Hunger!

10 07 2009

Eine der Geißeln der Menschheit ist der Hunger. Weltweit verhungern jeden Tag Menschen, vor allem Kinder in den Ländern der sogenannten Dritten Welt (eine . Die Gründe sind unterschiedlich. Meist hängt die Unterernährung der Bevölkerung eines Landes mit geographischen, meterologischen oder anderen (z. B. logistischen) Bedingungen zusammen, die dafür sorgen, dass nicht genug Nahrung im eigenen Land erzeugt werden, oder die Verteilung vorhandener Nahrungsmittel nicht sichergestellt werden kann. Aber selbst da, wo genug Nahrung vorhanden wäre, kommt es im Zuge der Finanz- und Wirtschaftkrise immer öfter vor, dass Menschen  in Ermangelung eines  ausreichend hohen Einkommens nicht in der Lage sind, die notwendigen Lebensmittel zu kaufen.

Einer der Gründe, warum in den Dritte-Welt-Ländern die Landwirtschaft nicht leistungsfähig genug ist, liegt in der Tatsache begründet, das diese Länder meist in den tropischen Breiten der Erde liegen und entweder von Regenwäldern bedeckt sind, oder aber im Wüstengürtel liegen (der zeichnet sich bekanntermassen durch einen starken Mangel an Niederschlägen und Oberflächenwasser in Form von Seen und Flüssen aus). An und für sich gesehen wäre das kein größeres Problem, wenn nicht die ursprüngliche einheimische Landwirtschaft in diesen Ländern zu großen Teilen von der industriellen westlichen Form der Landwirtschaft verdrängt worden wäre. Zusammen mit den Segnungen der westlichen Medizin und der enormen Geburtenrate in diesen Ländern, ergibt sich eine explosionsartig wachsende Bevölkerung, die mit den herkömmlichen Methoden der Landwirtschaft nicht mehr und mit der industriellen Landwirtschaft nur unter hohem finanziellen Aufwand ernährt werden könnte.

Einheitliches, gentechnisch verändertes Saatgut (von Monsanto, Pioneer, Bayer oder BASF usw.), Kunstdünger, Hochleistungsnutztiere (Rinder, Schweine, Schafe usw.) sowie die dazu notwendigen schweren Maschinen, die leider nicht mit Urin angetrieben werden, sondern mit teurem Dieseltreibstoff. So sieht die industrielle Landwirtschaft aus. Wer sie betreiben will, der braucht viel Geld um all das zu bezahlen.

Weil das Geld nicht vorhanden ist, vergibt man „großzügig“ Kredite an kleine Bauern, die einen großen Teil der Ernte abliefern müssen, um den Kredit zu bezahlen. Fällt die Ernte aus, weil das Wetter nicht mitspielt, oder die Gensaat von Ungeziefer befallen und aufgefressen wird, stehen die Bauern vor den Trümmern ihrer Existenz. Die großen Konzerne können sich dann das ganze Land unter den Nagel reissen und in eigener Regie bearbeiten.

Während die verarmten Bauern dann auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, die aus den reichen Industrieländern stammen wo sie unter Zahlung von Subventionen erzeugt werden (und zwar in solchen Mengen, dass sie dort nicht verbraucht werden können!). D. h. also, die Industrieländer ernähren mit subventionierten Nahrungsmitteln Menschen in den Ländern der Dritten Welt, die wegen des Geschäftsgebahrens der Großkonzerne nicht mehr in der Lage sind, selbst Nahrung in ausreichender Menge anzubauen. Dabei muss erwähnt werden, dass ein guter Teil der sogenannten Entwicklungshilfe, der in die „Entwicklung“ der Landwirtschaft investiert wird, in den Taschen der Großkonzerne landet. Business as usual also!

Man will den Entwicklungsländern nicht wirklich helfen, sonst würde man ihnen helfen, ihre alten landwirtschaftlichen Methoden wieder einzuführen und sie weiter zu entwickeln. Man könnte nachhaltige Landwirtschaft fördern, die sich an den jahrhundertealten Traditionen und Erfahrungen orientiert. Man könnte die Menschen davon überzeugen, dass es sinnvoller ist Permakultursysteme zu schaffen und auch unorthodoxe Methoden der Landwirtschaft einführen, die ohne Dünger und Bodenbearbeitung auskommen (siehe die natürliche Kandwirtschaft des Masanobu Fukuoka). Was macht man jedoch? Man liefert diese armen Menschen einer Technologie aus, die auf der Verschwendung von Energie, dem Einsatz von Maschinen und jeder Menge „Pflanzenschutzmitteln“ beruht und abhängig ist von der Gnade der großen Konzerne!

So hat jeder was davon, nur nicht die Menschen, in den Entwicklungsländern! Letztlich ist alles nur eine Frage des Geldes. Wer keins hat, der hat eben auch nix zu essen. Wenn man es mal aus der Sicht der Konzerne betrachtete, würde man von einem Prozess des „Gesundschrumpfens“ sprechen. Und in dieser Ausdrucksweise findet sich dann nichts menschliches mehr, was einem vielleicht Gewissensbisse verursachen könnte. Genauso machen´s die Konzerne in den Industrieländern, wenn sie Personal abbauen, sie schrumpfen sich gesund – auf Kosten der Menschen. Aber wen interessiert das schon? Shareholder Value, CostCutting, Dividenden, sonst zählt nichts und schon gar kein Menschenleben in den Entwicklungsländern!

Als wäre das noch nicht genug, bauen die Großkonzerne auf dem „erworbenen“ Land dann Palmölplantagen und andere Energiepflanzen an. Würden sie Lebensmittel erzeugen, könnte man dafür noch ein gewisses Verständnis aufbringen. Aber damit ist nicht annähernd so viel Geld zu machen, wie mit „Bio“sprit. Darum haben die Menschen in den betreffenden Ländern einmal mehr Pech gehabt. Und weil das alles immer noch nicht reicht (der Energiehunger der westlichen Industriestaaten ist mit Öl kaum, mit „Bio“sprit garnicht zu stillen), rodet man die letzten Regenwälder – die Lungen unserer Mutter Erde – um noch mehr Platz für Plantagen, Energiepflanzen und Weideflächen für die Rindviecher von McDonalds und Burger King zu schaffen. Wohlgemerkt bringt ja auch das Holz der Regenwälder, die ja sonst „ungenutzt“ (das ist für jeden Konzernmanager ein Graus und für jeden Angehörigen der Holzmafia geradezu unerträglich) in der Gegend herum stehn und nur Platz wegnehmen würden, noch ein paar Euro ein!

Was wir also als „sauberen“ Biosprit in unsere Autos tanken, ist eigentlich das Brot, dass die Menschen in der Dritten Welt essen sollten. Denkt mal drüber nach!

Und während hier die Kinder zu fett sind, streitet man sich darüber, wer das frische Obst und Gemüse bezahlen soll, dass man ihnen kostenlos in der Schule anbieten will („Länder wollen Schulobst nicht zahlen – Bundesrat schickt EU-Projekt in Vermittlungsausschuss“; Artikel auf heute.de vom 10.7.2009). Darum bleiben sie einstweilen erstmal übergewichtig, weil solange niemand die Kosten trägt, gibts nichts und schon garnicht umsonst. Bleibt nur zu hoffen, dass man hier nicht gentechnisch verändertes Obst und Gemüse verteilt, weil vielleicht Monsanto und Konsorten auf die glorreiche Idee kommen, die Aktion zu sponsorn!

weiterführende Links:





MON810 und kein Ende!

4 07 2009

Tja, fleissige Lobbyarbeit, so teuer sie letzten endes auch sein mag, zahlt sich doch irgendwie immer aus. Das müssen sich die dezent gekleideten Damen und Herren von Monsanto, Bayer, BASF und Konsorten gedacht haben, die mit dicken Geldtaschen, Luxusreisen und anderen Annehmlichkeiten – aber selbstverständlich ohne jedes wirtschftliche Interesse – um die Politiker herum schleichen, wie die Katze um den sprichwörtlichen heissen Brei.

Und wie man sieht, scheint der Erfolg für sich zu sprechen. Jedenfalls – völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass der Anbau des MON810 Genmais von Monsanto in etlichen europäischen Staaten wegen ernsthafter Bedenken und befürchteter gesundheitlicher Gefahren verboten wurde, will ihn die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) nun trotzdem wieder zulassen (EFSA befürwortet Wiederzulassung von Genmais MON810, Artikel auf greenpeace vom 30.6.2009)! Und damit der Konsument es nicht ganz so einfach hat und dieses Teufelszeug im Lebensmittelregal boykottieren kann, hat man sich bereits auf gesetzliche Regelungen geeinigt, die es nicht leicht machen, genveränderte Produkte ohne weiteres zu erkennen. was die Menschen wollen, ist offenbar uninteressant. Was Monsanto will dagegen schon eher.

In Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen und der Schweiz ist der Anbau von Mon810 teilweise bereits seit Jahren verboten. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner schloß sich – vermutlich eher aus parteitaktischen Erwägungen und den neuen CSU-Kurs der Gentechnik-Ablehnung – dieser Eischätzung an und zog mit einem Verbot nach (Aus für Genmais MON810 in Deutschland, Artikel auf greenpeace vom 14.4.2009)! Obwohl ein erster Schritt hin zu einem kompletten Verbot von genveränderten Pflanzen, sollte man diese Entscheidung nicht zu sehr auf die Goldwaage legen. Wenn´s an´s Eingemachte geht, war sich die Union noch nie zu schade, auf ihre Versprechen von gestern zu pfeifen (ich benutze hier bewusst nicht den Ausdruck „sch..ssen“ in diesem Zusammenhang, obwohl er mir zweifellos auf der Zunge lag!).

Während Frau Aigner wie eine Löwin für die deutschen Verbraucher und gegen den Genmais kämpfte, muss sie sich allerdings so sehr verausgabt haben, dass sie es nicht schaffte, auch gleich die genveränderte Kartoffel Amflora (von BASF, einem zumindest teilweise deutschen Unternehmen, ist das nicht merkwürdig?) ebenfalls die Erlaubnis zu verweigern. Obwohl hier genauso Gefahr droht wie beim Genmais, entschied man einfach mal anders (Genkartoffel: Aigners „Zickzackkurs“ in der Kritik; Artikel auf tagesschau.de vom 28.4.2009). Management bei Würfelspiel? Wer weiss das schon. Vielleicht liegt´s auch daran, dass einstens der olle Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Genkartoffel erstmals zugelassen hat. Das wäre es wohl ein Affront sondersgleichen gewesen, seine Lauterkeit und seine Weisheit anzuzweifeln und das Zeug doch noch final zu verbieten. So was überlebt man  – auch als Ministerin – nicht lange, denn als bayrischer Ministerpräservativ ist Seehofer auch nicht ganz ohne Macht und Einfluss. Und Aigner will in der CSU sicher noch mal was vernünftiges werden!





Das Ende des Regenwaldes!

28 05 2009

Bis zum Jahr 2050 wird der Regenwald an der brasilianischen Atlantikküste restlos vernichtet sein, wenn die Entwaldung so weiter geht, wie bisher! Und es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass sich daran etwas ändern wird, solange es auch noch einen einzigen Baum in dem Gebiet gibt (das berichtet n-tv.de am 28.5.2009 unter dem Titel „Bis 2050 völlig verschwunden: Das Ende des Regenwaldes“). 93% des regenwaldes sind bereits verschwunden und verantwortlich dafür seine die Land- und Holzwirtschaft. Das gerodete Land wird vorwiegend für Soja-Anbau (hier hat garantiert Monsanto seine Pfoten im Spiel) und Viehzucht genutzt (MCDoof und WürgerKing lassen grüßen)! Auf Sumatra und Borneo wird es nicht mehr so lange dauern, bis der Wald weg ist. 5 oder 10 Jahre, dann ist tutti. Überlegt denn niemand von den Idioten, die unsere Mutter Erde derat vergewaltigen, was danach sein wird? Glauben diese geistigen Kleinrentner etwa tatsächlich, sie könnten mit ein paar Setzlingen innerhalb einiger weniger Jahre das wieder gutmachen, was in Jahrtausenden gewachsen und binnen 30 Jahren restlos vernichtet worden ist? Schaut Euch diese Bilder an…

http://www.n-tv.de/archiv/Das-rapide-Schwinden-der-Urwaelder-article12372.html

Wenn man sieht, für was der Wald sterben muss, dann kommt mir echt das große Kotzen! Dann denke ich, dass es doch an der Zeit ist, der Gewalt gegen Gaia, endlich massiv entgegen zu treten. Der Mensch braucht die Erde und damit meine ich nicht nur unsere Mutter. Er braucht die Erde, um zu überleben, weil er seine Nahrung auf der Erde anpflanzen muss. Wo will man säen, wenn der Regen den nackten, verbrannten Boden weggespült hat? Glauben diese Ignoranten wirklich, dass die großen Saatgut-Konzern (ganz genau, ich meine Bayer, Monsanto, Syngenta usw.) mit ihrer Gensaatscheiße die Lösung des Ernährungsproblems für 6 oder 7 Milliarden Menschen in den Händen halten? Die Konzerne wollen Geld verdienen, viel Geld! Die Menschen sind ihnen scheiß egal. Wer nicht zahlen kann braucht auch nix zu fressen, heisst die Devise. Darum und nur darum, wird die Nahrung in den Ländern der Dritten Welt immer teurer. Hier bei uns in den Industriestaaten, kann man mit Nahrung gutes Geld verdienen!

Was der Menschheit durch ihre eigene Dummheit verloren geht, ist geradezu unfassbar! Regierungen verraten und verkaufen ihre eigene Bevölkerung an die Konzerne und halten selber die Hand auf. Dafür, dass sie den Konzernen in die Ärsche kriechen, fällt ein schönes Stück vom Kuchen für sie ab. Dafür kann man ruhig mal seine hehren Prinzipien verraten! Diese Prinzip funktioniert überall auf dieser Welt, denn jeder ist nur noch sich selbst der Nächste! Auch wenn jetzt gerade alle Augen auf Großbritannien gerichtet sind, ob des aufgedeckten Spesenskandals, kann man doch getrost behaupten, die Politiker sind in keinem anderen Land dieser Welt besser!





Recycling oder Kreislauf der Natur!

9 05 2009

Die Wiederverwertung von Stoffen, die für den ursprünglich vorgesehenen Verwendungszweck nicht mehr geeignet sind, ist in der Natur ein völlig normaler Vorgang! Alles, was die Natur hervorbringt, zerfällt über kurz oder lang und wird dem Stoffkreislauf wieder zugeführt, restlos, sauber und nachhaltig – ein Kreislauf des Lebens, ein Wunder der Natur, in der Natur und durch die Natur!

Ein Ameisenstaat bewohnt einen toten Baumstumpf...

Ein Ameisenstaat bewohnt einen toten Baumstumpf...

Ganz anders das, was der Mensch so produziert. Zwar ist die menschliche Rasse durchaus als anpassungsfähig und erfinderisch zu bezeichnen, aber die Qualität ihrer Erfindungen und Produkte, bleibt hinter dem weit zurück, was Gaia in diesem Bereich zu bieten hat. Nicht nur die Stoffe, die der Mensch herstellt, um seine Produkte beim Transport oder der Lagerung zu schützen, sind für gewöhnlich nicht wieder verwertbar, auch die Produkte sekbst bestehen meist aus Materialien, die alles andere als problemlos zu recyceln sind. Alles besteht aus Kunststoffen, Metallen, Lacken, Chemikalien usw., die beim „Entsorgen“ ein großes Problem darstellen. Entweder man schmeisst sie in die Landschaft und lässt sie über Jahrhunderte hinweg vergammeln, wobei unzählige schädliche Stoffe in die Umwelt und damit letztlich in die Nahrungskette gelangen. Oder sie müssen mit hohem technischen Aufwand dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden. Allerdings beträgt die Recyclingquote nur bei einem einzigen Rohstoff 100%, bei Glas. Alles andere kann nur in Form von Beimischungen zu frisch gewonnenen Rohstoffen der Wiederverwertung zu geführt werden, da die Qualität beim recyceln drastisch abnimmt. Bei Kunststoffen sieht dieses Verhältnis besonders beschissen aus!

Schauen wir uns an, was die Natur erzeugt und von dem die Menschen sich z.B. ernähren, sieht das ganz anders aus. Eine Nuss, birgt den essbaren Samen einer Pflanze in einer sehr stabilen Hülle, die individuell an die einzelnen Formen des Samens angepasst ist! Da wackelt nix, der Schutz ist perfekt und der Samen bleibt auch nach Jahren oder sogar Jahrzehnten noch keimfähig. (Dieses Muster an Nachhaltigkeit und sinnvoller Ressourcenverwertung in einem perfekten Kreislauf, muss für den aufgeklärten und verantwortungsbewussten Menschen das Vorbild all seines Tuns sein. Dies haben die Verfechter der Permakultur erkannt und versuchen dies in ihren Projekten umzusetzen.)

Fleissiger Mistkäfer auf dem Weg zur Arbeit

Fleissiger Mistkäfer auf dem Weg zur Arbeit

Was aber macht der „moderne“ Mensch? Er öffnet dieses perfekte Behältnis, röstet und salzt den Samen und verpackt ihn dann in Plastik. Der Unterschied zwischen  der Nussschale und der Plastiktüte wird schnell deutlich, wenn man beide auf den Kompost wirft. Während die Nussschale im Rahmen des natürlichen Recyclings, des Kreislaufs der Natur zu 100% zersetzt und zu wertvollem Humus wird, bleibt die Plastiktüte zu beinahe 100% erhalten (für mindestens ein Jahrtausen). Keine Mensch kann genau sagen, wie lange Plastik in der Umwelt verbleibt und in welchen Zeiträumen sich dieses teuflische Material  in welche schädlichen oder unschädlichen Stoffe zersetzt! UV-Strahlung beschleunigt den Zerfall von Kunststoff ein wenig und in sofern sollten wir über die sich immer mehr verstärkende UV-Belastung freuen. Aber wirklich hilfreich ist auch das nicht. Beim Zerfall gibt der Kunststoff Stoffe an die Umwelt ab, deren Auswirkungen noch kaum bekannt und schon garnicht systematisch erforscht sind. Schließlich fürchtet die Industrie  die daraus resultierenden Folgen. In großen Teilen unserer Wel besteht der Meeresstrand schon zu einem Gutteil aus mikroskopisch keinen Kunststoffpartikeln. Kleinstlebewesen nehmen diese Partikel als vermeintliche Nahrung auf und bringen sie so in die Nahrungskette des Menschen ein. Mit welchen Spätfolgen ist ebenfalls noch völlig ungeklärt.

Daran wird sich so lange nichts ändern, wie die Hersteller von Kunststoffen nicht für die Folgen zur Verantwortung gezogen werden, die durch die Verwendung ihrer Produkte entstehen. Belastet man die Unternehmen mit den Kosten, die für die Umwelt surch die Nutzung ihrer Produkte entstehen, wird sich sehr schnell etwas ändern. So lange aber die Allgemeinheit für die Müllentsorgung bezahlen muss und Umwelt- und Spätfolgen nicht den eigentlichen Verursachern aufgebürdet werden, wird fleissig weiter umweltschädliches Verpackungsmaterial auf Teufel komm raus produziert! Genau das selbe gilt für die Hersteller von Chemikalien, gentechnisch veränderten Tieren und Pflanzen. Noch heute kann niemand sagen, was passieren kann, wenn diese künstlich von Menschen erzeugten Lebewesen unkontrolliert in die Natur entweichen. Trotzdem beruft sich die Industrie auf das Recht, solche Genmonster zu erzeugen und Patente auf Lebewesen zu beantragen. Dies ist der ziemlich durchsichtige Versuch, die Kontrolle über die Nahrungsproduktion der gesamten Menchheit zu erlangen. Die einzigen, die das nicht zu checken scheinen, sind die Politikern, die sich darin überschlagen, den Wünschen der Konzerne zu willfahren und deren Bossen in die breiten Ärsche zu kriechen! Von den ethischen Fragen einer Patentierung von Lebewesen einmal abgesehen ist es unverantwortlich, kommerziellen Unternehmen die Kontrolle über die Nahrungsmittel zu überlassen und zu hoffen, sie würden ethisch, verantwortungsbewusst und moralisch einwandfrei handeln! Da ist der Wunsch (oder die Gier, denn entsprechendes Verhalten der Politiker zieht natürlich Gegenleistungen der Konzerne nach sich) der Vater des Gedankens!

Rohstoffkreisläufe müssen rückstands- und schadstofffrei funktionieren und sich an den perfekten Kreisläufen in der Natur orientieren. Gaia zeigt uns wie es geht. Wir müssen die Natur beobachten und nicht alles den gewinnorientierten Konzernen überlassen, nur um dann hinterher entsetzt festzustellen, was da für Verbrechen an der Natur und den Menschen begangen werden. Es muss Schluss sein mit der nachträglichen Technikfolgenabschätzung, die zwar den ein oder anderen schädlichen Aspekt erkennt, aber wegen der bereits erfolgten Einführung neuer Technologien oft keine Möglichkeit mehr hat, deren Verbreitung zu bremsen. Schlechte Beispiele gibt es hier zu Hauf. Es seien da nur die Gentechnologie genannt und die Nanotechnologie. Es ist ein Unding, die Einführung neuer Technologien zuzulassen und hinterher, quasi im Nachgang, festzustellen, dass hier Gefahren auftreten, die nicht zu kontrollieren sind, aber sich wegen der bereits erfolgten Investitionen keiner mehr traut, STOPP zu sagen!

Es kann nicht hingenommen werden, dass Konzerne ihre gierigen Pfoten nach den Ressourcen der gesamten Menschheit (und um nichts anderes handelt es sich bei dem Genpool der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen, bzw. den Haustierrassen) ausstrecken und damit Menschen in ihre Abhängigkeit zwingen. Es kann kein Recht geben, Patente auf Lebewesen zu beanspruchen, weil dies moralich unverantwortbar ist! Jeder Mensch muss das Recht darauf haben, seine Nahrung selbst anzubauen und aus seiner Ernte einen Teil als Saatgut für das nächste Jahr zu gewinnen, ohne dafür Lizenzgebühren an einen Konzern abführen zu müssen. Anstonsten droht eine neue Art der Sklaverei. Wer nicht zahlen kann wird verhungern, weil die Beauftragten der Konzerne die „unrechtmäßigen“ Ernten vernichten. Alle anderen müssen sich dem Preisdiktat der Konzerne fügen und diesen ihre eigene Arbeitsleistung bezahlen – was für ein Irrsinn! Wo bleiben da die Menschenrechte?

weiterführende Links:

  • TAB – Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (einige der gerade laufenden Untersuchungen sind sehr interessant. Es besteht aber meines Erachtens der Verdacht, dass mangels notwendiger technologischer Kenntnisse beim Vergeben der Untersuchungen an Institute wie z.B. IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung eine unzulässige Einflussnahme stattfinden könnte, da es sich bei besagtem Institut um eine gemeinnützige Einrichtung handelt, deren Auftrag- und Zuwendungsgeber zu großen Teilen aus der Industrie kommen!).
  • Gen-ethisches Netzwerk & Gen-ethischer Informationsdienst (Zitat: Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) vermittelt seit 1986 Informationen und Kontakte zu Gen-, Bio- und Reproduktionstechnologien. Seit dieser Zeit gibt das GeN den Gen-ethischen Informationsdienst (GID) heraus, der im Jahr zuvor gegründet worden war und heute zweimonatlich erscheint. Der GID berichtet als einzige Zeitschrift in Deutschland gleichermaßen kritisch und wissenschaftlich fundiert in den Bereichen Landwirtschaft & Lebensmittel, Mensch & Medizin sowie Politik & Wirtschaft über diese Technologien. Das GeN nimmt außerdem Stellung zu aktuellen politischen Prozessen, führt Veranstaltungen durch und unterstützt andere Initiativen bei ihrem Engagement).
  • Kein Patent auf Leben (Zitat: Initiative, die sich gegen die Patentierung von Pflanzen, Tieren, Gensequenzen, aber auch gegen die Patentierung von Stammzellen und Gewebe des Menschen und gegen jegliche Biopiraterie wendet).

    Kein Patent auf Leben, das Logo

    Kein Patent auf Leben, das Log





Monsanto auf dem Holzweg?

5 05 2009

Es freut mich außerordentlich, mal einen Post ganz nach meinem Geschmack veröffentlichen zu können. Mag sein, dass es nur ein Etappensieg war und es ist nicht anzunehmen, dass Monsanto sich so einfach geschlagen gibt.  Aber ja, es ist so, Monsanto hat seine Klage vor einem Gericht gegen das Verbot der Aussaat  seines Genmais MON810 verloren. Zurecht jubiliert Greenpeace („Gericht bestätigt Gen-Mais-Verbot“, Artikel vom 5.5.09) ob der erstaunlichen Tatsache, dass endlich mal ein Gericht es wagte,

die Umwelt- und Verbraucheranliegen über die Interessen von Industriekonzernen gestellt. Die Entscheidung ist auch ein Erfolg für die Mehrheit der Verbraucher, die den Anbau von Gen-Pflanzen ablehnt!

Auch FAZNET (Niederlage für Monsanto: Gericht bestätigt Genmais-Verbot, Artikel vom 5.5.09) erkennt an, das…

…nach Auffassung der Richter sind jene Gefahren für die Umwelt vorhanden, wie sie das Gentechnikgesetz für ein solches Verbot verlangt. Dazu müssten keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, aus denen diese Gefahren zweifelsfrei herzuleiten seien. Es genüge, so heißt es in dem Beschluss, wenn sich aus neuen oder zusätzlichen Informationen Anhaltspunkte dafür ergäben, dass Menschen oder Tiere geschädigt werden könnten.

Und die unvermeidliche bayrische Wasserpfeife Horst Seehofer, erkennt ein…

„…unübersehbares Signal an den Agrokonzern Monsanto, der ohne Rücksicht auf Interessen der Bevölkerung handelt.“

Das weiss natürlich jeder, der sich ein wenig mit der Materie beschäftigt. Monsanto, die Konzernkrake aus den USA, der seine gierigen Fangarme nach allen landwirtschaftlichen Flächen dieser Erde ausstreckt, hat nicht das geringste Interesse am Wohlergehen der Menschheit und erst recht nicht an der Gesundheit seiner Mitarbeiter. Das haben diese Verbrecher oft genug bewiesen.

Gleichzeitig lobt Seehofer seine Parteifreundin Aigner über den grünen Klee für ihre mutige Entscheidung, wobei er verheimlicht, dass genau diese Ministerin den Anbau der genveränderten Kartoffel Amflora gestattet hat. Warum auch immer. Vielleicht liegts ja daran, dass Amflora das Lieblingskind von BASF ist und die haben ihren Sitz in Deutschland.  Wer ein klein wenig tiefer in die Wunder der bayrischen Logopädie (Artikel auf FAZNET vom 3.5.2009) einsteigen und die wundersame Wandlung des Seehofer Horst vom Saulus (als Landwirtschaftsminister war er ein glühender Verfechter der Gentechnik) zum Paulus (als bayrischer Ministerpräsident kämpft er nun – dank vergeigter Zweidrittelmehrheit – mit messianischem Eifer gegen die Macht der Genkonzerne, die Gentechnik im allgemeinen und den drohenden Machtverlust) in knappen Worten nachvollziehen will, der lese sich den Artikel durch. Man muss schmunzeln, obgleich man kotzen könnte. Hier sieht man, wie „wandlungsfähig“ Politiker doch sind.

Und wieder muss ich den ollen Konrad Adenauer zitieren, denn sein berühmt-berüchtigter Ausspruch ist heute aktueller denn je…

…“wat schert mich mein Jeschwätz von Jestern!“

Was dann dazu führt, dass Aigner ungerührt erst dem Genmais den Halm durchschneidet um keine zwei Wochen später ein Halleluja auf die Genkartoffel Amflora zu singen. Was tut man nicht alles, um die Macht zu behalten? Richtig, alles!

weiterführende Links:





Landwirtschaft von morgen (Teil3)

19 04 2009

Des weisen Masanobu Fukuokas Credo war:

Jeder kann 1.000-Quadratmeter-Bauer werden!

1.000 Quadratmeter, die auseichend sind, um eine Familie mit dem zu versorgen, was sie zum Leben braucht. Vielleicht können es an dem ein oder anderen Ort auf dieser Erde etwas mehr sein, je nachdem, wie fruchtbar oder gebirgig oder steinig der Boden ist. Aber in aller Regel sind 1.000 qm ausreichend.

Betrachten wir einmal, wie Fukuoka sich das Leben als 1.000-Quadratmeter-Bauer vorstellte und wie er selbst es lebte, als Beispiel für andere Menschen, die ihn in seinem fruchtbaren Obstagrten besuchten und einige Zeit bei ihm lebten und arbeiteten, um von ihm zu lernen. Masanobu Fukuoka sagte von sich selbst immer, er sei kein Lehrer. Aber vermutlich war er viel zu bescheiden um einzugestehen, dass die Menschen, die seine Bücher lasen und auch heute noch lesen oder die, welche zu ihm nach Japan reisten, um eine zeitlang in seinem Garten zu leben, ihn als einen solchen betrachten. Er versuchte die Menschen Bescheidenheit zu lehren und Selbstbeschränkung, ohne an Lebensqualität zu verlieren. Seine Bücher sind eine Schatzkiste des Wissens und der Weisheit vieler Jahrzehnte eines erfüllten Lebens.

Ihr seht, ich bewundere diesen kleinen und unscheinbaren Mann, der seinen Beruf als Pflanzenpathologe aufgab, um Bauer zu werden. Diesen Schritt zu wagen, dazu gehört nicht nur Mut, sondern auch viel Vertrauen in die Natur und das göttliche Wesen der Mutter Erde. Er hatte dieses Vertrauen und er hat immer versucht sein Wissen weiter zu geben, damit die Menschen aus seinen Erfahrungen lernen können und die Versorgung der Menschheit mit gesunder Nahrung auch in der Zukunft sicher zu stellen, trotz einer weiter wachsenden Zahl von Menschen! Aber er wies auch immer darauf hin, dass es falsch sei, sich von ihm Patentrezepte zu erwarten, die universelle Gültigkeit hatten. Fukuoka erklärte den Menschen immer, sie müssten die Natur beobachten und dann die notwendigen Schlüsse daraus ziehen, welche Pflanzen gut zusammen gedeihen, wann der richtige Zeitpunkt der Aussaat ist und wie man dafür sorgt, dass der Boden nicht auslaugt.

Fukuoka lebte in einem großen Obstgarten, den er später mit seinem Sohn teilte, weil er die Bewirtschaftung im Alter nicht mehr allein schaffte. Unter den Bäumen laufen Hühner frei herum. Überall wächst halbwildes Gemüse (mehrjähriges, das sich selber aussät, wenn man nicht alles aberntet), z. B. der Daikon-Rettich. Der Boden ist mit Klee bedeckt, der die Erde schützt und alte Reissorten werden angepflanzt. Hier wird nicht gepflügt, oder die Erde gewendet. Es wird auch kein Kunstdünger oder zubereiteter Kompost ausgebracht, noch Schädlingsbekämpfungsmittel oder andere Gifte und Chemikalien versprüht. Dies ist das, was Masanobu Fukuoka als die „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ bezeichnete. Es wäre fatal, dieses „Nichts-Tun“ mit Faulenzen gleich zu setzen. Die wahre Bedeutung des Begriffes liegt darin, dass man nicht viel mehr tun muss, als zu säen und zu ernten. Alles andere macht die Natur für den Bauern. Mehr ist auch garnicht nötig. Unkraut jäten ist überflüssig. Man bedeckt den Boden mit Klee der, zusammen mit Wintergetreide, in die reifende Reissaat gestreut wird. Nach der Ernte des Reises, liess ihn Masanobu Fukuoka drei Tage trocknen, bevor er ihn drosch und das Stroh dann anschließend ungeschnitten über den Feldern verteilte. Auch Hühnermist, so er welchen zur Hand hatte, verteilte er dann über dem Stroh. Anschließend formte er Tonkügelchen mit Reissamen, verteilte diese vor Neujahr auf dem Stroh und die Arbeit (dies ist seine „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ für seinen Garten in Japan gewesen) bis zur nächsten Ernte war erledigt. Mit dieser Methode erntete er jedes Jahr nahezu 22 Büschel (entspricht etwa 1.170 Pfund Wintergetreide) und etwa 22 Büschel Reis auf 1.000 qm. Fukuoka war sicher, die Erträge auf bis zu 33 Büschel je 1.000 qm steigern zu können. Diese Menge liegt im Bereich der Erträge, die mit teuren Hybridsaaten unter Einsatz großer Mengen Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Energie (für die Maschinen) zu erzielen sind. Aber um welchen Preis? Masanobu Fukuoka erklärte, die Arbeit von ein oder zwei Leuten reiche aus, um auf 1.000 qm Feldfrüchte anzubauen.

Sieht man sich dieses System an, so kommt man zu dem Schluss, dass es sich um Permakultur in ihrer reinsten Form handelt, um „permanente Agrikultur“ eben. Fukuoka ging ganz gezielt einen anderen Weg, als ihn die Verfechter der industrialisierten Landwirtschaft beschreiten. Die tun dies und tun das, spritzen hier und jäten da, düngen fleißig und pflügen was das Zeug hält! Fukuoka dachte nach, beobachtete die Natur und ihre Zusammenhänge und ließ dann weg, was er für überflüssig hielt. So reduzierte er nicht nur die Arbeit, sondern senkte auch die Ausgaben! Und im Ergebnis gaben ihm nicht nur seine Erträge recht, sondern auch die hervorragende Qualität seines Bodens, die voller nützlicher Insekten, Bakterien und anderer Lebewesen war, vom Regenwurm bis hin zum Maulwurf oder Kaninchen. Seine Grüne Philosophie zerstört nicht die Natur, den Boden und vernichtet auch nicht die Tiere, die zusammen ein stabiles System bilden, dass nicht von Krankheiten oder Schädlingsbefall vernichtet werden kann.

Schädlinge oder Krankheiten treten zwar überall auf, aber sie werden nur dort zu einer Bedrohung, wo Pflanzen in Monokultur angebaut, wo Tiere im KZ in Massentierhaltung gefoltert werden. Jeder sollte versuchen, sich ein Stück Land zu pachten/kaufen um darauf die Nahrung anzubauen, die er zur Ernährung seiner Familie benötigt. In der Stadt ist dies natürlich nicht so einfach. Auf dem platten Lande und in den Vororten ist es dagegen schon einfacher, ein Äckerle oder einen größeren Garten zu ergattern. 1.000 qm kosten zumindest in Pacht ja nun nicht gerade die Welt, wenn man sich kein Bauerwartungsland ausgesucht hat, das man nach kurzer Zeit wieder räumen muss. Ein Kleingarten in einer Anlage ist aber in aller Regel zu klein. Die Grundstücksgrößen liegen hier bei etwa 300 qm (jedenfalls hier in Baden) und die Verpflichtung, eine Hütte darauf zu stellen, schmälert den Grund noch zusätzlich. Außerdem hat der ein oder andere seine Probleme mit der unvermeidlichen „Vereinsmeierei“ in solchen Kleingartenverinen.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es den bösen Nachbarn nicht gefällt!

Also, werdet 1.000-Quadratmeter-Bauern und macht Euch unabhängig von schwankenden Nahrungsmittelpreisen. Baut gentechnikfreie Saaten an und erzeugt genfreie Nahrung. Dann braucht Ihr nicht auf die Ehrlichkeit der Lebensmittelkonzerne à la Néstle zu vertrauen oder darauf, dass Müller seine Kühe nicht mehr mit Tierfutter mit Genpflanzen füttert. Dann habt Ihr es selbst in der Hand und mit dem gesparten Geld könnt Ihr vernünftigeres anfangen. Vielleicht habt Ihr dann sogar den ein oder anderen Euro übrig, den Ihr für wohltätige Zwecke spenden wollt. Oder steckt ein paar Euros in Guerilla Gardening-Aktionen in Eurer Stadt und sorgt dafür, dass die Natur zurückkehrt in die Betonwüsten!





Landwirtschaft von morgen (Teil2)

17 04 2009

Masanobu Fukuoka wurde am 2.2.1913 in Japan geboren und machte eine Ausbildung zum Mikrobiologen. Irgendwann entschied er sich, Bauer zu werden und schuf eine Synthese aus herkömmlicher Landwirtschaft und buddhistischen, sowie daoistischen Ideen, die er – in Ermangelung eines besseren Namens – Nichts-Tun-Landwirtschaft nannte. Das Grundprinzip seines Handelns lautete…

…die Natur ist in der Lage, sich selbst zu erhalten, sie bedarf menschlicher Eingriffe nicht.

Die von ihm geschriebenen Bücher gehören zu den Standardwerken der Permakultur. Besonders wichtig ist ihm der spirituelle Aspekt der Landwirtschaft, die er als eine Art Gottesdienst versteht. Er vertrat die Ansicht, gesunde Nahrung könne nur auf gesunden Böden erzeugt werden und dazu sei weder künstlicher Dünger, noch chemische Pflanzenschutzmittel notwendig. Die Natur befinde sich in einem Gleichgewicht, sagte er. Treten Schädlinge und Krankheiten oder Pilze in größeren Mengen auf, sei dieses Gleichgewicht gestört. Wenn man die Natur und die natürlichen Vorgänge beobachtet, kann man die Ursachen erkennen und behutsam gegensteuern. Dann heilt sich die Natur selbst und stellt das Gleichgewicht wieder her.

Die Arbeit in dem von ihm bewirtschafteten Garten in Japan, liess er die Natur für sich erledigen. Er beschränkte seine eigenen Arbeit nahezu zur Gänze auf das Aussäen der richtigen Samen zur richtigen Zeit und auf die Ernte der Früchte. Er verwendete keinen Pflug und auch sonst keine Maschinen zur Bodenbearbeitung, außer einer Art Sichel, mit der er die Ernte bis ins hohe Alter eigenhändig einbrachte.

1988 erhielt Masanobu Fukuoka den Ramon Magsaysay Award, einen alternativen Nobelpreis, für seine Arbeit zum Wohle der Menschheit.

Fukuoka-san erkannte auch durch Beobachtung in der Natur, dass nicht die Wüste sich ausbreitet und dadurch der Regen ausbleibt, was die Bäume zum Absterben bringt. Er erkannte, dass die Ausbreitung von Wüsten das Ergebnis des Verlustes der Wälder ist. Wenn die Wälder fallen, bleibt der Regen aus und erst dann entsteht Wüste und breitet sich aus! Dieser Vorgang lässt sich jedoch umkehren, indem man Bäume sät und so dafür sorgt, dass wieder Wälder entstehen können. Wälder sind eine Grundvoraussetzung für ein feuchtes und fruchtbares Klima. Sie halten mit ihren Wurzeln den Boden fest und speichern im Wurzelwerk große Mengen Wasser, das über die Blätter in die Atmosphäre abgegeben wird, wo in Form von Wolken und Regen die kostbare Feuchtigkeit wieder an die Erde und die Pflanzen zurück gegeben wird. Der Kreislauf des Wassers entsteht wieder auf´s Neue!

Wir beobachten die Natur viel zu wenig. Das war einer der Hauptkritikpunkte, die Fukuoka den Wissenschaftlern vorhielt. Die sind nämlich der Meinung, sie bräuchten alles nur in immer kleinere Teile zerlegen, diese dann zu erforschen und „schwuppdiwupp“ würden sie alles verstehen, von der einfachen Amöbe, bis hin zur komplexen wunderschönen Blüte, die ganze fantastische Welt eben. Aber dem ist nicht so. Dem ist bei Weitem nicht so.

Trotz all der Technik, all der superschnellen Computer, der Rasterelektronenmikroskope, können die Wissenschaftler noch immer keine einfache Pflanze konstruieren. Sie müssen einen Samen aussäen, ihn keimen und wachsen lassen!

Ja, klar, solche Konsorten wie die von Monsanto können Gene in die Pflanzen einbauen und sie verändern. Sie verändern sie, damit sie ein Patent darauf anmelden können, dass sie in die Lage versetzt die Bauern, die diese Pflanze anbauen wollen zu erpressen, sie abhängig von „ihrem“ Saatgut und den „Pflanzenschutzmitteln“, sowie dem Kunstdünger machen, die sie für viel Geld gleich dazu verkaufen. Allerdings sind sie nach wie vor nicht in der Lage, Pflanzen komplett und vollständig selber zu konstruieren, zu schaffen. Sie sind nicht Gott, obwohl sie das vielleicht denken mögen. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Pflanzen zu nehmen, die es bereits seit ewigen Zeiten gibt, die von Menschen über hunderte, möglicherweise tausende von Jahren aus Wildformen herausgezüchtet wurden, verändern ein paar Gene und melden ein Patent an!

Warum, so frage ich diejenigen, welche die Gentechnik befürworten, gibt es heute nur noch ein paar wenige Hybridsorten des Getreides im konventionellen Anbau? Weil die so gut sind? So perfekt an alle möglichen geographischen, geologischen und metereologischen Bedingungen angepasst? Nein, das sind sie nicht! Sie sind empfindlich, sie brauchen Unmengen an Wasser, sie brauchen Dünger, sie brauchen Pestizide, Herbizid, Fungizide und Insektizide. Die kosten natürlich eine Menge Geld und sorgen dafür, dass Monsanto keine Probleme mit der Weltwirtschaftskrise hat – denn die Menschen müssen immer essen. Jeden Tag müssen Menschen essen und es werden immer mehr Menschen, die essen wollen und die bescheren Monsanto und seinen Konkurrenten märchenhafte Gewinne.

Früher, es ist noch gar nicht so lange her, gab es regional angepasste Sorten, robust, widerstansfähig und unempfindlich. In trockenen Gegenden gediehen Sorten, die an diese Bedingungen angepasst waren. In feuchtem Klima gediehen Sorten, die damit gut zurecht kamen. Sie mögen eventuell nicht so hohe Hektarerträge hervorgebracht haben, aber die Ernten waren ziemlich sicher und regelmäßig. Außerdem konnte der Bauer einen Teil der Ernte einbehalten und im nächsten Jahr wieder aussäen, ohne dafür an Monsanto, Pioneer, Bayer und BASF Lizenzgebühren zahlen zu müssen!

Diese Zeiten sind fast vorbei, denn es gibt nicht mehr sehr viele dieser alten und robusten Sorten von Nutzpflanzen. Genau das aber ist das Ziel der Konzerne – die totale Kontrolle über die Nahrungserzeugung ermöglicht die totale Kontrolle über die Menschen!

Der Weg, den Mosanobu Fukuoka vorschlägt, geht in eine andere Richtung. Er führt fort von der Kommerzialisierung und Patentierung der Pflanzen. Er nutzt eine alte Reissorte in seinem Garten, den er seit Jahrzehnten bewirtschaftet, ohne auch nur einmal zu pflügen, oder gar zu düngen. Fukuoka bekämpft keine Schadinsekten, oder Krankheiten, sondern schafft Verhältnisse, die die Natur in die Lage versetzen, sich selbst zu helfen. Dazu nutzt er Mischkulturen, die erwähnten alten Sorten und Bodenbedeckung durch Kleesaat.

Nach der Ernte des Reises, der in seinem Ertrag mit dem moderner Hybridsorten nahezu gleichauf liegt, aber ungleich weniger Arbeit und Aufwand erfordert (daher der Name Nichts-Tun-Landwirtschaft) bringt er das ausgedroschene Stroh wieder auf den Feldern aus.

Masanobus Fukuokas Art der Landwirtschaft beruht auf der Beobachtung der Natur, nicht auf Wissenschaft und Gentechnik. Das reicht aus, um Erträge zu erzielen, die fast genauso hoch sind wie die der unverhältnismäßig teueren modernen Hybridsorten. Seine Sorge galt sets dem Menschen und er suchte nach Möglichkeiten, seine Ernährung dauerhaft zu sichern, selbst unter schwierigen Bedingungen. Was ihn immer verwundert hat, war die Tatsache, dass seine Erfolge wohl anerkannt wurden. Aber Wissenschaftler, die sein System der Landwirtschaft erforschen wollten, sah er so gut wie keine. Kein Wunder, kann man die Bedingungen seines Gartens nicht im Labor nachstellen, sondern nur in der Natur und zu der hat die Wissenschaft schon immer ein gepaltenes Verhältnis gehabt – bis heute!

Masanobu Fukuoka

Masanobu Fukuoka

Es gilt also den Weg fort von der modernen industrialisierten Landwirtschaft zu suchen, zurück zu den Ursprüngen, aber nicht in die Vergangenheit. Beobachtung der Natur ist nicht gleichzusetzen mit Rückschritt. Lernen aus der Erfahrung unserer Ahnen ist der Weg des Wissens und der Weisheit. Machen wir uns diesen Schatz zu Nutzen und sorgen wir dafür, dass das Saatgut frei bleibt. Damit alle Menschen genug zu Essen haben, auch in Zukunft!

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weiterführende Links:





Von Nullen regiert?

11 04 2009

Am 3.4.2009 berichtete die Netzeitung unter der Überschrift „Nullen allein machen nicht satt“ zum Ausklang des G20-Gipfels, wie man sich – wieder einmal – auf nichts konkretes einigen konnte. Außer ein wenig Larifari, damit man nicht ganz den Anschein erwecke, man habe sich nur zu freundschaftlich-belanglosem Palaver getroffen. Was war nun das Ergebnis? Hat es sich gelohnt, dass dafür ein Mensch in London sterben musste? Der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß, sagte resigniert…

…“Mal wieder wurden auf einem Gipfeltreffen große Summen verkündet, aber was zählt ist das ernsthafte und dauerhafte Bemühen um ein faires globales Wirtschafts- und Finanzsystem»…

…und…

…«Nullen allein machen nicht satt!»

Nachdem ich ein wenig darüber nachgedacht habe, komme ich nun zu dem Schluss, dass dieser Mann absolut recht hat. Natürlich machen Nullen allein nicht satt. Ganz besonders dann nicht, wenn sie in der Mehrzahl in der Politik und der Wirtschaft anzutreffen sind und zwar in der Funktion des hauptberuflichen Bedenkenträgers und des Zockers!  Eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus und so verstehen sich die Politiker als die Wasserträger der Wirtschaft und die Wirtschaft hat es gern, wenn man ihr den Arsch küsst und die Stiefel leckt! Das braucht natürlich kein Politiker ohne Gegenleistung zu tun. Die warmen Sessel in den Vorstandsetagen sind schon bereitet, darinnen man sich nach getaner Arbeit „zum Wohle des Volkes“ gemütlich breit machen kann.

Und so sieht Politik – nicht nur hierzulande – dann auch aus! Lange, viel zu lange, haben wir uns darauf verlassen, dass die Politiker das, was sie als Amtseid eblegen, nämlich, dass sie Schaden vom deutschen Volk abwenden und seinen Nutzen mehren wollen, auch wirklich ernst nehmen. Nun wurden wir eines besseren belehrt. Diejenigen, die das Desaster der „Finanzmärkte“ verschuldet haben, die Banker die das Geld hemmungslos verzockt haben, ohne einen Funken Unrechtsbewusstsein oder eine Spur der Reue und die Politiker, die sich der Illusion hingegaben, der Markt reguliere sich selber, verteilen großzügigst das Geld des Steuerzahlers, ohne mit der Wimper zu zucken! Und ohne wirksame Kontrollmechanismen zu installieren! Würde man tatsächlich auf die Wirksamkeit der „Selbstreinigungskräfte“ des Marktes vertrauen, hätte man die Banken, die sich selbst in den Ruin getrieben haben, Pleite gehen lassen. Stattdessen erklärte man sie zu systemrelevanten Institutionen und verpulvert für ihre Rettung das Geld der Steuerzahler!

Dem Bürger gaukelt man vor, er könne mit einer „Umweltprämie“ in Höhe von 2.500 € das Klima retten, wenn er sein „altes“ Auto verschrotte und sich ein neues Fahrzeug zulege! Natürlich ist diese Umweltprämie an keinerlei Umweltauflagen für das neue Auto gebunden, denn sonst könnten die deutschen (Premium-) Hersteller ihren Laden gleich dicht machen. Denn Autos mit geringem Spritverbrauch und niedrigem CO2-Ausstoss, sind nicht gerade die Stärke der deutschen Hersteller! Was viel wichtiger wäre als das zweifelhafte Vergnügen jede – noch so unwichtige – Besorgung mit Hilfe eines Autos erledigen zu können, nämlich die Versorgung der Weltbevölkerung mit bezahlbaren Lebensmitteln, interessiert kein Schwein, solange die eigenen Bevölkerung genug zum beissen hat. Und noch ist das der Fall, obwohl es auch in der westlichen Hemisphäre immer mehr Menschen gibt, die sich aus eigener Kraft nicht mehr ernähren können. In den USA bespielsweise sind mehr als 32,2 Millionen Bürger auf Lebensmittelhilfe angewiesen (Artikel auf n-tv.de vom 3.4.2009 „Lebensmittelhilfe in den USA – Jeder zehnte Bürger bedürftig“). Und auch wer hier in Deutschland auf Hartz IV-Niveau angelangt ist, kann ein Lied davon singen, wie man sich mit diesen paar Kröten, die einem monatlich als Almosen auf´s Konto überwiesen werden, ausgewogen ernähren kann!

Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen zu essen und zwar in ausreichender Menge und guter Qualität. Aber das ist überall auf der Welt genauso. Und weil die großen Genkonzerne mit ihrem patentierten Saatgut das vollmundige Versprechen, den Welthunger zu besiegen, wenn man nur gentechnisch veränderte Nahrungspflanzen anbaut, nicht halten konnten und dies auch in Zukunft nicht schaffen werden, hat man nun begonnen, die besten Böden in den Ländern der Dritten Welt aufzukaufen (sueddeutsche.de in einem Artikel vom 1.4.2009 unter „Nahrungsmittelkrise – Die Erde wird knapp“), um die schwindende Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen in Europa und Nordamerika auszugleichen. Ist das gerecht? Ist das einfach nur Kapitalismus? Oder ist es die Kapitulation vor der Macht der Großkonzerne? Wir fressen unsere Äcker kahl und zerstören sie mit Unmengen künstlicher Düngemittel und dem massiven Einsatz von giftigen Chemikalien (und die Regierung subventioniert nach altbewährtem Muster den Raubbau an unseren Ressourcen. Das Thema ist der Politik so heikel, dass die Agrarsubventionen bis vor kurzem noch streng geheim waren – Artikel bei greenpeace vom 24.9.2008 „Agrarsubventionen: Die Transparenz kommt viel zu spät“). Wir lassen es zu, dass große Konzerne die Regenwälder abholzen um Plantagen für Biospritpflanzen anzulegen, damit wir auch morgen noch mit unseren SUV´s zum Bäcker Brötchen holen fahren können. Und weil das alles immer noch nicht genug ist, nehmen wir den Menschen in der Dritten Welt auch noch den letzten Rest fruchtbare Ackerlandes ab, um unsere eigenen Bedürfnisse – die mittlerweile weit über dem liegen, was  zu einem guten Leben notwendig wäre – zu befriedigen!

Wie egal zumindest der deutschen Regierung der Zustand der Ackerböden in unserem Lande ist, zeigt schon die Tatsache, dass mehrere Millionen Euro jedes Jahr in die Erforschung herkömmlicher industrieller Anbaumethoden gepumpt werden – natürlich zum Wohle der großen Chemiekonzerne. Die Summe (als solche eigentlich gar nicht zu bezeichnen), die für die Forschungen auf dem Gebiet alternativer Anbaumethoden oder gar der Permakultur, sind vernachlässigbar! Da hier nicht viel Geld zu holen ist, weil nur wenige kleine oder gar keine Maschinen eingesetzt werden, weil keine Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die sehr teuer sind und nicht zuletzt, weil kein teures, gentechnisch verändertes Saatgut eingekauft werden muss, an dem nur die Chemie- und Genkonzerne verdienen, ist diese Art der Landwirtschaft sowohl für die Konzerne, als auch die Politik uninteressant!

Wer jetzt immer noch behauptet, die Politik habe das Wohl der Menschen im Sinn, der ist möglicherweise unbelehrbar! Die…

…Bürger sind für die Politiker diejenigen, die sie beim Regieren stören…

…und damit sie nicht vergessen, für wen sie ihre Posten bekleiden, dürfen wir nicht aufhören, ihnen unsere Meinung zu sagen und ihnen auf die schmutzigen Finger zu klopfen! Also denkt dran: „Wer schweigt hat schon verloren!“ Um noch einmal auf die Bemerkung des Herrn Preuß zurück zu kommen. Nullen machen wirklich nicht satt, aber wir haben es auch satt, von ihnen regiert zu werden.





Verhindert eine „mächtige Lobby“ den Genmais in Europa?

23 03 2009

Was ich am 23.3.2009 bei Zeit-Online las, lesen musste, liess mich zuerst an meinem, dann am Verstand des Autors Hartmut Wewetzer zweifeln. Unter der Überschrift „Genveränderte Pflanzen – Wir Kolbenfresser“ war zu lesen, eine quasi unheilige Allianz aus Grünen, Greenpeace, BUND, dem Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und sogar der guten alten CSU, die ja sonst nicht einmal Probleme mit Atomkraftwerken, Chemiefabriken und der Auto- und Rüstungsindustrie in ihrem Bayernland sieht, habe dem wunderbaren Genmais von Monsanto den Krieg erklärt  – mit dem ausdrücklichen Ziel, dessen Anbau in Deutschland zu verbieten!

Genmais ist natürlich, pestizidarm, ertragreich und bekömmlich…

…so stand in der Subline zu lesen…

…doch eine mächtige Lobby bekämpft ihn erbittert – warum?

Was für eine dämliche Frage, sagte ich zu mir und beschloss daraufhin, einen Artikel für mein Blog zu schreiben.

Einige Abschnitte weiter unten in dem betreffenden Zeit-Artikel, kann man lesen, dass Menschen verhungern müssen, weil sie sich das Essen nicht mehr leisten können, weil Reis und Getreide und Mais zu teuer werden. An anderer Stelle wird erläutert, genverändertes Saatgut sei eben teurer, als konventionelles Saatgut (wie das alles zusammen passt, bleibt das Geheimnis des Autors des genannten Artikels). Und auch auf die wunderbaren Eigenschaften des Genmaises wird verwiesen, der ja praktischerweise sein eigenes Pestizid herstellen kann und so den Einsatz von Pestiziden minimiere. Die Frage ist aber doch, warum wird der Genmais, gegen das Pestizid aus eigenem Hause resistent gemacht, wenn man dessen garnicht bedarf? Dies kann nur einen Grund haben: man will Geld verdienen und verhindern, dass die Pestizide anderer Hersteller genutzt werden. Mal abgesehen davon, dass diese Gifte um keinen Deut besser sind, als die Produkte von Monsanto, darf man getrost ebenfalls fragen, wie man mit dem genveränderten Zeug den Hunger bekämpfen will, wenn doch die Saat teurer ist, als die üblicherweise verwendete? Die Bauern, die dieses Saatgut erwerben und einsetzen, werden mit Knebelverträgen gezwungen, nicht nur Lizenzgebühren zu bezahlen, sie dürfen nicht einmal einen Teil der Ernte für die nächste Aussaat einbehalten und – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – sie müssen sich verpflichten nur die Pestizide von Monsanto zu kaufen und einzusetzen, gegen Schädlinge, die der Mais angeblich selber töten kann. Nun die vielleicht etwas peinliche Frage:“Wie kann man so den Hunger in der Welt bekämpfen?“ Die Erklärung bleibt die Zeit natürlich schuldig. Und auch die Antwort darauf, warum der Genmais „natürlich“, oder ertragreicher und pestizidärmer (weil er resistent gegen die Pestizide von Monsanto ist, kann man ihn nach Lust und Laune spritzen und das wird auch getan) sein soll, als anderer Mais.

Wenn jetzt noch jemand behauptet, Monsanto bringe seine Produkte unter diesen Bedingungen auf den Markt, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen, dann sinke ich ob soviel Menschlichkeit vor Ehrfurcht auf die Knie, glaube ich auch wieder an den Weihnachtsmann und seinen Sack voller Geschenke. Hunger kann man nur dadurch bekämpfen, dass Nahrung zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar ist und zwar in ausreichender Menge. Hört man die Argumentation der ebenfalls in dem Artikel zitierten Entwicklungsbiologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard nach dem Motto „Wovor haben wir eigentlich Angst“ an und bedenkt, dass die bestenfalls zweifelhaft zu nennenden Geschäftspraktiken des Genkonzerns Monsanto mit keinem einzigen Wort erwähnt werden, darf man sich schon die Frage stellen, wer den Artikel in der Zeit wohl bezahlt haben mag.

Auch wenn die Befürworter des – euphemistisch – als  „Grüne Gentechnik“ bezeichneten Einsatzes transgener Pflanzen behaupten, den Hunger in der Welt nicht nur bekämpfen zu wollen, sondern dazu auch in der Lage zu sein, bleiben sie den Beweis schuldig. Fakt ist, auch wenn gentechnisch veränderte Pflanzen weltweit auf mittlerweile 125 Millionen Hektar angebaut werden, ist der Hunger nicht weniger geworden. Denn ob man sich Nahrungsmittel kaufen kann oder nicht, ist keine Frage der verfügbaren Menge, sondern des Geldes. Daran kann Gentechnik nichts ändern, denn sie ist teurer als konventionelle Landwirtschaft. Und es gibt für Monsanto und Konsorten keinen einzigen Grund, Nahrungsmittel oder Saatgut zu verschenken, denn es handelt sich um kapitalistische Unternehmen, die darauf ausgerichtet sind, Gewinne zu machen. Die höchsten Gewinne sind aber erst dann drin, wenn man eine Monopolstellung inne hat und da ist Monsanto mit seinem Marktanteil von nahezu 90% schon verdammt nah dran.

Auffallend ist in dem Artikel der Zeit auch, dass es sich hier offensichtlich um eine komprimierte Aufzählung von Argumenten aus der Propaganda Marketingabteilung eines Genkonzerns zu handeln scheint. Gegenargumente werden nicht erwähnt, sondern lediglich in süffisantem Plauderton als die auswendig gelernten Flyertexte der dümmlichen Greenpeace- oder anderer Umwelt-Aktivisten (und die sind den logischen und wissenschaftlich begründeten Argumenten der Genkonzerne natürlich nicht zugänglich!)  hingestellt. Dass es auch Wissenschaftler gibt, die der Gentechnik äußerst skeptisch gegenüber stehen, wird geflissentlich gleich ganz verschwiegen! Das konnte man nur einem Artikel entnehmen, der bereits vor knapp 3 Wochen in der Zeit-Online erschienen ist und den ich auch unter den weiterführenden Links verlinkt habe (siehe ganz unten!).

Und jetzt stehe ich da, allein auf weiter Flur, unterstützt nur von ein paar wenigen, vermutlich geistig minderbemittelten Umweltschützern, wie ich selbst auch einer bin und engagiere mich nach wie vor gegen Gentechnik. Gegen den Willen der weisen und allwissendenFrau Nüsslein-Volhard, gegen die die Zeit und erst recht gegen Monsanto (Ich unterstelle Monsanto rein kommerzielle Interessen und nicht den Hauch sozialer Verantwortung. Denn wenn dem so wäre, hätte Monsanto die Opfer seiner PCB-Verseuchung, oder vielleicht auch der Opfer von Agent Orange schon längst entschädigt und würde nicht auf eine biologische Lösung des Problems und der damit zusammenhängenden „Unannehmlichkeiten“ warten!). Wenn ihr Befürworter den Genmais von Monsanto tatsächlich für „natürlich, pestizidarm, ertragreich und bekömmlich“ haltet, solltet Ihr ihn vielleicht für Eure tägliche Ernährung nutzen (aber wahrscheinlich kauft Ihr Eure Nahrungsmittel lieber in einem Öko- oder Naturkostladen und schaut lieber von Ferne zu, wie andere Menschen den Gendreck fressen, den Ihr für gut haltet!). Aber mit welchem Recht wollt ihr die Menschen dazu zwingen, dieses Zeug zu fressen, obwohl sie es nicht wollen?

Eins habe ich aus diesem Artikel gelernt. Der Kampf beginnt erst jetzt richtig und nur weil einige „Experten“ der Meinung sind, das genveränderte Zeug sei nicht nur nicht schädlich, sondern auch gesund und bekömmlich, heisst das noch lange nicht, dass ich diese Meinung teilen muss. Wir haben zwar in unserem Lande nicht mehr sehr viele Freiheiten, aber die Freiheit, den Genmais und all das genveränderte Zeug drumherum abzulehnen, die nehme ich mir und das lasse ich mir von Euch nicht nehmen!

Fukuoka Sensei

Fukuoka Sensei

Dieser weise japanische Bauer, Masanobu Fukuoka, hat bewiesen, dass es weder gentechnisch veränderter Organismen auf den Äckern und Feldern bedarf, noch chemischer Düngemittel oder gar Pestizide. Seine Ernten waren fast genauso ertragreich, wie die der „konvertionell-wissenschaftlichen“ Landwirtschaft. Er nannte sie Nichts-Tun-Landwirtschaft. Aber daran verdienen die Genkonzerne und die Chemie-Industrie nichts!

weiterführende Links:

Stop the Crop!

Stop the Crop!





Im Märzen der Bauer…

14 03 2009

…die Folie aufspannt…Wo sind die guten alten Zeiten geblieben, als der Bauer noch hinter einem vom Pferd gezogenen Pflug über seinen Acker schritt und dann mit weitem Schwung das Saatgut ausbrachte? Vorbei, obwohl auch damals nicht alles in Ordnung war. Man schüttete Kunstdünger auf die Felder, dass einem übel werden konnte. Dazu noch an Gülle und Dung, was im Stall so anfiel. ohne mit der Wimper zu zucken und ohne die geringste Rücksicht auf unsere Mutter Erde. Die Folge waren überdüngte Bäche, Seen und Flüsse voller Algen, aber dafür ohne Sauerstoff. Die meisten Fische legten in der Brühe den Kiel nach oben und trieben von nun an mit dem Strom. Ein Zeichen dafür, auch heute noch, dass sie an der Dummheit der Menschen verreckt waren!

Im Märzen der Bauer...
Im Märzen der Bauer…

Heute ist alles anders. man deckt den Boden großflächig mit Folie ab, die das Sonnenlicht reflektiert, oder die Wärme und Feuchtigkeit darunter festhält und so Bedingungen für das Saatgut schafft, die sie früher keimen und reifen lassen. Denn die höchsten Preise erzielt natürlich der Landwirt, der seine Ackerfrüchte (wie z. B. Spargel) als erster auf den Markt werfen kann!. Logisch auf der einen Seite, aber traurig auf der anderen, wenn man sieht, was diese Folien aus unserer Lnadschaft machen. Und dabei sieht das noch nicht einmal halb so attraktiv aus wie eines der Verpackungskunstwerke des legendären Christo, der schon den Reichstag in Berlin eingepackt hat. Nein, im Gegenteil, es sieht einfach nur häßlich aus.

...die Folie aufspannt...

...die Folie aufspannt...

Und – die Frage sei gestattet – was hat solch eine Landwirtschaft noch mit Natur zu tun? Gut, man kann argumentieren, man brauche weniger Unkrautvernichtungsmittel, wenn man den Erdboden rund um die Pflanzungen mit Folien abdeckt, aber was ist mit der Energie, die bei der Herstellung der Folien aufgewendet werden muss? Was ist mit den Plastikpartikeln, die beim Verrotten durch den Einfluss der UV-Strahlung in den Erdboden gelangen und so möglicherweise in die Nahrungskette? Und wie ist das mit dem Schimmel unter den Folien, wenn Feuchtigkeit und Hitze zusammen kommen? Ach ja, dafür gibt´s ja Fungizide und gegen die Insekten, die sich im Schutz dieser Abdeckung wohl fühlen, kann man auch ein „feines Mittelchen“ spritzen. Was aber hat man dabei gespart und was bringt das wirklich?

Mittlerweile ist ja zur Genüge bekannt, das ich nicht nur ein Verfechter der natürlichen oder „Nichts-tun-Landwirtschaft, sondern auch ein überzeugter Anhänger der Thesen des Weisen Masanobu Fukuoka bin, die im Grundsatz die Ansicht vertrat, die Natur kann alles allein regeln, wenn man sie nur lässt. Weder Dünger, noch Pflug, noch irgendwelche chemischen „Wundermittel“ sind notwendig, um die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Erdbodens zu erhalten (und sogar noch zu steigern). Voraussetzung dafür ist das Vertrauen in die Natur und deren Fähigkeiten und das Wissen um die natürlichen Zusammenhänge . Allerdings haben wir das verloren, wie es scheint. Und so meint man, das fehlende Verständnis für Mutter Erde durch höhere Gaben an Düngemitteln ersetzen zu können. Natürlich sind bei einem ausgelaugten Boden reichere Ernten zu erwarten, wenn man ihm Nährstoffe zuführt. Aber man nimmt dem Boden und sich selbst dadurch die Möglichkeit, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Indem die Erde sich entweder selber heilt (durch die Ausbreitung entsprechender Pflanzen, die die Mängel oder den Überschuss an unterchiedlichen Nährstoffen auf natürlichem Weg wieder ausgleichen) oder die vorsichtige Hilfe des Menschen, der das Ungleichgewicht erkennt und die Zusammenhänge durchschaut und bestimmte Pflanzen gezielt sät, findet sie immer selbst zu einem stabilen Gleichgewicht zurück – über kurz oder lang. Der Mensch aber will nicht warten (jedenfalls glaubt er nicht warten zu können).

Also wird Dünger auf den Acker gestreut und wenn die Ernten zurück gehen, dann streut er noch mehr Dünger, beginnt zu bewässern und Unkrautvernichter zu spritzen, damit seine Monokulturen nicht mit wuchernden Wildpflanzen um den teuren Dünger wetteifern müssen. In diesen Monokulturen fühlen sich natürlich Schadinsekten, Krankheiten und Pilze pudelwohl, da hier für ihre Verhältnisse der Tisch überreich gedeckt ist und die Ausbreitung von einer Pflanze zur nächsten nicht durch dazwischen wachsende „Unkräuter“ behindert wird. Aber es gibt ja nichts, gegen dass die Agrochemiekonzerne nicht ein Spritzmittelchen in ihrem Produkt-Portfolio hätten. Und so wird gespritzt auf Teufel komm raus und jedes Jahr mehr!

Dabei könnte doch alles viel einfacher sein, wenn man nur auf die Natur vertrauen würde und in den jeweiligen geographischen Gebieten genau die Pflanzen anbauen würde, die auf die dort herrschenden Verhältnisse zugeschnitten sind. Weil sie dort und für die dortigen Verhältnisse gezüchtet wurden – zum Teil über Jahrhunderte hinweg – kommen sie mit den Bedingungen dort am Besten zurecht und es ist ein leichtes, aus der jeweiligen Ernte einen Teil zurück zu behalten und ihn im nächsten Jahr wieder auszusäen. Bringt man auch die pflanzlichen Reste wieder auf die Felder zurück, verbleiben die Nährstoffe in diesem Boden, ergänzt allenfalls durch den Eintrag von aufbereitetem Dung oder Kompost. In der Natur funktioniert dieses Prinzip über Tausende und Abertausende von Jahren, beipielsweise im Wald. Aber vielliecht sollte der Staat mal ein paar zusätzliche Euros in die Forschung zur natürlichen Landwirtschaft stecken, anstatt das ganze Geld in die industrielle Landwirtschaft zu investieren, die sowieso von den Agrochemiekonzernen gefördert wird. schließlich haben die Konzerne kein interessa an landwirtschaftlichen Verfahren, die ohne die chemischen Kampfstoffe der modernen Landwirtschaft gut auskommen und nahezu genauso hohe Erträge pro Hektar aufweisen, wie die gedüngten Flächen (mit extrem hohem Einsatz von Energie, Dünger, diverser „Schutz“mittel und großem Arbeitsaufwand). Man kann das schon verstehen, wenn man es aus der Sicht der Konzerne betrachtet. Da stecken sie Millionen in die Entwicklung von chemischen Erzeugnissen, weil sie ja unser bestes wollen (unser oder des Bauern Geld?), noch mehr Millionen werden in die Werbung investiert und dann kommt da so ein alter Sack wie Masanobu Fukuoka her und behauptet, den ganzen hochtechnisierten und chemischen Mist brauche niemand, dass ginge alles auch ohne. Also als Chef eines Chemiekonzerns, oder als Manager von Monsanto und Konsorten, würd ich mir da auch Gedanken darüber machen, wie ich darauf reagieren sollte! Und die Regierungen? Von den Konzernen gekauft, bestochen und der Rest derart einfältig, dass es schon weh tut, gibt die sauber erpressten Steuergelder dann doch lieber zur Rettung „notleidender Banken“ aus. Wie sollte es auch anders sein. Schließlich kann nicht sein, was nicht sein darf! Aber man sollte nicht vergessen: Geld kann man nicht essen! Und dass in Zuge der Finanzkrise vermutlich fast 3 Millionen Kinder verhungern werden, ist sicher nicht mehr als nur ein böses Gerücht und üble Meinungsmache. Denn ohne Geld kann man auch nichts essen, wenn man kein eigenes Stück Land hat.

Masanobu Fukuoka lehrt uns, dass eine Fläche von etwa 1.000 qm ausreichend ist, um eine Familie ausgewogen zu ernähren. Wer aber hat in unseren Breiten schon so eine Fläche zur Verfügung, wenn er in einem Wohnklo-mit-Kochnische (verteilt auf ca. 30 qm oder so) in der Stadt wohnt? Selbst die meisten Leute „auf dem Land“ besitzen gar kein eigenes Ackerland mehr. Von den Menschen in den Ländern der Dritten Welt brauchen wir erst garnicht reden. Hier befindet sich das Land häufig in den Händen weniger Großgrundbesitzer, die es an die landlosen Bauern verpachten – gegen Geld versteht sich. Und da muss der Ertrag meist verkauft werden, um den Pachtzins zu bezahlen. Da bleibt eben nur sehr wenig zum Leben übrig, wenn es überhaupt zum Überleben reicht („Selbstmord-Serie: Tausende indische Bauern gehen in den Tod“ Artikel auf Spiegel Online vom 12.11.2006). Wenn das der vielbeschworene Segen der Gentechnik ist, den die Menschen vom „Hüter der Gensaaten“ Monsanto zu erwarten haben, dann gute Nacht! Wird so der Hunger bekämpft, indem man die Bauern ausnimmt wie die sprichwörtlichen Weihnachtsgänse, sie mit mit Verträgen knebelt und sie mit dem Risiko und den Problemen allein lässt? Wer das mit seinem Gewissen für vereinbar hält, kann kein Mensch sein!

Wenn die Erde gesund ist, sie sich im Gleichgewicht befindet, treten zwar auch Krankheiten, „Unkräuter“, Pilze und Schadinsekten auf. Aber die Natur ist durchaus fähig, sich wieder selbst ins Gleichgewicht zu bringen, wenn man ihr die Zeit lässt und sie dabei ein wenig unterstützt. Übermäßige Unkrautwucherung, Insektenbefall und Krankheiten sind immer ein Resultat menschlicher Eingriffe in das Gleichgewicht der Natur. Setzt man chemische Mittel gegen eine oder mehrere dieservermeintlichen Plagen ein, bringt man nicht das Gleichgewicht zurück. Man verschiebt das Ungleichgewicht  nur in eine andere Richtung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, der Natur wieder zu ihrem Gleichgewicht zu verhelfen.

  1. Man kann sie sich selbst überlassen und darauf warten, bis sich alles erholt und regeniriert hat. Das kann dauern! Über kurz oder lang kehrt das Gleichgewicht jedoch zurück. Das ist ein Naturgesetz.
  2. Man kann die Natur unterstützen, indem man bestimmte Pflanzen sät, Misch- und Folgekulturen anlegt und nur das entnimmt, was man zum Leben braucht. Alle Reststoffe müssen dem Boden wieder zugeführt werden, als Mulch (Stroh und andere Ernterückstände). Alle anderen Stoffe, die beim Schälen und Kochen und als Abfall zurückbleiben, können kompostiert und als Humus auf den Bode aufgebracht werden, ebenso wie menschlicher oder tierischer Dung (kann vorher auch zur Erzeugung von Biogas genutzt werden). Hühner und Enten, die man in dem Gelände herumlaufen lässt, tun ein übriges. Sie fressen Schädlinge, scharren auf dem Boden und düngen ihn gleichzeitig. Pflanzt man mehrjährige Gemüse an, kann m,an über einen längeren Zeitraum ernten und auch Saatgut gewinnen, oder darauf warten, dass sich das Gemüse selber aussät. Verschiedene Bodendeckende Kleearten versorgen den Boden mit notwendigen Stoffen, ebenso Leguminosen. Vermeidet man es, den Boden ungeschützt der Witterung zu überlassen, werden keine Nährstoffe ausgewaschen und auch kein Humus durch Regen weggeschwemmt.

Macht man einfach weiter wie bisher, nämlich Pflügen, Eggen, säen (womöglich Gensaatgut), Düngen, bearbeiten Spritzen usw. usw., verändert sich der Boden nicht nur nicht, sondern er wird immer schlechter und braucht immer mehr Dünger und Spritzmittel (auch die Behauptung der Genkonzerne, beim Einsatz gentechnisch veränderten Saatgutes sinke der Bedarf an Spritzmitteln, ist gelogen. Durch die Tatsache, dass das Gensaatgut und die daraus keimenden Pflanzen resistent gegen das vom gleichen Hersteller stammende Spritzmittel sind – und zu dessen Einsatz werden die Gentech-Bauern vertraglich verpflichtet – wird meist mehr als nötig gespritzt, weil die Pflanzen ja keinen Schaden davon tragen, obwohl sich die Gifte in den Pflanzen und den daraus erzeugten Produkten einlagern) und immer größere, stärkere Maschinen. Es wird immer tiefer gepflügt und die Bodenfauna dadurch zerstört. Am Schluß ist der Boden unfruchtbar und hart wie Beton. Dann gibt es kaum noch eine Möglichkeit, den Boden landwirtschaftlich sinnvoll zu nutzen. Dann macht sich Wüste breit!

Aber auch Wüste ist nicht völlig unbrauchbar. Man kann alles wieder begrünen, wenn man nur genug Zeit veranschlagt. Aber die haben wir nicht, im Kampf um das Klima und unsere Mutter erde. Wir müssen daher schon jetzt dafür sorgen, dass es nicht so weit kommt. Jeder sollte sehen, dass er ein kleines Stück (die schon erwähnten 1.000 qm oder das, was Fukuoka als 1/4-acre-Farm bezeichnet) Land ergattert, damit er auf nachhaltige Art und Weise für den Lebensunterhalt seiner Familie sorgen kann. Und ein Stück Land, oder ein großer Garten, sind nicht nur von Bedeutung wenn es darum geht sich von Stress zu erholen. Wer sich zu großen Teilen aus dem eigenen Garten mit Nahrung versorgt, der weiss, was er auf seinem Teller liegen hat. Der kann meist sicher sein, dass keine unerwünschten Inhaltsstoffe vorhanden sind (obwohl ja Pflanzenschutzmittel, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, keine Grenzen kennen und sich über große Flächen verbreiten) und hat meist Nahrungsmittel von unvergleichlicher Qualität, denn sie kommen nicht aus irgendwelchen Fabriken, wo sie mit Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern versetzt und in Plastikfolie verpackt werden. Wenn man sich dann noch der Nichts-Tun-Landwirtschaft widmet, wie sie Masanobu Fukuoka so bestechend beschreibt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen und man kann halbwegs beruhigt in die Zukunft schauen!

Was das für Vorteile für Euch hat, braucht Ihr nicht zu fragen. Oder doch? Nun, Ihr könnt ruhig zuschauen, wie die Preise steigen und die Nahrung immer teurer und immer künstlicher wird, während Ihr gesundes und nahrhaftes Essen zu Euch nehmt. Und, Ihr werdet es kaum glauben, sogar Vorratswirtschaft für den langen, nicht mehr ganz so kalten Winter in unseren Breiten könnt Ihr  betreiben (Einmachen von Konserven, Marmeladen, Gelees, usw.). Das gesparte Geld könnt Ihr anders investieren. Ob man es der Bank anvertrauen will, sei jedem selbst überlassen. Aber zumindest kann man es ökologisch oder sozial verträglich anlegen, oder eben ein wenig mehr für Ökostrom bezahlen.

weiterführende Links:

  • greenpeace energy (Ökostrom von Greenpeace)
  • Ethische Geldanlage (Zinsen mit besserem (Ge)wissen. Homepage aus Karlsruhe, die sich dem Thema der ethischen Geldanlage widmet und mir gut strukturiert und verständlich erscheint. Wird noch aktualisiert! Schaut es Euch mal an!)
  • Ethisches Investment (Artikel bei Wikipedia)

Ach ja und hier hab ich noch ein paar Links für diejenigen, die gern mal ein bisschen träumen. Wohnen wie im Märchen könnte man das Ganze nennen: