezeichnen Sie sich als einen solchen, sollten wissen, was es bedeutet, wenn Menschen auf der Flucht und in großer Not sind, Hungern, Frieren und völlig verängstigt sind! Kinder, Frauen, Männer, Alte und Kranke sollten eigentlich ihr Mitgefühl zu spüren bekommen und nicht Ihr dummes Geschwätz hören müssen. Als guter Christ, der Sie sein wollen, sollte es Ihre Pflicht sein, diesen Menschen zu helfen – ohne Wenn und Aber! Und was tun Sie? Na ich will mich darüber jetzt nicht auch noch auslassen, sonst kommt mir die Galle hoch! Aber eines will ich Ihnen noch sagen, Sie Christ, Sie! Wenn Jesus plötzlich nach Bayern käme, ich bin mir ziemlich sicher, er würde sie mit der Knute aus Ihrem Ministerium treiben, wie er einst die Geldwechsler aus dem Tempel hinaus geprügelt haben soll! Vielleicht sollten Sie mal wieder, um Ihren Charakter auf Vordermann zu bringen, ein paar Seiten in der Bibel lesen, die Ihnen angeblich so sehr am Herzen liegt. Die Weihnachtsgeschichte würde gerade ganz gut passen, obwohl es ein klein wenig früh dafür ist! Aber es werden ja auch schon Weihnachtsgebäck und Stollen in den Supermärkten verscherbelt. Also was soll´s. Habe die Ehre!

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Die Geschichte vom „wunderbaren Neger“

Zitat aus dem Artikel, in dem die Äußerungen des Herrn Herrmann mit einer Nonchalance herunter gespielt werden, dass es einer Sau graust, heisst es u. a.: „Auch aus privaten Gesprächen ist keine Äußerung Herrmanns bekannt, die auf Rassismus oder Ausländerdiskriminierung hindeuten würde.“ Tut mir wirklich Leid dass ich das jetzt sagen muss, aber dann ist es einfach nur Dummheit! Und so einer hat Regierungsverantwortung und will anderen ein Vorbild an Toleranz sein?

Nee, Leute, hier sind Deppen am Werk und was sie von sich geben, das sind die Produkte eines institutionalisierten Rassismus, der eben nichts dabei findet, andere abzuqualifizieren wegen ihrer Hautfarbe, oder ihrer Religion, oder vielleicht, weil sie schwul sind. Gerade in der CDU und ganz besonders in der CSU ist das bekanntermaßen an der Tagesordnung und nicht mit einem milden Hinweis auf  Zeiten zu rechtfertigen, in der man eben „Neger“ gesagt hat, weil man es nicht besser wusste, oder wissen wollte, und ein „Neger“ eben noch ein „Neger“ war.

Und wenn dieses Subjekt der „Klartext redende Sheriff“ der CSU ist, aber „kein rechter Sprücheklopfer“, dann muss mir das Verständnis für die Bezeichnung „Klartext“ irgendwie auf dem Weg durch mein Leben abhanden gekommen sein! Sensibilität ist allerdings wirklich angebracht. Aber nicht gegenüber einer fleischgewordenen Mass bayrischen Bieres, sondern jenen, die unter solchen verbalen Geisterfahrten zu leiden haben!

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